Beiträge von Marula

    @Iris + Berry:
    Bei einem Husky der mit 8 Jahren schon schlapp macht kannst du aber nicht von Top Zuchthund sprechen.
    Kuck dir mal diesen Gnadenhof für Huskys an. Da laufen 0-8-15 Tierheim-Huskys ohne Papiere mit 18 Jahren noch täglich 20-30km.

    Mach mal halblang. Das ein mittelgroßer bis großer Hund, egal welcher Rasse, mit 8 Jahren so langsam seinen absoluten physichen Leistungszenit überschritten hat und etwas kürzer treten muss, ist völlig normal, selbst wenn er dann noch nicht alt ist und noch lange etwas kleinere Belastungen mitmachen kann.

    In dem Link von dir ist nur ein einziger Hund vermerkt, soweit ich das jetzt überblicken kann, von dem es heißt, er wäre 18 Jahren und würde noch in Geschirr laufen. Der stammt aber aus einer Hoardingsituation und somit ist das Geburtsdatum wahrscheinlich nicht zuverlässig bekannt (kann aber gut sein, dass der Hund jünger ist als geschätzt, wenn er so vernachlässigt wurde, das passiert häufiger mal), und außerdem steht da nicht, wie weit und wie lange der Hund noch mitläuft - die 20-30 km stehen bei anderen Hunden.

    Wollte ich auch grad schreiben. Die Züchter, die ich auf dem Schirm habe und die auch erwachsene Ex-Zuchthunde an einen guten Platz abgeben, haben praktisch alle auch Senioren daheim, die dann bis zuletzt bleiben.

    So kenne ich es auch, außer halt bei dem einen, einzigen Altzüchter den ich etwas weiter vorn erwähnte, der wirklich zeitlebens alles abgegeben hat, was aus dem Sport- und Zuchtalter raus war. Aber das ist halt auch die große Ausnahme.

    Die meisten die ich kenne behalten alle Hunde für immer (aber hey, die haben dann halt auch mal 6-10 Hunde, manche sogar mehr, das ist ja auch wieder nicht erlaubt weil man dann ja nicht mehr genug Zeit für jeden hat...).
    Ein paar geben gelegentlich, wenn es sich halt so ergibt (weil der Hund es anderswo besser hätte, man selber schon mehr als genug hat und gute Käufer gefunden hat), mal nen Hund im besten Alter oder Junghunde ab.
    Keiner den ich kenne oder von dem ich in "meiner Szene" gehört hätte, gibt Seniorhunde ab.

    Habe das schon mehrfach geschrieben, worum es mir geht. Es geht nicht um "mal einen Hund abgeben". Ich habe nichts gegen Zucht, noch nicht mal was gegen Abgabe. Aber das kann ich hier 100 mal schreiben, wenn nur "selektiv" gelesen wird.Alte Hunde abgeben, weil man keine Welpen mehr rausziehen kann, finde ich daneben. Wenn das für dich okay ist, ist das doch gut. Von so jemandem würde ich aber keinen Hund holen.

    Naja, du liest ja auch ein kleines bisschen selektiv, wenn du bisher nur mitgenommen hast, das der einzige Grund nicht mehr aktive Zuchthunde abzugeben ist, das man keine Welpen rausziehen kann. ;)

    Zitat

    Der gibt also immer seine alten Hunde ab. Und das muss ich jetzt super finden, weil er sich einem höheren Ziel (tm) verschrieben hat. Und wenn ich das nicht verstehe oder richtig finde, bin ich wahlweise naiv, schwer von Begriff oder generell gegen Zucht.

    Musst du natürlich nicht super finden (mir ist es auch nicht sympathisch), aber es ist auch objektiv gesehen nicht schrecklich - weder für die Hunde, für die es ja irrelevant ist ob sie aus einem in deinen Augen gerechtfertigtem Grund abgegeben werden oder aus in deinen Augen niederen Beweggründen, noch für die neuen Besitzer, die ja nicht gezwungen werden, nen erwachsenen Hund zu kaufen, sondern idR bewusst genau so einen suchen.

