Beiträge von Marula

    Ui @Sambo71, das klingt gut. Woher hast du das?
    Denn ich hätt ja schon gern was festes, einfach weil ich keinen Bock hab das meine Grobmotoriker das Ding raushebeln...
    (Und ich hab ja 3 Grobmotoriker, 2 menschliche und Arren.)

    Was zum fest verschrauben ist natülich toll (krieg ich beim nächsten Auto in ein paar Jahren definitv), kann aber auch den Wiederverkaufswert des Autos deutlich mindern wenn wirklich was gebohrt wird.
    Für mich wäre das gar nicht mal relevant gewesen, ich fahre meinen jetzigen Wagen wahrscheinlich eh bis auf das der Schrottplatz uns scheidet, aber wenn ihr einen Neuwagen gekauft habt (?), dann würde ich da vielleich nochmal überlegen.

    Das Kleinmetallgitter was ich habe kann man defintiv NICHT einfach rein- oder rausdrücken, weder große starke Hunde noch Menschen. Man kann es los schrauben, wenn man nen Moment Zeit hat und wenn mir einer ins Heck fährt, nunja, da wirken ja nochmal ganz andere Kräfte, aber sonst rührt es sich nicht. Wirklich nicht, da könnten die Hunde ruhig drin rumtoben.

    Mhh, mir ist gerade aufgefallen, daß ich eigentlich auch nichts mehr über die Chis erzähle.
    Aber was auch? Sie sind unfassbar brav, inzwischen aufgrund des Alters doch sehr ruhig und leicht zu beschäftigen. Das ist für andere Leute mal einfach langweilig zu lesen, deswegen liebe ich sie aber trotzdem immer noch genau wie eh und je.
    LG von Julie

    Ist bei mir auch so... über die braven gibt's immer weniger zu erzählen als über die jungen Wilden und ich hab bei meinem Senior, der langsam aber sicher immer tattriger wird und so langsam in die Zielgrade einbiegt, nicht so das Bedürfnis, mich im Seniorenpflegethread auszutauschen oder so, das mache ich still und leise mit mir selber aus.

    Auch auf Fotos sind die beiden älteren Hunden weniger drauf, besonders eben wieder mein Opi - weil der einfach immer direkt hinter- oder neben mir steht und außer gemächlich durch die Gegend tappen, schnüffeln und Gras fresse nicht mehr viel macht.


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    Animal Hoarding fängt für mich da an, wo die Tiere vernächlässigt werden: Mangel an Futter und Wasser, planlose Vermehrung, ein Leben im Dreck, unbehandelte Krankheiten...

    Solange die Tiere gut versorgt sind, ist es auch kein Animal Hoarding, auch wenn's viele Viecher sind. Womit der einzelne glücklich ist und was er leisten kann, das ist nunmal verschieden.
    Also, die ungewöhnlich hohe Anzahl der Tiere allein ist für mich kein Argument für oder gegen AH, ABER es wird natürlich mit steigender Anzahl der Viecher und auch der Arten, die man pflegt immer schwieriger, allen gerecht zu werden.


    Natürlich sieht man mal Situationen, wo es im Moment alles gut ist, aber man bei sich schon denkt, das könnte mal abgleiten. Was will man da machen... im Auge behalten, im Zweifeslfall versuchen einzuschreiten (je nach Fall helfen, anzeigen oder anderens). Mehr geht ja doch nicht.


    Ich find es ehrlich gesagt ein bisschen befremdlich, das man so bereitwillig seinen eigenen Standard von "normal" an andere Leute anlegt.
    Wozu man zu Beispiel mehr als zwei Hunde braucht? Ähm, für gar nicht so wenige Leute stellt sich die Frage schon bei EINEM Hund und die Freaks, die sich noch stundenlang im Internet über Hunde unterhalten, haben eh alle einen an der Waffel.

    Ich persönlich könnte auch mit einem Hund glücklich sein, aber zwei oder drei find ich schöner und meine Wunschzahl ist vier. Dann ist aber auch Schluss - viere kann ich managen, passen bei mir auf die Sofas und ins Auto und kann ich auch auslasten (wenn es alles die gleiche Rasse mit ähnlichen Bedürfnissen ist - auf nen drastisch anderen Hundtyp hätte ich derzeit echt keine Lust und das würde dann auch schwer werden, wenn ich mit jedem nen eigenen Sport machen sollte).

