Beiträge von Gammur

    Meine beiden aussies sind auch sehr verschieden. Hudson ist ein eher lustiger Hund, der kaum wach und schutztrieb hat, mit anderen Hunden und Menschen recht verträglich, aber zum hibbeln und übersprungshandlungen neigt. Er ist absolut umweltsicher und muss vor einem Menschen Respekt haben um sich führen zu lassen, ansonsten macht er sein Ding. Rückwärtsgang kennt er nicht, bedroht oder geht ihn ein anderer Hund an, fackelt er nicht lange und packt dann auch ernsthaft zu. Sein Geduldsfaden ist aber recht lang. Er verteidigt sein Spielzeug und lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Zögern und Unsicherheit von Menschen legt er als führungsschwäche aus. Er ist typisch aussie ein sehr körperlicher Hund.

    June ist alles nur nicht lustig. Die konnte schon als Welpe nichts mit anderen Hunden anfangen. Sie hat ernstzunehmenden wach und schutztrieb, wenig Toleranz anderen Menschen und fremdhunden gegenüber. Sie hat jagdtrieb der aber gut händelbar ist. Sie ist ein sehr ernsthafter Hund. Verteidigt ihr Grundstück ernstzunehmenden und kontrolliert alles nur zu gerne. Spielen mit fremdhunden würde sie niemals. Sie kontrolliert gerne und lässt sich von fremden Menschen nicht anfassen. Aber sie ist total leichtführig, so wie wir hier leben ist sie der perfekte Hund. Für hundewiesen oder wohnungshaltung ist sie aber nicht geeignet. Sie meldet einfach lautstark.

    Aussies können so verschieden sein. viele aussies haben mit Kindern aber so ihre Probleme.
    Bei meinen geht das. Hudson nimmt auf Kinder halt keine Rücksicht und semmelt die teils um. June meidet Kinder und weicht aus.

    Ich fände collie für deine Ansprüche deutlich passender. Wenn du allerdings mit den möglichen Einschränkungen eines aussies leben könntest, könnte der auch passen. Die idealen Familienhunde sind sie aber in der Regel nicht. Managment gehört zur aussiehaltung dazu.

    Lg

    Die Kindergruppe hat im Wald gelärmt und Hudson wollte sich an der Party beteiligen. Da clicker ich nichts, sondern beordere ihn sich da fern zu halten. Der tingelt nicht zu jeder Kindergruppe hin, die fand er gerade nur spannend. Ein "Hudson, nein, hier" und er tingelte wieder in unsere Richtung.
    Warum sollte ich diese so leicht zu lösende Situation mit einem clicker verkomplizieren? Wenn doch ein nettes "lass das" völlig reicht?

    Das jedenfalls mit dem clicker in der Situation ist mir zu verkopft, zu wenig direkt. Ich spreche mit Hudson und er reagiert und hört auf mich. Mehr will ich doch gar nicht.

    Lg

    Ähm nö, ich erziehe kaum einzeln. Beißhemmung trainieren hier die Erwachsenen Hunde mit Welpen, stubenrein läuft auch mit allen bzw. ist der Welpe nicht alleine im garten. Die hundegruppe macht vor, der Welpe einfach mit. Außer Hudson hat keiner meiner Hunde ein "hier" wirklich gelernt. Sie haben einfach gemacht was der bzw. die althunde gemacht haben. Down, Sitz, hier, bleib alles Tricks die die althunde den Jungen vorgemacht haben. Da habe ich kaum Arbeit investiert.
    Natürlich können jetzt die Hunde das auch einzeln, mein Verdienst ist das allerdings nicht wirklich.

    Keine Ahnung ob das bei anderen mehrhundehaltern anders läuft, aber außer Tricks und hundesport bzw. hundeplatz Aktivitäten passiert im Alltag auch mit Welpen eigentlich nichts alleine.

    Ich schaffe es kaum den gemeinten Hund mit seinem Namen anzusprechen und dann soll ich noch für jeden ein extra makerwort benutzen? :ugly: Schöne Idee, gratuliere wer's schafft, ich bin damit überfordert.

    Lg

    Da fällt mir zu ein: In der Hundeschule hieß es immer bei den Junghunden: BLOSS nicht beim Rufnamen nennen, wenn man verbal korrigiert (scharfes NEIN z.B.) denn der Rufname muß ja in jedem Fall positiv belegt sein!Soweit, so gut, aber ich fragte dann was ich mache, wenn ich mit den 4en unterwegs bin und einer gerade durchstarten will oder Schei*e frißt oder sonst was Abbruchwürdiges tut, ich will dann ja schließlich DIESEN Hund und nicht alle 4 ansprechen.

