Beiträge von Gammur

    Meine Hündinnen gebe ich da gerne für her. Und ja, manchmal sind meine Hunde auch freudige übungsobjekte. Würde mich jemand fragen, wäre ich sofort bereit, so wie einige gute Bekannte und Freunde ihre Hündinnen zur Verfügung gestellt haben, damit Hudson es lernen konnte.

    Warum auch nicht? Meinen läufigen, erwachsenen Ziegen wird ja kein Haar gekrümmt und Stress haben sie auch nicht.

    Lg

    Es geht nicht darum mit einem stachler Leistung herauszukitzeln. Dafür taugt der stachler nicht. Diese Hunde bringen diese Leistung mit, es geht um viel mehr als Leistung herauskitzeln.
    Kontrolle, Schutz des Hundes vor sich selber, abrufbarkeit des Potentials, Formbarkeit des Potentials usw.
    Ein guter Händler, kann aus einem weniger begabten Hund einiges herausholen (ohne stachler), ein schlechter Händler kann einen guten Hund völlig versauen.

    Ich habe nicht gesagt, dass es mit zwang keine schöne Arbeit gibt. Nur diese Hunde bringen ihre genetische Leistung schon mit und zwang so blöd sich das anhört, ist doch in jeder Erziehung, Ausbildung beim Hund ein Stück dabei.

    Lg

    Nicht bei jedem Hund, in jedem Bereich, grundsätzlich.
    Nicht jedes Hilfsmittel in der Ausbildung/Erziehung ist etwas für jedes Hund/halterteam. Und mit jedem Hilfsmittel kann man den Hund kaputt machen bzw. völlig gegen die Wand fahren.

    Der stachler/die Kralle ist eindeutig ein Hilfsmittel, dass nur und ausschließlich in erfahrene Hände gehört und nicht an jeden Hund.

    Nicht jeder Hund ist gleich. Ich habe 4 Hunde, alles hütis und so unterschiedlich. Wir hatten drei schäfis und so unterschiedlich wie sie waren bzw. sind, werden und wurden sie gearbeitet.

    Lg

    Nö, mit zwang wirst du keine gute, schöne Arbeit bzw. Leistung in egal welchem Bereich hinbekommen.
    Das kann nur von jemanden kommen, der noch nie einen Hund höher ausgebildet und trainiert hat.
    Es gibt noch immer Leistungszuchten für verschiedene Bereiche. Diese Hunde bringen eine Veranlagung mit, eine von sich aus hohe Motivation etwas zu tun. Eine Passion und eine Gabe alles zu geben, teilweise über ihre körperliche Leistungsgrenze zu gehen und schonungslos sich selbst gegenüber aufzugeben. Und genau da, muss der Mensch seinen Hund führen und vor sich selber schützen.

    Es gibt nicht wenige Hunde, die kommen mit einer fairen Strafe besser zurecht, als mit halbgarren rumgelobe.
    Ich habe z.b. einen Hund, der sehr schonungslos mit sich selber umgehen würde, der mit Lob nicht immer gut umgehen kann, der aber mit einem ganz klaren "nein", besser zurecht kommt und sich selber dann besser positionieren und die Mitte finden kann. Und das heißt nicht, dass dieser Hund nie gelobt wird, es findet bei diesem Hund nur z.b. ein Lob statt, indem man den mentalen Druck etwas von ihm nimmt und ihn etwas freier führt.
    Dann habe ich einen Hund, da braucht man kein "nein", sie reagiert auf jedes noch so kleine Lob, mit weitermachen, dran bleiben und sich konzentriert freuen.

    Über Grenzen gehen viele dieser Hunde genetisch bedingt hinaus. Das kontrollierbar, abrufbar und gesundheitsschonend hinzubekommen, dass ist die Aufgabe des Menschen mit solchen speziellen hundetypen über die es hier geht. Das sind oft extreme Hunde und das nicht nur im Sportbericht, sondern auch in jedem anderen Arbeitsbereich.

    Ich habe eine working kelpie Hündin, die hat im Alter von 6!!!! Wochen sich aus dem welpengehege befreit und die laufenten gehütet. Das ist genetisch so drin, dass dieser Hund praktisch mit anderen Hunden nicht spielen kann, weil ihr ganzes sein, nur aus hüten besteht. Wer so etwas noch nie gesehen hat, erlebt hat, versteht nicht, wie sehr die Gene eine Rolle spielen. Wer noch nie Mali Welpen z.b. mit 6 Wochen gesehen hat, wie sie da schon zupacken, festhalten, nicht mehr loslassen ihre Beute und kämpfen, der versteht nicht, dass egal wie ehrgeizig ich bin, der Hund die genetische Einstellung das make up dafür mitbringen muss um mehr als ein bisschen fun zu haben. Und diese Hunde wollen mehr. Sie wollen mit jeder Faser ihres Körpers, Geistes ihr Potential ausschöpfen.
    Mit zwang kommst du da genau nirgends hin.

    Lg

    Wir haben gestern beschlossen, in unserem neuen Konzept für die junghundestunde im hundesportverein, läufige Hündinnen aus der Gruppe mittrainieren zu lassen. Bis jetzt haben wir das erst ab BH Level gemacht. (Ausnahme in der junghundestunde die stehtage).
    Es ist einfach etwas mit dem junge Rüden konfrontiert werden müssen, regelmäßig von junghund an.
    Wir drei Trainer waren uns da völlig einig. Zwei von uns haben intakte Rüden im mehrhundehaushalt mit intakten Mädels zusammen. Somit ja, wir sorgen nun auf Vereinswegen dafür jungen Rüden und ihren Besitzern diese Lernerfahrung zu ermöglichen.