    Schlecht finde ich nur, wenn man Hunde ohne nachfragen an den ersten verkloppt, der Geld auf den Tisch legt, egal ob das im TS ist oder beim Welpen oder beim aus der Zucht ausscheidenden Hund.


    Ich finde es auch legitim und sinnvoll, dass andere Menschen ihre Hunde abgeben, wenn es nicht passt. Das passiert eben manchmal. Aber das ist doch nicht die Regel. Ich gebe doch nicht jedes Mal meinen Hund ab, nur weil der jetzt alt und teuer wird!

    Ich weiß echt nicht, was du die ganze Zeit mit dem Geld hast. Ich kenne wirklich einige Züchter, gute und weniger gute, welche, die auch mal Hunde abgeben (wenige) und welche, die alles bis ultimo behalten (die meisten).

    Keiner verdient unterm Strich an der Zucht (wenn mal was von den Welpen über bleibt, ist das spätestens wieder weg wenn man TG-Sperma für den nächsten Wurf oder nen zukünftigen Zuchthund von sonstwoher importiert oder wenn man Rüde und Hündin für den nächsten Wurf zuchttauglich gemacht hat und dann stellt sich im Nachhinein raus, das einer von beide unfruchtbar ist und man hunderte, wenn nicht tausende von Euros umsonst ausgegeben hat...) und keiner von denen, die auch mal nen erwachsenen Hund abgeben macht das um Geld zu sparen.

    Der einzige Züchter von dem ich weiß, das bei dem kein Hund alt geworden ist, der von dem ich ohen schrieb, hat es am wenigsten von allen nötig gehabt an der Zucht was zu verdienen, weil der so schon genug hatte.

    "Geld" ist da, wo ich das bisher mitgekriegt hab, das mal erwachsene Hunde abgegeben wurden, nie das Thema gewesen, es ging immer drum, was man selber leisten kann, wie viel Platz man hat, wie viel Zeit für jeden einzelnen und wo der Hund sich wohler fühlen würde.

    Zitat

    Bin ich nicht. Schrieb ich auch weiter oben.

    Hat sich leider überschnitten mit meinem letzten Beitrag. Las sich aber für mich aus deinen Postings bis dahin schon so.

    Weil ich nicht mehr editieren konnte:


    Das Abgeben von Seniorhunden finde ich übrigens auch schäbig, es sei denn, der Hund fühlt sich in der Gruppe wirklich nicht mehr wohl. Das passiert manchmal halt erst im Alter und was soll man dann machen, alle anderen Hunde weggeben damit man einen Hund behalten kann? Ok, ich würde wahrscheinlich versuchen, für die letzten Monate bis Jahre was zu managen, aber ich war auch noch nicht in so einer Situation.
    EDIT: Wobei ich das bisher auch eher selten gehört hab, die meisten Hunde, die ihr Leben lang in der Gruppe gelebt haben, kommen da scheinbar auch im Alter gut klar und ich hab noch KEINEN Züchter erlebt, der für ne 10 jährige Hündin oder so nen neuen Platz sucht. Diejenigen, die es kommen sehen, dass sie zu viele Hunde haben, geben halt etwas früher ab, wenn man noch ne realistische Chance hat, das einer den Hund will und das er sich gut umgewöhnt.

    [...]
    Genau so wenig denke ich in Schwarz/Weiß. Wobei ich mich da jetzt auch nicht angesprochen gefühlt habe.
    [...]

