Beiträge von Gammur

    Meine können schon richtig schroff miteinander sein. Was ich bewundere, wie deutlich sie oft sind. Wie präzise ihre Warnungen, Drohungen und wie konsequent abgestraft wird, wenn diese Drohung, Warnung nicht ernst genommen wird.

    Aber auch wie sich Ohren geputzt werden, wie man miteinander kuschelt, wenn gute Stimmung ist.

    Es gehört einfach beides dazu. Und ja, auch zur Erziehung gehört beides. Ein „Ja“ und ein „nein“. Und mit Gewalt hat das nichts zu tun.

    Bestärken was man toll findet, verbieten was man scheisse findet. Um es mal ganz, ganz platt runterzubrechen. (Gibt dann noch viele Feinheiten in der Kommunikation, sowohl beim Hund, wie auch bei uns).

    Lg

    Ich hab 6 Hunde auf dem Grundstück, von jung bis alt und die haben täglich Diskussionen. Nicht immer mit Kampf usw. aber abstecken von irgendwas, etwas beanspruchen, etwas verteidigen, usw. jeder der 6 hat übrigens andere dinge die er wichtig findet.

    Mal ist es „ey! Du hast mich angerempelt!“ und mal ist es „das ist mein liegeplatz gerade, scher dich weg!“ Das sind tägliche Konflikte untereinander, Kommunikation. Und manchmal kracht es dann auch und sie diskutieren Bzw. streiten. Ohne Verletzungen meistens. Aber wenn es mal richtig stunk gibt, dann kommen auch mal Kratzer, Löcher vor.

    Sie können es sich leisten, nagen nicht am Hungertuch und können Energie verschwenden.

    Hunde jetzt zu Pazifisten zu erklären, die friedlich diskutierend und kommunizierend alles lösen, verkennt ihr Wesen total finde ich. Damit reduziert man ihr vielschichtiges, hoch entwickeltes Sozialverhalten und nimmt ihnen die Ähnlichkeit mit uns Menschen. Wir haben doch zu unseren Hunden deshalb eine so enge Bindung, weil ihre (sozialen) Verhaltensweisen denen von uns Menschen doch recht ähnlich sind. Auch wir Menschen müssen diskutieren, warnen, drohen, abgrenzen, ablehnen, streiten usw. Das heißt nicht, dass wir jeden gleich verhauen, aber bei Kindern sieht man es, das in uns allen auch ein gewisser Kampf steckt. Und das zu verneinen oder zu negieren, ist einfach kurzsichtig.

    Lg

    Da ich durch den hundesportverein und das Trainer sein dort, sehr oft unpassende Halter mit unpassenden Hunden erlebe, ich diese nämlich trainieren soll und ich manchmal auch einfach frustriert bin, empfehle ich tatsächlich öfter rassen, wo die Katastrophe nicht ganz so schlimm ist. Weil mir öfter die Viecher einfach nur leid tun. Unverstandene, führerlose und überforderte Hunde und überforderte, völlig planlose und irgendwie auch unfähige Hundehalter sind eine Mischung zum haareraufen und geht so oft gründlich in die Hose, oder jedes Training ist vergebens, weil die rasse einfach nicht passt, der Besitzer es ohne 24/7 Trainer nicht gebacken bekommt, oder kaum irgendeine konsequente Haltung einnehmen kann.

    Meine persönlichen highlights bisher waren ein Kangal in einer WG, ohne Garten/ Grundstück, ein LZ Schäferhund bei einem 70+ jährigen, der ihn außer fettfüttern, nicht gehändelt bekam, zahlreiche Akitas, die alle mittlerweile gemeingefährlich sind und ein jagdterrier der als Dackel verkauft wurde und mit wenigen Monaten eher Richtung monsterhund tendierte, als alles andere.

    Keiner der Besitzer hat länger als ein paar Wochen mit den Hunden trainiert, die meisten Hunde waren schnell wieder weg, oder fristen ihr Leben an einer flexi Leine hängend, als Schrecken der Umgebung.