    Wenn die hundedichte wächst, kaum jemand auf einem einsamen Hof lebt, die Forschungen zur kastra neues ans Licht bringen, dann muss das Spektrum der Sozialisierung um eben ein paar Punkte erweitert werden und wir als Hundeverein ziehen da mit. Unsere Satzung bezüglich läufiger Hündinnen auf dem Platz ist dazu vor einigen Jahren bereits geändert worden.

    Lg

    Ich habe da wirklich Glück mit meinen Hündinnen. Die werden nur einmal im Jahr läufig und sind so gar nicht daran interessiert sich decken zu lassen, eher im Gegenteil.
    Hudson tut mir manchmal echt leid so biestig verhalten die beiden Mädels sich während der Läufigkeit.
    Er schlabbert dann freiwillig lieber nur an ihren pipipfützen, die verhauen ihn jedenfalls nicht so gnadenlos wie meine Hündinnen.

    Hudson hält die ganz Läufigkeit respektvoll abstand, weil er weiß mit den Mädels ist dann nicht gut Kirschen essen.

    Somit hält sich sein Interesse auch sehr im Rahmen, weil die weiber eh eine Laune zum davonlaufen haben.

    Und das trennen während meiner Abwesenheit ist dann ja auch egal. Weil ich bin eh nicht da, somit ist es ja egal, wer wo bleibt.
    Nachts sind sie es gewohnt in Boxen, alleine im anderen Raum, im Bett oder ganz wo anders zu schlafen.

    Natürlich kommt es auf die Individuen an, aber ich kann hier ja nur schreiben, wie das bei uns läuft bis jetzt. Mal schauen ob der Border Bub das auch so mitmacht, ansonsten wird es Lösungen geben.

    Lg

    Ich trenne hier in meiner Abwesenheit und nachts geht halt die läufige Dame in die Box. Meist sind hier beide Hündinnen gleichzeitig läufig, dann bilde ich in meiner Abwesenheit zwei Gruppen. Hier ist das Grundstück so ausgelegt, dass man zwei hundegruppen bilden kann, ohne dass die Hunde sich treffen. Wobei mein aussierüde total easy zu händeln ist und der Border Bub ist ja noch ein Baby. Plan ist, dass ich in der Läufigkeit in meiner Abwesenheit eben zwei Gruppen bilde (Jungs zusammen, Mädels zusammen) und keiner alleine hockt.

    Wir werden sehen, wie es läuft.
    Ich finde das gar nicht nervig, ist einem doch bewusst wenn man intakte Hunde hält. Wobei mein aussierüde eben wirklich easy ist und in den stehtagen etwas nervös ist, mehr aber auch nicht.

    Lg

    Mein Hund trug die Kralle wirklich nur für die Sequenz, für die ich ihn ausprobieren und dann nutzen wollte.
    Hudson ist nicht gerade die Intelligenz auf 4 Pfoten und bis der ein HB mit einer Aktion verbindet ähm ja, dauert es.
    Darum ging das bei diesem Hund so.
    Eine rein auf diesen einen Hund ausgelegte Situation.

    Übrigens hat mich dieses Thema motiviert mit Hudson wieder regelmäßig UO zu machen. (ohne Kralle). Er ist halt fast 10 Jahre alt und bei den ganzen jungen Hunden die hier rumlaufen, habe ich mit dem dicken nicht mehr so viel gemacht. Hudson ist Mega happy, Gott, strahlt dieser Hund. Er macht so toll mit. Jetzt übrigens am breiten Leder HB und er hält die Position toll.
    Für meinen Hudson hat sich das Thema somit gelohnt und ich denke im großen und ganzen, ohne diese ganze Polemik die ich wirklich bei jeder Diskussion, bei jedem Meinungsaustausch doof finde, kann jeder etwas mitnehmen.

    Ich denke aber schon, dass Menschen die noch nie aktiv hundesport gemacht haben, die noch nie einen für eine gewisse Sache brennenden Hund an der Hand gehabt haben, diese riesige, gigantische Motivation (trieb darf man ja nicht mehr sagen) nicht ganz verstehen bzw. nachfühlen können.
    Das funkeln in den Augen, der Wille alles zu geben, ist in diesen Hunden drin. Dafür sind sie gezüchtet worden, es ist ihre größte Passion, ihre größte Freude. Ja, dafür gehen sie auch über schmerzen einfach hinweg, bedeutet aber ja nicht, dass man mit schmerzreizen arbeiten muss, kann, soll. Die Verantwortung liegt beim Hundeführer und durch dieses Thema ist mir, diese Verantwortung wieder sehr deutlich geworden.

    Für die Hunde macht es keinen Unterschied ob sie einen Job ausüben oder Sport machen. Für sie ist das ihre Aufgabe und viele Hunde brennen dafür.

    Mein persönlicher Schlusspunkt hier ist, dass ich meiner Verantwortung für jeden meiner Hunde individuell nachkommen muss. Das ich nicht Schema F in der Ausbildung und Erziehung auf einfach jeden Hund packen kann, soll, darf und muss.
    Und ich selber nicht abstumpfen darf.

    Für mich ist es sehr lohnenswert was ich hier mitnehme. Ich werde nie in der Ecke der rein positiv ist alle möglich Seite stehen, aber ich steh auch nicht in der Ecke der nur über Schmerz und Ruck und Druck Seite.

    Wie oft versuche ich mich mittig aufzuhalten und nutze die vielen, vielen Grautöne passend individuell zu meinen Hunden.
    Denn was mir in der Ausbildung des Hundes am wichtigsten ist, ist Fairness ihm gegenüber.

    Lg