Hallo Nicole,
ich find es echt klasse, dass du mit deinen beiden so viel geschafft hast und sie überall mit hinnehmen kannst, sie mit fremden Hunden klarkommen usw...
bei uns hat es sich nicht so entwickelt, obwohl Bela mitten in München aufgewachsen ist, ständig mit fremden Hunden, Menschen, Kindern usw. in Kontakt kam und ich der Meinung war, soooo falsch hätte ich ihn da nicht herangeführt. Er hat sehr viele Erfahrungen machen dürfen. Und glaub mir: ich habe es mir wirklich anders vorgestellt als es sich dann entwickelt hat :/ Ich wollte einen unkomplizierten Begleiter haben, mit dem ich an der Isar entlang schlendern kann, der sich mit allem und jedem verträgt, Streit aus dem Weg geht, Spaß mit mir hat usw. Tja. Er ist ein eher schwieriger Typ, ist extrem schnell überfordert mit Situationen und er geht dann halt nach vorne statt zurück
Mehrere Hundeschulen und Stunden bei Privattrainern haben daran nichts ändern können. Ich habe wirklich viel mit ihm trainiert. Wer unsere Geschichte kennt, weiß das. ich wollte es wirklich! Aber letztendlich gab es für meine Nerven und für Belas Wohl dann nur eine Entscheidung: raus aus der Stadt und ihm das nicht mehr antun! Natürlich kommt er trotzdem immer wieder mal mit mir mit, wir fahren S-Bahn und halten uns an belebten Orten auf. Aber dieser Hund braucht so viel Sicherheit, da ist es einfach völlig kontraproduktiv, ihn mit dutzenden heranstürmenden Hunden zu konfrontieren (das ist München! Hier gibts keinen Leinenzwang und jeder lässt einfach laufen, ohne Rücksicht auf Verluste, keine Übertreibung!). Durch sowas ist es ja erst so schlimm mit ihm geworden. Ich habe auch lange gebraucht, um das einzusehen: Der Hund will einfach seine Ruhe! Er WILL nicht jeden Tag ein Dutzend neuer Hunde kennen lernen. Das hat nichts mit mir zu tun, sondern ist einfach sein Naturell. Eigenbrötlerisch ist er eigentlich gar nicht, mit Hunden, die er kennt, kommt er bestens zurecht und er schätzt ihre Gegenwart sehr. Auch spricht er die Hundesprache, aber er reagiert eben manchmal etwas über und DAS kommt nicht gut an. Ich habe auch keine Lust mehr auf die Diskussionen und Vorwürfe, nur weil er sich eben nicht freut, wenn der ach so verspielte Labbirüde (mit aufgestellter Bürste) in ihn reinknallt und er dann derjenige ist, der die Ansagen verteilt. Nein, auf die Blicke und Kommentare hab ich schon lange keine Lust mehr. Ich habe hier keinen unverträglichen Hund, aber einen, der einfach nur ein wenig "anders" ist. Ich sehe da nicht, dass ich mit ihm irgend etwas üben muss, außer vielleicht, dass er etwas ignoranter wird und die anderen Hunde einfach links liegen lässt (das trainiere ich mit ihm auf jeder Runde, denn meistens trifft man ja doch wen...), aber näheren Kontakt, nur um des Trainieren Willens, gibts bei ihm nicht.
und um noch mal auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen: ja, mit Bela komme ich prima an anderen Hunden vorbei, vorausgesetzt sie stehen im Kommando oder sind zumindest angeleint und wollen nichts von ihm. Kleine Bögen gehe ich allein schon wegen des besseren Handlings und weil man ja nie weiß, ob der andere Hund sich nicht doch mal in die Leine legt oder so. Auch wechsele ich, wenn möglich, gerne die Straßenseite, wenn uns jemand mit Hund entgegenkommt. Ist einfach praktischer. Ich kann mich dann besser auf meine Hunde konzentrieren.