Beiträge von Marula

    Den Umkehrschluss hast du jetzt aber gezogen, der war nicht gemeint.

    Das war tatsächlich etwas überspitzt. ;) Ich find trotzdem, der Eindruck könnte beim lesen mancher Postings aufkommen.


    Zitat

    Hunde werden - genau wie Menschen - geboren, sozial sein zu können. Wie weit das ausgeprägt wird, hängt dann an Charakter, Prägung und Lernerfahrung des Lebens. Einiges ist angeboren, vieles gemacht.

    Ja... aber normal ist eben, dass Welpen die innerartliche Beißhemmung ohne menschliches Eingreifen im Spiel mit ihren Geschwistern bzw bei der Interaktion mit den erwachsenen Hunden ihres Familienrudels lernen und sich dann auch dementsprechend verhalten.
    Also sich nicht so zerbeißen, dass sie nachher blutig sind und man sie (früh) trennen muss, damit nix schlimmers passiert.

    Die Fähigkeit, das einfach so von anderen Hunden zu lernen, ist eben den meisten Hunden in die Wiege gelegt. Ungewöhnlich sind nicht die, das das auf die Reihe kriegen, sondern die, die das nicht können und die dafür erst menschliche Anleitung brauchen.

    EDIT: Und das ist jetzt nicht nur auf Gebrauchshunden bezogen, das kann man ja bei vielen Rassen haben, bei einigen (manche Terrier) als mehr oder weniger bekanntes Problem, bei anderen als Ausreißer mal. Wie problematisch solches Verhalten gesehen wird, ist natürlich stark rasseabhängig, bei den Gebrauchshunden fällt so ein Welpe oder so ein Wurf sicher weniger auf als bei Golden Retrievern.

    Tatsache 1: Einfarbig schwarze Schäferhunde sind erlaubt, sind aber etwas seltener als die klassischen gelb-schwarzen.

    Tatsache 2: Der Braunfaktor ist in der Rasse drin, kommt ab und zu (selten) mal zum Vorschein und kann sich auf einfarbige Tiere ebenso auswirken wie auf zweifarbige.

    Tatsache 3: So oder so ist Braun immer unerwünscht, es ist keine Standardfarbe beim DSH.

    Schlussfolgerung:
    Es gibt erstmal von der Farbgegetik her keinen Grund anzunehmen, dass da noch was anders drin sein könnte, die Farbe ist bei einem reinrassigen Schäfer möglich. Im Standard ist sie nicht.

    Naja, der auf der Seite vom TH ist halt einfarbig braun, wie ein brauner Labrador oder ein brauner Neufundländer.
    Wenn er das "Modifikator-Gen" nicht hätte, das schwarzes Pigment zu braun macht, wäre er eben einfarbig schwarz.


    Der Schäfer von Skuqizate ist sable, wenn er den "Braun-Modifikator" nicht hätte, wäre er "normal Schäferhundfarben", gelblichbraun mit schwarzer Decke. So ist die Decke eben schokobraun statt schwarz, die gelbliche Grundfarbe bleibt.

    In Bremen war auch ein Junghund dieser Rasse (zumindest dürfte das so einer gewesen sein, also ein Mastino).
    Am Samstag, bevor wir gegangen sind, saßen wir noch draussen und haben Hunde-Watching betrieben, da stand der Besitzer mit dem Kerle neben uns im Schatten. Ohne Leine, aber er lief eh nicht weg. Hatte ein .... wie sag ich es wohl am besten .... "leichtes Gemüt". Aber war wohl sehr freundlich.

    Besucher der Ausstellung scharrten sich geradezu um ihn. Die Begeisterung der Leute war unglaublich, der Mann mit seinem Hund fiel auf. Und da waren nicht wenige, die so einen Hund gerne gehabt hätten.
    Auch am nächsten Tag. Und das nicht nur von Rassekennern.

    So eine Begeisterung (und ich war öfter draussen zwischen dem Ausstellen und der Molosserring war bei uns in der Halle) hab ich bei anderen Rassen nicht mitbekommen, auch bei den anderen Molossern nicht. Tja, die Leute wollen es extrem. Deshalb gibt es die Extreme. Extreme fallen auf :/

    Ja, kann ich bestätigen, das ist auch meine Erfahrung mit extremen Rassen. Es finde sich immer noch reichlich Leute, die das "schon irgendwie cool" oder "total knuffig" finden, selbst wenn sie eigentlich wissen, das das schlecht für den Hund ist.


    Wir haben z.B. eine TMFA, die umbedingt mal eine Deutsche Dogge will. Aber dann eine RICHTIGE Dogge, einen Rüden und so groß wie möglich. Sie weiß, dass die nicht alt werden, dass die meistens in ihrem kurzen Leben hohe TA-Kosten verursachen und dass das auch nicht besser wird, je größer der Hund ist. Trotzdem will sie so einen, weil sie es toll findet.

