Beiträge von Marula

    Den Ansatz den bordy genannt hatte finde ich schonmal nicht schlecht. ich würde auch:

    - Extreme jeder Art vermeiden (kurze Nasen, Gigantismus und extremen Zwergwuchs, Massen an loser Haut etcc pp)
    - Reine Schönheitszuchten meiden, eher nach Hunden suchen die körperliche Leistung bringen sollen. Grade bei Rassen, wo es eine Show- und eine Arbeitslinie gibt.
    Ja, es gibt auch sehr gesunde Hunde aus Zuchten ohne jede Arbeitsleistung und sehr kranke Arbeitshunde, aber die Chance auf ein funktionelles und belastbares Gebäude + entsprechende Inneneinrichtung ist meiner Meinung nach tendenziell da größer, wo es für die Leute absolut notwendig ist darauf zu selektieren.
    - Auf einen Züchter achten, der wirklich in der Materie drinsteckt, am besten auch schon länger züchtet, und der regelmäßig langlebige Tiere in seinen Linien hat. Das ist leider auch nicht bei jedem VDH-Züchter automatisch gegeben.
    - Sich so gut wie möglich schlau machen über bestehende Erbkrankheiten, ihre Häufigkeit, ihr Vorkommen, die nötigen Untersuchungen und halt darauf achten, dass diese auch gemacht werden.


    Den gesunden Hund kann einem keiner garantieren. Keiner.

    Nichts desto trotz gibt es aber Rassen, von denen ich jedem Interessenten von vornherein abraten würde, der an einer normalen Lebenserwartung und moderaten Tierarztkosten interessiert ist. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit...

    Irish Wolfhound: Lebenserwartung in der Regel im einstelligen Bereich. Magendreher, Herzprobleme (DCM), Osteosarkome, andere Tumorerkrankungen im frühen Alter, Epilepsie, außergewöhnlich anfällig für Atemwegsinfektionen besonders im Junghundalter, die ab und an auch fatal enden. Ab und an auch HD, aber für so eine große Rasse ertaunlich wenig Probleme am Bewegungsapperat.

    Deutsche Dogge: Ebenso, Lebenserwartung in der Regel im einstelligen Bereich, sehr frühes Vergreisen. Ich weiß von Magendrehern, Osteosarkom, andere Tumore im frühen Alter, Herzerkrankungen (auch da wieder hauptsächlich DCM).

    Englische Bulldogge: Atemwegsprobleme, Allergien, Körperbau begünstigt Schwergeburten, Faltendermatitis.

    Cavalier King Charles Spaniel: Es wird immer viel geschrieben über Chiari Malformation/Syringomyelie. Das ist sicher EIN Problem dieser Rasse. Leider haben sie auch häufig HD und vor allem Herzprobleme durchziehen diese Rasse in einem Ausmaß, dass sich kein einziger Züchter davon freisprechen könnte.
    http://www.cavalierhealth.org/
    http://www.cavalierhealth.org/mitral_valve_disease.htm

    Das sind Rassen, bei denen ich niemandem guten Gewissens empfehlen könnte: "Kauf beim seriösen Züchter der alle Untersuchungen macht, dann bist du auf der sicheren Seite!".
    Die Probleme, die diese Rassen haben, ziehen sich komplett durch die Rassen, da kann sich nicht nur kein Züchter von freisprechen, sondern da kann dir jeder ehrliche, realistische Züchter garantieren, dass mindestens ein Hund aus dem Wurf aus dem man seinen Welpen kauft an eine dieser rassetypischen Krankheiten erkrankt.
    Das wäre mir persönlich zu viel Lotto.


    "Relativ" gesunde Hunderassen gibt es recht viele. Also solche, wo es einige bekannte Erbkrankheiten oder Dispositionen gibt, auf die gute Züchter untersuchen oder wo sie hoffentlich wissen was in welchen Linien steckt un dwo man mit gründlicher Züchterwahl als Welpenkäufer einiges reißen kann.

    Man muss da recht gründlich unterscheiden WAS für ein Problem man hat.

