Beiträge von jennja

    bitte gerne, das war nur grob zusammen gefasst, weil das Thema ja doch sehr komplex ist und man gewisse Sachverhalte einfach auseinander halten muss.
    Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, habe ja nun meinen ersten richtigen Hütehund (mein anderer Aussie ist zB gar nicht fürs Hüten zu gebrauchen, auch wenn er ein gewisses Talent evtl. sogar hätte (zumindest der Trieb ist da), aber ihm fehlt eine wichtige Komponente: Trainierbarkeit :D). Ich habe aber schon ein bisschen was gelernt und auch schon sehr verschiedene Hütehunde arbeiten sehen.

    Wie man den richtigen Hütehund aussucht, denke ich hängt davon ab, wie man die Schafe hält und wie man sie arbeiten will. Ob es so sinnvoll ist, mit einem Fuchs die Koppelgebrauchshundausbildung zu machen, weiß ich nicht. Es gibt auf jeden Fall Rassen, die sich dafür mehr eignen. In der Hinsicht macht es dieser Florian Dingens sich selber schwer. Warum er das macht, weiß wohl nur er selber *hust*.

    es gibt sehr große Unterschiede zwischen den Hütehundrassen. Vor allem in der Nutzung, und dadurch bedingt im Arbeitsstil.

    Ein Fuchs ist ein Herdengebrauchshund, er fungiert als eine Art mobiler Zaun, er "schiebt" die Schafe nicht irgendwo hin wie der Koppelgebrauchshund (Border Collie), sondern er hindert die Schafe daran, irgendwo hin zu gehen, wo sie nicht hin sollen. Sie arbeiten außerdem an sehr großen Herden, und da sie eben dieses "Furche laufen" machen, sind sie ständig in Bewegung (daher auch die "Hyperaktivität" dieser Rasse).

    Ein Border bewegt die Schafe, sie tun das vor allem übers Fixieren, geduckte Haltung, Schleichgang, das nennt man Auge zeigen. Border üben so psychischen Druck auf die Schafe aus, und bringen sie so in Bewegung. Sie müssen dafür nicht unbedingt dicht am Vieh sein (das kommt aber auf die Situation und die Schafe an).

    Aussies hüten wieder anders. Sie zeigen eher wenig Auge (es gibt aber auch Aussies, die Auge zeigen, ist aber eher selten). Sie bewegen die Tiere durch Bewegung, sind daher eher nah am Vieh, allerdings müssen sie natürlich lernen, einen gewissen Abstand einzuhalten, da sonst zu viel Druck entsteht und flüchtige Tiere in Panik versetzt werden, was zu Chaos führt...

    Da ich ja selber gerade meine Aussie-Hündin an Schafen ausbilde (wir sind noch ganz am Anfang bei der Basisarbeit), weiß ich, wie anspruchsvoll der Aufbau ist. Man sucht immer das Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Instinkt. Wenn man den Hund zu stark kontrolliert und seine Arbeit nicht machen lässt, kann man es ihm verleiden. Zu wenig Kontrolle wiederum endet eben in unschönen Situationen (was zu vermeiden ist). An erster Stelle steht IMMER das Wohl der Tiere! Stress ist zu vermeiden. Lieber mal abgebrochen als Schaden verursacht. Es ist aber ganz klar, dass zu Beginn der Ausbildung ein junger Hund seine ganzen Ideen auspackt und nicht immer sind diese "schön" ;-) Hier muss man wissen, wie man diese Ideen in die richtigen Bahnen lenkt.

    ich hab mich an die 5Min-Regel nicht wirklich gehalten. Allerdings hab ich nach Tagen, an denen wir viel gelaufen sind, immer drauf geachtet, dass sie nur kurz mal rausgegangen ist.
    Ich mache es heute noch immer so (sie ist nun 15 Monate alt). Gestern zB waren wir 3 h insgesamt Gassi (ich hab nen schnellen Schritt, somit warens einige Kilometer), heute war dann wieder Pause angesagt und wir waren nur 3 X kurz draußen.
    Ich denke, wichtig ist, dass die Regenerationszeit lang genug ist, wenn man mal viel unterwegs war. Sich aber jeden Tag an die 5Min-Regel zu halten halte ich für wenig sinnvoll.

