Beiträge von Marula

    Hier sind die Dauerbrenner unter den Großen immer noch die Labradore, Goldens scheinen weniger zu werden. Aussies sind im kommen, ich denk da ist die Spitze noch nicht erreicht. Und Deutsche Schäferhunde und die Mixe daraus gibt es hier ebenfalls viel.


    Bei den Kleinen ist der unagefochtene König hier der "Reiterjacky", nicht zu verwechseln mit richtigen Jack Russell Terriern, die ziemlich selten sind. Auch beliebt sind Shi Tzus und Bolonkas.
    Aber wer nen Kleinhund will richtig modisch sein möchte, der hat derzeit entweder ne Französische Bulldogge, nen Mops oder nen Chihuahua.

    Ja, aber das ist doch irgendwie traurig, oder? Ich hätte dann schon lieber, dass die Leute sich auch für mich interessieren und nicht NUR für meinen Hund.


    Also, meine Eltern haben ja auch sonst ein normales Sozialleben mit Familienmitgliedern, engen Freunden und nicht so engen Bekannten, ebenso wie ich auch.
    Daher finde ich es nichtmal im Ansatz traurig, dass man über die Hund nochmal mit anderen Leuten ins Gespräch kommt, mit denen man sonst nix zu tun hat.

    Da ist der Hund dann nen netter Ansatzpunkt. Manchmal ergibt sich was draus und man quatscht mit der Zeit auch mal über Arbeit, Kinder, whatever, tauscht irgendwann mal Telefonnummern aus und trifft sich zum Grillen, manchmal nicht.

    Na, ich denk es kommt wohl nicht von ungefähr, dass die in der Mars Rassestudie zwar in ihrer eigenen Gruppe lagen, aber ebenso weit weg oder nahe dran waren an den Renngreyhounds wie die Showgreyhounds in die andere Richtung.

    Das kann man jetzt so verstehen, wie viele es verstehen wollen, nämlich das Showgrey und Renngrey zwei Rassen wären (sehe ich nicht so...) oder eben so, dass MA erwiesenermaßen extrem eng mit heutigen Renngreys verwandt sind.

    Wenn ich mir die so angucke, aber eben auch im Wesen, sehe ich keine ganz, ganz drastischen Unterschiede - daher wundert es mich auch nicht, dass der MA-Standard sich liest oder las wie eine Abgrenzungsschrift zum Greyhound.

    Ich kenn sie aber auch nur von der Rennbahn, von Ausstellungen und von Spaziergängen, nicht zuhause, mag sein, dass da nochmal andere Unterschiede zutag treten.

    Da wo meiner einer Greyhoundrüde her war, die hatten mehrere eigene Hunde und mehrere Pflegehunde, das waren Greyhounds, Galgos, Bullterrier und Englische Bulldoggen. Insgesamt so 12-15, ist schon ein paar Jahre her, dass ich ihn geholt habe...

    Die hatte auch immer mehrere große Pötte mit Trockenfutter zur freien Verfügung stehen.

    Einige ihrer Hunde hatten ne normale, schlanke Linie, aber viele waren auch möppelig, teils auch wirklich sehr übergewichtig. Stress gab es aber wohl wenig am Futter.


    Eine Bekannte von mir, die haben es ausprobiert, sind jetzt aber davon weg. Sie haben zur Zeit eine Rhodesian Ridgeback Hündin, eine Deutsch Drahthaarhündin, eine Continental Bulldog Hündin und ich glaub 6 oder 7 Jack Russells.
    Sie füttern alle Hunde gemeinsam, indem sie einfach das Trofu im Innenhof auf die Erde kippen. Die fressen allerdings sofort alles auf, wer zuletzt kommt, den bestraft das Leben. Als die Fütterung ist frei und gemeinsam, aber nicht ad lib. Das würde laut Aussage der Besitzerin nicht gehen, weil mehrere ihrer Hunde sehr leichtfuttrig sind und dann aufgegangen sind wie Hefeklöpse.