    Recht einfach einzustufen sind z.B. so Sachen wie PRA (Progressive Retinaatrophie, eine Augenerkrankung) beim Sloughi, Greyhound Neuropathie beim Greyhound oder der MDR1-Defekt bei den britischen Hütehunden.
    Für diese Krankheiten gibt es einen Gentest mit dem man Träger erkennen und entweder gezielt anpaaren oder ganz aus der Zucht nehmen kann. Das kann man den Züchter fragen, der zeigt einem die Testergebnisse und man hat es schwarz auf weiß ob der Hund diese Krankheit hat oder nicht.


    Dann gibt es solche Sachen wie HD.
    Da gibt es Zuchtprogramme und so wie es aussieht erhöht man seine Chance auf einen gesunden Hund indem man einen Hund aus generationenlang untersuchten Eltern mit hüftgesunden Vorfahren kauft.
    Aber ganz garantieren kann einem kein Züchter der Welt die Freiheit davon. Erstens weil sich das ganze polygen vererbt und es keinen Gentest gibt, zweitens weil es eine sog. multifaktorielle Krankheit ist, das heißt auch Aufzuchtbedingungen, Ernährung usw spielen mit rein ob der Hund die Krankheit entwickelt oder nicht.

    Dann gibt es solche Sachen wie Epilepsie.
    Kein Schwein kennt die Ursachen für idiopathische Epilepsie. Man kann einen Hund nicht darauf testen, weder per gentest noch per tierärztlicher Diagnose. Man merkt es nicht beim Welpen, sondern erst beim erwachsenen Hund. Wenn es ganz doof gelaufen ist und der Hund jung in die Zucht ging manchmal sogar erst nach einem Wurf. Es ist leicht zu verstecken, weil man grade einem gut eingestellten Hund oder einem der nur 2x im Jahr oder so nen leichten Anfall hat nix ansieht.

    Ähnlich ist es mit Allergien. Ist der Hund erstmal auf ner passenden Diät sieht da keiner mehr was von.


    Tja, kein einfaches Thema.
    Aber einfach mit "Das kann man pauschal nicht sagen, jeder Hund kann krank werden und man muss nur beim seriösen Züchter kaufen!" kann man das mMn auch nicht. Die Listen mit Rassedispositionen existieren ja nicht umsonst, es gibt einfach Rassen, da reibt sich der TA die Hände wenn sie im Wartezimmer sitzen (oder seufzt ergeben, je nachdem ob er Geld verdienen will oder ihm der Hund Leid tut).

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    auf vielen seiten wird angegeben, dass der windspiel sehr anfällig auf krankheiten ist und auch sonst nicht gerade günstig zu handhaben.... gibt es evtl auch alternativen? wie gesagt für vorschläge bin ich offen! :)


    Hattest du meinen Beitrag auf der letzten Seite gesehen?

    Wenn dir Windspiele gefallen, aber es ein bisschen größer und robuster sein darf, wäre vielleicht ein Whippet was.


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    Die Semesterferien reichen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aus, dem Hündchen das lernen. Wohnst du denn wenigstens direkt neben der Uni?


    So pauschal würde ich das nicht sagen.
    Bei mir im Semester (Tiermedizin) haben sich viele während des Studiums einen Hund angeschafft, auch viele in meinem direkten Freundeskreis und auch viele nen Welpen. Und bei allen haben die Semesterferien dicke gereicht dass der Welpe mal den Vormittag alleinbleiben konnte (auch wenn vielleicht mal ne Schuh zerfressen wurde, aber das finde ich bei jungen Hunden normal).

    Aber es ist natürlich besser, wenn man drauf eingestellt ist, dass man länger als 3 Monate braucht und noch ne Alternative im Ärmel hat.

    Oder, wenn es ein Studium mit viel Anwesenheitspflicht oder vielen Praktika ist und man nicht einfach mal Vorlesungen schwänzen kann (oder will), halt einen erwachsenen Hund nehmen. Da sollte man dann in den allermeisten Fällen mit den Semesterferien wirklich locker hinkommen zur Eingewöhnung.


    EDIT (schon wieder...): ich hab ja den Verdacht, dass der Thredersteller einfach noch nie ein Spielchen life gesehen hat und deswegen keine Vorstellung WIE klein und zierlich die sind. ;)
    Stimmt das?

