Ich überlege gerade wie ich erklären soll, warum mein Hund (3-5 mal für wenige kurze Sequenzen) eine Kralle umhatte.
Es ist eine Kombi aus verschiedenen Faktoren gewesen.
Es ging bei ihm um eine Verschiebung nach hinten beim fusslaufen um Ca. 2-3cm und das auch nicht beim Beginn der Fußarbeit, sondern eher nach ca.15 Metern. Er arbeitete sich somit immer etwas weiter nach vorne. Ich bin ewig nicht mehr als 10 Meter Fuß gegangen, um ihn noch in der richtigen Position loben zu können, allerdings war das mit dem loben auch ein Problem. Der Hund war so engagiert dabei, dass er bei Lob völlig durchgeknallt ist und man somit sehr dosiert üben, loben und arbeiten musste.
Nach ca. 2 Jahren war er in absolut kleinschrittiger Arbeit wirklich schön unterwegs, nur das Problem des sich vor Arbeitens blieb. Er war so engagiert und selber so motiviert und ich stand immer auf der Bremse, das frustrierte den Hund ungemein.
Die Einwirkung die er mit der Kralle bekam, war ein eindrehen von zwei Fingern an genau der Stelle wo das vorarbeiten, also der Fehler lag. Mehr brauchte es nicht und ich musste meine Körperhaltung nicht ändern. Und ja, so wie ich die Kralle benutzte, würde ich sie an mir selber auch wirken lassen. Bzw. habe ich es selber vorher an mir ausprobiert. Nach den paar malen mit Kralle, reichte übrigens ein eindrehen von zwei Fingern an der Kette und das vorarbeiten blieb weg. Und die Kralle kam wieder in den Schrank und da liegt sie immer noch.
Ich denke es kommt wie bei Kandare, Sporen und Gerte beim reiten, eben genauso bei der Kralle, retrieverleinen und z.b. auch dem halti darauf an wie ich es verwende.
Ich denke das Bild dass hier viele im Kopf haben ist Herr t von gegenüber, der seinen Hund zum gassi einen stachler umlegt, daran die flexi und dann sagt "ich kann den sonst nicht halten!"
Ich sehe allerdings auch deutlich mehr stachler auf gassirunden, in unsachgemäßer Handhabung, als bei gut arbeitenden hundesportlern.
Ich glaube viele die den hundesport ablehnen, vergessen wie viel Willen und nennen wir es Motivation der Hund dafür mitbringt. Mein rüde z.b. liebt und lebt für UO. Er lässt seinen vollen Napf stehen, freiwillig nur um "Fuß" machen zu dürfen. War ein Test meinerseits.
Er ist jetzt fast 10 Jahre alt und seine Begeisterung, die ich natürlich gefördert habe, ist ungebrochen.
Meine beiden Hündinnen finden uo ok, aber mehr auch nicht. Mein rüde war von Anfang an, mit viel mehr Motivation dabei. Bei meinen Hündinnen würde ich die Kralle auch niemals nutzen, dafür sind sie nicht weit genug ausgebildet in der uo Richtung. (Augenmerk lag bei beiden mehr auf dem hüten).
Hoffe ich konnte es ein bisschen erklären, ohne gleich als tierquäler zu gelten.
Ohne den Willen, die Motivation und die bereitschaft sich voll reinzuhängen vom Hund aus, käme man egal wie Ehrgeizig man ist nie vorwärts.
Die, die ganz oben laufen sind Ehrgeizig, können super ausbilden und haben Hunde die ihnen in Willen, können und Motivation in nichts nachstehen. (Und sie haben die drei Ts (trieb, Talent und trainierbarkeit) ).
Lg