In diesem Thread wurde die Bruchneigung der Vordergliedmaßen bei Prager Rattler und Whippets erwähnt.
Nein, Whippets wurden nicht erwähnt (bzw nur von mir als Positivbeispiel, weil Beinbrüche im Gegensatz zum Windspiel bei denen nicht extem häufig sind), es ging um Italienische Windspiele.
Zitat
Beim Prager Rattler wären die Vorderbeine bei einem Sprung von einer ein Meter hohen Mauer gebrochen. Meine PR-omi ist ganze 21 cm hoch. D.h., das knapp 5 fache der Körpergröße ist der Hund in die Tiefe gesprungen. Rechne ich das jetzt auf einen 60 cm großen Hund um, müsste dieser aus 3 m Höhe springen - ich bin mir sicher, dass der ähnliche Verletzungen davon tragen wird.
Ja, aber von ner 1 m hohen Mauer oder vom Sofa springen oder mal 3 Treppenstufen mit Schwung und auf einmal nehmen ist was, was Hunde einfach machen und meiner Meinung nach auch machen können sollten, weil es zu einem normalen Hundeleben einfach dazugehört - was man eben auch daran sieht, dass auch solche Fliegenwichtshunde das liebend gern und
häufig machen.
Einem "normal kleinen" Hund von 4-5 kg aufwärts passiert dabei auch seltenst was, und denen passiert meistens auch nix, wenn man sie mal versehentlich in der Tür einklemmt oder ihnen auf die Pfote tritt oder ein großer Hund sie umrennt oder sie vom Arm runterfallen. Den ganz zarten Vögelchen halt schon.
Dagegen ist es doch relativ selten, dass mittelgroße bis große Hunde freiwillig mehrere Meter in die Tiefe springen.
Hunde können halt ihre eigene Größe nicht komplett einschätzen, in ihrem Kopf sind sie alle Wölfe. Im Umgang mit Artgenossen müssen sie lernen, wie man mit sehr kleinen oder sehr großen Kollegen umgeht und selbst das hat Grenzen, wenn die Interaktion wilder wird (egal ob Spiel oder Ernst), dann vergessen sie sich schonmal.
Im Umgang mit der Umgebung ist es das gleiche - klar kann ein kleiner Hund ungefähr abschätzen, wo er rauf und runter kommt, aber grade (sehr) kleine Hunde überschätzen sich da häufiger mal.
Bei den Windspielbesitzern wird das gern "Größenwahn" genannt und die Kleinen werden als besonders mutig und verwegen bezeichnet, aber ganz ehrlich, das ist vermenschlicht, der Hund macht einfach das, was ihm laut seinem Instinkt möglich sein sollte, egal ob er den Körper dafür hat oder nicht.
Das ist halt die Sache, was ist normal? Ich find es auch nicht normal, dass man sehr große Rassen die ersten 1-2 Jahre vor sich selber beschützen soll/muss, nicht springen, keine Treppen steigen, nicht zu lange spazierengehen, bloß nicht so lange toben lassen wie der Hund von selber will (weil sein Ermüdungsgefühl und die Leistungsfähigkeit seines Körpers nicht zusammenpassen), spezielles Futter...
Warum ist klein nicht klein genug und es muss umbedingt winzig sein? Warum reicht groß nicht und es muss gigantisch sein?
Wäre ein Chi oder ein Rattler mit 5 kg wirklich so schrecklich, wäre eine Dogge mit 70 oder 75 cm keine ordentliche Dogge mehr?
Wovon reden wir denn jetzt? Von einem watscheligen Gang bei nem Welpen oder von Hunden mit einem abartigen Schrägheck?
Watscheligen Gang kenne ich bei DSH-Welpen und Junghunden auch. Aber das hat bisher bei allen DSH verwachsen die ich kenne/gesehen habe.
