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Manchmal denke ich, dass sie vielleicht bei mir einfach nicht glücklich ist, ich nicht das richtige Frauchen für sie bin...im Grunde bin ich ein eher ruhiger Mensch, aber vielleicht braucht sie jemanden, der eben noch mehr Gelassenheit ausstrahlt und ihr dadurch noch mehr Sicherheit vermitteln kann?!
Ich glaub nach noch nichtmal nem Monat bist du noch gar nicht ihr Frauchen, sondern erstmal ne nette Person an die sich sich dranklammert weil sie nicht so richtig weiß wo sie eigentlich gelandet ist und was von der ganzen Geschichte zu halten ist.
Das ist auch normal. Da würde ich mir keinen Kopf machen, das kommt mit der Zeit.
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Das habe ich mal getestet - sie bleibt beim zweiten Mal nicht länger liegen, eher im Gegenteil. Nach ein, zwei Minuten will sie wieder weg...
:/
Ein Verhalten, dass ich so gar nicht kenne und auch nicht einschätzen kann...bisher hat jeder Hund, den ich mal hier hatte (und natürlich auch meine eigene) es geliebt, wenn er aufs Sofa durfte und gestreichelt wurde. Freiwillig ist da kaum einer gegangen und wenn dann erst nach längerer Zeit.
Ja, hört sich wirklich nach "unter Dauerstrom" an... denke mal ich sag dir nix neues, was dagegen hilft ist ein geregelter Tagesablauf mit festen Ruhezeiten. Das versucht ihr ja mit den "Körbchenzeiten" eh schon zu machen. Und halt insgesamt Geduld, wo bei ich schon den Eindruck hab dass du/ihr die habt!
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Hintergrund war die Überlegung, dass sie vielleicht so ganz allein nicht zur Ruhe kommt und deswegen tagsüber so aufgedreht ist.
Und, wie war der Eindruck?
So oder so, ich denke mal bevor man sehen kann ob das nen Unterschied macht oder nicht muss man beides ne Weile lang ausprobierte haben.
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auch trinken tut sie sehr, sehr wenig, das macht mir auch etwas Sorgen
Was frisst sie denn?
Meine kriegen Frischfutter und trinken normalerweise jetzt im Winter gar nix extra, höchstens wenn sie richtig gerannt sind und grade ne Pfütze zur Hand ist. Aber manchmal tagelang nix. Im Sommer schon eher.
Trofu gebe ich wenn, dann immer mit 2 Teile Wasser auf 1 Teil Futter, als "Suppe". Wobei meine das mögen und das Wasser dann auch mitschlabbern, kenne auch Hunde die das ekelig zu finden scheinen und nur mit spitzen Zähnchen die Futterbrocken rausangeln.
Muss man ausprobieren.
Bei Nassfutter ist ja eh schon Flüssigkeit dabei (kann man aber auch noch etwas Wasser reinrühren) und anderes Frischfutter (Barf, gekochtes) kann man auch gut etwas "suppig" zubereiten.
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Irgendwie hab ich nur immer das Gefühl, dass sie Schutz sucht und bisweilen völlig verwirrt/durcheinander ist. Vielleicht ist sie auch einfach ein Hund, der bei einer solchen Umstellung wie dem Wechsel des Besitzers ein wenig länger braucht? Oder es sind die Hormone, weil sie gerade läufig ist...?
Nur das erklärt immer noch nicht warum sie oft so extrem unterwürfig, eigentlich richtig ängstlich reagiert. Bei ihrer Vorbesitzerin lebte auch ein Teenager mit im Haushalt - möchte ja nix unterstellen, aber es würde schon ein wenig ihre ausgeprägte Abneigung gegen und Furcht vor Kindern und auch ihr restliches Verhalten erklären...
Vielleicht ist sie einfach generell ein Sensibelchen und keine noch so gute Sozialisierung und Erziehung beim Vorbesitzer hätten es dir leichter gemacht. Das kann ja jetzt keiner mehr sagen.
Vielleicht ist sie aber auch nicht wirklich gut sozialisiert. Das was du schreibst, mit dem unterm Sofa verschwinden bei Interessenten als du sie ausgesucht hast und mit der Scheu vor Kindern sowie ihre generell Unsicherheit in Kombi mit dem "kleben" klingen schon ein bisschen danach.
Das macht die Umstellung natürlich doppelt und dreimal so schwer.
DeeDee z.B. hat Kinder durchaus kennengelernt, aber halt nicht wirklich intensiv. Immer nur bei der Züchterin auf dem Grundstück (ummauerter Garten), nie in "freier Wildbahn", immer alle Welpen/Junghunde zusammen in der ganzen Gruppe (auch mit den Eltern und anderen erwachsenen Hunden dabei) und immer etwas ältere hundeerfahrene Kinder (von Freunden der Züchterin).
