Beiträge von Marula

    Es war nicht deine eigentliche Frage, aber...
    Für beide Ausgangsrassen dieser Mischung wäre 13,5 Jahre kein schlechtes Alter, es ist nunmal ein großer Hund mit zwei Grunderkrankungen (die Herz- und die Nierensache) die beide für sich schon schwerwiegend sind und in Kombi wirklich ziemlich heavy.

    Wäre es mein Hund, würde ihr die letzte Zeit (sein das Tage, Wochen oder Monate) einfach zu fressen geben was ihr schmeckt, ihr nur noch die Medikamente geben die umbedingt nötig sind um ihr das Leben etwas leichter zu machen und wenn das Ende kommt, dann kommt es halt.

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    Das war darauf bezogen, weil Marula meinte es wäre sinnvoll, Luxus mit dem zu vergleichen, was man so als Durchschnitshundehalter in Deutschland für seine Hunde ausgibt, weswegen ich eben meine, dass man das so auch nicht sagen kann, wenn man nur einmal durch das DF liest.


    Ja, naja, wie ich schon schrieb, harte Zahlen hab ich dazu auch nicht, obwohl es bestimmt irgendwo ne Statistik dafür gibt.
    Aber nur durchs lesen im Dogforum bin ich zu der Meinung auch nicht gekommen - der Unterschied in den Reaktionen wenn man z.B. sagt "Ich füttere selbstgemachtes!" ist schonmal nen klarer Indikator dafür ob man sich im dogforum befindet oder in der guten alten Realität.

    Im Dogforum kommt dann oft ein "Ja, ich auch, ist ganz toll!", im echten Leben wird man angeguckt wie ne Kuh mit zwei Köpfen. :D
    Wenn ich irgendwem aus dem teilweise ebenfalls hundehaltenden Bekanntenkreis meiner Eltern erzählen würde, dass es Leute gibt, die für einen 15 kg Sack Trockenfutter um die 50 € ausgeben oder für eine 400g Dose Nassfutter 6 €, dann kriege ich bestenfalls betretenes Schweigen. Im Dogforum gibt das ein lapidares "Qualität hat halt seinen Preis."

    Also um es kurz zu machen... nein, Dogforum hat mit der Realität der meisten Hundehalter rein gar nix zu tun, da stimm ich dir zu!


    Na, wie auch immer. Ich finds ein bisschen schwierig, Futter mit anderen Luxusartikeln wie Halsbändern oder Hundebetten zu vergleichen.
    Man kann es drehen und wenden wie man will, ein Hund braucht einfach nur ein oder zwei Halsbänder - vielleicht eins für den Alltag und eins zum schwimmen. Nagut, vielleicht auch noch ein Kettenhalsband für den Hundeplatz oder so. Aber der Bedarf ist sehr begrenzt und wenn man was ordentliches gekauft hat, dann hält das Zeug ewig.
    Wenn jemand mehr haben will, null Problemo, warum nicht!
    Aber in der Regel werden auch Leute die für einen Hund 50 Halsbänder haben zugeben, dass sie eigentlich nur eins bräuchten und dass der Rest überflüssig wie ein Kropf ist und nur fürs eigene Vergnügen gekauft wurde.


    Dagegen ist Futter halt ein lebenswichtiges Grundbedürfniss. Damit kann man die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Hundes erheblich verändern.
    Da finde ich es irgendwo erheblich weniger dekadent wenn man ein bisschen mehr Geld als allgemein üblich ins Futter steckt als wenn man das gleiche in hübsches Zubehör investiert, dass für das Wohlergehen des Hundes völlig irrelevant ist.


    Ich selber bin mit Zubehör so auf einer Mittelschiene, denke ich. Ich schau schon sehr genau aufs Geld, aber ich kaufe lieber einmal was hochwertiges. Nen gutes Lederhalsband braucht keine Swarowskisteine zu haben und für solchen Quatsch nehm ich auch kein Geld in die Hand. Aber wenn es ordentlich verarbeitet ist hat es nunmal seinen Preis. Dafür hält es dann auch Jahre bis Jahrzehnte.

