Und nun mal ganz ehrlich und deutlich:
Wen so einen Verhalten bei Welpe von Rassen A-F stört, der holt sich dann eben diese Rassen nicht.
Dann ist man aber auch bitte nicht hoch moralisch empört wegen der "bösen, bösen Agression", denn das ist einfach nicht so. Das Beispiel von Marula mit den DJT die Ohren abgebissen haben ist mehr als heftig, leider gibts sowas, ja.
Aber der "normale" Maliwelpe tut nur das was in seinen Augen und seiner Rasse entsprechend sinnvoll ist. Das ist so gewollt und auch gut so.
Ebenso ist es völlig okay wenn das Kleinkind im Supermarkt ne Szene macht weils nen Lolli will oder eben dem anderen im Sandkasten die Schüppe überzieht weil der grad den Sandkuchen zermatscht hat.
Das ist normales und natürliches altersgerechtes Verhalten! Und es ist an den Hundehaltern und Eltern die Welpen und Kinder in Sachen Frusttoleranz, Geduld und so weiter zu formen!
Naja, "Normalverhalten Hund" ist ja: Welpen haben anfangs noch keine Beißhemmung, tun sich gegenseitig weh, merken "Wenn ich dem wehtue, tut der andere mir auch weh" und hören damit auf, bevor es ernsthafte Verletzungen gibt.
Ist ja auch nur vernünftig so, dass Geschwister sich gegenseitig wirklich verletzen macht (bei dieser Art) evolutionär gesehen wenig Sinn.
Wenn da mal einer ne Scharte im Ohr hat oder nen Kratzer auf der Nase, will ich nix gesagt haben.
Aber wenn die sich mit 8 Wochen so ineinander verbeißen, dass man sie richtig voneinander loseisen muss und die nachher Löcher im Kragen haben, die man nähen muss und darunter nen fetten Bluterguss, wenn die sich nicht nur einmal, sondern immer wieder derbe beharken, das würde ich unter "verhaltensgestört" einordnen.
Das ist für ein noch nicht mal selbstständiges Jungtier einer sozialen Spezies einfach kein vernünftiges Verhalten, und kein Hund ist mit 8 oder auch 10 Wochen selbstständig, auch nicht weit entwickelte Rassen.
Ich find ne gewisse Abweichung von der Norm ok, das passiert nunmal im Rahmen der Selektion auf erwünschte Eigenschaften. So starke Aggressionen wie sie eben bei manchen schärferen Terriern oder bei manchen Malinoiswürfen vorzukommen scheinen, sind MIR PERSÖNLICH zu weit weg von Normalverhalten, das fällt für mich schon in den Bereich pathologisches Verhalten.
Wer's braucht, mag es haben, ich hoffe mal, dass sich die Besitzer dann auch ihrer Verantwortung bewusst sind und den Hund entsprechend weiter sozialisieren, erziehen und halten (trifft denke ich auf die meisten hier im Forum zu, es fühle sich also bitte keiner persönlich auf den Schlips getreten).
Was richtig ist, ist, dass man auch einen viel harmloseren Hund gefährlich machen kann, aber einen eher reaktiven sicher führen kann - wenn man es kann. Insofern ist die potezielle Gefährlichkeit solcher Hunde für mich tatsächlich kein Argument gegen die Zucht.
Aus den in meinem ersten Posting erwähnten DJT sind jedenfalls keine netten, sozialen Erwachsenen geworden, sondern eben richtige Biester - niedrige Reizschwelle, enormer Beutetrieb und innerartlich ziemlich enthemmtes Aggressionsverhalten. Der Besitzer sagte selber, dass er die Rasse nicht hätte, wenn sie nicht für die Sauen so nützlich wären und der war auch nicht unfähig, er hatte auch andere kernige Jagdgebrauchshunde (Wachtel und Schwarzwildbracke) und die waren normal und gut erzogen, ich unterstelle also mal, dass es nicht an mangelnden Fähigkeiten des Hundeführers lag.
Nur damit kein falscher Eindruck entsteht, DJT kenne ich sonst zwar auch als zäh wie Schuhsohle und manchmal sehr giftig, aber nicht als SO schlimm wie diese. Ich hab nix gegen die Rasse an sich.
Aber ein absoluter Einzelfall waren diese wohl auch nicht und ich glaub auch nicht, dass nun grade aus solchen Asi-Welpen immer die sozialkompetentesten Erwachsenen werden, wie das hier ja grade beschrieben zu werden scheint.