    Das ist halt ein richtiger Zwerghund, wie ein Chihuahua, ein Prager Rattler oder ein Yorkie, nur auf langen Beinen.

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    Also ich habe vor mir einen Welpen anzuschaffen. Wen ich in der uni bin dan ist der hund logischerweise alleine zuhause, das ist aber doch kein problem oder?


    Grundsätzlich kann ein erwachsener Hund nachdem er es gelernt hat schon einige Stunden allein zuhause bleiben. Wie lange genau ist auch hier im Forum gern mal ein Streitthema, aber die meisten finden 5-6 Stunden am Stück noch ganz ok.

    Bei einem Welpen muss man erstmal davon ausgehen, dass der noch gar nicht alleine bleiben kann. Erstens weil er noch nicht stubenrein sein wird und dir sonst in die Wohnung macht, zweitens weil Hunde nunmal Rudeltiere sind und es meistens nicht so toll finden, von ihrer Bezugsperson "verlassen" zu werden.
    Wie lange das alleinbleiben lernen dauert ist unterschiedlich. Bei einem Welpen kann man aber in der Regel von mehreren Wochen bis mehreren Monaten ausgehen die das in Anspruch nimmt und wo man die Zeiträume langsam steigert.

    Je nach Uni besteht bei einem Kleinhund eventuell die Möglichkeit, den in einer Box mitzunehmen und in der Pause rauszugehen, bei uns ging das. Eigentlich finde ich das Studium eine ganz geeignete Zeit um einen Welpen aufzuziehen, da man ja die Semesterferien hat - so lange Zeit frei an einem Stück hat man im späteren Berufsleben normalerweise kaum mehr.
    Es muss dann natürlich auch grade ein passender Wurf liegen zu Anfang der Semesterferien und grade bei Rassen mit so kleinen Wurfzahlen und so weniger Züchtern wie Windspiele (trifft aber auch auf viele andere Rassen zu, grade wenn man nicht durch ganz Deutschland fahren will), kann das schwierig werden.

    Ich habe 2 erwachsene Hunde übernommen und einen Junghund von 7 Monaten. Die konnten alle schon alleinbleiben bzw der Zweit- und Dritthund haben es mit Hundegesellschaft (was immern nochmal was anderes ist, in Hundegesellschaft fällt das alleinsein den meisten Hunden leichter) sehr schnell gelernt. Auch waren sie (bis auf Hund Nummer zwei, der es auch in wenigen Tagen gepackt hat) alle schon stubenrein.

    Wegen Bindung und Erziehung musst du dir beim erwachsenen Hund keine Sorgen machen, das klappt genauso gut wie beim Welpen.
    Insofern, wenn dein Studium keinen Welpen erlaubt, ist ein erwachsener Hund alles andere als "zweite Wahl".

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    Wie oft und lange sollte ich mit ihm den täglich spazieren?


    Hängt dann von der Rasse ab die du letztlich wählst und dem Alter des Hundes.
    Mit einem Welpen musst du anfangs ständig raus, damit er stubenrein wird. Manche müssten anfangs noch jede Stunde oder alle zwei Stunden raus, unter Umständen auch nachts. Nadere sind etwas unkomplizierter und halten am Tag schonmal mehrere Stunden durch und schlafen nachts durch.
    Das kann man aber leider vorher nicht wissen.
    Richtige Spaziergänge kann man mit einem Welpen erstmal noch nicht machen, man macht eher mehrere kleine Pipiründchen von 5-15 Minuten, je nach Lebensalter, dann langsam steigern.

    Ein erwachsener Hund sollte mindestens 3x am Tag raus. Davon sollte eins eine "große Runde" sein, die anderen beiden können kürzere Gassis zum Geschäft verrichten sein.
    Wie lang die große Runde ist und was man da macht hängt stark von der Rasse ab und natürlich auch vom Individuum. Manche Hunde sind mit "nur spazierengehen" völlig zufrieden, andere wollen auch vom Kopf her beschäftigt werden (Hundesport) oder wollen statt 2 Stunden gehen lieber ne Stunde am Fahhrad rennen.

    Aber ich sag mal, für einen mittelgroßen relativ anspruchslosen "Mitlaufhund" sollte man schon morgends und abends 15-30 min und irgendwann dazwischen 1-2 Stunden einplanen.