    Ich denk im echten Leben sehen das nicht viele so schwarz/weiß, wenn man persönlich mit den Leuten spricht warum und wieso und wie sie das gemacht haben (Abgabe eines Hundes, in dieser und und in anderen Situationen), dann ist das oft ganz was anderes als wenn man sich das im Internet alles so schön zurecht-theoretisiert und sich möglichst polarisierende Szenarios ausdenkt. =)


    Züchter, die finanziell darauf "angewiesen" sind, jedes Jahr ein paar Würfe zu haben, sind für mich keine Option.
    Meine Züchter hatten bisher zwei Würfe, die Mutterhündin ist letzte Woche 10 geworden und wird hoffentlich noch sehr lange dort leben.
    Das ist natürlich keine Definition für "guter" Züchter, aber es ist für mich persönlich wichtig.

    Der einzige Züchter, von dem ich weiß, dass er regulär alle Zucht- und Sporthunde nach deren Karriere (meist mit 5-7 Jahren, nicht so vielversprechende Junghunde früher) abgegeben hat, hat trotzdem nicht jedes Jahr gezüchtet, geschweige denn mehrere Würfe im Jahr, und auch keine zig Würfe aus einer Hündin.
    Der hatte das finanziell nicht nötig, weil er ne gut bezahlten normalen Job hatte, hat aber ganz ehrlich gesagt, dass er auf Senioren nicht so Lust hat und lieber züchtet, Junghunde aufzieht und trainiert.

    Tja, hinterlässt bei mir auch nen schalen Nachgeschmack, andererseits hat er 3 Jahrzehnte lang wirklich hervorragende Hunde gezüchtet, Nachzucht aus dieser Linie steht in halb Europa, in den USA, in Australien und im Nahen Osten.
    Und die Leute, die Welpen oder erwachsene Hunde von ihm gekauft hatten, waren soweit ich weiß immer zufrieden: Gut gepflegt, gut sozialisiert - konnte man Spaß mit haben, das waren keine ausgelutschten, abgeschobenen Brutmaschienen oder deprivierte Kellerkinder.

    Wär nicht mein Weg (und ich denk es ist auch bezeichnend, dass das ein Züchter ganz alter Schule war, ich schreib in der Vergangenheit, weil er kürzlich die Zucht aus Altergründen aufgegeben hat... bei jüngeren Leuten findet man sowas mit Sicherheit seltener), aber wie bei so vielen anderen Themen gibt's da mehr als ein "richtig".


    Ich rede ja nicht von DEN Züchtern. Ich halte aber die, die ein Platz für ihre Senioren haben, für die größeren Hundeliebhaber.Wer aktiv Ausschuss produziert, ist auch nicht besser als die Uups-Wurf-Produzenten.


    Ok, wenn du eh gegen Zucht bist und eher findest, jeder sollte sich nen halt irgendwie zufällig entstandenen Welpen oder nen Tierschutzhund nehmen weil es gibt ja genug Hunde, ist das für dich wahrscheinlich kein Argument, aber:
    Keine Zucht, und sei sie auch noch so gut und klein und sorgfältig, kommt ohne "Ausschuss" aus.

    Wer was anderes behauptet lügt oder hat keine Ahnung.

    Es sind nicht alle Welpen gleich gut und nicht jeder ist zur Weiterzucht geeignet. Manche "Fehler" sind für reine Hobby-Sofaplätze keine (z.B. falsche Ohrenhaltung oder Fehlfarben), andere sind auch für den Endverbraucher schon recht schwerwiegend (Wesensmängel zum Beispiel, die auch bei sauberen Eltern und guter Planung vorkommen können).
    Daher muss jeder Züchter selektieren.

    Früher hieß das vielleicht, der Hund kriegte nen Knüppel an den Kopf.

    Bei herzlosen (und schamlosen...) Leuten heißt das vielleicht heute, dass der Hund in die rassetypische Nothilfe-Orga gegeben wird oder über ne Ebay-Anzeige ohne langes nachfragen an den Meistbietenden weggeht.

