Hmmm... einerseits:
Wie und woher wußte die Halterin, dass es keine Chance gab?
Weil er geschrien hat, weil er winselte?
Als meine alte Lady damals überfahren wurde hat sie geschrien wie am Spieß und auf der Fahrt zum TA gewinselt und gejault.
Heute, 12 Jahre später lebt sie immer noch.
Ich glaube nicht, dass man als Laie einschätzen kann, was geht und was nicht und solange ein TA in erreichbarer Nähe ist und es eine Möglichkeit gibt, dahin zu kommen, gibt es keinen Grund, ein Haustier zu erschlagen!
[...]
Aber zum Bericht: So, wie die Frau gehandelt hat, ist das meiner Meinung nach nicht nachvollziehbar, denn die Schwere der Verletzung konnte sie kaum beurteilen, und die Art des Tötens ist absolut bestialisch!
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Komm an mein Herz!!!
Ich erlebe es öfter, dass Leute mit verletzten Tieren zu uns kommen, sei es nach Unfall oder Beißerei, und meinen, man könne das Tier nur noch erlösen. Manchmal haben sie recht, oft kann man aber sehr wohl noch etwas tun!
Ich mein, in manchen Fälle, wie RedPaula oben z.B. beschreibt, ist es auch für Laien und in einer ungewohnten Paniksituation klar zu sehen, dass man rein gar nix mehr tun kann.
Häufig irrt man sich da aber auch, wenn man nicht die Ausbildung und Erfahrung hat, sowas professionell einzuschätzen.
Wenn man solche Situationen nicht gewohnt ist und es dann gar noch das eigene Tier ist, steht man unter Schock oder ist mindestens sehr aufgeregt.
Blut färbt sehr stark und grade bei hellen Tieren und wenn noch Wasser (oder andere Körperflüssigkeiten) im Spiel sind, täuscht man sich oft bei der Menge des Blutes.
Offene Brüche sind schlimm, aber lange nicht immer ein Todeurteil.
Grade beim Hund sind nichtmal raushängende Innereien zwingend ein Todesurteil, jenachdem was da hängt und wie stark es beschädigt ist, kann man das oft sehr gut wieder reinstecken und zunähen (naja, ein bisschen komplizierter schon... aber es geht da mehr als man denkt, und das nicht nur an Unikliniken!).
Partielle Lähmungen KÖNNEN auch zeitweise sein. Ein Tier, dass die Hinterhand nachschleppt, muss nicht irreperabel geschädigt sein - manchmal ist es auch da "nur" Schock und Schmerz, manchmal sind es "nur" Quetschungen und Prellungen der Weichteile oder Brüche der Gliedmaßen oder des Beckens, es ist nicht immer die Wirbelsäule durch.
Verletzte Tiere schreien schrecklich (manche... andere sind sehr still), aber das würde ich auch wenn ich Schmerzen hätte, das heißt nicht, dass es nicht wieder werden kann, das ist kein Maßstab für irgendwas.
Ehrlich, wir hatte schon so viele Unfallkatzen, die hier mit dem Vorbericht "Ist hinten gelähmt, wir müssen sie erlösen" ankamen, die dann aber "nur" Frakturen des Beckens oder der Hintergliedmaßen hatten, ohne schwere Weichteilverletzungen, und die teils mit, teils ohne chirurgische Frakturversorgung wieder 100% normal geworden sind.
Und sehr, sehr oft höre ich da "Mein Mann wollte nochmal drübersetzen/der Nachbar hat gesagt, wir sollen mit der Schippe draufhauen".
Wenn man irgendwo in der tiefsten Wallachei ist und kein TA erreichbar, das ist noch was anderes. Aber wenn schon jemand anbietet, einen zum TA zu bringen?