    Ein Spielchen kauft man in Deutschland am besten beim DWZRV, das ist der "Deutsche Windhundzucht und -rennverband e.v." und der VDH-Verband der diese Rasse bereut.
    Außerhalb dieses Vereins werden (zum Glück) nur sehr selten Windspiele gezüchtet, es ist keine sehr verbreitete Rasse, es gibt nur eine überschaubare Anzahl an Züchtern und die Würfe sind wie bei vielen Kleinhunden sehr klein (meist 2-4 Welpen).

    http://www.dwzrv.de/112-0-DWZRV-De…rband-e-V-.html
    Unter "Rassen" findest du auch das Intalienische Windspiel mitsamt Rassebeschreibung, Züchterliste und Wurfankündigungen.

    Ab und an sind auch mal welche im Tierschutz zu finden, es gibt ein paar seriöse Organisationen an die man sich wenden kann:
    http://www.windhunde-in-not.org/
    http://www.windhundhilfe.de/
    http://www.voordewindhond.eu/de.html
    Das wären die 3, die ich empfehlen würde. Wenn die grade kein Windspiel "im Angebot" auf ihrer Seite haben, lohnt sich trotzdem das Nachfragen, viele Hunde dort tauchen entweder auf Wunsch des Vorbesitzers oder des Züchters oder aber weil es manchmal eh schon Wartelisten gibt, gar nicht erst auf der Website auf.


    Bei den Preisen für einen Welpen vom Züchter bin ich für diese Rasse nicht ganz auf dem Damm, ich denke die werden ungefähr so viel kosten wie die meisten anderen VDH-Rassen auch, also so zwischen 900-1500 € dürfte sich das grob bewegen, das müsstest du bei Spielchenbesitzern oder -züchtern erfragen.


    Es wundert mich aber etwas, dass du sagts, der Hund soll "natürlich" aussehen und du dich dann für ein Windspiel intressierst?
    Ich mein, ich mag die Windhunde, auch wenn mir das Windspiel ne Nummer zu klein ist (meine sind 3 Nummern größer *g*), aber sie sind nicht grade das, was mir beim Stichwort "natürlich" als erstes in den Sinn kommt.


    Für eine Stadtwohnung und als Studienbegleiter sind das sicher geeignete Hunde. Sie sind in der Wohnung wie alle Windhunde recht ruhig und brauchen keine stundenlange Auslastung, normale abwechselungsreiche Spaziergänge und dabeisein im Alltag reichen ihnen völlig.
    Jagdtrieb ist durchaus vorhanden, es gibt auch sehr sportliche Windspiele die auf der Rennbahn oder beim Coursing laufen (was sehr putzig aussieht), aber nötig ist das nicht damit sie ein glückliches Leben führen. Was an Jagdtrieb da ist, ist gut in Bahnen zu lenken - die verschwinden normalerweise nicht einfach mal für Stunden wie das manche der großen Verwandten tun. Ihre Größe setzt den Ambitionen dann halt auch oft ein Ende, sie können schlicht nicht über hohes Gras am Wegrand gucken... ;) und was ein Windhund nicht sieht, das ist in den allermeisten Fällen auch nicht jagenswert.
    Man kann natürlich allerlei Tricks und diverse Hundesportarten außer Windhundsport mit ihnen machen, es sind schon richtige kleine Hunde, nicht bloß Püppchen wie viele Kleinhundebesitzer leider draus machen.

    Aber es sind halt wirklich richtige Winzlinge. Man muss im Umgang mit (fremden) großen Hunden schon auf sie aufpassen. Leider sind Windspiele, grade im Welpen- und Junghundalter, recht anfällig für Beinbrüche. Die Knochen sind einfach eine Nummer zu zierlich. Da kann ein grobes Spiel schon gefährlich werden und manche Unfälle sind auch schon beim freien toben oder beim Sprung vom Sofa passiert.

    Hier im Forum ist auch eine Windspielbesitzerin, deren Spielchen sich leider auch einen Vorderlauf gebrochen hatte, und das obwohl das kein verzärteltes auf-dem-Arm-Hündchen war, sondern ein gut trainiertes kleines Muskelpaket (sie schreibt auch im Thread "Windhunde und Windhundmischlinge", da sind auch Fotos von ihrer Hündin).

