Beiträge von Gammur

    Ich bin Level 34 und komm schritt für schritt vorwärts. Mir fehl noch einiges, aber ich mach mir da keinen Druck. Brühte weiter Eier und fang hin und wieder nützliches.

    Lg

    Auf 250 Euro komm ich bei 3-4 Hunden im Monat nicht. Versicherung pro Hund 50 Euro im Jahr, Futter im Monat für alle zusammen 80-100 Euro, steuern pro Hund 40 Euro im Jahr. Hundeverein 66 Euro im Jahr. Und dann legt man jeden Monat noch was weg für evtl tierarztkosten. Halsband und Leine sind ja einmalige Anschaffungen und fallen nicht groß ins Gewicht.

    250 Euro im Monat für einen Hund finde ich völlig übertrieben.

    Lg

    Ich habe Hudson beigebracht vor uns gehenden, fremden Menschen praktisch in die Hacken zu laufen, weil ich ihn immer wieder abrief und er einen Keks fürs zurückkommen bekam. Ende von Lied, mein Hudson schoss im eiltempo von hinten Menschen in die Hacken um dann auf Rückruf brav zu kommen und seinen Keks abzuholen.
    Das war wirklich eine meiner Glanzleistungen.
    Und ich habe tatsächlich fast zwei sehr nervige Wochen gebraucht um diese sehr ätzende verhaltenskette, die ich ihm sehr positiv antrainiert hatte, wieder in Ordnung zu bringen bzw. überhaupt zu bemerken. :ugly: |)
    Manchmal sieht man halt den Wald vor lauter Bäumen nicht.

    Lg

    Ich hab mich auch schon öfter komplett verrannt. Bei mir fehlt es Gott sei dank nicht an Humor, aber ich hab schon Dinge gemacht, da fällt mir heute nur noch :hust: :headbash: :stock1: ein.
    Ich hatte schon das mieseste Timing von Welt, war und bin bekennender bewegungslegastheniker und habe meinen Hunden schon die seltsamsten und unpraktischsten verhaltensketten beigebracht, unfreiwillig natürlich.

    Meine Hunde und ich haben schon sensationell komische unfreiwillige und teils schmerzhafte Vorstellungen abgeliefert, aber wir haben uns das auf Dauer nie übel genommen. Es hat weder Vertrauen zerstört, noch Ängste geschürt.
    Ich glaube Hunde haben oft eine beneidenswerte Toleranz uns Menschen gegenüber. Sie leben uns vor, was es heißt zu vergeben und zu verzeihen. Sie nehmen unsere Schwächen nicht für voll und ich bin überzeugt, diese Gabe zieht uns zu den Hunden. Auch wenn wir ungerecht sind, überzogen, zu laut, zu leise, zu konfus, zu hektisch, zu durcheinander, zu viel machen, die Hunde verzeihen uns unsere Fehler und Schwächen.

    Evtl sollten wir uns teile dieser Toleranz und Nachsicht die sie oft uns gegenüber zeigen, auch ihnen zugestehen.
    Und eben keine Listen führen, Bücher auswendig runterbeten, oder uns mit Ausrüstung bewaffnen als wollten wir den Mount Everest besteigen und unsere Hunde mit Humor und etwas Nachsicht behandeln und einfach leben, so entspannt wie möglich.

    Lg

    Ich denke auch teilweise wird einfach zu viel Gewese um den Hund gemacht. Verschluckt der sich oder humpelt mal kurz - ab zum kompletten untersuchungsmarathon in der Tierklinik, pöbelt der Hund - sofort der Trainer mit den meisten positiven Bewertungen angerufen, dazu noch den hundepsychologen, weil hundie hat ganz bestimmt ein Trauma.