    Andere finden schon zwei zu anstrengend. Als ich im Sommer/Herbst 2014 mal wieder für einige Zeit "nur" zwei Hunde hatte weil mein Ersthund nach 8 Jahren mit ca. 13-14 Jahren verstorben war, fand ich das.... na, öde wäre das falsche Wort, aber es war unglaublich einfach und ich hatte ständig das Gefühl, ich hätte irgendwas vergessen. :D


    Auf anderes Viehzeug hätte ich auch hin und wieder mal Lust, aber wenn ich dann ernsthaft drüber nachdenke, was für eine Aaaaaaaarbeit ein eigenes Pferd oder ein paar Anglo-Nubier Ziegen oder ein Zimmer voller Vögel oder ein Terrarium mit Pfeilgiftfröschen oder ein paar Bienenkästen wäre, kann ich doch ganz gut wiederstehen.
    Ein wirklich passioniert betriebens Hobby reicht für mich. :D

    Wenn dem wirklich so wäre, gäbe es nicht ständig diese angeordnete Auflösung von riesigen Hundezuchten um deren Vermittlung sich dann die Tierheime bemühen müssten.

    Mir wär jetzt nicht bekannt, das ständig VDH-Großzuchten aufgelöst werden. Oder reden wir hier doch wieder von "jeder der Welpen macht ist ein Züchter"?

    Wenn eine Linie ausstirbt, die auf so wenigen Tieren basiert, dann scheint es mit der Zusammenarbeit unter den Züchtern nicht weit her zu sein und diese Linie sich keiner Beliebtheit zu erfreuen. Dann hängt ihr Wohl und Wehe an einem einzigen Züchter und der kann nur hoffen, 100 Jahre alt zu werden....
    Ich kenne es so, daß die vielversprechendsten Welpen an befreundete Züchter/Aussteller/Hundesportler gehen, die sie optimal fördern und in Bezug auf das Zuchtziel mit dem Züchter auf einer Wellenlänge liegen. Kein großes Drama, wenn da ein Nachzuchthund ausfällt; die Linie wird von anderen weitergepflegt und ein Junghund hilft dem Zwinger züchterisch wieder auf die Beine.

    Eine mir bekannte "kleine" Züchterin hat so das Blut ihres Stammrüden aus Schweden nach 3 Generationen zurückgeholt, und ihre junge Nachzucht aus der Schwedin entspricht voll und ganz ihren züchterischen Erwartungen.

    Ein anderer Zwinger hat über Jahrzehnte mit einem oder selten zwei Würfen im Jahr kontinuierlich Spitzenhunde hervorgebracht, die viele neue Zwinger begründeten.

    Im Gegensatz dazu gibt es Zwinger mit hohem Welpenausstoß, die zwar hin und wieder einen Ausstellungssieger hervorbringen, der aber mehr Zufallsprodukt ist und wo der große Rest sang- und klanglos verschwindet.

    Daß Progressivität an Größe gekoppelt ist, kann ich absolut nicht bestätigen.

    Ich denke da haben wir unterschiedliche Vorstellungen von Größe und von viel züchten. Ich weiß nicht, wie viele Boxer im Jahr in Deutschland, in Europa und weltweit geboren werden und wie viele Hunde große Züchter haben und wie viele Würfe in großen Zwingern im Jahr fallen.

    Salukis fallen in Deutschland jedes Jahr so um die 100 Welpen, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Wenn's hochkommt, werden weltweit vielleicht so um die 1500 Salukis mit Papier geboren, würde ich nach grobem überschlagen mal sagen, aber ich würde mich nicht drauf festnageln lassen. ;)

    Züchter, die jedes Jahr einen Wurf machen, oder auch nur regelmäßig alle zwei Jahre, die züchten hier in Deutschland bei Salukis VIEL. Züchter, die häufiger mal zwei Würfe im Jahr liegen haben, sind eher die Ausnahme.