    Bei den meisten Züchtern heißt es aber heute, dass man sich ewig den Kopf zerbricht, welchen von den zwei Junghunden, die man zur Aufzucht behalten hatte, nun behält und dann für den, den man doch nicht behalten will, ein Zuhause sucht, dass ebenso gut oder schlecht ist wie die Plätze, die man für seine Welpen aussucht. Übrigens in der Regel zum Welpenpreis, obwohl der Hund ja nen Jahr oder so gefressen hat, tierärztlich versorgt wurde, eventuell schon beim vorröntgen war, ein bisschen Grunderziehung genossen hat usw usf.


    Das Abgeben von Seniorhunden finde ich übrigens auch schäbig, es sei denn, der Hund fühlt sich in der Gruppe wirklich nicht mehr wohl. Das passiert manchmal halt erst im Alter und was soll man dann machen, alle anderen Hunde weggeben damit man einen Hund behalten kann? Ok, ich würde wahrscheinlich versuchen, für die letzten Monate bis Jahre was zu managen, aber ich war auch noch nicht in so einer Situation.

    Aber nen Hund im jungen bis mittleren Alter, entweder weil er in Zucht oder Sport nicht so tut, wie man es sich gewünscht hat... tja, ich tendiere ja selber auch zu "behalten", aber Fakt ist, der Hund weiß nicht, ob er wegen Krankheit des Besitzers, Scheidung, Jobverlust/Geldmangel oder wegen Zuchtplänen abgegeben wird - der gewöhnt sich in nem guten neuen Zuhause so oder so wieder ein.

    Weiß ich alles. Aber letzlich ist die Tierhaltung bei den meisten Schaf- und Ziegenhaltern trotzdem ihr persönlicher Spaß, nur in etwas größerem Rahmen als bei Kleintieren und deswegen ist der Schutz ihrer Tiere in meinen Augen auch ihre eigene Aufgabe.

    Da kann ich sonst, sobald die ersten Hunde gerissen werden (und dazu wird es früher oder später sicher kommen) hingehen und fragen, ob ich auch nen Zuschuss zum Zaunbau kriege, damit meine Hobbytiere sicher vor'm Wolf sind.
    Nee, ich weiß, hinkt schon ein bisschen der Vergleich (Hunde kann man ja auch einfach an der Leine und unter Aufsicht lassen und sie müssen zur artgrechten Haltung auch nicht stundenlang auf der Wiese rumstehen), aber es ist nunmal lange, lange nicht so, dass bei allen oder auch nur den meisten Schafhaltern in Deutschland die Existenz dran hängt, sondern es ist eben nur ihr Hobby, genauso wie bei mir die Hundehaltung bloß mein Privatvergnügen ist - für das ich folgerichtig auch selber aufkommen muss.

    Wenn man das sagt, explodieren die Leute natürlich vor Zorn (und eben deswegen bin ich ja auch durchaus für staatliche Unterstützung auch von Hobbyhaltern, es ist für die Akzeptanz von großen Raubtieren mMn unumgänglich, egal was ich persönlich drüber denke)... aber glaub mir, das tun Taubenzüchter auch, wenn man sie auf den Wanderfalken und auf Greifvogelschutz anspricht.

    Breiftauben können übrigens locker drei- bis vierstellige Beträge wert sein und die MÜSSEN zum Training/Freiflug und für Wettbewerbe raus, die KANN man nicht dauerhaft sichern, das wäre weder artgerecht noch für dieses Hobby irgendwie zweckmäßig.
    Wenn einem der unter Naturschutz stehende Wanderfalke so ein kleines Schätzchen vom Himmel geholt hat, dann stehen einem auch die Tränen in den Augen... und trotzdem haben die Halter das zu akzeptieren und die Kosten selber zu tragen.
    Was auch Konfliktpotenzial hat, das seh ich durchaus.


    Ich find man darf bei der Debatte einfach niemanden aus der Pflicht lassen, weder den Wolf und die Wolfsschützer, noch die Tierhalter und auch nicht den Staat.

    Und ich möchte auch nochmal betonen, das für mich gewerbliche Tierhalter, die wirklich durch den Wolf in ihrer Existenz bedroht werden, auf ner anderen Stufe stehen als Hobbyhalter was den Beihilfe- und Entschädigungsbedarf angeht.

