Hallo Anngy,
eine tolle Rasse, ich bin von Ihnen begeistert.
Aber: zum einen sind sie sehr sensibel (also nix für pubertierende Kinder, die nunmal launisch sind) und zum anderen auch nicht leicht erziehbar. Also ganz sicher kein Anfängerhund.
Sie brauchen sehr viel Konsequenz, eine geradlinige Führung, wollen arbeiten und sind sehr aktiv.
Wichtige Grundvoraussetzung ist daher meines Erachtens, dass der Haushalt insoweit ruhig ist und die Kinder schon so alt und vernünftig sind, dass der Hund auch mal Ruhe verordnet bekommen kann. Sonst kann es Dir passieren, dass Du recht schnell einen aufgedrehten Hibbelhund hast, der nicht zu bremsen ist. Körperlich hast Du ohnehin Nichts entgegen zu setzen.
Daneben braucht der Hund viel Beschäftigung/Arbeit, sonst fällt dem immer was Dummes ein.
Zum Thema können müssen: kommt auf Dein Durchhaltevermögen und Deine Nerven an. Aber vom Alter des Hundes her ist eine Abgabe immer verdächtig. Wenn einer mit seinem Hund wirklich gearbeitet hat und der Hund keine "Macken" hat, dann gibt er ihn nicht im besten Alter ab. Wesentlich wahrscheinlicher hat der Hund erkannt, wie groß, stark und schnell er ist und ist dem Vorbesitzer über den Kopf gewachsen. Das zu korregieren wird sicherlich schwierig sein.
Überleg Dir folgendes:
- kannst Du einen 40 Kilo Hund kontrollieren/halten?
- auch noch an der Schleppleine?
- auch wenn andere Rüden kommen und er Aggressionen zeigt?
- hast Du die Konsequenz, mit ihm an der Leine 1 Jahr zu üben, wenn es sein muss (z.B. weil er Jagdtrieb schon entdeckt hat, gerne Hetzt, unverträglich ist), oder gibts Du schnell auf, weil es körperlich anstrengend, nervend ist und so keinen Spass macht?
- ist Dir klar, dass Du gehen musst mit dem Hund? Es wird in der Anfangszeit sicherlich kein Kinderhund sein!
- bist Du bereit zuzufassen, wenn nötig (er Dich anknurrt, sich stellt...) oder bist Du zögerlich? Du hast keine Welpen vor Dir, bei dem Du klein anfängst und mit dem Du wächst, den Du von Klein an kennst, von dem Du weisst, dass er nicht rumfährt und packt!
- ist Dir klar, dass Du den Hund nicht einfach mal zum Sitting an Bekannte weitergeben kannst, weil Du da richtig viel Hund hast?
- ist Dir klar, dass Hundschule da richtig viel Ziet und Geld kosten kann? Ich glaub nicht, dass Du das allein ohne Trainer schaffst!
Über leg Dir das obige gut, wie gesagt für junge, aktive, kräftige, verantwortungsvolle Hände eine super Rasse, mit der man im sportlichen Bereich so ziemlich Alles machen kann. Allein mit Gassigehen kannst Du aber so einen Hund nicht auslasten, da musst Du mehr tun.
Ob das -gerade für die Kinder- sinnvoll ist, musst Du entscheiden, keiner kennt Euch und Eure Familienverhältnisse besser. Aber: erfahrungsgemäß einen erwachsenen Hund zu übernehmen, zu erziehen, zu führen, das richtige Timing zu haben und die körperlichen Voraussetzungen ihn halten zu können, das kannst Du von den Kindern nicht erwarten. An dem Hund werden Deine Kinder wenig Spass haben (außer sie haben viel Hundeerfahrung), weil sie eben "draussen" allein Nichts mit ihm anfangen können.
Vernünftiger wäre meines Erachtens ein Welpe, mit dem und an dem ihr wachsen und lernen könnt, oder dann eine etwas leichtere und/oder leichtführigere Rasse/Mischling, mit dem die Kinder auch umgehen können und aktiv sein können.