    Salukihündinnen gehen meistens zwischen 4 und 6 Jahren erstmals in die Zucht und haben seltenst mehr als 2 Würfe. Die meisten Rüden decken ein oder zwei Mal im Leben, ein Salukirüde, der 5 x oder mehr gedeckt hat, ist bei den kleinen Populationszahlen schon bald ein Popular Sire.

    Also, wenn ich lese alle ein bis zwei Jahre ein Wurf wäre wenig oder auch, das mit 3 Jahren in die Zucht für eine Hündin als eher spät angesehen wird, oder das eine Züchterin einen Rüden nach ein paar Deckakten im eigenen Zwinger und ein paar mal auswärts decken "pensioniert" hat weil das ja genug wäre, dann muss ich schmunzeln.


    Die Zuchtverwendung von Landrasse-Hunden aus den Ursprungsländern ist bei uns unter bestimmten Auflagen erlaubt, wir haben in allen FCI-Ländern sowie auch in den USA und teilweise im UK und in Australien ein mehr oder minder offenes Zuchtbuch und das wird auch genutzt, nicht massiv, aber es kommt kontinuierlich immer mal was neues rein in den Genpool.

    Das heißt, wir sind in der glücklichen Lage, dass wir eine Vielzahl von verschiedenen Linien haben, schon von den ursprünglichen Foundern haben wir im Vergleich zu anderen Hunderassen verdammt viele (über 100, die noch lebende Nachkommen haben, auch wenn einige davon stark überrepräsentiert sind... um das in Relation zu setzen, es gibt gar nicht so wenige Rassen, die von 2-10 Tieren abstammen, die zum Teil auch noch verwandt waren... und wo die letzten 50-100 Jahre nix neues mehr legal dazugekommen ist), so dass schon konservativ gezüchtete Linien ohne jegliche Beimischung von papierlosen Hunden recht divers sind, und dazu halt die im Laufe der Jahrzehnte eingeführten Linien, die von verschiedenen papierlosen Importen abstammen.

    Das heißt aber auch, dass es einen recht breiten Mainstream gibt (wo es tatsächlich nix ausmacht, wenn mal ein Wurf nix wird, weil man das gleiche in Grün an jeder Ecke wieder bekommt) und danaben eine Vielzahl von Linien, um die sich TATSÄCHLICH jeweils nur einzelne engagierte Züchter bemühen (die wirklich am besten 100 Jahre alt werden sollten... oder zumindest Nachfolger finden...).

    Und trotzdem ist es da nicht so, das überhaupt irgendwer routinemäßig erwachsene Hunde abgibt - es kommt vor, aber es ist eine Ausnahme, für die ich im Einzelfall jedoch Verständnis hab.


    Tja. Was will ich jetzt eigentlich sagen?

    TLDR:
    Die Situationen sind von Rasse zu Rasse scheinbar sehr verschieden.

    Was ist eigentlich mit alten Deckrüden? Gibt's da auch eine Altergrenze fürs Decken?
    Wenn man z.B. noch nen Deckrüden hat - zusätzlich zu evtl. 2 Hündinnen - dann hat man damit ja alleine schon 3 Hunde... O_o

    Grüße!

    Bei uns gibt's keine Altergrenze.

    Gekörte Rüden stehen aber oft einfach bei interessierten "normalen" Liebhabern, manchmal auch in Miteigentümerschaft mit einem Züchter.
    Vielen Züchtern ist es zu stressig, selber beide Geschlechter zu halten und nen Deckrüden zu halten ist ja nicht anders als nen anderen Rüden, außer das man halt ne ZZL mit ihm macht und ihn mehr oder weniger intensiv in Ausstellungen und Sport zeigt. Das kann man auch als "Normalo" gut machen.


    Aber - ja. Manche/viele Züchter haben auch noch 1 oder 2 Rüden.


    Wenn man aus dem dritten Wurf (bei kleinhunden sind 3 Würfe durchaus üblich) eine Hündin behält ist die Mutterhündin um die 6 Jahre alt. Bis der Nachwuchs zuchttauglich ist ist sie 8. Wenn man dann noch mal aus dem zweiten Wurf einen Hund behält ist die allererste Hündin über 10 Jahre alt. Wenn man das dann aber nicht mit 1 Hund durchspielt sondern mit 2,3 oder 4...