    Ein Mantel ist bei Windspielen Pflicht, besonders im Winter. Im Freilauf kann sich zwar auch so ein kleiner dünner Hund warmlaufen, aber grade an der Leine frieren die sonst erbärmlich.


    Wenn dir Windhunde generell gefallen und es eine kleine bis mittlere Größe sein soll, wäre eventuell auch ein Whippet eine Option.
    Die sind halt doch insgesamt wesentlich robuster (eine ziemlich gesunde und sportliche Rasse im Großen und Ganzen, in der aktuellen "Dogs" ist auch ein nettes Rasseportrait) und trotzdem sehr handlich.


    Ansonsten gibts ja noch eine Vielzahl an anderen kleinen und mittelgroßen Rassen, aber da können dann andere bessere Tipps geben als ich.


    EDIT:
    Ich hab übrigens auch gleich mit Hund angefangen zu studieren, es war auch mein erster Hund und ein deutlich größerer als der bei dir geplante.
    Im Lauf des Studiums sind 3 draus geworden und jetzt hinterher geht es immernoch. Man muss natürlich gut planen und bereit sein Kompromisse einzugehen, Finanzen und Zeit müssen auch stimmen. Aber gehen tut das schon und für mich war das Studium mit Hund eine sehr schöne Zeit.

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    Das verstehe ich jetzt nicht (aber ehrlich bin ich immer ;) ). Es gibt doch ganz viele vollkommen unproblematische Hunde im Tierschutz? Oder verstehe ich dich jetzt falsch?
    Ich bin gerade nicht so ganz klar im Kopf.

    Kommt drauf an von welchen Hunden wir sprechen.

    Die Anzahl guter Pflegestellen und vor allen die Anzahl guter Endstellen für bestimmte Hundtypen ist einfach begrenzt.
    Wenn es um nette kleine Wuschelmixe oder Labrador-Schäferhundmixe wie man sie auch zuhauf in deutschen THs findet geht, dann mag das alles noch klappen. Grade wenn es vielleicht keine auf der Straße geborenen, nicht auf Menschen geprägten Ex-Streuner oder traumatisierte Angsthunde sind, sondern Hunde die offensichtlich menschengeprägt und zugänglich sind.
    Und ich gebe dir Recht, davon gibt es auch viele im Auslandtierschutz.

    Ich würde sogar sagen, im Inland wie im Ausland ist die Mehrzahl aller Hunde gutmütiger als die Welt verdient, sonst würde noch viel mehr schiefgehen.


    Tja, 20 Galgos oder Podencos oder Herdenschutzhundmixe aus dem Ostblock oder Setter und Pointer aus Italien... wird schon schwieriger.
    Da brauchst du Leute mit Rasserfahrung oder zumindest eine sehr gute Betreuung von neuen Pflegestellen durch den Verein, du brauchst Leute die die eventuell etwas anspruchsvolleren Bedingungen hinsichtlich der Wohnsituation und der Zeit erfüllen können, die den Hund rassegerecht auslasten wollen und können, die auch die neuen Interessenten vernünftig aufklären....

    Es hat schon seinen Grund, warum bestimmte Rassen wenn man sie hier als Welpe kauft in der Regel nicht für Anfänger oder als nicht für jedermann/jede Lebenssituation empfohlen werden.
    Und ich mag es gar nicht, wenn das dann alles auf einmal null und nichtig ist nur weil der Hund nicht in einer deutschen Wurfkiste lag, sondern in nem spanischen Schuppen.

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    Nachtrag: Ich glaube übrigens, dass durch die Foren ein falsches Gesamtbild entsteht. Diskutiert werden hier die Fälle, die schief laufen, und nicht die vielen, vielen anderen, in denen alles gut läuft!


    Vielleicht auch nicht. Vielleicht laufen da draußen in der echten Welt auch noch ganz andere Gestalten rum. :D
    Kommt sicher auch drauf an in welchen Foren man guckt, ob nun hier im Dogforum, in einem rassespezifischen Forum wo auch viele Leute mit Züchterhunden sind, oder in einem reinen Tierschutzforum.