    nein, Aussie ist nicht gleich Aussie. Das weiß ich ;-) habe ja zwei sehr verschiedene Exemplare hier.
    und ich habe festgestellt, dass auch (m)ein "immerdabei-Hund" mal ne Auszeit braucht. Sie wird aber auch wirklich sehr gefordert. Ich habe ja selber oft meine Schwierigkeiten, mit all dem Stress in der Großstadt und dem Büroleben usw. zurechtzukommen, wie muss es da im Hundeköpfchen erst rattern? :)
    Ich rede ja nicht davon, dass der Hund ab und zu mit im Restaurant sitzt oder zum Shoppen mitgeht, sondern davon, dass sie meinen kompletten Alltag teilt. Bisher hat sie ALLES perfekt gemeistert, aber ich merke eben langsam, dass ich ihr nicht zu viel zumuten darf. Sie muss zur Ruhe kommen können, auch wenn sie auf den ersten Blick nen fitten Eindruck macht. Es sind dann aber die Kleinigkeiten, die darauf hinweisen, dass es höchste Zeit für "Ferien" ist. Sie scheint momentan genau so urlaubsreif zu sein wie ich :lol:

    ich werf mal nen Gedanken ein...

    bei einem nicht ganz so einfachen Hund merkt man eher, wo die Belastungsgrenze ist als bei einem "easy" Hund. Aktuell merke ich, wie man einen Hund, der sehr unauffällig, anpassungsfähig, stressresistent und leicht zu führen ist, auch zu viel zumuten kann, wenn man kleinste Anzeichen von Stress nicht wahrnimmt, weil man es gewohnt ist, dass der Hund einfach alles problemlos mitmacht!! Ich hab nun heute gemerkt, dass meine Liesl dringend eine Pause braucht und ich sie unbedingt mal zu Hause lassen muss (auch wenn sie wirklich überall mit kann und sich nie auffällig verhält), da es sonst zu viel ist, was ich von ihr verlange. Evtl. ist die Gefahr der Überlastung bei so einem Hund sogar größer als bei einem, der einem sofort anzeigt, wenn er zu viel Input hat...

    Fazit: nicht nur für "schwierige" Hunde ist es gut, wenn man ihnen viele Auszeiten gönnt, sondern gerade auch für solche, die alles problemlos meistern und deswegen viel "beansprucht" werden. Die müssen nämlich verdammt viel leisten. :)

    ich muss zugeben, ich gehe gar nicht auf Hundewiesen oder auf so typischen Hundemeilen, wo alle paar Sekunden einer (oder mehrere) angeschossen kommen. Bin aber auch der Meinung, dass meiner Hündin das nicht gut tun würde. Wenn uns wer mit Hund beim Spazierengehen entgegenkommt und es passt gerade, dann lasse ich sie dahin und sie spielt dann manchmal sogar, aber meistens initiiert sie nur ein Laufspiel, um die Situation aufzulockern. Selten wird mal richtig gespielt, aber das wird immer weniger... Sie spielt eigentlich nur mit Hunden, die sie schon länger kennt.

    Was ich nicht mache: ewig stehen bleiben und das "lustige Treiben" beobachten. Meistens gehe ich langsam weiter, spätestens nach einer Minute oder so. In der Regel will ich nämlich irgendwo hin und ich mag auch nicht immer die selben Unterhaltungen mit mir fremden Menschen führen (müssen), außerdem sind mir sehr viele von den Hunden, die wir treffen, nicht besonders sympathisch, sag ich ganz ehrlich. Ich kann dieses Reingepresche nicht ab. Aber ich gehe auch nicht deshalb mit meinem Hund Gassi, damit er mit möglichst vielen anderen Hunden toben und spielen kann. Ich übe mit ihr lieber, an anderen Hunden locker vorbei zu gehen.

    Allerdings haben wir im Bekanntenkreis viele Hunde, mit denen wir regelmäßig zusammen gehen, aber auch da ist es so, dass da nicht unbedingt Fremdhunde reinplatzen müssen... und in dieser (gerne mal) größeren Gruppe wird dann auch normal Gassi gegangen und nicht permanent rumgetobt.

    neulich ist ein durchgeknallter Dalmatiner einen Hasen jagend in 30 m Entfernung an uns vorbei gezogen. Vorne dran der Hase, dann ein paar Meter Abstand, dann der Dalmatiner... Und meine Wiesel, die 10 vor mir (ohne Leine) war?? Blieb stehen auf mein Signal hin und bewegte sich keinen einzigen Schritt weiter :fondof:

    unser Training trägt riesige Früchte im Moment. Auch die vielen vielen Raben und all die Reiher auf den Feldern lassen sie jetzt nahezu völlig kalt. Sie bleibt höchstes mal stehen und guckt sie an. Hach *stolzbin*

    also ganz ehrlich, da wär mir schon längst der Kragen geplatzt.
    Ich würde diese Leute anzeigen. Ganz einfach.

    Doofe Hundehalter haben wir hier auch, aber das ist alles harmlos gegen diese Stories von dir. Da ziehts einem ja die Schuhe aus! Nee, das würd ich mir nimmer angucken. Bei aller Liebe.

    Und irgendwann würde ich meinen Hunden auch gestatten, sich ordentlich zu wehren. Außerdem würde ich wohl nicht mehr ohne "Waffe" aus dem Haus gehen (Regenschirm, Wanderstock o.ä.).