Beiträge von Marula

    Der Geruch wäre für mich ein Gegenargument, ganz klar.
    Ohne Not würde ich sowas nicht machen, weil ich keine Lust auf den Geruch in der Wohnung und auf die Arbeit mit dem saubermachen hab. Ist das ein sachliches Argument? Ich glaub nicht, oder?


    Wie auch immer, als Notfallmaßnahme bei alten Hunden die nicht mehr gut einhalten können oder bei Krankheit (des Besitzers oder des Hundes) seh ich durchaus einen Vorteil darin.


    Manche Kleinhunderassen haben auch notorische Schwierigkeiten mit der Stubenreinheit. Bei Italienischen Windspielen ist das ein bekanntes Problem, warum auch immer. Ich weiß es wirklich nicht, es ist aber tatsächlich so, dass auch Leute die es schon zig anderen Hunden ohne Probleme beigebracht haben ein Spielchen manchmal nicht 100% stubenrein kriegen.

    Da hat es sich gezeigt, dass man sich das Leben erheblich leichter macht wenn man die Welpen von Anfang an auch auf ein Kistchen trainiert.
    Allerdings darf man auf keinen Fall das normale Stubenreinheitstraining schleifen lassen, sonst kann es gut sein, dass der Hund später lieber drinnen als draußen pieselt oder auch wenn man irgendwo zu Besuch ist in die Wohnung macht.


    Als Unterlage hat mir übrigens jemand (der das ganze macht weil sein Hund alt ist und nicht mehr so lange einhalten kann wie der Besitzer arbeiten muss, dem aber leider das Geld für einen Sitter fehlt) Inkontinenzeinlangen fürs Bett für Menschen empfohlen. Nicht ganz billig im Vergleich zu Hobelspänen oder so, aber dafür in der Wohnung sehr hygienisch.
    Diese Teile legt er in eine große, sehr flache (damit der alte Hund auch reinkommt), eigens aus Sperrholz gezimmerte Wanne die mit Teichfolie ausgekleidet ist.


    Ja, bei großen Hunden geht das nicht wirklich.
    Und?
    Mit großen Hunden geht einiges nicht was mit kleinen geht und umgekehrt. Das ist ja kein Grund das alles nicht zu machen. Das wäre ungefähr als würde ich sagen: "Ich halt nix davon Hunde im Fahrradkorb mitzunehmen weil meine eigenen da nicht reinpassen."

    Für mich:
    - Herkommen auf Ruf.
    - An der lockeren Leine gehen.
    - "Nein/Aus!", also ein allgemeines Abbruchsignal.
    - "Go/Lauf" als allgemeines Auflösewort.

    Diese Sachen finde ich für mich essentiell um entspannt rausgehen zu können.


    In der Wohnung am wichtigsten:
    - "Geh auf deinen Platz" (ja, das sage ich tatsächlich so... nicht das tollste Kommando, aber hat sich so ergeben). Heißt: "Leg dich auf deine Decke/in dein Körbchen und gib Ruhe."
    - Für meine Hündin: "RUHE!", weil sie ein wenig dazu neigt sich ins kläffen reinzusteigern wenn es klingelt, Besuch kommt oder sie glaubt sie hätte was verdächtigs gehört.


    Macht das Leben leichter aber wäre nicht zwingend nötig:

    - "Hier", heißt bei uns: "Geh neben mir", also sozusagen ein lockeres Fuß.
    - Hinlegen auf Kommando, ob er nur klassisch "Platz" macht oder sich auf die Seite flätzt ist mir ziemlich egal, hauptsache er macht es überall (Restaurant, Tierarzt, Bahnfahrt, Autokofferraum...).
    - Sitz finde ich auch manchmal nützlich, aber weit weniger wichtig als hinlegen.
    - "Hopp" für "Spring da rein/da rauf/da rüber" finde ich auch nützlich, wenn der Hund ins Auto oder aus dem Auto oder in die Badewanne oder beim TA auf den Tisch oder über einen Zaun springen soll.
    - Wegseite wechseln auf Ruf + Handzeichen (Bei mir "Geh da rüber" + zeigende Handbewegung), ist praktisch wenn Jogger oder Radfahrer kommen.
    - "Warte/Halt", ist im Prinzip wie "steh + bleib", ebenfalls nützlich wenn andere Leute/Hunde oder sowas kommt.


