Beiträge von Gammur

    Da man den Hund nicht persönlich kennt, kann man ja nur undifferenzierte Ratschläge geben, finde ich. Es muss ja auch zu diesem Hund/Mensch Team passen und eben auch zu dem Problem.
    Ich würde es ähnlich machen wie @Die Swiffer . Aber ganz genau kann ich es einfach nicht beschreiben, weil dabei soviel situativ und individuell ist. Das finde ich beim hundetraining eh, man kann nicht nur nach Schema F vorgehen.

    Ich muss mit dem viszla hibbel anders arbeiten, als mit meinen hütehundhibbeln. Das habe ich sofort gemerkt, die ganze Grundstimmung beim viszla ist anders, als z.b. bei Hudson damals. Beide hibbeln, aber aus völlig anderen gründen und irgendwie auch völlig anders vom gesamten Verhalten her. Hudson wurde dabei immer körperlich, laut und irgendwie manisch, der viszla gar nicht. Auch die Körperhaltung und der Grad der Erregung ist beim viszla ganz anders. Darum ja, unterschiedliche Ansätze. Und das bei mir aus dem Gefühl heraus. Ich beobachte mittlerweile mehr und reagiere nicht nur immer gleich nach Schema F.

    Konkrete Vorschläge traue ich mir nicht abzugeben, einfach weil ich den Hund, sein Umfeld, sein Frauchen nicht persönlich kenne.

    Mein Tipp:" zeig deiner Trainerin dieses Verhalten von Emil!" Sie muss live das Problem sehen. Lass es laufen, versteck oder manage es nicht. Das machen viele falsch, wenn der Trainer dabei ist, sie versuchen ihr Problem zu kaschieren, dabei ist der Trainer doch da um zu helfen. Also zeig ihr euer Problem live und auf Video. Wenn sie gut ist, dann hilft sie dir. Wenn Sie border hat, dann fällt ihr zu dem Verhalten sicher etwas ein.

    Ja, ich habe ja so einem hibbel. Er ist jetzt fast 11 Jahre alt. Vieles ist entspannter geworden, aber wenn ich die Zügel wegschmeiße, geht das nicht gut. Er braucht feste, enge Grenzen und das wahrscheinlich für den Rest seines Lebens. Aber die Schränken ihn und mich kaum noch ein.

    Lg

    Ich habe gerade noch einen gänzlich anderen Fall hibbelhund an der Hand. Mein gasthund ist ein viszla. Sie ist jetzt wieder viele Wochen bei mir, am Stück und sie ist ein hibbelhund, aber ganz anders als die Hütehunde. Ihr gezappel ist weniger manisch und weniger stereotyp.

    Als erste Maßnahme habe ich ein "ab" aufgebaut, mit dem ich sie weg schicken kann, dann halte ich sie gerade gezielt auf Distanz. Schon kommt viel mehr Ruhe in den Hund. Beim gassi bin ich noch nicht soweit, da funktioniert das noch nicht gut genug, also Leine ich sie öfter an. Jetzt habe ich seit Freitag den Rahmen etwas enger gezogen, gehibbel führt konsequent zum gruppenausschluss. Es wird von Tag zu Tag besser. Gestern hat dann meine aussiehündin, dem gehibbel ebenfalls die Stirn geboten und eine noch klarere Grenze gezogen als ich.

    Und jetzt wird der Hund schon viel ruhiger und nahbarer. Ich bin ganz zufrieden bis jetzt. In der nächsten Woche, soll das auch draußen beim gassi funktionieren, so jedenfalls mein Plan. Vor allem das "ab" tut ihr so gut. Und mir auch.

    Lg

    Einen solch gestressten Hund kann und darf man aber nicht Jahre so hängenlassen. Was als Strafe gesehen wird, kommt auf den Hund drauf an. Einschränken, wegtreiben, anleinen, kurz nehmen, schreckreiz, gut getimter brüller usw.

    Ich kann mal kurz erzählen wie das bei mir und meinem dann auch noch vorwärts gehenden aussie zweimal endete. Er hat mich, als ich ihn nicht mehr aus dem Stress bekommen habe, zweimal ordentlich getackert, als ich eingreifen wollte, es aber schon kippte. Es war für den Hund und mich eine Katastrophe. Ich habe beim zweiten Mal, mir dann endlich Hilfe gesucht, die mit reizoffenen Hunden und mit dann auch noch auslösenden Hunden umgehen konnte.

    Mit Deckeln hat Strafe als Abbruch übrigens nichts zu tun. Es ist eine ganz klare Grenze, die der Hund verstehen kann. Ein absolutes "bis hier hin und keinen cm mehr weiter".

