Ich habe hier gerade einen alten Hund zuhause, einen Hund der vor wenigen Monaten morgens plötzlich nicht mehr richtig laufen konnte. Ich bin mit dem Hund in die Tierklinik gedüst und habe gleich beim telefonieren mit unserer Tierärztin gesagt, „wenn er sich nicht in wenigen Tagen/ Wochen wieder erholt, wenn es laut deiner Meinung, keine gute Prognose auf ein würdiges Leben gibt, dann sag mir das knallhart! Bitte! Und dann machen wir ein Ende!“ wenn mein Hund nicht mehr laufen kann, dann war es das! Das Leben eines Hundes besteht daraus zu laufen, zu schnüffeln und sich zu bewegen und wenn das nicht mehr gegeben ist, dann ist das kein würdiges Leben mehr.
Ein Hund hat nicht die Zeit jahrelang an Mini Fortschritten zu arbeiten.
Und ehrlich, meistens ist das endgültige goodbye zu spät. Wir Menschen wollen oft sehen, was wir uns so sehr wünschen und das entspricht nicht immer der Realität.
Mein Hund hatte das vestibularsyndrom und hat sich gut wieder erholt. Trotzdem lasse ich regelmäßig Freunde/Bekannte auf meinen oldi schauen, nicht das meine emotionale Bindung zu meinem Hund, mir etwas vorgaukelt, was nicht der Realität entspricht. Das ist meine größte Sorge, dass ich nicht wahrnehme, dass das Ende da ist.
In würde gehen lassen ist kein aufgeben, oder kosten sparen, oder sich vor Verantwortung drücken. Es ist im Gegenteil voll im hier und jetzt sein. Es ist stärke, es ist Mut, es ist Trauer und Verantwortung.
Ich sehe auf den Videos einen Hund der Schmerzen hat. Der sich nicht mal einfach so hinlegen kann, der nicht einfach so ein Leckerlie nehmen kann, was genau vor seiner Nase liegt. Nein, keine 10-14 Tage würde ich mir das so anschauen.
Lieben heißt auch loslassen und Verantwortung heißt auch, seinen Hund zu sehen und zwar wirklich zu sehen und sich zu fragen, ob das so ein würdiges Hundeleben ist.
Lg