    Sowas wie allein bleiben und stubenrein werden, keine fremden Leute anspringen und nicht pöbeln natürlich auch, ist ja irgendwo auch Erziehung, aber halt nicht mit Kommando belegt, das lernen die halt einmal und können es dann (hoffentlich...).

    Oha, und ich dachte jetzt dein Hund ist schwul und hab hier nur reingeguckt weil ich dachte das ist bestimmt ein lustiges Thema... :lol:


    Es ist ja noch ein junger Rüde und bei Teenagern (egal ob Hund oder Mensch) ist es in einem gewissen Alter relativ normal, dass Sex alles ist woran sie den lieben langen Tag denken, beim einem mehr, beim anderen weniger. Deiner hört sich jetzt schon nach einem dolleren Exemplar an.
    Ich würde aber trotzdem noch ein Jahr oder so warten und in der Zeit versuchen per Erziehung was am drinnen markieren, rammeln und auf Durchzug schalten bei Hündinnen zu tun. Oft ist das auch nur eine Phase.

    Wenn er sich mit 2-3 Jahre trotz Erziehung noch nicht gebessert hat oder sich das ganze schon früher extrem verschlimmert (drinnen jaulen und nicht fressen wenn Hündinnen in der Nachbarschaft läufig sind, abhauen wenn er ne läufige Hündin riecht), würde ich wohl über eine Kastration nachdenken.
    Heutzutage gibt es ja auch die Möglichkeit, erstmal chemisch per Chip zu kastrieren, da kannst du dann sehen ob es tatsächlich eine Veränderung gibt. Bei rein sexuell motivierten Handlungen ist die Wahrscheinlichkeit schon sehr groß, dass man nach ner Kastration mehr Ruhe drin hat.

    Ich hab zwei spätkastrierte Rüden und eine intakte Hündin und keine Probleme. Der eine interessiert sich kaum und darf eh nicht ran (kriegt schon ne Abfuhr wenn seine Nase sich nur in Richtung Mädchenpopo bewegt).

    Den anderen würde das Mädel gern heiraten und die ersten Male fand er das auch ganz toll - bis zu aufspringen mit Paarung und hängen sind sie aber nie gegangen, das machen ja auch manche Kastraten. Inzwischen nimmt er es gelassener und reagiert kaum noch wenn das Mädel läufig ist.
    Die ersten 2 Läufigkeiten hab ich sie in verschiedene Zimmer gesperrt wenn ich nicht im Haus war, inzwischen mache ich das mangels Interesse vom Rüden aus nicht mehr.


    Einfach machen lassen sollte man sie nicht, bei der Paarung werden auch ohne hängen jedesmal Keime durch den Rüden in den Genitaltrakt der Hündin eingeschleppt und das kann uU begünstigend für Pyometra sein. Außerdem kann es bei unerfahrenen Hunden beim hängen (und wie gesagt, das kriegen auch manche Kastraten noch hin) auch zu mechanischen Verletzungen kommen wenn die Hunde sich gewaltsam trennen wollen. Muss ja beides nicht sein.


    Die Spritze zur Läufigkeitsunterdrückung würde ich auf keinen Fall geben. Die ist dafür bekannt, dass sie das Pyometrarisiko stark erhöht, das ist der verminderte Stress den man hat nicht wert.
    Wenn sie jung und fit wäre würde ich entweder trennen oder kastrieren. Bei so einer alten Hündin würde ich aber keine unnötigen OPs mehr machen lassen, daher in der kritischen Phase dann eher trennen wenn man sie nicht im Augen haben kann.

