Ich habe früher mit 6 Wochen dieParvo geben lassen, nur das macht
man heute kaum noch, hat sich als
unsinnig erwiesen. Da müsste man die
Babys mit 14 Tagen bereits impfen, nur
die kommen mit marderartigen Getier
ohnehin nicht in Berührung, so dass
8 Wochen ausreichend sind.
Für Herpes würde ich es begrüßen, wenn die
Impfe so wirksam ist, dass sie mit Grundimmunisierung
gegeben werden kann, ansonsten nur nach Befund, was
leider nicht so einfach ist.
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Puppyimpfung SP:
Ich bin TÄ und habe daher logischerweise viel Kontakt mit kranken Hunden. Wir haben auch immer mal wieder (nach den Erzählungen meiner Kolleginnen seltener als früher in unserem Praxisgebiet, aber doch ein paar Mal im Jahr) Parvowelpen. Neulich hatten wir sogar nach Jahren mal wieder einen Staupefall (ungeimpfter Welpe aus dem Ausland).
Händewaschen und umziehen und so ist schön und gut, aber wenn es in einigen Jahren bei mir mal Richtung Zucht geht, kann ich ja nicht wochenlang die Arbeit komplett niederlegen. Insofern werde ich da alle Maßnahmen ergreifen, die man kann.
Es GIBT immer mal Welpen, bei denen die maternalen Ak eben schon weit früher weg sind als beim Durchschitt (ebenso wie es die gibt, die länger was davon haben) und die dann deswegen
A) nicht mehr den Immunschutz genießen, die sie über die Muttermlich bekommen haben (kann auch immer mal passieren, dass die Welpen nicht genug oder gar kein Kolostrum kriegen weil die Mutter keine Milch hatte oder Mastitis hatte oder die Welpen nicht annimmt oder weiß der Geier was) und
B) auch schon auf die Impfung reagieren und eigene AK ausbilden können.
Wir hatten vor einigen Jahren, vor meiner Zeit in dieser Praxis, zwei Züchter im Klientel, die mit Parvo viel Probleme und auch immer wieder erhebliche Welpenverluste zwischen der 6. und 10. Woche hatten, obwohl die Muttertiere durchgeimpft waren. Die haben das mit (unter anderem, neben strengen Hygienemaßnahmen und deutliche Reduzierung des Bestandes) auch mit der frühen Impfung in den Griff bekommen. Die lassen auch heute noch in der 6 Woche SP impfen und ich seh nicht, dass es den Welpen schaden würde.
Ich sehe das nicht als zwingend notwendig für jeden Züchter, aber ich denk auch nicht, dass es schadet und würde es machen, da Welpen in meinem Haushalt als besonders exponiert zu sehen wären.
Wenn man damit Käufer abschreckt, die am liebsten einen völlig ungeimpfen Hund, so rein und frisch wie neugefallener Schnee, möchten, tja, mir egal, das ist eh nicht meine Klientel, die müssen und werden dann anderweitig fündig werden.
Thema Herpesimpfung:
Wer einmal nen Wurf an Herpes hat verrecken sehen, der lässt die Herpesimpfung nicht weg. Schaden tut auch das meiner Meinung/Erfahrung nach nicht, im schlimmsten bzw besten Fall nützt es aber ne Menge.
Wenn die Hündin ne unbekannte Vorgesichte bezüglich Herpes hat, man also nicht weiß, ob sie schonmal ne Feldinfektion durchgemacht hat (was man fast nie mitkriegt, da Herpes bei erwachsenen Hunden meistens fast symptomlos ist idR weiß man es höchstens dann, wenn sie schonmal in einem Wurf Probleme mit Herpes hatte und man dann tote Welpen zur Untersuchung und/oder Blut von der Mutter eingeschickt hat), würde ich sie immer impfen.
Wenn sie es doch schon hatte, schadet die Impfung auch nicht, sondern kurbelt höchstens nochmal die AK-Produktion an.
Und wenn sie es nicht hatte (was ja der gefährlichste Fall ist), dann dito was die AK-Produktion betrifft und falls sie sich dann während der Tragzeit erstmals infiziert, dann wird die Infektion bei den Welpen aufgrund der durch die Impfung gebildeten AK mit großer Wahrscheinlichkeit milder verlaufen als bei Welpen einer ungeimpften Mutter.
Z.B. wird bei bestimmten Gemeinden der Impfstatus bei der Anmeldung überprüft und zumindest für die Tollwutimpfung gibt es dann auch eine Plakette mit Gültigkeit zur Steuernummer dazu. Die wird in gewissen Abständen erneuert. Es wäre durchaus möglich die Grundimmunisierung im Zuge der Anmeldeverfahren für die Steuer zu überprüfen und so zu frühes Impfen zu vermeiden.
Welche Gemeinden überprüfen denn den Impfstatus und welche Krankheiten genau wollen die da sehen? Was passiert, wenn die Hunde nicht geimpft wurden, was machen die dann? Nach welchen Empfehlungen richten die sich, StIKo Vet?
Die TW-Plakette gibt's überall da wo ich sie bisher gesehen hab vom TA bei der Impfung mit dazu, nicht von der Gemeinde, ist, so wie ich das kenne, ein freiwilliger Service vom TA und auch beim Hundehalter auf freiwilliger Basis. Ich wüsste jetzt nicht, dass irgendwo in Deutschland aktuell Impfzwang herrscht, nicht bei TW und erst recht nicht bei anderen Sachen?
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Titern für den optimalen Impfzeitpunkt: An sich ne gute Sache, aber wer will denn alle Welpen eines Wurfes (der Abfall der maternalen AK kann auch bei Wurfgeschwistern verschieden schnell erfolgen) mindestens einmal beproben lassen? Ist ja auch jedesmal ne Blutentnahme bei den Zwergen und auch nen ganz schöner Kostenfaktor. Nur einen Welpen zu testen und davon auf den ganzen Wurf zu schließen ist mMn Augenwischerei. Zu den neuen Titer-Schnelltests gibt's bisher noch nicht viele Erfahrungen, aber auch die sind teurer als ne Impfung.
Wenn man von der Schädlichkeit von Impfungen überzeugt ist und daher auch ja keine einzige Impfung zu viel machen will, dann bleibt einem wohl konsequenterweise nix anderes übrig als zu testen, ja... es wird immer Leute geben, die das gern wollen und warum auch nicht, des Menschen Wille ist sein Himmelreich, solange es keinem schadet, immer los!
Wenn dem nicht so ist, also wenn man da keine dramatischen Impfreaktionen/-schäden befürchtet, dann spricht ja auch nix dagegen, mit dem bisherigen "breitwürfigen" Verfahren zu versuchen, alle Welpen irgendwann mal zum richtigen Zeitpunkt zu erwischen - die, die schon überdurchschnittlich früh keine maternalen AK mehr haben und die, bei denen es normal langen dauert und auch die, die besonders lange maternale AK haben (das wäre dann die 3. Impfung mit 16 Wochen...).