Hallo,
Eure Hündin ist ein Labbi-Mix, Labradore sind gezüchtet, um zu apportieren, um das erlegte Wild (meist Enten) zu bringen. Allerdings dürfen sie da nicht unkontrolliert ihren Trieb ausleben, sondern müssen ihre Impulse/ihren Trieb kontrollieren können und erst auf Kommando des Führers die Beute holen.
Futterbeutel bekommt man für wenig Geld im Zubehör-Geschäft, für den Anfang tut es auch ein altes Federmäppchen (so'ne Schlamperrolle).
Man füllt den Beutel mit Futter (ich nehme ca. die Hälfte der Tagesportion, die Ronja sich erarbeiten muß). Am Anfang hab ich ihr nur erstmal denBeutel gezeigt und sie direkt daraus fressen lassen, damit sie verknüpft, daß der Beutel Futter bedeutet.
Dann hab ich erst zu Hause angefangen, den Beutel im Wohnzimmer mal 1-2 Meter zu werfen. Ronja wollte sofort an das Futter und hat ihn bearbeitet. Als sie ihn in der Schnauze hatte, hab ich sie zu mir gerufen. Gab sie den Beutel aus, hab ich ihn geöffnet und sie draus fressen lassen. So hat sie langsam gelernt, daß sie mich braucht, um an des Fressen zu kommen. Hat man einen weniger gelehrigen Hund, der mit dem Beutel durchstartet, kann man eine leichte Schleppleine zu Hilfe nehmen. Entweder am Hund befestigt, um ihn samt Beutel ranzuholen oder am Beutel befestigen, um diesen zu sich zu ziehen, wenn Hund ihn im Fang hat.
Irgendwann haben wir das Spiel in den Garten verlagert und nachdem das Bringen zuverlässig klappte (habe es mit dem Kommando "Bring's" verknüpft, habe ich begonnen (wieder an der Schleppe), sie absitzen zu lassen, habe den Beutel geworfen und sie durfte ihn erst auf "Bring's" holen.
So lernt der Hund die Impulskontrolle und gleichzeitig festigt sich die Bindung zwischen Hund und Halter.
Mittlerweile kann ich den Beutel überall einsetzen, Ronja liebt ihn und freut sich wie Bolle, wenn ich ihn zum Spaziergang mitnehme. Ich verstecke ihn auch zwischendrin mal und sie sucht ihn dann. Ich kann Dreieckskombinationen mit ihr machen. Ronja sitzt, ich gehe ein paar Schritte von ihr weg und werfe den Beutel so, daß wir (Hund, Beutel und ich) ein Dreieck bilden und schicke sie dann zum Beutel. Wir brauchen keine Schleppleine mehr.
Wenn der Hund so lernt, seinen Trieb zu kontrollieren und das Erfolgserlebnis hat, daß er dennoch zur Beute kommt, kann man den Hund auch im Alltag besser kontrollieren.
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu lang oder gar unverständlich formuliert. Wenn Du noch Fragen hast, bitte her damit.
Eins noch...Schleppleine bitte immer nur mit einem Geschirr benutzen, nie am Halsband. Wenn der Hund doch mal reinrennt, kann das böse Verletzungen geben.
Liebe Grüße
BETTY und Ronja
PS.: Bis wir mit dem Beutel so weit waren wie heute hat es ca. 9 Monate gedauert.