    ]Ich bin es auch, allerdings kann das doch auch anders gehen. Meine Züchterin hat zwei Hündinnen. Jedenfalls hatte die Mutter meines Hundes ihren zweiten (und letzten) Wurf mit 6 Jahren. Den ersten also mit 4. Die Tochter wurde aus dem 1. Wurf behalten, hatte auch mit 4 ihren ersten Wurf, dieses Jahr kommt der zweite. Ihre Althündin ist nun also 10 Jahre alt und die andere 6. Jetzt wird sie vermutlich wieder eine Hündin behalten, um eben die Zucht weiterzuführen, die paar Jahre gehen wohl auch drei Hunde. Es klappt mit dem richtigen Abstand und wenn man Arbeitsrassen hat, die man eben vor Zuchteinsatz erst noch durch diverse Prüfungen zuchttauglich bekommen muss, auch ohne dass man am Ende mit 3 Senioren dasteht und pausieren muss.


    Schön gedacht und ich kennen auch die eine oder andere Zuchtstätte wo es ein paar Generationen so geklappt hat.
    Aber wie hijita und Nebula schon sagten, da kann ne Menge schiefgehen.Da brauch bloß mal die Nachzuchthündin aus dem zweiten oder dritten Wurf der Stammhündin behalten hat, ne Pyo bekommen (oder eins von 1000 anderen Dinge passieren, die passieren können) bevor sie ihren ersten Wurf hatte und das war's erstmal mit diesem Stamm - es sei denn, man hat noch welche in Miteigentümerschaft platziert, die man statt dessen nutzen kann.

    Das war das, weswegen ich im vorletzten (?) Posting von mir meinte, dass das alles nicht so schön linear planbar ist von wegen "Ich fange mit X-Hündinnen an, dann mache ich dann und dann nen Wurf, dann und dann noch nen Wurf, behalte dann und dann nen Welpen zur Weiterzucht und dann hab ich insgesamt nie mehr als X Hunde zuhause".



    Das Problem ist in meinen Augen dass man bei deiner Züchterin allerdings maximal von "kleiner Hobbyzucht ohne großartigen Mehrwert für die Population" sprechen müsste. Denn alle 4 Jahre mal 6 Welpen.. das geht in der Population komplett unter :-/

    Naja, bei Chessies vielleicht nicht, da gibt's ja eh nur so wenige. Und bei seltenen Rassen hat man halt auch meistens das Problem, dass die Nachfrage auch nicht so groß ist - da kann man so toll züchten wie man will, man musst trotzdem oft schon bei einem Wurf alle paar Jahre gucken, dass man alle Welpen gut unterkriegt (vielleicht sogar noch den einen oder anderen in Hände von aktiven Sportlern und/oder Ausstellern oder zu anderen Züchtern, damit es weiter geht).

    Aber so Minderrassen sind ja eh schwierig was die Populationsgenetik angeht: Eigentlich müsste man von der Genetik her mehr züchten, die Realität sieht aber so aus, dass das gar nicht geht wenn man nur so viel züchtet, wie man auch unterkriegt.

    Ich wundere mich ein wenig wie emotional die Meinungen hier zu dem Thema sind.
    Aus meiner Sicht hat Rassezucht ganz andere und viel größere Probleme als das Züchter ihre alten Hündinnen abgeben.

    Wenn man bei solchen Details mit Moral kommen will müsste konsequenter Weise die ganze Rassezucht ablehnen. Zumindest in der Form wie sie in der Regel bei Mode- und Familienrassen angelegt wird. Da geht es überwiegend nur noch um Anatomie und Fellfarbe. Gesunde, wesensfeste Tiere werden aus der Zucht ausgeschlossen weil sie optisch der Schöneitelei des Meschen nicht in den Kram passen. Dies verringert unnötig den Genpool und erhöht den Inzuchtskoeffizienten. Rassetypische Krankheiten sind deswegen vorprogrammiert und auch in fast jeder Rasse zu finden.