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    Ich versuche immer herauszufinden, WARUM jemand Pflegestelle sein will. Da bekommt man die interessantesten Antworten. Nicht selten möchten die Leute das finanzielle Risiko vermeiden, bevor sie einen Hund ganz übernehmen. Man könnte auch sagen: Sie wollen einen Hund, möchten aber, dass der Verein erstmal möglichst alle Kosten übernimmt


    Die Erfahrung mussten einige Vereine die ich als seriös einstufen würde auch schon machen. Da wurde ein "Pflegehund" genommen, wurde komplett saniert auf Kosten des Vereins und nach einem halben Jahr als der Hund dann fit und vermittlungsfähig war hieß es: "Ach, wir lieben ihn so sehr, wir wollen ihn behalten!"

    Versteh mich nicht falsch, auch die Leute von diesen Vereinen freuen sich, wenn der Hund ein Endzuhause gefunden hat (und es gibt auch immer Graustufen, immerhin hatte die Pflegestelle ja die Arbeit mit dem Hund), aber das finde ich auf menschlicher Ebene so wie ich es mitbekommen habe auch nicht korrekt.
    Da kann man sich dann wenigtens überlegen, ob man vielleicht aus eigenem Ehrgefühl dem Verein ne größere Spende zukommen lässt, wenn er schon TA-Kosten im Rahmen von mehreren Tausend € gestemmt hat, leisten hätten die neuen Besitzer es sich können... das ist dann "Hund auf Probe" in Extremausprägung.

    Aber hab das ganze auch ein paar Mal etwas weniger extrem miterlebt, da blieb der Hund dann halt so lange Pflegi bis der negative MMK-Test zurückkam, der Verein trug die Kosten für den Test und was sonst so anfiel in der Zeit, und danach verwandelte sich die Pflegestelle in eine Endstelle.


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    Jedenfalls sind das alles Gründe dafür, eine Pflegestelle noch strenger auszuwählen als eine Endstelle. Sie muss mehr leisten!


    Bingo. :gut:

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    Ja, das stimmt. Ein Smoky Black ist nicht zwingend zu erkennen. Oftmals nur, weil die das Fohlenfell etwas anders ist, leichte Aufhellung der Ohreninnenhaare, leichte allgemeine Braunfärbung usw.


    Joa, aber das Gen MACHT auch in einfacher Ausführung eine Veränderung am Phänotyp, auch wenn sie nur schwer und eventuell nur in bestimmten Lebensphasen (Fohlenfell, Jahreszeiten/Fellwechsel) zu sehen ist und man sie vielleicht nicht ohne weiteres von anderen Genkombis unterscheiden kann, die ähnliche Farben machen.

    Das ist bei Dilute beim Hund nicht der Fall. Man kann es einem Hund definitv nicht ansehen wenn nur eine Kopie von Dilute trägt, auch nicht am Welpenfell oder im Fellwechsel. Er ist genauso gefärbt wie seine Geschwister die es nicht tragen.
    Man sieht es erst, wenn er homozygot für dieses Merkmal ist, dann aber auch sein ganzes Leben lang und von Geburt an.


    Naja. Whatever... Pferde sind intressante Tiere, aber das hier ist ein Hundeforum... :D ;)

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    Seien wir mal ehrlich - wenn ich einfach eine Masse an Hunden habe, dann kann ich einfach nicht so viel "Qualität" erwarten. Weder von Pflegestellen, noch von späteren Halter.

    Beispiel:

    Wenn ich weiß, es kommen nächste Woche 10 Hunde an, davon 8 Podencomixe und 2 HSH Mixe, aber ich habe keine Ahnung wo sie hin sollen, dann kann ich gerne versuchen in diesem für diese Hunde 10 Rasseerfahrene und kompetente Menschen zu finden, die auch auf längere Sicht betreuen könnten.
    Ist leider reichlich unrealistisch, denn solche Stellen fallen nicht vom Himmel und sind halt auch meistens voll, da solche Hunde, wenn sie denn verantwortungsvoll vermittelt werden, auch nicht nach einer Woche weg sind.

    Diesen Massendruck haben viele Rasse in Not Organisationen, oder Notvermittlungsstellen von VDH Vereinen eben einfach nicht.
    Hier sollte man sich aber vielleicht überlegen, ob da nicht der grundsätzliche Fehler im System liegt...