    Zitat von Sammaja

    Ich finde halt ganz ehrlich, dass man ein Zuchtziel genau so auch mit einer einzigen Hündin (zu einer Zeit) verfolgen kann. Natürlich kommt man dann nicht so schnell voran als wenn man mehrere Generationen bzw. Hündinnen hat, aber muss man das denn immer, damit man "der Rasse etwas bringt"?Es geht in der Rassehundezucht mMn nicht um Geschwindigkeit. Und der Rasse etwas Gutes tun und ein entsprechendes Zuchtziel verfolgen (z.B. was das Ausdünnen von Erbkrankheit betrifft) kann ich auch, wenn ich keine 4-5 Hündinnen habe.


    Naja, aber irgendwann ist das Sofa nunmal voll. Und wenn man dann mit dem züchten immer wartet, bis genug Althunde und gegebenenfalls nicht zuchttaugliche jüngere Hunde weggestorben sind, das man wieder mal einen behalten kann, den man dann im besten Fall (aber auch lange nicht sicher) zuchtfähig kriegt, dann sind eventuell irgendwann die eigenen Nachzuchten aus dem zuchtfähigen Alter wieder raus, bevor man nen Wurf machen konnte.

    Mit jedem Wurf praktisch wieder ganz neu beginnen zu müssen ist ja auch nicht Sinn und Zweck von Zucht (in meinen Augen).


    Zitat von Sammaja

    Warum muss man denn als Züchter ein super-duper hoch gestecktes Zuchtziel haben, um "etwas Relevantes zur Zuchtgeschichte beizutragen"? Muss jeder immer direkt die Welt verändern wollen, um nicht als Züchter abgewertet zu werden?
    Das ist nämlich das Gefühl, das ich bei Beiträgen dieser Art bekomme.
    Züchtet denn jeder gute Züchter dann nur, weil er etwas verändern will das er nur über mehrere Generationen ansatzweise erreichen kann?
    Das die Rassen ständig im Wandel sind ist mir schon klar, aber es liest sich ständig so, als sei jemand, der sich als Zuchtziel steckt die Gesundheit der Rasse zu verbessern oder zu erhalten und einen bestimmten (gesunden) Typ der Rasse aus seiner Zucht hervor zu bringen direkt weniger Wert als jemand, der einen revolutionären Zuchtgedanken hegt. Und diese Sicht auf die Dinge gefällt mir überhaupt nicht.
    Ich weiß nicht ob das mit der jeweiligen Rasse zusammen hängt. Vermutlich ist es das. Denn wie viel Aufwand hinter so einem Zuchtziel steckt hängt ja nunmal auch immer - wie du schon sagst - mit der Basis zusammen die man innerhalb der Rasse bereits hat.

    Naja, Gesundheit und konstanter Typ sind ja nun keine Kleinigkeiten! Um das überhaupt zu erhalten, geschweige denn zu verbessern, arbeiten viele Leute schon recht hart über ziemlich viele Hundegenerationen, ganz ohne den Wunsch ihre Rasse dabei noch revolutionär umzuformen.
    Dafür allein muss man uU schon mehr machen, als nur alle Jubeljahre mal einen Wurf und dann wieder 5 Jahr nix und dann nach weiteren 6 Jahren wieder mal nen Wurf mit ner zugekaufte Hündin (weil die eigene Nachzucht, die man behalten hatte, dann doch gesundheitlich nicht ok war...) usw usf

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    Ich selber würde das nicht so schwarz/weiß sehen was da ok ist und was nicht, es gibt bei dem Thema jede Menge Graustufen.
    Es ist mir schon wichtig, dass der Züchter, wo ich einen Hund kaufe, mir auch menschlich einigermaßen sympathisch ist. Man muss nicht bff's sein, aber zumindest sollte man auf den Menschen nicht herabsehen müssen oder sich nur über ihn aufregen oder so.