    Ein sheltie wird wahrscheinlich nicht vorwärts auslösen, trotzdem darf man den nicht einfach so hängen lassen.
    Vor allem bringt dieses Verhalten auch Stress in die Gruppe.

    Ich will nicht, dass du denkst alle wissen es besser als du und nur du schaffst das nicht. Ich bin einen sehr langen, sehr steinigen, mit zwei fetten Narben verzierten weg mit Hudson gegangen. Viele andere und auch ich wollen Emil und dir helfen. Dafür war das Video echt super.

    Lg

    Und mach dir nichts draus, ich finde es super, dass du eine solche Situation mal gefilmt hast. Viele wissen gar nicht, wie reizoffene Hütehunde so alles als Stressfaktoren empfinden können. Und wie nervig und stressig das für die Besitzer sein kann.

    Ganz ehrlich, aus Fehlern lernt man. Jeder hatte mal seinen ersten Hund (Hütehund) und hat Fehler gemacht.
    Nimm dir von den Tipps was du gebrauchen kannst, ansonsten empfehle ich dir einen Hütehund erfahrenen Trainer. der dürfte dir am passendsten helfen können. Mir hat mit Hudson auch erst ein hütehunderfahrener Trainer helfen können.

    Lg

    Ja, mir auch. Klar, finden meine kontrolletties wegschicken absolut schrecklich. Sie fallen teilweise in sich zusammen, werden teils total unsicher und wussten früher nicht, was sie tun sollten. Mittlerweile wissen sie, einfach ruhig sich mir anschließen. Sie laufen dann in meinem Windschatten hinter mir her und fahren dabei runter. Hudson, der damit die größten Probleme hat, darf neben mir laufen, ohne Kommando, einfach nur ruhig neben her eiern.

    Abbruch ist hier auch anders aufgebaut. Bei Hudson mit schreckreiz, bei den beiden anderen mit Strafe. Bei Hudson musste ich da anders ran gehen, da ich ihn durch mein halbgarres rumgeeiere, ziemlich abgestumpft hatte. Die beiden anderen sind solche weichflöten, dass da ein strafabbruch reichte.

    Ich habe bei den beiden anderen dann aber auch nicht mehr solche Fehler wie bei Hudson gemacht. Einfach weil ich ja nun schon wusste, was ich besser machen kann und was ich nicht mehr zulassen darf.

    Lg

    Vor allem dieses gependel das ist Gift für Hütehunde und stresst sie. Hier bei mir mit meinen Hütehunden ist das tatsächlich nicht erlaubt. Beide aussies und der border neigen bei Stress oder Druck zum pendeln. Vor zurück, vor zurück, vor zurück usw. Ich leine dann entweder an, schicke weg oder gebe Hilfestellung in Form eines Kommandos, was stattdessen getan werden soll.

    Dieses hin und her, untermalt mit Gekreisch und dann auch noch kontrollettieverhalten, ist so typisch Hütehund.
    Ich würde übrigens wirklich mit Leine arbeiten. Damit kannst du das gependel und das kontrollettieverhalten erstmal unterbinden. Evtl. hilft ihm auch, dass du dich hinhockst, ihn zwischen deine Beine nimmst, ihn mit den Armen umrahmst und ihm so beim runterfahren hilfst. Dabei musst du aber auch völlig ruhig sein. Ruhige Atmung ist wichtig. Die anderen beiden Hunde solltest du dabei ins platz legen.

    Ich würde übrigens mit diesem Hund so wenig wie möglich mit leckerlies arbeiten und mehr mit positiver Zuwendung und Ignoranz. Was ich in dem kurzen Video sehe, kenne ich nur zu gut. Ich habe mit Hudson spazieren gehen, ohne gehibbel geübt. Ich habe ihm genau vorgegeben wie er zu laufen hat. Bei Hudson wollte ich ein ruhiges, konstantes vor mir her traben. Gependel sofort unterbrochen, traben ohne gehibbel, mit Zuwendung belohnt. Hudson darf vorne traben, oder bei mir gehen. Das war es. Er darf schnüffeln, aber er darf nich hibbeln, nicht bellen und nicht pendeln.

    Ach ja und das kontrollieren vom Collie würde ich nicht zulassen. Das ist nicht Emils Job.

    Lg

    Erstmal finde ich dass er euren collie ganz schön kontrolliert. Ständig schneidet er dem den Weg ab. Ziemlich frech. Der Collie ruht ja Gott sei dank in sich, aber in Ordnung ist das so nicht.