    Ja, da bin ich ganz deiner Meinung.

    Mir blutet auch das Herz wenn ich sehe dass x Hunde einer Rasse die ich besonders mag in der Tötung sitzen. Aber mir blutet das Herz eben auch, wenn die selben Hunde dann hier Stunden bis Tage nach ihrer Ankunft auf Autobahnraststätten, am Flughafen oder aus schlecht gesicherten Gärten entlaufen oder beim Spaziergang aus dem Halsband schlüpfen und dann geistern sie als "Achtung, extrem scheuer Hund entlaufen!" durch die Foren.

    Oder wenn dann ein aktiver junger Jagdhund nur noch an der Leine gehen und auf dem Sofa liegen soll, froh und dankbar dass er nicht mehr jagen oder rennen "muss".


    Ich finde allerdings auch, man sollte das nicht nur auf Auslandstierschutz beziehen wie es hier grade wieder passiert und eine generelle Diskussion "Auslandtierschutz hui oder pfui?" drauß machen.

    Mein Ex hat vor einigen Wochen einen Pflegehund aus deutschen Landen bekommen - er ist ein lieber Kerl, aber er hat im Grunde auch keinen Plan von nix was Hunde angeht außer dem bisschen was er durch meine Hunde aufgeschnappt hat, und er hat ziemlich unpassende äußere Bedingungen (Vermieter erlaubt "eigentlich" keine Hundehaltung, wird nur geduldet, kann aber wiederrufen werden wenn sich die Nachbarn beschweren, und er ist allein und arbeitet Vollzeit).
    Er hat sich übrigens um den (oder irgendeinen anderen) Hund nicht beworben, der wurde ihm mehr oder weniger von einer im Tierschutz tätigen Bekannten aufgeschwatzt, weil der Hund in dem Rudel der "Orgachefin" von +/- 30 Hunden "nicht glücklich war"... welch Wunder...


    Das Pflegestellen ein Thema sind, was sofort mit Auslandstierschutz in Verbindung gebracht wird, liegt wohl daran, dass erst durch den Auslandstierschutz in den letzten 10, 15 Jahren das Prinzip mit der Pflegestelle modern geworden ist.

    Wo will man die auch sonst unterbringen, hat halt nicht jeder Verein das Geld selber ne Auffangstation zu betreiben.
    Und im Grunde ist es ja auch ein gutes Prinzip, weil die Auslandshunde ja das Leben im Haus und den hiesigen Alltag erst noch kennenlernen müssen. Bei dieser Grundlagenarbeit ist eine gute Pflegestelle Gold wert.

    Es ist halt das "zu viel" und "zu wahllos" was erst Probleme macht.

    Soweit ich weiß, kann man die Farbgenetik nur begrenzt von einer Spezies auf die nächste übertragen.
    Es ist aber auf jeden Fall so, dass extrem weißgescheckte Tiere auch bei Pferden die sensorineurale Taubheit haben können (hat jetzt nix mit Verdünnung zu tun, aber ist eine Gemeinsamkeit die wohl artenübergreifend sein dürfte, da der Aufbau des Innenohres bei allen Säugern ungefähr gleich ist - keine Ahnung ob das bei Reptilen oder Vögeln auch so wäre...).


    Der Dilutefaktor bei Hunden ist schon deswegen nicht mit Creme bei Pferden vergleichbar da, wenn das was auf der verlinkten Seite steht stimmt, das Cremegen bei Pferden dominant ist und sowohl in der einfachen wie auch in der doppelten Ausführung eine Farbveränderung hervorruft.
    Somit kann es auch nicht verdeckt weitergegeben werden und ein Pferd das homozygot für dieses Gen ist, kann auch nur Nachkommen mit aufgehelltem Fell produzieren.


    Dilute beim Hund ist rezessiv und ruft nur wenn es in doppelter Ausführung vorliegt eine Veränderung hervor. Es kann somit über Generationen vererbt werden ohne am Phänotyp in Erscheinung zu treten.
    Ein Hund mit aufgehellter Fellfarbe hat immer zwei Kopien von dem Dilutefaktor, er ist homozygot dafür. Das heißt, er gibt auch immer einmal d an seine Nachkommen weiter, er kann keine Nachkommen zeugen, die den Dilutefaktor nicht tragen, sehr wohl aber welche, bei denen man es nicht sieht.