    Aus völlig falschen Idealen und sicher oft auch absolutem Unwissen über gentische Vorgänge verbieten die Vereine dann Fremdeinkreuzungen obwohl man dadurch die Gesundheit wesentlich leichter erhalten könnte. Alles muss genormt und vorgeformt sein - der Hund von der Stange quasi . Und bitte möglichst "reinrassig" - was auch immer das heißen soll, ein wissenschaftlicher Begriff ist es jedenfalls nicht.

    Die Dinge auf die es eigentlich ankommen sollte - Wesen und Gesundheit - nehmen viel zu oft auf dem Rücksitz platz und genau das macht die Zucht der meisten Showlinien und Familienhunden für mich ablehnenswert und nicht kompatibel mit meinem Tierschutzgedanken.
    [...]

    Sind halt zwei verschiedene Ebenen, das eine ist die gesundheitliche und (populations)genetische, das ist ja erstmal eher theoretisch, es sei denn halt man züchtet selber oder ist da sonstwie sehr nahe dran.
    Die andere Ebene ist die der Ethik im Umgang mit dem realen Lebewesen, da haben die meisten denke ich einen viel engeren Bezug zu, also kein Wunder, dass das emotional wird.

    Aber wie man das eine angeht, korreliert ja nicht direkt mit dem anderen.

    Z.B. sind diese netten Schlittenhunde-Gebrauchskreuzungen ja idR reine Leistungszucht, da wird kein Formwert beachtet, die müssen fit sein und was können und die haben definitiv ne gute genetische Vielfalt, weil sich jeder seine eigene Suppe mischt.
    Aber da geben recht viele Züchter routinemäßig ihre Hunde nach Sport- und Zuchteinsatz ab, von den Schlittenhundeleuten haben viele recht große Hundebestände und eine gewisse Fluktuation wird da in manchen Kreisen bald schon als normal angesehen.
    Gut oder schlecht?

    Und dann gibt's auch Züchter von so richtig schlimmen Brachys mit Minus-Nase, Keilwirbeln, Allergie/Atopie und was man sonst noch so schönes haben kann, die Hunde sind untereinander alle so verwandt, dass sie praktisch aus dem selben Wurf sein könnte... aber die Haltung und Aufzucht ist so liebevoll wie sie nur sein könnte und es wird nie, nie, niemals einer abgegeben.
    Gut oder schlecht?

    Und dazwischen gibt's noch alle möglichen Stufen. Daher kann man das finde ich besser getrennt diskutieren.

    [...]
    Einen jungen Hund abzugeben, also auch einen mit 5, 6, 7 Jahren finde ich bei einem Züchter nicht so bedenklich, wie einen Hund abzugeben, der schon 12 oder 13 ist. [...]

    Ich kenn zum Glück keinen, der Senioren in dem Alter ohne wirkliche Not (schwere Krankheit des Züchters oder eines Familienmitgliedes z.B.) umplaziert. Die Fälle, wo ich es im weiteren Bekanntenkreis mitbekommen hab, da ging es überall entweder um Junghunde, wo noch vor dem Zuchteinsatz irgendwas nicht gepasst hat, oder um Hunde im besten Alter, so zwischen 3 und 6 Jahren ungefähr.


    Die Charaktereigenschaft fällt ja nicht einfach so auf einmal weg. Wenn, dann hatte so ein Hund/Welpe bereits einen merkbaren Mangel: ein Kenner/Züchter der Rasse behält bei bester Schönheits-Veranlagung keinen wesensschwachen Welpen und führt ihn zur Zucht ran, oder nimmt so was in die Zucht auf.

    Ein Züchter sollte so viel Sachkenntnis haben, dass er seinen Welpen zielsicher aussuchen kann und im Alter von 12 Wochen Mängel erkennen sollte.

    Züchter, die ihre Würfe tagtäglich verfolgen, sich mit den Welpen beschäftigen, sind durchaus urteilsfähig.