    Alles dreht sich um den Hund und seine Bedürfnisse. Wie kann ich den auslasten, wie kann ich ihn sozialisieren und oh Schreck ich habe das alleinebleibtraining in minutenabständen und dem an und ausziehen der Jacke noch nicht angefangen, zudem war ich mit welpie mit 16 Wochen immer noch nicht am Bahnhof, am Flughafen und im Tierpark auch noch nicht. Und oh Gott, er ist immer noch nicht stubenrein, dabei verbringe ich mein Leben praktisch nur noch draußen. Zudem schläft der Welpe keine 20 Stunden am Tag, was mache ich nur falsch? Und das gassi klappt auch nicht, wie es da in jedem Hundebuch steht.

    Ich glaube so mancher Hund würde zu gerne dem Lied zustimmen "Ich bin doch keine Maschine, ich bin ein Hund aus Fleisch und Blut und ich will leben bis zum letzten Atemzug".

    Und laut meiner Erfahrung sind die Hunde um die sich ständig alles dreht, mit die anstrengendste, nervigsten und unsympathischsten die ich kenne.

    Und natürlich war früher nicht alles besser, aber heute ist auch nicht alles besser. Alles ist im Fluss und nichts steht still. Es gab auch damals und früher Menschen die gut mit Hunden/Tieren umgegangen sind, genauso wie es heutzutage Menschen gibt die ihre Hunde schlecht behandeln und halten.

    Ich denke man kann mit rudimentärem Wissen über Hunde, diese gut, fair, direkt, authentisch und passend erziehen, ohne ein Studium über Hunde gemacht haben zu müssen.

    Lg

    @Helfstyna ich kann nur zustimmen.

    Erst letzten Herbst in der Anfänger uo Stunde. Frauchen völlig aufgelöst und panisch, warum? Weil ihr Hund eine MAUS gefangen hatte und somit jetzt zum MÖRDER geworden ist und sie ihn nicht mehr mit den Kindern (6 und 8 Jahre alt) zusammen lassen kann.

    Ich habe geschaut wie ein Auto und auf ihr Problem für ihre völlig panische und aufgeregte Reaktion gewartet. Das Problem war siehe oben.
    Sie hat mir daraufhin erzählt das sie irgendwo gelesen hat, das ein Hund der getötet hat unberechenbar wird und gefährlich ist.

    Das wäre vor 20 Jahren nicht mal ein Gedanke wert gewesen, da wäre das völlig normal gewesen und niemand hätte deshalb ein Fass aufgemacht. Das ist doch völlig überzogen und viel zu verkopft.

    Lg

    Ich kann nur sagen, dass das bei mir mit zwei intakten Rüden und zwei intakten Hündinnen gut klappt. Ich trenne in Abwesenheit während der Läufigkeit in zwei Gruppen (Jungs zusammen, Mädels zusammen) und das klappt wunderbar. Allerdings stellt weder Hudson noch Max Ansprüche an den Mädels und beide Mädels lassen auch in den stehtagen keinen der beiden hausrüden an sich ran. Vom decken träumen die Jungs noch nicht mal, denn die Mädels sindin der Läufigkeit so ekelhaft ihnen gegenüber, dass die Rüden versuchen den zwei Meter mindestabstand immer einzuhalten.

    Hudson ist aber auch ein sehr, sehr netter rüde und Max ist deutlich kleiner und stellt Hudsons Stellung niemals in frage. Zudem sind beide schon älter (10 und 9 Jahre alt) und kennen und mögen sich seit über 7 Jahren.

    Wenn man rechtzeitig managet kann das klappen, muss aber nicht. Ich drücke die Daumen und hoffe es läuft bei dir.

    Lg

    Die Frage ist auch, wer kann genau wissen bzw. einteilen warum ein Hund jetzt dieses oder jenes tut? Wir sind alle keine Hunde und vieles ist doch eher mutmaßen bzw. raten warum ein Hund jetzt pöbelt z.b.

    Ich bin täglich mit mindestens 4 Hunden unterwegs, jeder ist anders, trotzdem kann ich und will ich auch gar nicht auf jeden verquersitzenden furz eingehen. Es kann einfach nicht um ständige individuelle bedürfnissbefriedigung gehen.
    Wir sind 5+ Individuen, da muss jeder Abstriche machen, so ist das Leben in einer Gruppe nunmal.
    Das Leben besteht nunmal auch aus Grenzen, regeln, Zwängen und Gesetzen, da muss ich keine Alternative anbieten, sondern es reicht mir eine einfach Akzeptanz.
    Manchmal müssen auch die Hunde mal die arschbacken zusammenkneifen und sich fügen. Muss ich schließlich auch. Muss jedes Lebewesen.