Und so ein wobbeliger Gang bei Welpen und Junghunden ist normal? Oder ist das nicht eher auch schon ne Verschiebung von "normal für einen Hund" zu "normal für die Rasse, so wie sie heute ist"?
Watscheln andere Gebrauchshunderassen als Junghunde auch oder sind die straff?
[...] ich habe solche Extreme wie von der Crufts noch nie irgendwo live gesehen.
Ebenso wenig die Massen an verkrüppelten HZ Hunden, die angeblich jeder hier kennt.
Schlecht bemuskelte Junghunde Mal nen Karpfenrücken oder lose Bänder, ja , aber nie diese dramatischen Massen, die andere offenbar jeden Tag vor der Haustür stehen haben
Ich sehe durchaus auch normale/moderate DSH, sowohl aus Hochzucht als auch aus Leistungszucht.
Insofern würde ich angesichts der großen Wurfzahlen bei der Rasse nie behaupten, dass alle oder auch nur das ein Großteil der DSH so extrem wären. Aber ich seh eben im beruflichen Rahmen beim HD-Röntgen auch andere - eventuell haben wir die falschen Züchter um die Ecke.
Viele von diesen Hunde, möchte ich wetten, sieht man im Alltag eher nicht im Straßenbild - ohne da jetzt ins Detail gehen zu wollen, dürfte sich deren Leben im Zwinger, auf dem eigenen Gelände, im Hundehänger, auf dem Hundeplatz und auf Ausstellungsgeländen abspielen. Spazieren gehen ist beim einen oder anderen Züchter schon aufgrund der Menge an Hunden und Würfen wahrscheinlich nicht drin (sicher nicht nur beim DSH, aber grade das ist eine Rasse, bei der es scheinbar recht viele "Großzüchter" gibt?).
Mir ging es nur darum, dass grade die DSH-Fraktion immer sehr drauf pocht, dass deren typische Showpose und das ausstellungsmäßige laufen zum Großteil Trainingssache wären und auch diese Hunde in Wahrheit gar nicht so extrem wären.
Aber wenn ich Hunde sehe, die mit 9 Monaten beim vorröntgen x-beinig und rundrückig reingewatschelt kommen und die, wenn sie mal nen Minütchen irgendwo stehen müssen, nach und nach hinten runtersacken bis die plantare Seite der Tarsi im Stand (wenn man das denn so nennen will) fast den Boden berührt, dann ist das wohl kaum antrainiert.
Da ist vielleicht (im Gegensatz zu anderen Rassen) nicht die ganze Rasse Qualzucht, aber ein Teil davon geht mMn schon sehr in die Richtung.
Ich kann mir vorstellen, dass man evtl. eine andere Vorstellung von "vernünftig laufen" hat, wenn man einen normal laufenden DSH mit einer Hunderasse mit geradem Rücken vergleicht, da ja der DSH eine abfallende Kruppe hat.
Siehe oben... sollte "normal für einen Hund" wirklich so verschieden sein von "normal für diese Rasse"?
Ich denk genau da fangen die Probleme an, ob's nun darum geht, dass man seine Rasse 2 Jahre lang "großschonen" muss (und dann 3 Jahre was davon hat und sich danach als Altenpfleger/Sterbebegleiter betätigen kann), dass man ihnen die Falten ausputzen und intensive Ohrenpflege betreiben muss, oder eben das sich der Bewegungsablauf sehr von dem anderer Hunde unterscheidet.
Ich mein, ich bin ein großer Fan von Rassehunden, ich mag die Verschiedenheit und in Maßen ist auch eine etwas tiefere Kruppe und eine etwas stärkere Hinterhandwinklung und ein leichter Rundrücken wohl nicht schädlich... aber das ist dann wieder die gleiche Sache wie mit den sehr kleinen und sehr großen Hunden, irgendwann muss man auch mal zufrieden sein und den Hund zuerst als Hund sehen und nicht als Rasse XY die eben gottgegeben so und so aussieht und die und die "Besonderheiten" hat.