    Sorry, aber das ist doch utopisch. Ganz davon abgesehen, dass schon allein die "einfache" Exterieurbeurteilung schwierig sein kann und sich nicht immer der Welpe zum schönsten Erwachsenen auswächst, der mit 8-10 Wochen am vielversprechendsten aussieht und das sich auch das Wesen noch erheblich verändern kann, haben andere ja schon einige Beispiele dafür genannt, was bis dahin sonst noch alles schiefgehen kann:
    Beim Zahnwechsel kommt es zu Problemen (persistierende Milchzähne, Fehlstellungen, fehlende Zähne), Röntgen ist mit +/- nem Jahr nicht so gut wie erhofft, der Hund entwickelt irgendwelche gesundheitlichen Probleme von denen keiner weiß, ob sie erblich sein könnten oder nicht, bei der Ausbildung stellt sich raus, dass die rassetypischen Anlagen doch nicht so ausgeprägt sind, wie man gehofft hat, wenn's dann mal soweit ist mit dem Zuchteinsatz, findet man raus, dass die Hündin z.B. ne Gelbkörperschwäche hat und immer wieder auf der Hälfte der Tragzeit den ganzen Wurf resorbiert oder dass der Rüde zwar erfolgreich deckt, aber leider nicht genug lebensfähige Spermien hat...


    Ich hab in den letzten sechs Jahren intensiven Kontakt mit der Züchterin meines Jungrüden und seit einem Jahr mit einer anderen Züchterin, von der ich gern einen Welpen genommen hätte, wenn einer der beiden Würfe letztes Jahr was geworden wäre.
    Da hab ich recht eindringlich miterlebt, dass das alles leider nicht immer so schön linear funktioniert wie man sich das denkt, das man sich x Junghündinnen anschafft, die zuchtfertig macht, dann und dann den Wurf hat, so und so viele Welpen behält, so und so viele Jahre später mit dieser eigenen Nachzucht den nächsten Wurf usw, so dass man am Ende dann immer ne passige Anzahl Nachwuchshunde, aktive Zuchthunde und Seniore auf der Couch hat.

    Es entwickeln sich zugekaufte und eigene Hunde nicht so wie man hoffte, sie werden krank, sie werden nicht "auf Kommando" tragend, es stirbt ein ganzer Wurf an Herpes, es wird einer überfahren oder stirbt nach nem freakigen Unfall im Freilauf, man selber wird krank und kann daher 2 oder 3 Jahren nicht züchten und wenn man dann wieder kann, ist die Hündin zu alt... usw usf.


    Ich denke gar nicht, dass man NUR weiterkommt in der Zucht, wenn man Hunde nach ihrer Zuchtkarriere abgibt, dafür kenne ich zu viele gute Züchter, die das nicht machen. Aber dann hat man halt unter Umständen auch mehr Hunde, als hier als optimal gesehen wird - bei den Windhunden haben ja viele normale Liebhaber ohne Zuchtabsichten schon 4-6 Hunde, Züchter haben oft das doppelte oder (teils deutlich) mehr.

    Oder man arbeitet viel mit Miteigentümerschaften und Zuchtmiete (wo ich an anderer Stelle im Dogforum aber auch schon gelesen hab, dass das für viele völlig unvorstellbar wäre ihre Hündin für einen Wurf zum Züchter zurück zu geben), aber das ist halt auch nicht einfach wegen dem zwischenmenschlichen Faktor und weil es zum Beispiel auch gut sein kann, dass die Leute einem das Blaue vom Himmel versprechen was sie mit dem Hund machen wollen an Ausstellung, Ausbildung und Sport und dann passiert genau gar nix damit.
    Wenn man als Züchter einmal nen tollen Hund in Miteigentümerschaft abgegeben hat, der dann auf dem Sofa dick wird und nie wieder gesehen ward, dann überlegt man sich das auch zweimal...

    Ich würd's nur nicht kategorisch ausschließen, bei einem Züchter zu kaufen der auch MAL nen erwachsenen Hund weggibt, solange ich nicht das Gefühl hab, er macht das regulär um sich alte Hunde einfach & schnell vom Hals zu schaffen.
    Da sollte man drüber reden können, auch das macht ja nen ordentlichen Züchter aus, dass er einem auch auf bohrende Fragen ne schlüssige Antwort geben kann. Wenn ich da zu 6 Hündinnen 6 mal höre "Ach, sie wollte mit 7 Jahren auf ein Mal nicht mehr im Rudel leben, haha, so sind sie halt, komisch, oder?!" und da kein einziger Seniorhund auf der Couch dösen würde... ich würd skeptisch werden.