    Mit dem Futter erhofft man sich denke ich das selbe: Das man langfristig mehr davon hat wenn man 2 mal nachdenkt und vielleicht ein klein bisschen mehr Geld in die Hand nimmt statt ohne nachzudenken das billigste vom billigsten zu kaufen.

    Mal wieder mit Vergleich:
    - Doof & billig wäre für mich, ne Fertiglasagne zu kaufen (und zwar schon vor dem Pferdefleischskandälchen).
    - Etwas teurer, aber vernünftig und definitv qualitativ hochwertiger wäre es, die Zutaten für ne hausgemachte Lasangne frisch zu kaufen und selber zu kochen.
    - Luxus fände ich, wenn für die Lasagne nur feinstes Tartar vom Weideochsen, handgemachte Import-Nudelplatten aus einer Mailändischen Nudelmanufaktur und vollreife, just diesen Morgen aus Spanien eingeflogene Tomaten in Frage kämen und man sich das ganzen dann noch von einem professionellen Koch zubereiten lässt.

    Zwischen 1 und 2 seh ich nen realen Unterschied in der ernährungspysiologischen Qualität für den ich auch gern etwas mehr Geld bezahle.
    Zwischen 2 und 3 spielt sich der Qualitätsunterschied meiner Meinung nach nur noch im Kopf und im Portmonee ab. Es sei denn, man ist ne Niete am Herd, dann könnte der Koch sein Geld wert sein. :D

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    Wo fängt Luxus beim Hund überhaupt an? Wer definiert was Luxus ist? Ist das empfinden nicht stark subjektiv geprägt? Das Blutbild für den Hund, die regelmäßige Physiotherapie? Anständiges Essen? Die Hundehaltung an sich? Ganz ehrlich, das sind für mich (ganz subjektiv) Grundbedürfnisse in der Hundehaltung, allerdings gebe ich auch zu, dass Flug/Fernreisen für den Mensch für mich vollkommen normal sind, das hat auch nichts von Luxus.


    Einmal sicher subjektiv. Dann bestimmt auch vom Kulturkreis und vom allgemeinen Wohlstand da wo man lebt abhängig. Gegen irgendwas muss ja ja vergleichen, denn gegen manches Kind in der dritten Welt leben unsere Hunde definitiv alle im Luxus - aber ob der Vergleich Sinn macht?

    Aber ich find man kommt der Sache schon recht nah, wenn man mal guckt "Wie macht es die Mehrheit der Hundehalter hierzulande?" und dann "Was kann sich der durchschnittliche Deutsche so leisten?"
    Ist natürlich beides vage. Vielleicht gibt irgendwo sogar tolle Marktforschungsstatistiken in die Richtung, ich weiß es nicht.

    Aber ich geh mal davon aus, dass die Mehrheit aller Hundehalter ein Trockenfutter im unteren bis mittleren Preissegment füttert und ein weiterer Teil günstiges Dosenfutter. So in der Kategorie von Discounterfutter bis zu den mittelteueren Trofu-Sorten wie Happy Dog, Solid Gold oder Bosch und so weiter.
    Einmal wegen Kosten und dann (bei Vergleich mit Selbstgemachtem) wegen Zeitaufwand.

    Im Vergleich zum Durchschnitt der Hundehalter ist dann alles was darüber hinausgeht für hiesige Verhältnisse durchaus "Luxus".
    In anderen Ländern liegt die Latte sicher noch viel, viel niedriger, bis dahin das man es sich nicht erlauben kann dem Hund überhaupt irgendwas abzugeben was auch Menschen essen könnten.

    Das mit dem Namen ist gar kein Problem, ruft ihn einfach so wie ihr wollt und in ein paar Tagen bis Wochen hat er sich dran gewöhnt.