    Zitat

    Allerdings muss ich sagen, dass ich knapp 7 Jahren OP-Assistenz KEINEN Hund kenne der danach Inkontinent wurde


    Naja, da muss man aber fairerweise auch dazusagen, dass die Inkontinenz oft erst Jahre später auftritt und nicht direkt in den Wochen/Monaten nach der Kastration

    Trotzdem ist statistisch belegt, dass kastrierte Hündinnen ein erhöhtes Risiko für Inkontinenz haben, besonders bei großen Rassen.
    Insofern kann man schon davon ausgehen, dass irgendwas an der Kastration dieses Risiko erhöht. Sei es nun die OP selber (Narbenbildung?) oder fehlende Hormone oder was auch immer, wie Bonadea schon schrieb weiß man da einfach noch nix genaues über die Ursache. Das es so ist, ist aber unbestritten.


    Zum Thema Schwerzen beim Tier... naja, ich gehe immer einfach davon aus, dass die Tiere die ein dem Menschen vergeleichbares Nervensystem haben auch ein ähnliches Schmerzempfinden besitzen.

    Manche Viecher sage mehr und andere weniger.
    Rindern kann man ne ohne Betäubung ganze Klaue amputieren ohne für Laien ersichtliche Schmerzäußerungen zu sehen/hören... Schweine schreien in der Regel schon beim hochheben los... manche Hunde kann man ohne Betäubung nähen, anderen quieken schon wenn man ihnen ne Zecke rauszieht... wir Europäer sind, ich sag mal: Recht verweichlicht.
    Eine Freundin die länger in Afrika gearbeitet hat hat berichtet, wie beeindruckt sie dort von der Schmerztoleranz der Leute war, das auch kleine Kinder mit schweren Verletzungen (Knochenbrüche etc) kaum geschrien oder geweint haben, einfach weil es kulturell nicht so üblich ist und vielleicht auch, weil die Methoden und Standarts wie wir sie hier haben da halt nicht zu haben sind?

    Also, Ende vom Lied: Wenn ich nicht genau weiß wie weh etwas tut, würde ich immer davon ausgehen welchen Schmerz der Eingriff bei mir selber verursacht. Und in dem Sinne finde ich die endoskopische Kastra ne feine Sache! Aber gegen eine ordentlich gemachte konventionelle Kastration ist auch nix einzuwenden.


    Wenn möglich (also wenn Gebärmutter noch nicht verändert) würde ich bei beiden Versionen immer die Variante mit nur Eierstöcke raus wählen - je weniger im Bauchraum manipuliert und geschnitten werden muss, desto schonender für die Hündin.

    Seit wann Hunde Getreide fressen ist eine recht interessante Frage. Kann ja erst ab dem Beginn des Ackerbaus gewesen sein. Ich bin kein Historiker oder Archäologe, aber eine kurze Suche hat zumindest schonmal ergeben, dass das von Region zu Region sehr unterschiedlich gewesen sein muss.

    Die Domestikation des frühen Weizens bzw seiner primitiveren Verwandten (Emmer, Einkorn) fand z.B. schon um mindestens 8000-9000 Jahre vor Christi Geburt im Zweistromland (heutiger Naher Osten) statt. Also vor ca. 10-000 - 11.000 Jahren. Ab da wurde Getreide zum Grundnahrungsmittel für Menschen in dieser Region und damit auch zum Grundnahrungsmittel für Hunde. Das ist evolutionär betrachtet schon eine gewisse Zeit, manche Haustiere sind lange noch nicht so lang domestiziert.
    Vielleicht sind Hunde aus diesen Regionen auch besser angepasst an die Ernährung mit Getreide? Z.B. der Kangal oder die orientalischen Windhunde, die traditionell mit Brot oder Hirse und Milchprodukten und Eiern ernährt wurden und wenig bis gar kein Fleisch bekamen, weil die Besitzer auch nur sehr wenig Fleisch aßen.
    Keine Behauptung, nur eine Theorie.


    In Asien mag das wieder anders ausgesehen haben, wann der Reis domestiziert wurde, in Amerika (Nord und Süd) mit Mais, Amaranth und Quinoa und (auch wenn kein Getreide) Kartoffeln und Afrika mit der Hirse.

    Im hohen Norden haben die Hunde dagegen teilweise bis in moderne Zeiten hinein kein Getreide gesehen, weil dort schlicht und ergreifend auch die Menschen sich hautsächlich von tierischem (Jagd und Fischfang) und gesammeltem (Beeren, Wurzeln, Grünzeug, aber die Sommer waren kurz...) ernährt haben und keinen Garten/Ackerbau betrieben.