    Ich würde den Zwerg beim kleinsten bellen sofort anleinen und ihn erst abmachen, wenn er still ist. Zudem würde ich ihn loben, wenn er denn leise ist und wenn er laut ist ignorieren. Wenn du "genug" sagst, würde ich das auch durchsetzen, wenn er das Kommando kennt. Es geht keinen Schritt mehr weiter, bis er den Schnabel hält. Der ganze Hund führt sich auf, als sehe er sich in Kontrolle.
    Ich würde auch einen Abbruch aufbauen. Und dieses nervige gependel würde ich auch abstellen. Das schaukelt ihn nur hoch. Ist halt ein typischer Hütehund, dieses vor und zurück, vor und zurück, wegabschneiden und wieder vor und zurück und dabei noch kläffen, das fährt die hoch und stresst die. kenne ich und darf hier keiner meiner Hütehunde.

    Lg

    Ich finde das hört sich ideal an für einen Welpen/Hund.

    Schau dir die FCI Gruppe 9 an. Ich fände auch einen kooiker passend. Oder Havaneser, malteser.

    Gibt einige passende rassen. Und hier wird oft echt maßlos übertrieben, wenn es um Welpen geht. Welpen sind es ja eh nur kurz. Viele kleine hunderassen werden erst mit 12 Wochen vom Züchter abgegeben. Dann könnt ihr drei Wochen urlaubnehmen und dein Mann ja evtl. seine Schichten erstmal passend legen, dass der Welpe nochmal ein paar Wochen nicht zu oft, zu lange alleine bleiben muss und wenn es ist, habt ihr noch Plan B mit der Schwiegermutter. Auch sind eure Kids schon groß genug um eben auch richtig mitzuarbeiten. Somit ist der Welpe, dann schon kaum noch einer, sondern dann schon fast junghund.

    Lg

    Bei meinem etwas schwierigen Hudson hat eine Mischung aus Stress ablaufen und gezieltes stressige Situationen aushalten und runter fahren etwas gebracht.
    Und eine glasklare Führung von mir, mit Grenzen die sehr eng gesteckt waren. Ob das bei euch hilft, keine Ahnung, aber gehibbel mit jaulen und quietschen, gibt hier heute noch das Kommando "Sitz". Hibbelt er weiter herum, gibt es eine körperliche Ermahnung (Sprache dringt nicht mehr durch) und dann fährt er sofort runter. Weiter als bis zu dem Punkt geht Hudson seit ca. 5 Jahren nicht mehr wirklich. Vorher ging er dann aussietypisch vorwärts, das ist bei mir lange vorbei.

    Ich manage aber auch nicht ständig und packe ihn in Watte. Er ist lernfähig und es gibt beim befolgen von Kommandos keine Ausnahme mehr für ihn. Früher als er jünger war und er völlig drüber war, dachte ich auch, dass er das in dem Moment einfach nicht befolgen konnte, bis mir gezeigt wurde, dass er einfach lieber diskutiert hat, ich gestresst wurde, durch sein gehibbel und er dann den Stress weiter hochgetrieben hat. Breche ich es nicht früh genug ab, wird es schwieriger. Neulich ist es wieder etwas zu weit gegangen, da habe ich dann mit beiden Händen links und rechts ins Halsband gepackt und ihn etwas unsanft auf seinen Hintern verfrachtet und so dann kurz festgehalten. Etwas deutlicher Tonfall und man sah richtig wie die Anspannung abfiel. Dann konnte er ohne körperliche Hilfe, ohne Gejaule, ohne Gezappel im Sitz bleiben. Er war dann relativ ruhig. Nicht von hundert auf null, aber das erwarte ich auch nicht. Er war dann nur freudig aufgeregt in Maßen vor dem gassi. Bei Hudson kommt Sprache beim hibbeln nicht wirklich weiter. Er ist ein körperlicher Hund und braucht Körperlichkeit, ohne das in eine körperliche Auseinandersetzung gipfeln zu lassen. Ein Griff mit beiden Händen ins Halsband und ruhig, kurz festhalten und fixieren, hilft ihm deutlich mehr, als wenn ich auf ihn einquatsche. Hudson hat früher beim so runterbringen, durchaus seine Zähne eingesetzt, deshalb ging hinhocken und einrahmen bei ihm nicht, darum halt so, dass er nichts erwischen kann, um sich ein anderes Ventil zu suchen.

    Ich hoffe du findest etwas dass dir und Frodo aus dem Teufelskreis hilft. Ich bin mit Hudson auch viel zu lange darin gewesen. Jetzt wird Hudson 11 Jahre alt und ich bereue so einiges. Aber mittlerweile sind wir beide zu 98% ein gutes Team. Er ist und bleibt mein sargnagel, aber das muss so sein. Er ist immer er selbst geblieben und geändert haben wir nur die Dynamik zwischen uns. Denn ich musste einsehen, weder kann ich mich komplett ändern, noch kann er es. Somit haben wir an unserer Dynamik gearbeitet und das hat dann gut geklappt.

    Lg