Beiträge von Lakasha

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    Mylo "imponiert" nicht und wurde in seinen drei Jahren auch niemals selber zum Täter. Wie von mir geschrieben, halte ich ihn vom Charakter her nicht wirklich für ängstlich oder unsicher. Dafür reagiert er viel zu gelassen auf alle möglichen Reize. Selbst welche die mich erschrecken (wie die oben von mir erwähnte Plastikplane im Wind, die plötzlich direkt neben uns hochwehte) lassen Mylo einfach "kalt". Er zeigt da auch kein sonderliches "Ha, ich bin toll!" Verhalten.. er geht einfach ungeachtet weiter.


    Ein unsicherer Hund muß nicht zwangsläufig im Alltag auf alles mögliche unsicher reagieren. Akasha ist da so wie dein Mylo, macht im Alltag überhaupt keine Probleme und kommt mit den zig Situationen bestens zu recht.

    Mylo muß auch nicht generell unsicher sein, Unsicherheit kann auch in bestimmten Situationen auftreten. Bei Akasha sind es eben Artgenossen, wo sie bei bestimmten Hundetypen oder Situationen nicht klar kommt.

    Ob Mylo nun unsicher, oder souverän ist, spielt in diesem Falle (so zuminest mein Empfinden) auch gar keine Rolle. Offensichtlich hat Mylo sonst mit anderen Hunden keine Probleme, eben nur mit diesem einem und dieser eine hat eher ein Problem mit Mylo.

    Deswegen ist es wichtig zu handeln, bevor eine Begegnung mal eskaliert. Auch ein souveräner Hund muß sich nicht mit allem auf der Straße herumschlagen ;)

    Erstmal mein Beileid, ich kenne diese Situation

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    ich kann kaum schlafen, kaum essen, heule mir regelmäßig die seele aus dem leib und bin so unendlich traurig, mache mir vorwürfe, ob ich irgendwas hätte tun können und so weiter. mein kopf explodiert, ich kann nicht abschalten, ich hab diesen hund so unendlich lieb, aber die gewissheit, dass sie bald schon nicht mehr bei uns ist, bringt mich um den verstand


    So ging es mir letztes Jahr auch, nur das unser Zeitraum sehr viel kürzer war, weil die Diagnose völlig überraschend gestellt wurde und keine OP oder weitere Behandlung mehr zuließ.

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    dank der schmerzmittel gehts ihr momentan sehr gut, aber die angst vor dem zeitpunkt, an dem sie schmerzen hat, macht mich wahnsinnig. jede reaktion von ihr lässt mich aufhorchen, zusammenzucken, aufatmen


    Du mußt dich erstmal nicht dafür schämen, daß du jetzt schon darüber nachdenkst, deinen Hund frühzeitig einschläfern zu lassen. Der Gedanke ist völlig menschlich. Man will das Leid nicht sehen, nicht ertragen und es am Besten so schnell wie möglich hinter sich bringen.
    Aber du wirst dir später vielleicht Schuldgefühle machen, weil ihr hättet noch einen Tag zusammen erleben können. Und glaube mir, später wird dir jeder einzelne Tag fehlen :verzweifelt:

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    ich würde gerne von euch wissen, ob ihr schon in einer ähnlichen situation gewesen seid? soll ich erst warten bis die kleine schmerzen hat? oder sollen wir sie einschläfern, jetzt wo sie noch eine gute zeit hat? "aufhören, wenn's am schönsten ist", um ein altes sprichwort zu


    Ich an deiner Stelle würde meinem Hund das Leben noch so schön und angenehm wie möglich gestalten. Ich würde abwarten bis ihre Lebensqualität wirklich nicht mehr gegeben ist, b is sie also Probleme mit laufen, atmen usw. hat. Manche Hunde zeigen ihrem Menschen, wenn sie nicht mehr können, oder wollen. Sobald der Hund unter Schmerzen leidet, ist (nach meiner Auffassung) der Zeitpunkt gekommen den Hund zu erlösen.

    Bei meinem Rüden war genau dieser Tag, der richtige Zeitpunkt - je nachdem wie man es sehen will.

    Er konnte die letzten 3 Tage nur noch schwer atmen und am letzten Tag kaum noch liegen, weil die Schwellungen sich derart verlagerten, daß entweder sein Hals ganz geschwollen war, oder der Brustbereich.

    Die Diagnose beim TA war heftig und haut mich auch heute noch aus den Socken, weil wir keine Anzeichen für einen derart großen Tumor erkannt haben. Auch mein TA nicht.