    Das allein schon, zusammen mit der Tatsache dass Hunde Menschen überall hin begleitet haben, auch und grade in die extremsten Lebensräume (der hohe Norden, Wüstengebiete, Hochgebirge, heiße Dschungel...) und sogar mit ihnen in Auslegerkanus übers die offene Hochsee gesegelt oder gepaddelt sind um Australien oder diverse einsame Inseln im Pazifik zu besiedeln, legt nahe, dass Hunde ziemlich flexibel sind mit ihren Essgewohnheiten.


    Weder Wölfe in der Natur noch Hunde "in der guten alten Zeit" werden/wurden so alt wie unsere Hunde heute. Die Menschen selber erreichten damals nur einen Bruchteil der heutigen Lebenserwartung. Insofern ist es recht müßig, finde ich mit "aber früher..." oder "aber in der Natur..." zu argumentieren.


    Gut ist, was heute funktioniert.
    Und da ist es nunmal so, dass viele (die meisten) Hunde Getreide kriegen und dabei ein ganz gutes Alter erreichen, zumindest besser als früher.

    Ja, wir haben bei Menschen und Hunden verschiedene Zivilisationskrankheiten. Der Zusammenhang mit der Ernährung, grade mit der zu üppigen Ernährung, ist auch ganz klar belegt. Menschen waren wohl nicht fürs Schlaraffenland geplant. Hunde ebensowenig.
    Aber andereseits, ist es wirklich nur die Ernährung und der Lebensstil, der eine Zunahme an Krankheiten bewirkt? Ein Mensch der früher nur 40-50 Jahre alt wurde oder ein Hund der nur 4 oder 6 Jahre alt wurde, der hatte schlicht keine Zeit über Herzkrank zu werden oder Arthrose zu kriegen oder Tumoren. Der starb vor dem typsichen Alter für diese Kranheiten an anderen Ursachen.


    Das Allergien zunehmen, ist unbestritten, bei Menschen wie bei Hunden.
    Wenn daran Getreideverzehr schuld wäre, warum haben dann die Menschen in den Weltgegenden wo seit ewigen Zeiten viel Getreide gegessen wird (Naher Osten z.B.) und wo auch die Hunde viel Getreide bekommen, nicht mehr Allergien?


    Jedenfalls ist es wissenschaftlich erwiesen, dass gut aufgeschlossene Kohlenhydrate (weich gekocht z.B.) für Hunde gut verdaulich sind, da ist nix mit "nur Füllstoff".
    Wer aus DEM Grund kein Getreide füttert, weil er es für bloße Füllmasse hält, aber dann rohes Gemüse gibt und sich da irgendeine nenneswerte Verwertung erhofft... naja, das finde ich ein bisschen realitätsfern.


    Andererseits, wenn ein Hund es wirklich nicht gut verträgt und man nicht nur wegen dem Anti-Getreidehype jeden Pups (im wahrsten Sinne des Wortes) dem Getreide zuschreibt, dann kann man auch gut drauf verzichten. Weizen- und Maisklebereinweiß gehören schon zu den häufigeren Allergenen beim Hund (neben diversen Fleischsorten, Milchprodukten und Eiern).

    Und ich denke auch, dass es durchaus möglich ist Hunde gesund getreidefrei zu ernähren, wenn es einer ist der nicht Unmengen an Energie braucht und/oder eine gute Fettverträglichkeit hat.
    Viele Besitzer berichten ja, dass ihr Hund mit Barf endlich Idealgewicht hätte und halten würde und dann kommt der Schluss: Getreide ist verantwortlich für Übergewicht!

    Ja und Nein. Grundsätzlich ist für Übergewicht eine zu hohe Energiezufuhr bei zu niedrigem Verbrauch zuständig. Viele Hunde tun aber tatsächlich heute so wenig, dass man da mit Getreidezusatz schnell zu viel Energie drin hat und Trockenfutter mit den geringen Volumen füttert man auch schnell zu viel.