    Die Antwort war: "Wenn einer im Rudel Blödsinn macht, machen die anderen ja gewöhnlich mit, einen Namen zu nennen ist deswegen überflüssig.

    Einer der Sargnägel dieser (eigentlich sehr guten) Hundeschule.

    ach du je. Hier kommt immer der Name vors Kommando. Sonst herrscht ja totales Chaos. Und auch mein herzhaft Gebrülles "nein!" Gibt es nur mit Namenszusatz (zumeist Hudson :ugly: )

    Ich schaffe es ja kaum die richtigen Namen auf die Reihe zu bekommen.
    Gestern z.b. bin beim hundesport und säusel "braves Ree, good Girl", schau neben mich und habe June an der Leine. :hust:

    Lg

    Ich finde gerade für mehrhundehalter eignet sich in der Erziehung vieles von dem so oft angepriesenem kaum. Ich stell mir dann echt die Frage, wenn ich Hund 1 eine Alternative anbiete, was mache ich mit Hund 2-4? Wenn ich Hund 3 fürs anschauen clicker, Hund 2 gerade Mist frisst und ich clickere genau dann? Woher weiß welcher Hund, das ich ihn gerade clicker? Also irgendwie nicht praktikabel für mein Leben. Und nein, ich bin nicht mehrhundehalter um mit jedem Hund einzeln zu gehen. Für Tricks und im Hundesport klar da arbeite ich einzeln mit den Hunden, aber bei der alltagserziehung?

    Evtl. ist mir das auch einfach zu kompliziert. Mit Einzelhund ja da kann man sich voll auf einen konzentrieren usw. aber mit wie bei mir 3-5 Hunden? Ich jedenfalls bekomme das nicht hin mit clickern, irgendwelchen Brücken, markerwörtern, und was es sonst noch alles gibt.

    ich habe immer das Gefühl diese Theorien (in meinen Augen teilweise sehr kompliziert) richten sich wirklich nur an einzelhundehalter. Denn wer mehr als sagen wir 2 Hunde gleichzeitig führt, schmeißt nach kurzer Zeit alle Theorien über Bord und macht was funktioniert und passt. So jedenfalls meine Erfahrungen. Auch bei mir selber.
    Aber evtl ist das auch nur mein Unvermögen die Hunde und mich zu organisieren.
    Alleine heute Hund 1+2 waren brav, Hund 3 hat scheisse gefressen, nach einer kurzen Ansprache in Richtung Hund 3, sah ich aus dem Augenwinkel Hund 1 Richtung Kindergruppe tingeln, also Hund 3 wieder los geschickt und Hund 1 daran erinnert, das Kindergruppen nicht sein Bier sind, Hund 2 hat während Hund 1 zurück tingelte, ein Insekt (Mücke) gejagt. Hund 3 fand das lustig und beteiligte sich daran. Ich Hund 2+3 angesprochen. Das fand alles in weniger als 30 Sekunden statt und dabei liefen wir entspannt durch den Wald. Und es waren nur 3 Hunde. Das ist ein winzausschnitt von unserem Spaziergang und ich sehe überhaupt keinen Raum, Zeit, Platz oder gar Koordination für clicker oder Brücken oder oder oder.

    Ich liebe das so, nur mit einem Hund langweilt mich ein Spaziergang schrecklich. Ich bin dieses überall und nirgendwo sein, einfach so gewohnt. Es strengt mich nicht an, überfordert mich auch nicht, solange ich nicht noch irgendwas zwischen schalten muss.

    Ob ich es richtig mache, den Hunden immer gerecht werde? Ganz bestimmt nicht. Gott sei dank habe ich aber diesen Anspruch auch gar nicht.

    Lg

    Ich habe hier auch einen Hund, der wenn er nach dem Sport zu viel, zu schnell trink alles schwallartig wieder erbricht. (Wir Menschen sollen nach Sport oder großer Anstrengung und auch bei Durchfall und Erbrechen regelmäßig kleine Mengen und langsam trinken, ansonsten kommt es bei uns auch oft wieder raus).
    Gilt übrigens auch bei z.b. Pferden nach großer Anstrengung. Ach ja und vor allem kein eiskaltes Wasser anbieten.

    Ist doch völlig natürlich und hat nichts mit Wasser vorenthalten zu tun. Einfach bei Mensch und Tier eine gängige Maßnahme um noch größeren flüssigkeitsverlust zu verhindern.

    Lg

    Ganz ehrlich, ich mache das was funktioniert. Ob das nun Methode x oder Methode y heißt ist meinen Hunden und mir Schnuppe. Ich nehme auch das von Trainern mit was für meine Hunde und mich passt, modifiziere Dinge für uns passend und nutze die dann.