    Jemand, der ne Hündin nach erreichen der Altersgrenze nach der Maximalanzahl an Würfen an den ersten vertickt, der an der Tür klingelt, das wäre nicht meine Adresse.

    Jemand, der nach ein oder zwei Würfen mit einer Hündin sagt, dass die Nachzucht genau das ist, was er für die Weiterzucht wollte, er aber mit den Nachwuchshündinnen und den schon vorhandenen Senioren einfach zu viele Hunde hat, die auch noch alle viel besondere Aufmerksamkeit haben müssen (Junghunde und Seniore halt), und sich deshalb entschließt, für die aktuelle Zuchthündin besser ein neues Zuhause zu suchen, solange sie noch im besten Alter ist und es einfach ist, jemand für sie zu finden... kann ich voll verstehen.

    Würde ich wahrscheinlich selber nicht über's Herz bringen, aber ich find's bei anderen auch nicht schlimm, solange da genauso sorgfältig nach Käufern gesucht wird wie bei nem Welpen. Ich kenne einige Leute, die so an wunderbare Hunde gekommen sind und wo auch immer noch ein freundschaftlicher Kontakt zum Züchter besteht.

    Wie bordy schon sagte, man kann kann ja nicht einerseits den Leuten empfehlen "Du, wenn du einen erwachsenen Hund einer bestimmten Rasse willst, frag doch mal bei Züchtern nach, ab und zu sind mal erwachsene Hunde oder Junghunde mit kleinen Fehlern abzugeben!" und so weiter, aber dann die Züchter verurteilen, die diese tollen Hunde abgeben...


    Außerdem bin ich ein großer Freund von Zuchtmiete und Miteigentümerschaft (das wäre z.B. im obigen Fall eher meine Lösung, ich würde wohl versuchen, Co-Owner für die Junghündinnen zu finden statt die Mutti abzugeben).
    Die Züchterin von meinem Rüden macht das viel - sie kann sich (genau wie ich wahrscheinlich) auch von keinem ihrer Hunde trennen und hat auch noch zwei Hunde mitlaufen, die nie zur Zucht gedacht waren bzw aus gesundheitlichen Gründen nicht geeignet sind, will aber trotzdem ihre Zucht mit ihren eigenen Nachzuchten fortführen.

    Bei meinem Rüden hat sie den Vater zusammen mit einer anderen Person aus dem USA nach Skandinavien importiert.
    Die Mutter war aus eigener Zucht und stand im Mitbesitz (nach dem einem Wurf, so war es vertraglich vereinbart, geht die Hündin vollständig in den Besitzer der Miteigentümerin über).
    Aus dem Wurf, wo mein Hund raus ist, sind... puh... ich glaub 4 von 6 Welpen in Mitbesitz, aus dem davor 2 von 4. Behalten hat sie jeweils keinen - Platzmangel, zu viele Senioren im Haus...

    Es wird natürlich nicht aus jedem dieser Welpen auf jedem Fall Nachzucht geben, sondern man muss nunmal erst abwarten, wie die sich entwickelt und auch, wo es dann letztlich zwischenmenschlich zu dem Zeitpunkt, wo es ernst werden würde, immer noch alles stimmt. Miteigentümerschaft ist ja leider auch sehr tricky in der Hinsicht und genau deswegen kann ich eben auch den Züchter verstehen, der seinen Nachzucht lieber im eigenen Haus behält und, wenn er schon einen weggeben will/muss, die erwachsene Hündin abgibt. Denn wenn die Miteigentümer blocken, dann geht gar nix mehr und man hat uU viel, viel Geld und jahre-/bzw generationenlange Zuchtarbeit im Nix versenkt.