    Andere sagen grade das Gegenteil, der Hund fällt ihnen mit getreidefreier Ernährung vom Fleisch. Wenn er es dann einfach nicht verträgt große Mengen Fett dazu zu bekommen, dann seh ich kein Problem damit ihm Kohlenhydrate als Getreide oder Kartoffel zu geben.


    Naja, ich persönlich füttere Getreide und das auch gar nicht mal so wenig. Fleisch ungefähr bedarfsgerecht (nicht super knapp, aber ich sehe keinen Nutzen drin wesentlich über dem Bedarf zu füttern, mehr bringt nicht mehr und kostet nur mehr) und dann der restliche Energiebedarf ca. Hälfte/Hälfte durch Fett und Kohlenhydrate gedeckt.
    Wobei ich inzwischen etwas weniger KH füttere, da sie viel Fett ohne Probleme vertragen und da sie die Energiemengen wie z.B. nach der Rationsberechnung aus dem Meyer/Zentek einfach nicht brauchen.

    Ich werd ja sehen wie alt sie damit werden. ;)

    Ich kenn Windhunde jeder Art die abdrehen. Wenn man mal auf den Rennbahnen vergleicht, dann sind die Whippets am Start oft sehr aufgedreht, springen in die Luft, drehen sich um sich selbst, sind am kläffen wie irre... Afghanen machen auch oft ein totales Theater.
    Greys sind meistens recht ruhig, gehn oft auch sehr gesittet und ruhig an den Start - da merkt man dann doch den Tempreramentsunterschied zum Whippet.

    Galgos hab ich auf der Bahn noch nicht viele gesehen, weiß aber aus Foren auch von einigen die voll den Mecki machen wenn sie nen Hasen sehen.
    Könnte mir vorstellen, dass eben das beim Jäger ein Grund zu aussortieren ist, zumindest bei denen die wirklich wettbewerbsmäßig coursen, weil ein Hund der seinem Mitläufer erstmal ein Loch in den Pelz brennt an der Trailla wenn er nicht SOFORT loslegen darf, sicher nicht gern gesehen ist.

    Salukis machen oft diesen senkrechten Sprung nach oben, den auch Podis so gern machen, um nen Überblick zu kriegen. Meine kann auch mal 2 Minuten auf den Hinterbeinen stehen OHNE sich in die Leine zu lehnen wenn sie über ein Brennesselfeld gucken will. Aber glaub mal nicht, dass ich die dazu kriege diesen schönen Trick auf Kommando zu reproduzieren... :muede:

    Zitat

    Was ist für dich denn ein Anschiss? Ich werde teilweise laut und wenn sie so wie gestern auf meine Hündin losgeht, gibt es auch mal einen Leinenruck (am Geschirr).

    Meine Hündin war (bevor meine Pflegehündin eingezogen ist) schon relativ ruhig, ich konnte sie zu mir "umlenken" und sie hat dann ein Leckerli bekommen.

    Uh, hm, was ist ein Anschiss... ich nehm mal an von Hund zu Hund unterschiedlich... als ich noch nur die beiden Jungs hatte, musste ich selten auch nur lauter werden, die waren von selber recht anständig, haben zwar mal gebellt und gejault und sind auf und ab gehüpft, haben aber nicht an der Leine gerissen.
    Jetzt das wilde Mädel dazwischen, die mischt mir sonst alles auf, eben weil sie als Übersprungshandlung auch die anderen beiden abschnappen würde (nicht so dass es Löcher gäbe, aber trotzdem nervig).

    Die ersten paar Male hab ich sie mir, wenn sie senkrecht hochgesprungen ist und beim landen nach den anderen Hunden geschnappt hat, am HB gepackt und wieder auf alle vier Pfoten geholt, hab mich zwischen sie und das Objekt ihrer Begierde gestellt und sie (immer noch eng am HB festhaltend und über sie gebeugt) in ziemlich fiesem Tonfall angezischt, irgendwas nach dem Motto: "Lass das sein, ich will diese Ausraster nicht."
    Jetzt reicht meistens ein scharfes "Ey!", dann erinnert sie sich wieder dass da irgendwas war.