    Bei meinem ersten Greyhoundrüden hat es einigermaßen funktioniert. Er war sehr mäkelig und auch immer recht dünn. Hab ihm dann einfach seinen Napf hingestellt und er hat dann gefressen, wann er wollte und wie viel er wollte, das ging besser, als immer irgendwelche Delikatessen anzubieten, die er doch nur verschmäht und die ich dann wegwerfen musste.

    Als mein zweiter dazukam, ging das nicht mehr, der hat nämlich rumstehendes Futter als Einladung zum dauerfressen verstanden und da er Arthrose hat, musste und muss ich da auf die schlanke Linie achten.
    Das Fressverhalten von meinem Ersthund ist durch die Konkurrenz etwas besser geworden, er war nicht mehr ganz so mäkelig.
    So richtig gut wurde es aber erst, als ich auf Frischfutter umstellte, das kann man ja aber schlecht stehen lassen, insofern war es dann kein Thema mehr.


    Zusätze wie Kräuter, aber auch Obst und Gemüse, fressen meine Hunde pur so gar nicht, das muss alles untergemischt und am liebsten gekocht sein.
    Die fressen freiwillig nur Fleisch und Knochen, zwei von dreien ganz gern stärkerhaltiges Zeug wie Brot, Nudeln, Reis etc, alle mögen auch diverse Öle/Fette, Ei, Milchprodukte, Fisch...

    Insofern könnte ich das bei allen Fütterungsweisen außer Trofu eh vergessen, die würden sich nur lecker Fleisch reinziehen und alles andere liegen lassen.

    Achso, kann mir hier noch jemand ein bisschen was über den Magyar Agar erzählen?
    Ich hab ich in Donaueschingen etwas in diese Rasse verliebt, aber bis jetzt, außer jetzt in Donaueschingen, nie welche live erleben können.
    Hier im Forum gibt es ja glaube ich keinen Halter, oder?

    Ich hab neuerdings ein paar im Bekanntenkreis. Vom Wesen her finde ich sie so erstmal nicht soooooo drastisch unterschiedlich zu Greyhounds.
    Vielleicht insgesamt etwas kerniger, weniger dieses extreme "on/off" zwischen Dampfhammer und Schlafmütze was Greyhounds haben, ein etwas höheres und konstanteres Energielevel. Aber sonst, ebenso wie im Aussehen, sehr ähnlich. Da finde ich Galgo Espanol und Greyhound unterschiedlicher.

    Also, ich habe über die Hunde schon viele nette Leute kennengelernt, oft nur ein kleines Pläuschen oder ein paar nette Gassitreffen, aber auch schon Leute, die wirklich zu Freunden geworden sind, vor allem, als die Hundelei ernster wurde (mehr Kontakt zu Züchtern und anderen Rasseliebhabern, inzwischen Hundesport).

    So ein Hund (oder gar mehrere und/oder auffällige) ist schon sehr kommunikationsfördernd. Als meine Eltern meine Hunde letztes Jahr mal für einige Zeit im Pflege hatten bzw als meine Mutter ihre Gassihündin noch hatte, haben sie das auch ganz erstaunt angemerkt - man redet auf einmal mit Leuten, die man seit Jahren sieht bzw weiß, wo sie wohnen, aber vorher bis auf's Grüßen morgens beim Bäcker nie Kontakt hatte. Entweder weil sie selber nen Hund haben oder weil die Hunde sie interessieren.

    Insofern finde ich es gar nicht verkehrt, wenn man den Hund sich unter anderem deswegen anschafft, weil man mehr unter Leute will und mehr vor die Tür.
    Was nicht gut funktioniert ist, wenn ein Hund Ersatz für menschliche Gesellschaft werden soll. Ein Hund gibt viel, aber das nicht.


    Ansonsten würde ich auch dazu raten, sich gut zu überlegen, ob man diese Verantwortung für 12-15 Jahre tragen kann (vom Willen her, aber auch zeitlich und finanziell), auch wenn sich die Lebensumstände verändern.


    Und dann: Einfach losgehen und Hunde kennenlernen und sich mit dem Thema vertraut machen.
    Neben dem Tipp mit Tierheim und Gassigänger in einem solchen zu werden:

    In großen Städten kann man auch mal zu den Stoßzeiten auf beliebte Hundeauslaufflächen gehen, in Hannover zum Beispiel konnte man auf der Alten Bult an nem Sonntag bei schönem Wetter in 2 Stunden bestimmt 150 Hunde treffen, in allen Rassen (und Mischungen), Farben und Größen. Sowas gibt's in Berlin bestimmt auch.