    Aber mit Zuchtmiete haben dann ja viele auch wieder ein grundsätzliches Problem. :ka:

    Naja, man muss schon so ehrlich sein und sagen, dass Schafhaltung in Deutschland ein zu vernachlässigender Wirtschaftszweig ist und davon nur sehr wenige Leute leben. Eigentlich fast nur Landschaftpfleger. Die meisten Schafthalter sind Hobbyhalter oder bestenfalls Teilzeitlandwirte und ich bin da schon ein bisschen auf dem Standpunkt, dass jeder, der sich zum Spaß (selbst wenn er mal ein paar Überschüsse vermarktet) Tiere hält, auch in der Hauptsache selber für deren Schutz zuständig ist, auch finanziell.

    Wenn ich als Hobby und für den Eigenbedarf Hühner hab und die nachts nicht aufstalle oder der Stall Löcher hat oder was auch immer, dann ersetzt mir auch keiner den Schaden wenn der Marder sie holt. Bzw ersetzt einem da eh keiner irgendwas, egal wie gut der Stall gesichert war oder nicht... zu Recht, meiner Meinung nach. Mein Spaß, mein Geld, mein Verlust wenn's nicht klappt.
    Ebenso muss auch der Taubenhalter damit leben, dass Habicht und Wanderfalke Tauben holen und darf die Greifvögel nicht mehr einfach abschießen.

    Für die hauptberuflichen Schaf- und Ziegenhalter, wie z.B. den Bio-Milchziegenbetireb mit 200 melkenden Ziegen den es bei meinen Eltern in der Nähe gibt (mit eigener Käserei und allem Pipapo), muss es schon Unterstützung geben, keine Frage. Da hängen ganz direkt Existenzen dran, das ist nochmal ganz was anders als jemand, der sich aus Liebhaberei oder zur Beschäftigung seiner Hütehunde 30 Schafe hält oder 4 Streichelziegen hinterm Haus hat.


    Nun ist es so, dass ich auch verstehen kann, warum man sauer ist, wenn irgendein Viehzeug an die eigenen Tiere geht, die man mit Herzblut und viel Geld hält. Ich würd da auch ausrasten...

    Da muss man diplomatisch sein, den Leuten zu sagen "Persönliches Pech, kümmert euch drum, der Wolf darf das" bringt nur Hass und führt am Ende dazu, dass die Leute halt heimlich das Gewehr rausholen.

    Zumal der Wolf das ja auch eben nicht "darf", denn ein paar Schafsrisse werden zu vielen Schafsrissen, werden zu Kälberrissen, werden zu Rinderrissen (und von Rindsviechern leben im Gegensatz zur Schafhaltung ja schon so einige), werden zu Pferderissen (wo sich die Leute dann erst Recht ohne Ende aufregen weil Pferde emotional für die meisten noch nen anderen Stellenwert haben und das einzelne Tier materiell auch ziemlich wertvoll sein kann), werden letztlich zu Hunde- und Katzenrissen im Garten, wie in Schweden... und dann hat's sich ausgewolft.


    Insofern finde ich es schon wichtig, dass auch Hobbyhalter ne gewisse Unterstützung kriegen, neben der Eigenverantwortung... und das man den Wolf scheu hält, indem man richtig gemein zu ihm ist, wann immer es möglich ist.
    Soll der ruhig weiter nur über DNA-Nachweise aus Kot, Straßentode und gelegentliche Wildkamerafotos nachweisbar sein, ich muss den nicht sehen...


    Weiß eigentlich jemand wie unsere östlichen Nachbarn in Polen das machen? Werden Wölfe da regulär bejagt und wenn ja, in welchem Umfang? Wie viele Wölfe gibt's da eigentlich? Wie wird der Herdenschutz dort gehandhabt? Wie viele Viehverluste haben die da so?

    Italien? Spanien? Da weiß ich jeweils nur sehr wenig drüber, nur, dass sie sowohl in Spanien als auch in Italien jeweils kontinuierlich arbeitende Herdenschutzhunde hatten/haben, weil der Wolf nie ganz ausgestorben war. Die haben allerdinsg auch teilweise noch weniger dicht besiedelte Gegend als wir hier...