    Die Tierarztrechnungen können immer ein Problem werden (auch bei jungen Hunden), das können auch leicht mal einige 100 € sein und es kann auch ganz schnell in den 4-stelligen Bereich klettern.
    Bei einem älteren Hund, auch wenn es ein kleiner ist und die ja oftmals etwas langlebiger sind, ist die Wahrscheinlichkeit für höhere TÄ-Kosten in näherer Zukunft schon ziemlich groß.


    Die Bellerein kann ein Problem werden, kann aber auch nicht. Das kann man von hier nicht beurteilen. Arbeitet euer TH mit einer Hundeschule/einem Hundetrainer zusammen der sich den Hund mit euch zusammen mal anschauen kann? Bei dem Problem bringt eine Einschätzung von jemand erfahrenem der den Hund auch wirklich life sieht sicher mehr als hier im Forum.
    Grundsätzlich kann man auch noch ältere Hunde sehr gut erziehen, aber es wird natürlich nicht einfacher, wenn sich gewisse Marotten über Jahre festgesetzt haben.

    Bei den meisten rezessiv vererblichen Krankheiten die "plötzlich" aufgetreten sind weiß man halt auch nicht, ob es in "historischer Zeit" entstandene Spontanmutationen sind waren die sich dann von einem bekannten Ausgangstier aus langsam verbreitet haben und dann erst relevant wurden wenn Nachkommen dieses Tieres aufeinander trafen... oooooder ob es sich um ein schon seit ewigen Zeiten in der Population vorhandenens Gen handelt, das über Generationen weitergegeben wurde ohne irgendwelchen Schaden anzurichten oder aufzufallen und dann ebenfalls erst im Zuge von Engzucht problematisch wurde wenn Träger verpaart wurden.

    Es gibt zum Beispiel seit kurzem einen Gentest für die sog. Greyhound Neuropathie bei Show-Greyhounds (die Renner sind praktisch eine separate Population und haben diese Krankheit nicht). Da ließen sich wohl nachträglich sämtliche Erkrankte & Träger dieses autosomal rezessiven Erbgangs bis auf einen bestimmten Hund zurückverfolgen.

    Aber ob nun bei diesem Hund die Mutation zum allerersten Mal aufgetreten ist oder ob er seinerseits auch einfach nur Träger war und dieses Gen schlicht davor nicht verbreitet genug war das zwei Träger aufeinander trafen... reine Spekulation. Ist bei rezessiv weitergegebenen Merkmalen naturgemäß immer so, man sieht sie halt erst wenn die Nachkommen später wieder aufeinandertreffen.


    Unmittelbar ab der erste Generation zuchtrelevant sind vor allem dominante Spontanmutationen.

    Eine die sehr selten mal auftritt ist zum Beispiel die Kurzhaarvariante bei Salukis. Das (wesentlich häufigere) Langhaar, genannt "Befederung", ist rezessiv. Daher können normalerweise 2 befederte Salukis keinen kurzhaarigen Nachwuchs haben. Alle Jubeljahre fällt aber trotzdem mal ein kurzhaariger Saluki aus solchen Verpaarungen. In fast 100 Jahren kann man die Fälle wo das passiert ist an einer Hand abzählen.
    Diese Hunde haben dann ein Allel für Kurzhaar und eines für Befederung, sind im Phänotyp kurzhaarig und logischerweise vererben sie beides (und dürfen auch ganz normal in die Zucht).

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    Ich bin mit Züchtern nur *mäßig* vertraut, aber ich weiß, dass aus Zuchtpapieren hervorgeht, welche Gesundheitsuntersuchungen die Eltern, ggf die Großeltern haben.


    Nee, bei meinen Rassen ist das nicht der Fall (Saluki und Greyhound, gezüchtet unter DWZRV/VDH/FCI). Da werden in den Ahnentafeln nur die eventuellen Ausstellungs- und Leistungstitel vermerkt.
    Es gibt auch keine Datenbanken mit Gesundheitsdaten. Klar, Zuchtbücher hat man, die Abstammungen kennt man also - da hat man aber auch als Normalsterblicher oder Dissidenzzüchter Zugang wenn einen das interessiert (Zuchtbücher kaufen und vermehrt Pedigreedatenbanken im Internet).