    Würde ich nicht bei jedem Hund als Pauschalmaßnahme empfehlen, schon gar nicht bei einem den ich noch nicht lange hab. Bei manchen wäre das vielleicht zu viel und andere steigern sich so hinein, dass sie davon gar nix merken. Das ist wirklich individuell unterschiedlich.

    Umlenken, auf mich konzentrieren und Leckerlie würde bei meinen vielleicht bei weniger interessanten Dingen gehen, Fasanen auf dem Acker, Eichhörnchen oder so, aber nicht bei Hasen und Rehen.
    Also, vielleicht mit 30 Jahren Training, aber ehrlich gesagt liegt mir da auch nicht viel dran. Ich hab eh keine Hoffnung sie bei richtigem Wild abrufbar zu kriegen (Lawrence ist es mittlerweile mehr oder weniger, aber der ist auch 11 und es liegt einfach am Alter, dem wird das gejage zu anstrengend) und bin zufrieden wenn sie mir nicht den Arm abreißen.
    Solange sie sich gesittet benehmen (was sie momentan ja machen), können sie ruhig nach Herzenslust gucken.

    Heißt aber nicht, dass es bei anderen nicht funktionieren kann mit Alternativen anbieten.

    Ja. :D

    Also, meine rasten nicht völlig aus, weil sie nicht dürfen. Aber die regen sich schon immer auf wenn sie Wild sehen. Wenn ich sie lassen würde, würden sie auch senkrecht in der Leine stehen, sich selber erwürgen und mehr oder weniger lautstark Konzert machen.

    Als Übersprunghandlung nach dem nächsten Hund daneben schnappen kommt häufig vor. Meine Jungs machen das nicht, die Hündin neigt schon ein bisschen dazu, zum Glück nicht sehr extrem.
    Kenne aber auch Windhunde, die dann richtig Löcher machen.
    Kenne auch genug Besitzer, die es bei plötzlichem einspringen in die Leine wegen eines Hasen selbst an der 2m Leine schon von den Füßen geholt hat. :lol:


    Ein bisschen Aufregung finde ich bei Windhunden bei Wildsichtung normal, diese Totalausraster muss man sich aber nicht gefallen lassen. Bei mir gibts (bzw gab es ein paar Mal...) einen Anschiss der sich gewaschen hat, zur Erinnerung, dass da nicht nur lästiges totes Gewicht an der Leine hinten dran hängt.

    Ich seh auch eher einen Galgo- als einen Podencomix, kann eins von beidem oder auch beides sein. Auf jeden Fall kann sei den windigen Anteil nicht verleugnen.
    Was sonst noch drin sein mag... vielleicht was kleines Terrierartiges? Sie sieht mit dem kecken Ausdruck ein bisschen aus wie viele Windhund x Terrier Lurcher. Podencos gibts ja auch diverse kleine Varianten, die zierliche Größe kann also auch daher kommen.

    Endgröße weiß ich nicht so recht.
    Hab mein Kleinchen erst mit 7 Monaten bekommen und weiß nicht genau was die in dem Alter wog (und von den anderen beiden eh nicht). Aber sicher nicht allzu groß, vielleicht so 50-55 cm und 12-13 kg? Kannst ja in ein paar Monaten mal bescheidsagen. :D

    Zitat


    Wie wäre es mit dem Kompromiss ne passende Rasse zu suchen die nicht so fordernd ist?
    MUSS es denn DIE Rasse sein wenn man das so garnicht händeln kann?


    Joa, das ist mir 100% klar und ich stimme dir zu, dass man sich einen Hund aussuchen soll, mit dem man von den Anforderungen her klarkommt.

    Nur ist das eine Charakter, das andere ist Gesundheit.
    Es gibt ja nunmal nicht nur leistungsstarke gesunde Linien und leistungsschwache kranke.

    Die beiden Merkmale können miteinander verknüpft sein, müssen es aber nicht. Zu sagen Hunde aus Leistungszucht = gesunde Hunde ist zu einfach gedacht.