    Beispiel gestern, treffe mich mit bekannter abends im Wald, sie drei Hunde, ich vier Hunde. Einer ihrer Hunde ist krank und hat ein jagdproblem und muss daher immer vor uns laufen, mehrmals blieben wir stehen und warteten bis der Hund wieder vor uns war. Nach dem geschätzten 8 stehenbleiben, sprach meine Bekannte den Hund nett an, beim 12 stehenbleiben folgte ein anranzer. Danach mussten wir bei schneeregen nicht mehr stehenbleiben. Zudem jedes stehenbleiben dazu führt, dass sich meine Hunde sofort zu mir umorientieren und um mich rumwuseln. Was sie so gelernt haben, indem Moment aber ja nicht mein Anliegen war. Und wenn dann bei schneeregen 6 klatschnasse Hunde um deine Beine wuseln um alle paar Minuten auf Hund nr7 zu warten, weil der hasenköttel frisst, schnüffeln oder grasfressen muss und dabei nicht weitergehen kann, dann nervt das die gesamtgruppe und geht schlicht nicht. Somit musste Hund sieben seine Bedürfnisse einstellen ohne Alternative und das obwohl der Hund schwer krank ist. Die Grenze hat sie dennoch angenommen und dann befolgt. Alternative wäre gewesen Hund anleinen und Maulkorb drauf. Ich denke für den Hund war der anranzer mit mehr Freiheit verbunden und mit mehr Freude. Sie durfte schließlich weiter frei laufen, nur eben vor uns her.

    Ist das "warum" wirklich oft hilfreich? Oft gibt es doch keine klare, eindeutige Antwort darauf. Hilft es mir zu wissen warum es heute regnet? Oder reicht mir nicht heute der Fakt "es regnet, zieh Regenhose und Jacke an". Theoretisch weiß ich warum es regnet, nur was ändert das an meinem Vorgehen?
    Was sagte mein Vater, der immer Hunde geführt hat auf meine kindheitsfrage "warum macht Buck das?" Antwort "weil er's kann!"

    Und meiner Erfahrung nach, muss man eh rumprobieren was zu einem selber, zu dem entsprechenden Hund und zur eigenen Lebensrealität passt. Was bei Hund A funktionier, kann bei Hund B völlig nach hinten los gehen und bei Hund C hat es gar keine Wirkung. Versuch und Irrtum und eben Flexibilität. Festhalten an nur der einen Wahrheit finde ich verbohrt und nicht fair dem Hund gegenüber. Ich z.b. habe schon immer zeigen und benennen gemacht, nur etwas abgewandelt und ohne dass das früher einen Namen hatte. Und bei früher meine ich vor 20 Jahren.

    Lg

    Ich denke die Erwartungen an einen Welpen/Hund sind einfach oft zu unrealistisch und zu hoch. Der Hund soll, treu, freundlich, verträglich, lieb, lebhaft, ruhig, gelassen, entspannt, der beste Freund in allen Lebenslagen, Ansprechpartner, Wegbegleiter, Beschützer, Bewacher, Stütze, kamerad, hobbie, Familienmitglied, Begleiter, Aufpasser, Sozialpartner, Lebensinhalt und noch vieles mehr sein.
    Das kann ein Hund/Welpe niemals leisten. In erster Linie ist der Hund ein Tier und hat selber Bedürfnisse die sich nicht unbedingt mit unseren Vorstellungen, Wunschträumen decken.
    Wenn man deutlich realistischer an das Thema Welpen heran geht, sich nicht irgendwelche romantischen Vorstellungen als Idealbild vorstellt und sich von der Vorstellung "alles muss perfekt laufen" verabschiedet, dann ist es viel leichter. Humor hilft auch. Als welpiekelpie mein Bett annagte, musste ich lachen, sie hat an jeder Ecke ein Muster ins Bett genagt. Davon geht die Welt nicht unter und meinen Schlaf beeinträchtigt das auch nicht. Als welpiekelpie mit 8 Monaten bei Schnee und Kälte nur noch drinnen auf die Badematte pinkelte, musste ich lachen weil das Mädel so ein Theater wegen kälter und nasser Pfötchen machte. Die Badematte habe ich irgendwann entsorgt und eine neue hingelegt, sie pieselte irgendwann auch bei Kälte und Nässe draußen. Mein Gott, ist halt so. Zu irgendeinem Blues hat mir das nicht verholfen, eher zu einer weiteren lustigen hundegeschichte.