    Hmm, vielleicht gibt es hier auch eine unterschiedliche Einstellung was sozialkompetent betrifft?
    Ich z.b. Finde es total normal das Hunde, ja selbst Welpen, fremdhunde erstmal absolut doof finden. In ihrer Gruppe aber in gefestigten, sozialen Strukturen, absolut verlässliche, gut kommunizierende und soziale Tiere sind.

    Ja, das fände ich auch normal!
    Aber genau das ist doch ein Hund, den man ab einem Alter von 6 oder 8 oder 10 Wochen nicht mehr in der Geschwistergruppe lassen kann, weil das sonst Mord und Totschlag gibt, dann nicht?
    "Gut kommunizierend" finde ich für Welpen und Junghunde, dass sie sich auch mal prügeln, das kann auch mal Schrammen geben, aber bevor sie sich wirklich verletzen oder es so doll wird, dass man dazwischen gehen sollte, wird eben von selber aufgehört.


    Eine eigene Meinung zu haben, darin auch sehr deutlich zu sein (überdeutlich, weil noch keine vorhandene Impulskontrolle), aber eben auch zu wissen: So schnell kann mir nix und niemand was - hat halt Vor- und Nachteile als Welpe.

    Man kann aber auch nen selbstsicheren und durch nix zu erschütternden Welpen haben, ohne dass die sich prügeln wie die Kesselflicker. Weniger Aggression ist nicht gleich weniger gutes Sozialverhalten oder weniger selbstsicher.
    Ob der dann ein guter Dienst- oder Gebrauchshundesporthund werden kann und ein rassetypisches Wesen für z.B. nen Malinois hat, ist die andere Frage. Wahrscheinlich eher nicht.


    Wie ich schon geschrieben hab, es stört mich gar nicht so sehr, dass man so einen Hund will und züchtet, wenn das ganze Sinn und Zweck hat und man damit vernünftig umgeht, bitte, soll jeder das haben womit er glücklich wird bzw was er braucht.
    Das meine ich auch völlig ernst, ich finde das wirklich ok!


    Mich stört aktuell an dieser Diskussion nur grade ein bisschen, dass es jetzt so rüberkommt, als wäre das das normalste von der Welt, dass Hundewelpen mit wenigen Wochen schon so unverträglich miteinander sind, dass man sie lieber schon in der 6 als in der 8 Woche abgeben würde, und als würde grade das die allerallerbesten, später sozialkompetentesten Hunde überhaupt ergeben.
    Das sehe ich nicht so, denn das ist bei der großen Mehrheit der Rassen die ich bisher kenne nicht so,

    Wobei wir bei Sozialkompetenz und angepasster innerartlicher Aggression aber doch schon wieder auf dünnem Eis unterwegs sind.
    Das was viele heutzutage als angepasstes und gutes Verhalten gegenüber - vor allem fremden - Artgenossen bewerten hat wenig mit artgerecht und natürlich zu tun, sondern ist Ergebnis von expliziter Selektion und starker Infantilisierung vieler Rassen.

    Gerade die Schäferhund Rassen sind rudelintern sehr soziale Tiere mit ser stabilen Strukturen. Dass die schob von klein auf die Sachen anders klären und aus den Vollen schöpfen im Konflikt, macht sie nicht zu asozialen Irren.

    Also, ich kenne recht viele sehr ursprüngliche Hunde und Hunderassen (fast alle Windhunde, die meisten Nordischen, die Mediterranen Rassen, diverse Hunde vom Urtyp) die in der eigenen Gruppe hochsozial sind und mit Fremdhunden keine Labradore oder Möpse, also die da auch mal ein klares Wörtchen sprechen und nicht die ganze Welt liebhaben.
    Aber die zerbeißen sich nicht im Welpen- und Junghundelater dergestalt, dass man es kaum verantworten kann, einen Wurf länger als bis zur 8 Woche zusammenzulassen.

    Wie gesagt, wer sowas haben will, der soll es meinetwegen haben, aber ich glaub trotzdem nie und nimmer, das grade das nun besonders tolles Sozialverhalten sei.

    Ich hab das Problem mit "Na viel Spaß mit dem Hund, da haben Sie sich was angetan" eigentlich nur bei "hundeerfahrenen" Leuten. Die erkennen den Appi und haben vielleicht mal ein Exemplar kennen gelernt (und nicht gemocht) [...]

    "Ein Exemplar" ist gut... ich kenne nur bissige Appenzeller, das ist also von meiner Seite kein Vorurteil, sonder einfach ein Erfahrungswert. Die heißen bei uns in der Praxis intern "Schnappenzeller".

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    Naja, bei Windhunden glauben die meisten halt, die müssten unendlich viel laufen. Und glauben einem eh nicht, wenn man sagt, dass dem nicht so ist.

    Ansonsten krieg ich bei meinem Jungspund ab und zu mal zu hören, wie wild der sei. Das ist aber ok, das wollte ich so. Ruhiger wird er dann irgendwann von alleine, bis dahin genieße ich es, dass er etwas mehr Pep hat.