    Ich hätte meinem Lucky jede OP und jedes Medikament ermöglicht, wenn es ihm genützt hätte. Am Ende war der Tag der Diagnosestellung auch sein Todestag

    Ich kann gut verstehen, daß du es hinter dich bringen willst und im Endeffekt kann dich niemand davon abhalten. Wenn es ihr aber jetzt noch gut geht, sie nicht leidet, dann genieße einfach die restlichen Tage mit ihr und achte gut auf sie, damit du Anzeichen früh genug erkennst um sie rechtzeitig erlösen zu können.

    Ich drücke dir die Daumen und viel Kraft für die nächste Zeit.

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    Aber so generell würde ich meinen Mylo draußen auf keinen Fall als unsicher oder ängstlich bezeichnen


    Akasha sieht man ihre Unsicherheit auch nicht unbedingt an. Sie ist nicht ängstlich, scheu und hat keinerlei Tendenzen zur Flucht. Sie imponiert wie ein Weltmeister und würde je nach Hundetyp selbst zum Täter motivieren und ihre "Opfer" wären dann immer nur die unsicheren und scheuen Hunde.

    Aber tief in ihrem Inneren ist sie ne unsichere Maus, die ab einem gewissen Punkt überfordert ist, weil sie doch nicht so taff ist, wie sie immer glaubt und sich verhält.

    Ein unsicherer Hund ist also nicht immer der duckende und sich auf den Boden werfende Hund, sondern kann eben auch so sein wie dein Mylo, oder meine Akasha. Nämlich, das man diese Überforderung, diese Unsicherheit nicht auf den ersten Blick erkennt, oder zumindest ein Profi wäre.

    Egal aber wie, dein Mylo muß vor dem Rüden beschützt werden. Entweder du impfst dem Neufundländer Respekt vor Dir ein, ob und wie das bei nem Neufi funktioniert :???: keine Ahnung. Oder aber du nimmst dir den Halter vor - wie, hängt je nach Persönlichkeit ab.

    Aber würde ein wirklich souveräner Hund die Situation nicht anders handeln ?? Würde er nicht allein aufgrund seiner Körpersprache dem gegenüber klar machen "Du nicht" oder würde er nicht einfach ignorant weiter sein Ding machen und so kommunizieren, daß es dem Gegenüber wirklich klar wird, daß Mylo mental überlegen ist ??

    Du verwirrst den Hund nicht, wenn er mehrere Wohnorte und Personen kennt.

    Meine Hunde sind das Leben im Büro, bei mir zu Hause und bei meiner Familie gewöhnt. Zudem sind sie mit einer Gassi-Geherin unterwegs gewesen.

    Viel wichtiger ist, daß der Hund überall ein Mindestmaß an Regeln erhält und das nicht einer verhätschelt und der andere streng ist.

    Die ersten Wochen solltest du zumindest zu Hause bleiben, so fällt es dem Hund auch leichter

    Es wurden genug Tips gegeben und es wurden auch Adresse genannt.

    Wenn man nicht bereit ist, oder keine Zeit hat, sich ausreichend um den Hund zu kümmern, dann sollte man einfach Kontakt mit einer der genannten Orgas aufnehmen.

    Es ist besser den Hund jetzt abzugeben, als gar nichts zu machen, oder die Situation noch schlimmer zu machen.

    Nur ist nicht jeder dafür geeignet, seinem Hund allein mit Körpersprache div. Dinge zu vermitteln und für den Fall der Fälle bringt mir das nix, wenn der Hund vor mir läuft und sich aus Gründen X hinter mir zurückziehen soll

    Ist zwar schon fast 10 Jahre her, aber ich versuche es mal:

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    Wie hat der erste Hund auf das neue Familienmitglied reagiert? Eher ablehnend oder war er begeistert?


    Lucky (war damals 3 Jahre alt) war zu Beginn nicht begeistert. Neugierige Kontaktaufnahme, aber danach wegknurren, Klarstellung gemäß dem Motto "alles meins - hau ab"

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    Habt ihr am Anfang viel managen müssen um Konflikte zu vermeiden oder lief alles völlig stress- und problemlos?


    Nein, Lucky wurde in den ersten 2-4 Tagen mehrmals verbal ermahnt vor allem wenn es um Ressourcen ging. Ich hatte aber nie Angst, daß sich Lucky auf den kleinen Welpen stürzt.

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    Hat der Ersthund bei der Erziehung geholfen?


    Wohl eher bei der Sozialisierung :D Akasha war als junger Hund Lucky gegenüber recht unabhängig. Sie hat sich recht wenig von ihm abgeschaut.