    Also: Nein, nicht das gleiche.

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    danke Marula. Gibt es einen Test mit dem man die Fellfarbe eindeutig bestimmen kann?


    Es gibt verschiedene Labore wo man mittels eines Backenabstrichs auf den Farb-Genotyp testen lassen kann. Allerdings ist es bisher soweit ich weiß noch nicht bei allen Farben möglich sie einwandfrei zu indentifizieren anhand der Genkombi.

    Wie es nun grade mit dieser Farbe aussieht weiß ich nicht genau, das müsste man bei den entsprechenden Laboren erfragen. Ich weiß von einigen Salukileuten, die zur Zeit wegen einiger Farben Proben dahin schicken:
    http://www.vetgen.com/canine-coat-color.html

    Die schreiben unter "Available Tests", dass es möglich ist, auf Sabel (Ay), Black & Tan (at) oder rezessives Schwarz (a) zu testen, dass man aber NICHT direkt auf diese Wildfärbung (Aw) testen lassen kann.
    Das geht dann nur indirekt, indem man die anderen Sachen auf dem A-Locus testet und wenn es keins davon ist, dann ist es Aw.

    Dilute kann man anscheindend auch testen lassen, auch wenn sie schreiben dass noch nicht alle relevanten Mutationen des verantwortlichen Gens erkannt wären.


    Ist halt die Frage ob du dir den Aufwand machen willst. Grade wenn man nicht züchten will ist sowas ja eeeeeeigentlich nicht so wichtig.
    Kosten weiß ich nicht, müsstest du erfagen, war bei den Salukileuten glaub ich moderat (irgendwas unter 100 € + Versand der Probe), hängt aber sicher davon ab was du alles testen lassen möchtest.

    Vom angucken ist ja auf jeden Fall klar, dass dein Hund den Dilutfaktor hat (schiefergraue Nase, helle Augen, grau-blau anstelle von schwarz im Fell).
    Bei der Fellzeichnung kommt es halt drauf an, ob man wirklich umbedingt wissen will, was genetisch in dem Hund ist, oder ob man sich damit begnügt zu beschreiben was man mit den Augen sieht, wie man das ja meistens bei Hunden macht. Da wärst du mit "blue sabel" wohl nicht so verkehrt.

    Wie würde man denn die Farbe bei der Rasse nennen, wenn der blaue Fellanteil schwarz wäre?


    Zitat

    mir wurde gesagt, dass mein Hund wohl zu braun ist für ein Solid Blue und dass es bei Kreuzungen mit Schäferhunden die Farbe Blue Sable gibt.


    Solid blue würde nach meinem Verständniss heißen, dass er ohne den Verdünnungsfaktor komplett schwarz wäre. Das wäre er wohl nicht, die braunen Stellen wären dann auch da, nur etwas kräftiger gefärbt da ebenfalls unverdünnt.
    Ergo: Kein solid blue.


    Zu der Sache mit der Schäferhundeinkreuzung:
    Von dem Gen für Verdünnung braucht es ja immer 2 rezessive Kopien damit der Hund auch blau oder isabell wird. Wenn man einen Amerikanischen Wolfshund mit einem Schäferhund kreuzt und einer der Welpen ist ein blauer, dann muss das von beiden Eltern gekommen sein, das kann nicht nur vom Schäferhund gekommen sein.

    Der Dilutfaktor ist bei Schäfis wohl ziemlich selten, hatten wir ja weiter vorne schonmal.
    Insofern kann es natürlich sein, dass die Amerikanischen Wolfshunde den Dilutafaktor (nur) daher bekommen haben, so schrecklich wahrscheinlich ist es aber nicht.

    So wie ich das verstanden hab ist die Rasse doch bisher eher ein uneinheitliches Mischmasch wo noch alles mögliche eingekreuzt wird was wolfsmäßig aussah.
    Ich glaub da wird es schwierig bei einem rezessiv vererbten Merkmal den Finger drauf zu legen und zu sagen "Da kam es her!".