    Zitat

    Nee, ich weiß, dass du das nicht sagen wolltest... aber ich weiß nicht so recht, was das Aussuchen des charakterlich und von den Anforderungen her passenden Hundes mit der Gesundheit zu tun hat?
    Man kann gesunde Leistungshunde haben und kranke, man kann gesunde Schosshündchen haben und kranke.

    Tendenziell geb ich dir recht, da halte ich Hunde aus einer Zucht in der auch auf körperliche Belastbarkeit geachtet wird schon für gesünder, grade im Bereich Herz-Kreislauf und Bewegunsapperat, aber auch Hunde aus Leistungszucht können mit 9 an Osteosarkomen sterben oder ne familiäre Häufung für Epilepsie haben.

    Grade wenn "Leistung" nicht heißt ein ganzes Leben lang hart zu arbeiten (wie z.B. ein Hütehund beim Berufsschäfer oder ein Jagdhund beim Berufsjäger der tagein, tagaus im Revier ist), sonder ein paar Jahre im Sport zu gehen (sei das nun Gebrauchshundesport oder Hobby-hüten nach Feierabend oder der Field Trial "Jäger") und dann im passenden Alter nach Erwerb aller nötigen Titel auf nimmer wiedersehen in der Zucht zu verschwinden.


    Außerdem halt ich es durchaus für möglich, gesunde Sesselpupser zu züchten, da muss man dann halt andere Kriterien anlegen. Die Kriterien von früher und bei manchen Rassen auch noch heute: "Hart testen und hart selektieren", die sind für sehr viele Rassen weder zeitgemäß noch realistisch.


    Warum man jetzt beim Thema welche Rassehunde stärker erblich belastet sind als andere schon wieder über "Züchter vs Vermehrer" diskutieren muss ist mir auch nicht so ganz klar.


    Bei Mixen oder bei Hunden ohne Papiere kann man dazu in den meisten Fällen schlicht und einfach keine Aussagen treffen.
    Schon bei Rassehunden mit bekanntem Hintergrund ist es ja schwer, Daten zusammenzukriegen um sicher sagen zu können, ob bestimmte Probleme wirklich vermehrt auftreten (oder ob nur viel drüber geredet wird), ob sie erblich sind, wenn ja wie sie eventuell vererbt werden könnten...

    Bei Mixen oder bei Rassehunden ohne Papiere wo unbekannt x unbekannt verkreuzt wird, bleibt dann wirklich nur noch Vermutung und subjektiver Eindruck.


    Bei F1-Mischlingen (Rassehund x Rassenhund) hat man ja tätsächlich den berühmten Heterosiseffekt. Der ist ja nun in der Tierzucht vielfach belegt und funktioniert auch bei Hunden.
    Was natürlich nicht gehen kann, ist, zwei Rassen mit Disposition für Hüftgelenkserkankungen zu verpaaren, eventuell noch un-untersucht, und dann zu erwarten dass das Problem sich in Luft auflöst weil es ja Mixe sind. Das ist schlicht doof, so funktioniert "hybrid vigour" nicht.

    Was auch nicht geht, ist, bei Mischling x Mischling x Mischling x ... irgendwelche Eigenschaften vorauszusagen, auch nicht im Hinblick auf die Gesundheit. Kann sein, dass der vor Gesundheit strotzt, kann sein, dass er leider alle Defektgene sämtlicher Ausgangsrassen doppelt abgekriegt hat. Um solche Voraussagen wenigstens mit einer Chance auf Korrektheit zu treffen, brqaucht man ein paar mehr Generationen und eine gefestigte Linie - was ich an Rassehunden dann halt auch wieder mag.


    Wenn ich persönlich einen gezielt gezüchteten Mix-Welpen haben wollte, aus welchem Grund auch immer (eher unwahrscheinlich, auch wenn es mich reizen würde mal einen Saluki x Grey Lurcher von Anfang an zu haben, weil mein alter Bursche ein toller Hund ist), hätte ich kein schlechtes Gewissen dabei.
    Wo ich mir meinen Hund hole ist meine private Entscheidung und soweit, dass man in Deutschland Hunde nur noch mit Lizens vom Staat züchten darf sind wir ja noch nicht (auch wenn ich mir vorstellen kann, dass ich denn Zeitpunkt noch erlebe).