    Vor allem bei hundeanfängern ist es oft einfach nur traurig zu sehen, was sie aus Hunden mit tollen Anlagen machen, nur weil es unbedingt rasse xyz sein musste, obwohl man keinen Plan hat.

    Und ich stehe dann da und mittlerweile sage ich auch „ Dein Hund ist toll, ganz tolle Anlagen, ganz viele Möglichkeiten und du versaust es gerade oder du hast es schon versaut! Tut mir leid für deinen Hund!“ dann ist immer große Empörung, weil der Hund nicht dies, das, jenes macht und man sich das alles ganz anders und viel einfacher vorgestellt hätte und überhaupt.

    So ist es im real live und ich finde das auch nicht besser.

    Ich meine, im Gespräch kommt man darauf einen kleinpudel zu nehmen und drei Tage später zieht ein Husky mix ein. Da denke ich dann auch nur WTF.

    Lg

    Übrigens rasseberatungen im echten Leben, außerhalb des Forums, sind nicht weniger komisch. Meine letzte live rasseberatung ist erst wenige Wochen her, Leute haben etwas hundeerfahrung, aber noch nie selber einen Hund erzogen. Wir reden, überlegen gemeinsam rassen, sprechen durch. Am Ende sind die Leute überzeugt: sie wollen einen kleinpudel. Ob ich Züchter kenne? Ich gehe meine Liste durch mit Züchtern usw. Drei Tage später aufgeregter Anruf, sie haben gerade aus dem Tierheim einen huskymix aus dem Ausland adoptiert. Ich nur :doh:

    Ehrlich? Ich hätte es mir sparen können.

    Passt null zu dem was sie wollen, aber jetzt müssen sie halt mit dem Tier leben.

    Also rasseberatung offline ist auch nicht besser.

    Lg

    Du hast recht, sie muss mich noch gehört haben, sonst hätte sie nicht abgelassen.

    Gott sei Dank.

    Allerdings war es für ihre Verhältnisse, sehr tiefer Tunnel und sehr viel Rage. Normalerweise hätte die fallende pylone bei ihr schon gereicht, die nahm sie allerdings nicht mehr wahr, auch wenn die in ihre Richtung fiel.

    Aber du hast recht, sie hat diesen urschrei noch gehört und da bin ich dankbar für.

    Lg

    Ja, es ist ganz klar June’s Aufgabe, ihr Job, das Grundstück zu bewachen und wenn nötig zu verteidigen. Ich weiß, dass darf man kaum öffentlich sagen, aber unter anderem ist sie dafür gekauft worden.

    Das bedeutet nicht, sinnlos rumzukläffen, oder jedem fremden gleich Wunden zuzufügen, aber es bedeutet auch, dass June ihr Grundstück, ihre Aufgabe extrem wichtig ist. Das ist einer ihrer Jobs und in Situationen, die sie als extrem einschätzt, reagiert sie auch extrem. Ein rüpeliger junghund, der sie einfach in der Ablage und beim arbeiten überfällt auf dem eigenen Grundstück , da denkt die nicht mehr, da handelt die.

    Und wie gesagt, ich kenne June, ich kann sie einschätzen, ich kann sie stoppen, korrigieren, aus dem Tunnel holen. June ist übrigens zu sicher 99% klar im Kopf. Heute hat sie mal aufs restliche 1% zugegriffen. Hat sie in ihrem Leben bis jetzt 2-3 mal gemacht.

    Darum unterschätze ich diesen Hund nie.

    Ich habe Hudson einmal unterschätzt und könnte mich dafür bis heute Ohrfeigen.

    Und ja, mit nett und positiv geht da nix mehr. Jedenfalls nicht, bei dem Typus Hund, den ich unter anderem hier zuhause sitzen habe.

    Aber das sind Extremsituationen und nicht der normale Regelfall hier.

    Lg