Naja ist man wirklich Psycho weil man seine Tiere schützen will?
Wenn ich zB ein Tier an jemanden gebe, der Null Ahnung von Zucht und Genetik hat, ist es nur mehr als sinnvoll ein Zuchtverbot zu verhängen bevor mit dem Tier Miste gebaut wird.
Tja, nur leider gehen auch die Meinungen davon, wer null Ahnung hat und wer nicht ganz stark auseinander.
Ich hatte ja das Beispiel der Züchterin erwähnt, die für ihre Hunde erstmal pauschal ein Zuchtverbot in die Verträge schreibt (dazu kommt noch, das hatte ich gar nicht erwähnt, dass sie sich Eigentumsrechte am Nachwuchs "einräumt", sollte man ohne ihr Einverständnis gezüchtet haben).
Da hat sich z.B. eine Welpenkäuferin drüber weggesetzt, der Rüde den sie hatte hat in einer anderen Zucht gedeckt, die Hündin hat bei ihr zwei Würfe gehabt.
Als sie die Hunde kaufte, hattesie zwar schon länger Hunde- und auch Rasseerfahrung, aber noch keine Zuchtabsichten. Sie hat beide ausgestellt, beide sportlich gefördert und sie haben sich toll gemacht. Es kamen Deckanfragen für den Rüden. Leute meldeten Interesse an einem Welpen aus der Hündin an, falls sie mal einen Wurf haben sollte.
Beide wurden angekört, untersucht, es wurde ein Zwinger angemeldet usw usf.
Die Züchterin der beiden Hunde hat ne riesen Welle gemacht, die Käuferin im Internet und mündlich schlechtgeredet und gegen sie gehetzt, stand bei ihr vor der Haustür und hat die Hunde zurückgefordert und ist letztlich auch vor Gericht gezogen - wo sie erwartungsgemäß verloren hat.
Trotzdem hatte die Käuferin und Neuzüchterin deswegen jahrelang Stress. Sowas ist Psycho.
Wenn der Hund Einhoder ist oder einen schweren Unterbiss oder ne Knickrute hat, würde ih mich auf ein Zuchtverbot einlassen - aber dann würde er eh nicht angekört werden.
Und zum Beispiel beim Kauf eines TS-Hundes würde ich mir nie auferlegen lassen, diesen zu kastrieren. Entweder ich mach das, weil ich denke, dass es besser für den Hund wäre, oder ich lasse es, aber das ist MEINE Entscheidung.
Ebensowenig lasse ich mir sagen, ob ich den Hund jemals in uneingezäuntem Gelände ableinen darf oder nicht. Da gab's/gibt's eine Windhund-Orga, die ihren Käufern das verboten hat und auch schon bei Verstößen zumindest versucht hat, Hunde zurückzufordern. In einem Fall weiß ich, dass die Käufer vom Auftreten der Person, die geschickt wurde um den Hund abzuholen, so eingeschüchtert waren, dass sie ihn abgegeben haben. Würd ich jetzt auch nicht machen, aber hey, manche Leute sind leicht zu beeindrucken.
Auch das ist MEINE Entscheidung, entweder man traut mir, dass ich mich vernünftig kümmere und im Sinne des Hunde entscheide, oder man gibt mir halt keinen Hund, wie Helfstyna schon richtig sagte:
Ich frage mich ja immer, wenn ich so eine schlechte Meinung von Menschen habe, wieso vertraue ich ihnen dann ein Tier an?
[...]
Wenn ich jemandem nicht zutraue in vollem Umfang zum Besten des Hundes zu entscheiden, handeln und zu leben in jeglichen Belangen, dann gebe ich diesem Jemand keinen Hund.
Diese Denke, dass außer ihnen selber wohl leider keiner perfekt und zuverlässig genug sei, um einen Hund von alleine "richtig" zu halten und der Versuch, das durch Zwangsmaßnahmen zu reglementieren, scheint im TS verbreiteter zu sein als bei Züchtern.
Ich denke das leigt daran, dass der Züchter die größere Auswahl an Käufern hat - er MUSS ja nicht züchten und produziert meist nur so viel, wie er unterbringen kann, das kann er ja selber steuern. Dann kann er sich auch für diese Tiere wirklich gute Plätze aussuchen.
Im TS dagegen rückt immer was nach, überall wird Hilfe gebraucht, und selbst wenn man eigentlich eher auf Qualität als auf Quantität bei der Vermittlung achtet, ist man oft doch froh, wenn einer unter und Platz für den nächsten armen Tropf ist.
Da macht man vielleicht eher Kompromisse, die man hofft, durch sowas ausbügel zu können. Funktioniert aber nicht, denn erstens machen die Leute heimlich eh was sie wollen und zweitens sind ja eben viele Schutzverträge rechtlich nicht haltbar.
Wegen Lohnauskunft und so:
Ne Gehaltsabrechnung würde ich nun auch nicht vorlegen, da würde ich auch dankend ablehnen und mich woanders umgucken. Aber ich kann verstehen, wenn Züchter oder TS ein bisschen eingehender nach dem Geld fragt und den Beruf wissen will und so.
Es ist nunmal so, Hundehaltung kostet auch Geld. Leute ohne Geld haben ihre Tiere nicht weniger lieb, aber wenn ihr Hund vor's Auto läuft oder unklare internistische Symptome hat die teuere Diagnostik brauchen oder ne Krankheit, die lebenslänglich Spezialfutter + Medikamente nötig macht, dann bringt alle Liebe nix, dann muss das Portmonee aufgehen. Wenn ich den Eindruck hätte, jemand krebst finanziell grade so dahin, ich würde dahin nicht verkaufen.
Freundin hatte zum Beispiel man ne Interessentin für einen TS-Hund abgelehnt, die lebte von einer winzigen Rente (Frührentnerin aus gesundheitlichen Gründen) und hielt schon vier große Hunde, bewarb sich jetzt auf den fünften. Auf die Frage was sie z.B. in medizinischen Notfällen machen würde, konnte sie keine zufriendestellende Antwort geben, nur sowas in die Richtung, dass sie noch immer was möglich gemacht und zusammengekratzt hat und das ja nicht alle auf einmal krank werden etc.
Tja, ich weiß, dass auch reiche Leute nicht immer viel für ihre Köter augeben und auch, dass auch hier im DF Leute sind, denen es nicht so viel anderes geht als der Interessentin im Beispiel oben...
So ist das halt, von mir würde so jemand keinen Hund kriegen. Dafür gibt's ja auch unter Züchtern und TS-Orgas verschiedene Einstellungen, irgendwo kriegen die dann schon einen Hund und werden hoffentlich glücklich damit.