    Der Wolf muss sich nicht in der derzeitigen Geschwindigkeit ausbreiten. Ihn scheu zu halten und die Bestandszahl in vernünftigen Größen für die heutige Waldsituation, nützt auf Dauer Allen - auch dem Wolf.

    Da stimme ich dir voll und ganz zu.

    Wobei ich nicht weiß, ob wir wirklich zu viele Wölfe für den Wald bzw für den Wildbestand haben (die Schalenwildbestände sind ja derzeit höher den je, Futter im Wald gäbe es wohl genug), oder ob Vieh für den Wolf nicht einfach die bequemere, verlockendere Alternative ist, in Abwesenheit von effektiven Vergrämungs- und Schutzmethoden (die es ja leider nunmal noch nicht praxisreif gibt für unsere Verhältnisse).
    So oder so, das Problem ist ja das selbe.

    Zitat

    Wieso um alles in der Welt muss alles, was Menschen Freude bereitet
    immer einen finanziellen oder wenigstens allgemeinen Nutzen haben. Wer
    hat denn das Recht zu bemessen, wann jemandes Hobby "nützlich" ist.
    Wieso dürfen sich Menschen und Tiere nicht einfach wohl fühlen, weil sie
    da sind und warum darf dieser emotionale Nutzen einfach bei Seite
    geschoben werden?

    Mir macht auch vieles Freude, leider bezahlt mir da keiner was dazu wenn was schief geht. Das ist doch der Knackpunkt. Ich hab auch viel emotionalen Nutzen von meinen Hunden, bezahlen muss ich die Haltung selber und für deren sichere Verwahrung bin auch nur ich zuständig. Weil es meine Tiere sind, die ich zu meinem Privatvergnügen halte.


    Aber wie gesagt, ich weiß, dass das die Gemüter enorm hochpeitscht und das auch reine Hobbyhalter ausreichend entschädigt und unterstützt werden müssen, wenn man Wolf und Luch ne Chance geben will, weil sonst halt irgendwann jemand sich in ner mondlosen Nacht hinsetzt und das Problem unbürokratisch erledigt.

    Das anmelden der Zucht als gewerblich hat nix damit zu tun, dass dann auch Gewinn erzielt wird. Das ist einfach so vorgeschrieben, egal ob was über bleibt oder nicht.

    Aber das Thema, ob und wie viel ein Züchter mit den Hund verdient, gibt's ja an anderer Stelle schon, vielleicht sollte man sich hier jetzt nicht darin vertiefen?

    Ich find Landschaftspflege ne wichtige Sache und da sehe ich ehrlich gesagt auch eher ne Notwendigkeit jemandem helfend unter die Arme zu greifen (wogegen ich mich nicht ausgesprochen hab...) als bei jemand, der damit der Allgemeinheit nicht auf diese Weise nützt.

    Ich find nur, diejenigen, die das wirklich rein zum Spaß an der eigenen Freude und zum eigenen Nutzen machen, wo nix anders dranhängt, keine Existenz, kein der Allgemeinheit nützlicher Zweck, müssen halt auch mal drüber nachdenken, das andere Hobbytierhalter von jeher für die Sicherheit der eigenen Tiere vor Raubtieren zuständig sind oder im Zweifelsfall mit Verlusten leben müssen. Klar ist das bei Hühnern einfacher und billiger als bei Schafen, aber das ist ja ne freie Entscheidung welche Tiere man sich hält.


    Ich will wirklich nicht den Wolf um jeden Preis dahaben, ich finde man kann auch durchaus mal einen erschießen wenn er zu dreist wird und ich denke auch, ohne finanzielle Hilfe auch für Hobbyhalter wird es mit der Akzeptanz für große Raubtiere nix, das muss man pragmatisch sehen.
    Aber für hauptberufliche Landwirte, die der Wolf (bzw die teuren Herdenschutzmaßnahmen) wirklich in Existenznot bringt hab ich da einfach mehr Verständnis als für jemanden, der sich letztlich Schafe hält, so wie ich Hunde halte.