    Bei Greyhounds wird gar nix untersucht (bzw es ist nix verpflichtend).
    Bei Salukis muss man seit 2 Jahren herzschallen. Die Ergebnisse werden aber nirgendwo veröffentlicht, die kennt erstmal nur der Züchter selber und die entsprechenden Gremien im Verband (z.B. die Körkommision).

    Als Käufer muss man das selber erfragen, wenn der Züchter sie nicht bereits von sich aus angibt. Die meisten Züchtern tun das, ein guter Herzbefund ist ja schließlich was positives womit man gewissermaßen auch werben kann. Ich finde es erstmal schon ein guter Anfang, man wird sehen was die Zeit so bringt.

    Es gibt Züchter, die schallen bereits seit einigen Hundegenerationen, es gibt welche, die fangen erst jetzt mit murren und knurren an.
    Es gibt auch welche, die gehen erstmal zu nem beliebigen TA zum "vorschallen" und erscheinen gar nicht beim vom Verband bestimmten Kardiologen zum offiziellen Schallen wenn der Vorschall schon Sch*** aussah. Das sind dann so die Sachen, die einfach so in der Versenkung verschwinden...


    Insofern muss man wirklich genau hingucken.
    Das sind aber Themen, bei denen man wenig Einblick hat wenn man sich nicht länger damit beschäftigt und ich würde mal behaupten, für Erst-Welpenkäufer kommt es trotzdem oft auf ein Glücksspiel raus, weil man vieles erst so Stück für Stück mitkriegt, wenn man länger dabei ist.


    Ich persönlich sehe die Vorteile von VDH-Papieren wirklich vor allem bei der garantierten Einhaltung der Mindestanforderungen an eine ordentliche Haltung der Elterntiere und Aufzucht des Wurfes.

    Ansonsten sind da die Unterschiede von Rasse zu Rasse zu groß um Pauschalaussage zu treffen - es gibt welche, die sind auch in VDH/FCI Zucht gesundheitlich so derartig versaut, dass ich im Traum nicht auf die Idee käme mir so einen anzuschaffen, es gibt auch da welche mit recht guter Gesundheit.
    Es gibt Vereine die machen wirklich gar nix in Sachen Gesundheitsuntersuchungen (oder erst wenn das Problem ihnen praktisch mit dem nackten A**** ins Gesicht springt), es gibt welche die haben schöne, wissenschaftlich gestützte Programme mit Zuchtwertermittlung und darauf basierenden Verpaarungsempfehlungen.

    Da muss man schon wirklich fragen um welche Rasse es geht und dann noch ein bisschen im Thema "drin" sein.


    Noch ein Wort zum Thema: "Man kann die Zucht im UK oder in den USA nicht mit hier vergleichen!"
    Naja.
    Bei Rassen die hier viel gezüchtet werden und die generell hohe Welpenzahlen haben (z.B. Dackel oder Deutsche Schäferhunde) mag es ja sein, dass man hierzulande unbeeinflusst von dem züchten kann, was auf der Insel oder auf der anderen Seite vom Teich passiert.

    Bei sehr vielen Rassen ist es aber so, dass ein reger Austausch zwischen den Ländern und auch den Kontinenten stattfindet, und das nicht erst seit gestern. An Zuchthunden, aber auch an Ideen unter den Züchtern (die oft ganz gute internationale Kontakte haben) und an Richtern.
    Es gibt zwar bei Salukis z.B. schon einige Linien, die man vor allem in Kontinentaleuropa oder vor allem in den USA findet, aber im Großen und ganzen sind da überall Verflechtungen, spätestens wenn man mal 5-10 Generationen zurück geht.