    Ich habe meinem Freund soeben angekündigt, fürs Grillen morgen Saloukis zu besorgen, die wären so lecker.
    Darf nicht vergessen, sie zu rasieren, das Fell riecht immer so angekokelt sonst...


    Bevor der Tierschutz vor der Tür steht: ich meinte Halloumis.

    Ich hatte es schon, dass eine Dame meinte, sie wüsste wie meine Hunderasse heißt.

    "Warten sie, warten sie, es liegt mir auf der Zunge... das sind doch Salakis!"

    Naja, fast. Aber gegen Schaftskäse hätten sie wahrscheinlich nix.

    Und nun mal ganz ehrlich und deutlich:
    Wen so einen Verhalten bei Welpe von Rassen A-F stört, der holt sich dann eben diese Rassen nicht.
    Dann ist man aber auch bitte nicht hoch moralisch empört wegen der "bösen, bösen Agression", denn das ist einfach nicht so. Das Beispiel von Marula mit den DJT die Ohren abgebissen haben ist mehr als heftig, leider gibts sowas, ja.
    Aber der "normale" Maliwelpe tut nur das was in seinen Augen und seiner Rasse entsprechend sinnvoll ist. Das ist so gewollt und auch gut so.
    Ebenso ist es völlig okay wenn das Kleinkind im Supermarkt ne Szene macht weils nen Lolli will oder eben dem anderen im Sandkasten die Schüppe überzieht weil der grad den Sandkuchen zermatscht hat.
    Das ist normales und natürliches altersgerechtes Verhalten! Und es ist an den Hundehaltern und Eltern die Welpen und Kinder in Sachen Frusttoleranz, Geduld und so weiter zu formen!

    Naja, "Normalverhalten Hund" ist ja: Welpen haben anfangs noch keine Beißhemmung, tun sich gegenseitig weh, merken "Wenn ich dem wehtue, tut der andere mir auch weh" und hören damit auf, bevor es ernsthafte Verletzungen gibt.
    Ist ja auch nur vernünftig so, dass Geschwister sich gegenseitig wirklich verletzen macht (bei dieser Art) evolutionär gesehen wenig Sinn.

    Wenn da mal einer ne Scharte im Ohr hat oder nen Kratzer auf der Nase, will ich nix gesagt haben.
    Aber wenn die sich mit 8 Wochen so ineinander verbeißen, dass man sie richtig voneinander loseisen muss und die nachher Löcher im Kragen haben, die man nähen muss und darunter nen fetten Bluterguss, wenn die sich nicht nur einmal, sondern immer wieder derbe beharken, das würde ich unter "verhaltensgestört" einordnen.
    Das ist für ein noch nicht mal selbstständiges Jungtier einer sozialen Spezies einfach kein vernünftiges Verhalten, und kein Hund ist mit 8 oder auch 10 Wochen selbstständig, auch nicht weit entwickelte Rassen.

    Ich find ne gewisse Abweichung von der Norm ok, das passiert nunmal im Rahmen der Selektion auf erwünschte Eigenschaften. So starke Aggressionen wie sie eben bei manchen schärferen Terriern oder bei manchen Malinoiswürfen vorzukommen scheinen, sind MIR PERSÖNLICH zu weit weg von Normalverhalten, das fällt für mich schon in den Bereich pathologisches Verhalten.

    Wer's braucht, mag es haben, ich hoffe mal, dass sich die Besitzer dann auch ihrer Verantwortung bewusst sind und den Hund entsprechend weiter sozialisieren, erziehen und halten (trifft denke ich auf die meisten hier im Forum zu, es fühle sich also bitte keiner persönlich auf den Schlips getreten).
    Was richtig ist, ist, dass man auch einen viel harmloseren Hund gefährlich machen kann, aber einen eher reaktiven sicher führen kann - wenn man es kann. Insofern ist die potezielle Gefährlichkeit solcher Hunde für mich tatsächlich kein Argument gegen die Zucht.

    Aus den in meinem ersten Posting erwähnten DJT sind jedenfalls keine netten, sozialen Erwachsenen geworden, sondern eben richtige Biester - niedrige Reizschwelle, enormer Beutetrieb und innerartlich ziemlich enthemmtes Aggressionsverhalten. Der Besitzer sagte selber, dass er die Rasse nicht hätte, wenn sie nicht für die Sauen so nützlich wären und der war auch nicht unfähig, er hatte auch andere kernige Jagdgebrauchshunde (Wachtel und Schwarzwildbracke) und die waren normal und gut erzogen, ich unterstelle also mal, dass es nicht an mangelnden Fähigkeiten des Hundeführers lag.

    Nur damit kein falscher Eindruck entsteht, DJT kenne ich sonst zwar auch als zäh wie Schuhsohle und manchmal sehr giftig, aber nicht als SO schlimm wie diese. Ich hab nix gegen die Rasse an sich.
    Aber ein absoluter Einzelfall waren diese wohl auch nicht und ich glaub auch nicht, dass nun grade aus solchen Asi-Welpen immer die sozialkompetentesten Erwachsenen werden, wie das hier ja grade beschrieben zu werden scheint.