    Oder mal auf die großen CACIB-Hallenausstellungen, da kann man erstens viele Rassen überhaupt erstmal life sehen (oft ist der Eindruck "in echt" ein ganz anderer als von Bildern) und zweitens auch mal an den Ständen von den Rasseclubs, wo einen die Hunde interessieren, nachfragen, und drittens auch an den Ringen oder auf den Gängen mal Besitzer von Hunden, die einem gefallen, ansprechen.

    Bei mir ist es eigentlich anders herum. Mich reizt mal so gar nichts an dieser Art Hunden. Ich mag das Unkomplizierte, ein Hund der mir auch mal was verzeiht und einfach Begleiter ist. Hat für mich auch was mit emotionaler Bindung zu tun. Ist vielleicht vermenschlicht.

    Und trotzdem finde ich es spannend, dass sich hier so einige einen Hund wünschen, der eine charakterliche Herausforderung ist. Dazu dann der allgmeine Anspruch, einen gut erzogenen, Umwelt- und Alltagstauglichen Hund zu haben.
    Oder ist genau das die Herausforderung bzw der Reiz - beides zusammenbringen zu wollen?

    Ähm... nein?

    Ich hab meine Hunde überhaupt nicht als Herausforderung (Herausforderung bzw Stress hab ich so schon genug), in keinster Weise, sondern weil sie mir Spaß machen, so wie sie sind.
    Und das liegt nicht daran, dass ich irgendwie mehr könnte als andere, sondern einfach, dass dieser Typ Hund mir besser in der Hand liegt, so wie anderen vielleicht ihr Border Collie oder Malinois oder Jagdterrier oder oder oder...

    Das ist wirklich einfach nur ne Geschmackssache, wie eben manche Leute den Pelz auf Pfirsichen appetitlich finden und andere sich davor ekeln.

    Ist es so, dass man insgeheim fasziniert von den eigensinnigen, eher schwierigen Rassen ist? Genau die, die man sich nicht zutraut? (Evtl. mit gutem Grund.) Nur mal so ein Gedanke am Samstag Abend. :smile:

    Ich find genau sowas gut und hab auch genau sowas. Wenn ich gar keine Windhunde haben könnte (hab ja bei meinen "Wenn nicht die Rasse, dann die..." vor allem andere Windhundrassen als Alternative zu meine jetztigen Windhundrassen genannt), dann hätte ich wohl Nordische, Asiaten oder welche von den sogenannten "Urtyp" Hunden.

    Natürlich trau ich mir da auch nicht jede Rasse zu bezw hab die passenden Bedigungen, einen Ostsibirischen Laika würde ich mir in Deutschland nun eher nicht anschaffen und als begeisterter Mehrhundehalter würde ich mir wohl auch keine Akitas zulegen, die ja den Ruf haben, mit (besonders gleichgeschlechtlichen) Artgenossen nicht immer so friedlich zusammenleben zu können.
    Aber generell passt mir dieser grundsätzliche Charaktertyp einfach, an Eigensinnigkeit und Freidenkertum hab ich Spaß und vor Jagdtrieb keine Angst. Ich kann zwar durchaus auf rationaler Ebene verstehen, was andere an z.B. Orientalen schwierig oder nervig finden, nachvollziehen kann ich es aber nicht wirklich...


    Ich hab wirklich mehr Respekt vor den Gebrauchshundetypen - mit nem DSH, spätestens aus Leiustungszucht, oder gar mit nem rassetypischen Mail, wäre ich glaube ich sehr überfordert, auch wenn ich sie mir gern angucke.
    Ich hab auch einfach null Bock, die Art von Auslastung zu machen, die diese Hunde brauchen, das spricht mich so gar nicht an. Wenn man Lust auf was hat und das faszinierend findet, dann hängt man sich ja automatisch viel mehr rein und macht Dinge möglich, dazu würde mir da die Motivation fehlen.