DA war sie dann auch begeistert von Kinderbesuch, haben die doch immer toll mit den jungen Hunden gespielt.
Ich hab sie dann ja erst mit 7 Monaten bekommen und auf einmal waren die Vorraussetzungen ganz anders.
Als Resultat ist sie aber bei fremden Kindern "draußen" die sich benehmen wie Kinder sich nunmal benehmen, auch sehr unsicher, obwohl ich zu 99,99% sicher bin, dass sie nie was schlechtes mit Kindern erlebt hat.
Die Züchterin hat mich mit großen Augen angeguckt als ich ihr das erzählt hab und meinte nur immer wieder, die wäre doch so toll mit Kindern gewesen, alle ihre Hunde wären toll mit Kindern, sie könnte sich das gar nicht vorstellen warum das bei mir nicht so ist.
Das ist halt die Sache... ein wirklich gut sozialisierter Hund lernt in der sensibelen Phase viele verschiedene Sachen kennen, aber hauptsächlich lernt er, zu lernen und mit neuen Eindrücken umzugehen.
Ein schlecht sozialisierter Hund kann, wenn er sein Leben lang in der selben Umgebung verbringt die er in seiner Kindheit schon gekannt hat und man nix großartig neues von ihm fordert, wunderbar angepasst wirken (bzw ist er es für seine spezielle Situation auch!).
Wirft man ihn aber ins kalte Wasser einer ganz neuen Umgebung/Situation, dann fehlen ihm die Strategien, neues zu verarbeiten. Auch so ein Hund kann natürlich immer noch neues lernen (und die individuellen Unterschiede sind groß), aber es dauert in den Regel länger. Es sind halt nicht immer offensichtliche Deprivationsschäden oder sowas drastisches.
Deswegen ist es halt auch wirklich nicht so wichtig, dass der Hund ganz genau die Sachen kennengelernt hat, die ihm später begegnen werden (auch wenn ich jeden Tag mit der U-Bahn zur Arbeit fahren und den Hund mitnehmen will, muss der Welpe das nicht mit 10 Wochen schon gemacht haben), aber er muss verschiedene Dinge kennenlernen und vor allem muss er dabei lernen, wie man mit neuen Eindrücken umgeht und sie verarbeiten.
Wenn man halt einen Hund erwischt hat, der sich vorher immer an den anderen Hunden orientieren konnte, durch deren Gesellschaft nie wirklich allein war und vielleicht vom grundsätzlichen Charakter eh schon zu großer Anhänglichkeit und Sensibilität neigt, und der dann mit der ganzen neuen Situation etwas überfordert ist weil er nie gelernt hat wie man mit sowas umgeht.. naja, das kann dauern.
Nen Wechel von Umgebung und Besitzer ist ja für den bestangepassten Hund schon aufregend.
Sorry, war jetzt vielleicht etwas off topic, sollte nur erklären warum ich immer nur murmele "Zeit, Geduld, Zeit..."
Kann aber auch sein, dass ich total daneben liege, ist ja auch bloß ne Ferndiagnose. 
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Ich habe einfach beschlossen "Du schläfst heute bei mir", genauso wie ich auch mal beschließe "Du darfst jetzt auf die Couch". Wie gesagt, der Hintergedanke war, dass sie dadurch endlich mal wieder zur Ruhe kommen kann, der Schritt von bei mir zum alleine schlafen evtl. doch zu groß war. Nur weil sie nicht mehr jammert heißt das ja nicht gleich, dass sie völlig relaxt ist und entspannt schläft. Ich denke nicht, dass wir jetzt wieder bei Null anfangen müssen, denn ich habe ihr nicht nachgegeben - ICH habe SIE geholt, weil ich es so wollte. Sie saß nicht vor meiner Tür und wollte rein. Ich denke das ist ein riesiger Unterschied.
Auch sonst ignoriere ich ängstliches Verhalten weitestgehend, schon gar nicht rede ich in solchen Momenten beruhigend auf sie ein oder streichle sie. Im Gegenteil - wenn sie zögert, gehe ich stramm weiter. Dennoch aber scheint die Holzhammermethode bei diesem Hund nicht die richtige zu sein - ich kann sie nicht ständig ignorieren, nicht gleich die 100 % von ihr verlangen, die ich von einem selbstsicheren, gelassenen Hund verlangen würde.
Klingt für mich richtig, würde ich wahrscheinlich ähnlich machen.