    Lg

    Ich kann auf die ausgangsfrage nicht klar antworten. Ich denke ja und nein. Informationen und wissen sind wichtig, zu verkopft, zu viel Theorie macht die Praxis trotzdem nicht leichter oder für das bestimmte Hunde-Mensch-Team einfacher bzw. umsetzbarer.

    Ich bin mit Hunden groß geworden, ich weiß mit welchem Typ Hund ich kann und welcher Typ nicht zu mir und meinem Leben passt. Ich lerne mit jedem Hund und bin auch schon Irrwege und völlig falsche Wege mit meinen Hunden gelaufen. Sie nehmen mir das nicht krumm und ich nehme ihnen ihre Schwächen nicht krumm.

    Durch meine Erfahrungen, Erlebnisse und ausprobiertes kann ich vieles im Keim ersticken bevor sich eine blöde Macke einschleicht. Das kommt aber nicht aus Büchern, sondern aus dem Leben, aus der eigenen Erfahrung heraus.

    Ich kenne meine Grenze und kann diese ziemlich rasch bei einem neuen Hund einschätzen. Ich clickere auch mal, ich belohne so gerne und so viel, ich nutze was zu mir, dem Hunde, der Situation passt. Mal lieg ich falsch, mal goldrichtig, mal reagiere ich über, mal zu lasch, mal gar nicht. Mal nehm ich Rücksicht, mal geht mir der Hut hoch und mal lach ich ehrlich und knuddel meine Wuffs durch.
    Ich versuche ehrlich, direkt, authentisch und fair in der Erziehung zu sein. Ich fahre gut mit dem ja/nein Prinzip. Es gibt erziehungsmodelle die mir viel zu kompliziert sind, oder bei denen ich nicht ich selber bleiben kann. Also passt nicht zu mir. Ich akzeptiere das Erziehung Grenzen hat, es gibt Dinge am Hund mit denen muss man leben, egal wie viel man und wie man erzieht.
    Intuition, Bauchgefühl, Wissen und Erfahrungen laufen bei mir oft Hand in Hand. Jedenfalls versuche ich das.

    Gewalt sollte in der Erziehung keinen Platz haben, aber da Gewalt jeder anders definiert, ist das nicht so einfach.

    Ich brüll auch mal, ich drück auch mal, ich zupf mal am Fell, ich Sperr mal aus, ich schupps auch mal weg, aber ich schlage nicht, ich trete nicht, ich stranguliere nicht, ich verletze nicht.

    Mache ich alles richtig? Bin ich perfekt? Nein, weder die Hunde noch ich. Aber diesen Anspruch hab ich auch gar nicht. Ich habe vier Hunde, da muss vieles einfach funktionieren, da kann man nicht aus jedem verquersitzenden furz ein riesen Drama machen. Ist ok für die Hunde und mich. Ist unser Leben und wir müssen damit zurecht kommen. Und ich denke meine Hunde führen ein gutes, hundgerechtes leben und sind glücklich. Immer perfekt und nur Sonnenschein ist es nicht, aber wessen leben und Dasein ist schon immer nur toll? Mein Anspruch ist das jedenfalls nicht, weder in der Erziehung, noch im Leben per se.

    Lg
    Gammur