    Ich nehme auch Dinge von César Milan, von Rütter, von weiß der Kuckuck wem eben was passt und funktioniert.
    Ob das in der Theorie dann falsch, richtig, unlogisch oder verquer ist, ist mir egal.

    Ich versuche allerdings mit so wenig externen Hilfsmitteln wie möglich auszukommen, weil ich etwas chaotisch veranlagt bin und beim losziehen mit den Hunden teilweise nicht mal an die Leinen denke. Selbst das mitnehmen von leckerlies ist nicht oft drin. Bin froh, wenn ich beim durchzählen der Hunde alle dabei habe und nicht nochmal zurück muss, weil im Auto nur 3 statt 4 Hunde sitzen.

    Clickern kommt soviel ich weiß aus dem Delfin Training. Ich habe früher auch Tricks gerne geclickert, hatte aber irgendwie das Gefühl, dass ich künstlich etwas in die direkte Kommunikation mit meinen Hunden einbaue, was ich gar nicht brauche. Timing ist beim Clicker genauso wichtig, wie beim sprachlichen, körperlichen Lob. Na ja, ich bin ein großer Anhänger der körpersprachlichen kommunikation mit Hund. Das liegt mir mehr und ist für mich direkter.
    Futterbelohnungen ist so eine Sache, ich nutze das bei Tricks, im hundesport gerne, in der Erziehung nur kurz. Ich will mich nicht von Futter abhängig machen. Das ist aber rein mein Ding. Ich such mir halt auch Rassen aus, bei denen das normalerweise gut geht ohne jeden Schritt bezahlen zu müssen.

    Diese riesigen Abhandlungen über irgendwelche Theorien lese ich nicht mehr. Meine Hunde lesen die auch nicht, die lesen nur mich und kennen mich.
    Ich brauch lange bis ich eine Bindung zu einem Hund hab, wenn ich diese aber habe, dann kenne ich diesen Hund in und auswendig und er kennt mich genauso. Ich sehe an einer pfotenstellung, einer Kopfhaltung, einem Ausdruck in den Augen was im Hund vorgeht was gleich passieren wird und dann reagiere ich schon. Sozusagen sehen was der Hund denkt. Ich beobachte viel, ohne das mich das anstrengt, ich kann dabei ratschen, völlig relaxt bleiben und mir entgeht trotzdem beim gassi keine plötzliche Änderung beim Hund.
    Ich sehe, wenn meine Hündin wild anzeigt und lobe das mitten aus dem Gespräch heraus.
    Ich kenne den Blick meines Rüden bevor er übermotiviert anderen seine Schnauze ins Gesicht rammt. Und ich sehe dem kelpie an, wenn es mal wieder auf "ich entziehe mich jetzt mal" Trip ist.
    Auch beim Terrier sehe ich genau, wenn er mal wieder ego vor körperliche Möglichkeiten stellt.

    Mein Problem an jeder Theorie ist, dass sie so allgemeingültig hingestellt werden. Und jede Individualität vermissen lassen.
    Meiner Erfahrung nach, widerlegen jeder meiner Hunde dem Einheitsbrei.
    Ich erziehe positiv, trotzdem gibt es für Mist bauen Ärger. Ich nehme meinen Hunden nicht das denken ab, so blöd sind die nicht. Hudson kann sich an lieblingsliegeplätze im Haus meiner Eltern noch nach Jahren erinnern, auch wenn er Jahre dort nicht mehr war. Er kennt auch immer noch den leckerlieschrank, obwohl da seit sicher 5 Jahren keine leckerlies mehr drin sind. Und dann soll dieser Hund, der bei mir übrigens eher ein ähm, kleiner dummkopf ist, vergessen das gewisse Dinge verboten sind?

    Unsere Eltern haben sicher nicht alle Lerntheorien und erziehungsmethoden studiert und trotzdem ist der überwiegende Großteil der Menschheit gut geraten. Das Leben ist kein Labor und Theorien halten nicht immer der Praxis stand. Sie ändern sich, passen sich an, werden über den haufen geworfen und neu erfunden.
    Ich denke am besten ist, man bleibt einfach offen, probiert aus und sucht nicht den heiligen Gral.
    So wie in der Politik, im Leben, bei der Ernährung usw. der Mittelweg ist oft die beste Wahl.
    Ein Hund kann durchaus ein herzhaft Gebrülles "nein!" verstehen, wie er auch ein "oh, primaaaaaaaa mein Püppi!" (O-Ton von mir gestern :hust: ) verstehen kann.

    Lg