Zitat
Ich kann nur aus Erfahrung sprechen,was mir aber immer wieder aufgefallen ist und bestätig wird,ist das bei den Hunden (die wie jedes Lebewesen das Allah schuf,respektiert werden) zwischen Hofhunden und den Hunden unterschieden wird,die wir als "Schoßhündchen" bezeichnen.Oben genannte Hofhunde werden geliebt,gefüttert,respektiert und manch einer geht auch mit ihnen spazieren/beschäftigt sich mit ihnen,aber es sind "einfach Nutztiere" (Achtung,NICHT meine Meinung) die zur Bewachung des Hofes dienen.
"Schoßhündchen" werden von den Frauen geliebt und betüddelt,wohnen meistens in der Stadt mit im Haus und werden nicht wirklich als Hund angesehen.Die Männer lächeln darüber und die Frauen "verwöhnen" die kleinen Stinker bis zum geht nicht mehr.
Aber das hat ja nix mit der Religion zu tun.
War/ist hier in Deutschland ja exakt genauso.
Hier auf dem Dorf sind auch viele ältere Menschen der Meinung, ein Hofhund ist ein Arbeitstier, ein Hund gehört nicht ins Haus, Hunde im Bett geht gar nicht, kleine Hunde sind keine echten Hunde und schon gar nix für Männer (Asnahme: Rauhaardackel!
) und so weiter und so fort.
Auch Leute, die ich nicht grade als gläubige Christen bezeichnen würde.
Das hängt denke ich eher davon ab, welchen Stellenwert man Tieren generell beimisst und der ist in Luxusgesellschaften wie in Westeuropa oder den USA halt höher als in weniger entwickelten Ländern.
Nun ist z.B. Saudi Arabien ja nicht weniger entwickelt als z.B. Deutschland, aber die Entwicklungen sind da viel schneller passiert als hier, sozusagen im Zeitraffer, insofern kann man die Mentalität auch schwer vergleichen.
Und viele Länder der arabischen Welt sind ja nunmal noch Dritte Welt oder Schwellenländer.
Und dann ist es ja so, dass es nicht "den Islam" gibt, oder "die Moslems", ebensowenig wie "die Christen". Ich mein, die Unterschiede zwischen Koptischen Christen, Katholiken, Protestanten, Mennoniten und was es nicht noch alles gibt sind ja recht groß, im Islam ist es nicht anders.
Dazu kommen dann noch nationale/regionale Unterschiede, in manchen Volksgruppen oder Gegenden hat man nochmal ne andere Auslegung als in anderen.
Und dann ja auch noch das wichtigste: Individuelle Unterschiede. Die vorherrschende Religion prägt eine Kultur zwar immer irgendwo mit (und sei es nur, dass man "Grüß Gott" oder "zum Teufel!" sagt ohne drüber nachzudenken), aber trotzdem ist nicht jeder gleich religiös... ich mein, in der Bibel stehen auch jede Menge Sachen, die vielen Christen im Alltag herzlich egal sind, weil sie zwar mal getauft wurden und sich vielleicht auch noch selber als Christen identifizieren, aber Religion für sie persönlich keine große Rolle spielt.
Naja, wie dem auch sei.
Die Ablehnung von Hunden als "dreckige" Tiere kommt wie auch die Ablehnung von Schweinen wohl daher, dass Hunde in dem heißen Klima und als Aas-/Abfallvertilger wunderbare Krankheitsüberträger waren. Außerdem spielt im ganzen Nahen Osten die Tollwut als Zoonose auch heute noch eine Rolle und Haushunde sind wohl die häufigste Infektionsquelle für Menschen. Grade die besonder Ablehnung/Unreinerklärung von Hundespeichel macht da großen Sinn, da die Konzentration von Tollwuterregern im Speichel hoch ist, erkrankte Hunde stark speicheln (Schaum vorm Maul) und die Übertragung meist durch Biss erfolgt.
Das eventuell als logisch/praktischen Erklärungsansatz.
Dennoch wurden in vielen orientalischen Gesellschaften "nützliche" Hunde durchaus toleriert. Überwiegend findet man in den meinsten nordafrikanischen, nahöstlichen und zentralasiatischen Gebieten Jagdhunde, meist Windhunde, und große Herdenschutzhunde bzw Wachhunde, weil das eben die Hunde waren, die für die Menschen dort nützlich waren.
Zu den Jagdhunden eine Anekdote aus Syrien:
Eine mir bekannte Züchterin ist dort vor einigen Jahren gereist und hat Jagdsalukis gesehen, die schöne Halsbänder aus kleinen Glasperlen mit einem Verschluss aus eisernen Kettengliedern hatten. Auf Nachfrage erklärte man ihr, dass diese Kettenglieder aus alten Messern geschmiedet werden, und dass man beim loslassen des Hundes zur Jagd ein kurzes Gebet spreche, so dass die Beute symbolisch "mit einem Messer und mit einem Gebet auf den Lippen" getötet wird.
Das dann erlegte Tier sei dann zum essen "rein" (hala), obwohl es nicht nach muslimischem Brauch geschlachtet wird.
Jagdbeute von dafür abgerichteten Tieren wird ja auch im Koran ausdrücklich für erlaubt erklärt - und dann gibt es halt noch solche lokalen Gebräuche...
Alkoholkonsum und Glücksspiel sind ja noch so Themen, die je nach Glaubensrichtung, Auslegung, Nationalität, Ethnie und so weiter im Islam ganz unterschiedlich bewertet wurde und wird.
Ich selber bin zwar christlich getauft, würde mich aber inzwischen als Atheistin bezeichen (nur damit man ungefähr weiß wo ich stehe).
Für Hunde und Islam interessiere ich mich deswegen, weil meine Lieblingsrasse aus dem Nahen Osten kommt und damit ein Produkt überwiegend muslimischer Züchter war/ist.
EDIT: Manches überschneidet sich jetzt mit den Beiträgen vor mir, aber ich lass es jetzt so stehen.