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    Habt ihr es manchmal bereut den Zweiten geholt zu haben?


    der erste Abend war recht "ernüchternd" - aber bereut habe ich es zu keinem Zeitpunkt

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    Wann war die Eingewöhnung abgeschlossen? Also ab wann hat sich in der Beziehung zwischen den Hunden nichts mehr großartig verändert?


    Die Eingewöhnung war wohl in der ersten Woche erledigt. Lucky forderte Akasha zum Spielen auf und damit war auch jegliches knurren und abdrängen vergessen. In der Beziehung der beiden hat sich allerdings immer wieder etwas verändert. Beide wurden älter, lernten sich näher und besser kennen, die Umständen änderten sich. Eigentlich ist die Beziehung immer weiter gewachsen, aber nie zum Nachteil.

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    Sind eure Hunde "ein Team" oder leben sie mehr nebeneinander her? Oder könnten sie auch sehr gut aufeinander verzichten? Orientieren sie sich aneinander? Gibt es noch großes Konfliktpotenzial?


    Meine zwei waren sowohl ein Team, als auch eigenständige Individuen. Jeder hat sich in Situation X an dem anderen orientiert, war also auch sehr flexibel. Konfliktpotenzial gab es bei den beiden nie, egal ob es um Zuneigung, Schlafplatz, Futter usw. ging. Klar, wurde hier und da mal geknurrt, beschwichtigt - aber für zwei Hunde völlig normal und äußerst friedlich.
    Aufeinander verzichten?? Da Lucky seit einem halben Jahr tod ist, kann ich sagen: ja, Akasha hat sich in einigen Situationen sehr stark an Lucky orientiert und ja sie hat div. Verhalten nach seinem Tod eingestellt.

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    Würdet ihr heute etwas anders machen


    Nein. Ich hatte/habe (tu mir da noch etwas schwer) zwei wundervolle Hunde, mit einem ausreichenden und gutem Gehorsam, die völlig friedlich und vertraut miteinander leben konnten. Die haben keinen Streß gemacht und war voll im Leben integriert. Egal, ob Büro, zu Hause, als Gäste, im Hotel usw.... sie waren mein ganz persönliches Traumpaar und es tut mir in der Seele weh, dieses Gespann nicht mehr um mich zu haben.

    So ähnliche Gedanken habe ich mich bei Akasha vor Jahren auch gemacht. Sie unterwirft sich nicht, noch nicht einmal ansatzweise. Sie bleibt in einer solchen Situation steif stehen, beschwichtigt und wartet sozusagen bis sich die Situation auflöst, oder ich sie rette.

    Ich habe mich auch lange gefragt was ich verpennt habe, aber mir ist beim besten Willen nicht viel eingefallen. Sie hatte viel Kontakt mit ihresgleichen, ist als Zweithund aufgewachsen und hatte eigentlich ne recht schöne und positive "Kindheit"

    In ihrer ganz eigenen Art deeskaliert sie aber. Sie muß sich nicht vor einem fremden und evtl. bedrohlichen Hund auf den Rücken werfen und ihre empfindliche Seite zeigen. Sie kann aber auch nicht weglaufen, weil sie sonst das Risiko eingeht von dem anderen Hund angegriffen zu werden.
    Sie zeigt eigentlich sehr deutlich, daß sie überfordert ist und versucht ihr gegenüber zu besänftigen. Aber eben nicht auf diese "ich schmeiß mich hin" Art.

    Wenn Akasha in solch eine Situation gerät, dann versuche ich sie (bis zu einem gewissen Punkt) aus der Situation rauszurufen. Geht das nicht mehr (weil sie sich nicht mehr gefahrlos abwenden kann und nicht mehr auf rufen reagiert) dann hole ich sie aus dieser Situation raus bzw. splitte und vertreibe den anderen Hund.

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    Muss mal schauen, ob ich enge Gassen etc. finde zu üben. Damit sie nicht immer vorbeihuschen kann


    Es reicht oft aus, wenn ein Zaun auf einer Seite ist, wo sie sich (auf einer Seite zumindest) nicht überholen kann. Sollte sie es dennoch versuchen, dann ihr den Weg mit dem Körper versperren, damit sie sich nicht vorbei drängeln kann.

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    Ich habe es so aufgebaut, das ich ein Leckerchen in der Hand hinter meinen Rücken gehalten habe und dabei das Kommando gesagt habe. Nach einiger Zeit habe ich das Leckerchen dann abgebaut. Hat gut geklappt


    So habe ich das mit Akasha auch trainiert, hat sehr gut funktioniert