    Ich finde es auch gut so, dass man Zugang zu so vielen Möglichkeiten hat... aber damit geht es halt einher, dass einen die Moden und Gepflogenheiten im Ausland sehr wohl interessieren müssen, weil die Produkte dieser Zucht dann oft auch hier in den Zucht landen oder die Züchter/Richter dieser Hunde hierzulande dann die Spezialzuchtschauen richten (und andersrum, von uns aus geht ja auch genug ins Ausland). Von der Warte aus gesehen lebt keiner auf der Insel der Glückseeligen, von wegen "Bei uns ist das alles anderes!"

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    Wenn man dann noch bestimmte Futtersorten kauft die zwar als hochwertig verkauft und deshalb ebenso hochpreisig( was nicht heisst das Billigfutter da besser ist)sind füttert dann kommt das schnell einer dauerhaften Ernährung von Junkfood beim Menschen gleich und hat nichts mehr mit artgerecht oder gesund zu tun wer den Film " Supersize Me" gesehen hat weiss was ich meine.

    Ich weiß jetzt nicht, welche bestimmten Futtersorten du meinst. Wenn es Leckerlies sind die nie als Alleinfutter gedacht und verkauft wurden, stimme ich dir zu.

    Aber der Unterschied zwischen nem Billig-Hundfutter und Junkfood für Menschen ist, dass ersteres immernoch als vollwertiges Alleinfutter konzipiert ist und letzteres lediglich schmecken soll, aber nie dazu gedacht war, den ganzen Bedarf zu decken wenn du dich nur davon ernährst.

    Über die Qualität der ganz billigen Futtersorten kann man natürlich streiten (oder nicht ;) ), aber das ist schon ein bedeutender Unterschied.
    Wenn überhaupt müsste man dann Fertigfutter für Hunde mit Babynahrung aus dem Glas oder dieser Flüssignahrung für Sondenernährung beim Menschen vergleichen, das sind auch Produkte die jeweils auf die Deckung des ganzen Nährstoffbedarfes ausgelegt sind.


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    Umso schlimmer empfinde ich die Tatsache, um zum eigentlichen Thema wieder zurückzugelangen, dass in der Ursprungsreportage das Discounterfutter als Mittel der Wahl angepriesen wurde, um damit den Hund angemessen, ausreichend und budgetorientiert zu ernähren.
    Bei diesen Futtermitteln liegt alles im Dunkel, die Herkunft, die Inhaltsstoffe und auch die Zusatzstoffe, zu vergleichen mit den uns Menschen angebotenen Fertigprodukten.

    Ganz ehrlich gesagt ist es mir der "Luxus" wert, einen Hersteller meines Vertrauens zu wählen, von dem ich hoffen und annehmen kann, dass dieser Hersteller nicht nur profitorientiert, sondern auch im Sinne des Tieres Futter produziert.

    Alternativ dazu gibt es eben noch den "Luxus" der selbst zubereiteten Nahrung, auch das immer im Sinne der gesunden Ernährung für den Hund.

    Eben das dick hervorgehobene stört mich auch, grade bei den ganz günstigen, aber auch bei vielen mittel- udn hochpreisigen Fertigfuttersorten. Ich mein, wenn man sich ein bisschen mit Deklaration beschäftigt, kann man vieles rausfinden, aber anderes bleibt auch ganz im Dunkeln.


    Und das mit den Herstellern von einigermaßen hochwertigen Fertigfuttersorten denen ich vertraue ist so ne Sache.
    Es gibt schon welche, die ich auch guten Gewissens füttern würde, aber ehrlich gesagt finde ich sehr viele der "guten" Futtersorten völlig überteuert, weil da Sachen drin sind die ich einfach nicht brauche. Exotische Fleischsorten/alternative Proteinquellen, exotische Kohlenhydratquellen, 20 verschiedene Kräuter, Grünlippmuschelzusatz, besondere Herkünfte für bestimmte Zutaten ("aus XY", "Bio") und hast du nicht gesehen... für diesen ganzen Krempel will ich nicht mitbezahlen, weil ich ihn nicht brauche.
    Und wenn, dann füttere ich sowas gezielt extra.
    Und auch die Werbekampangenen und bunten Säcke oder hübsch bedruckten Dosen dieser Futtermittel bezahlt man ja mit. Brauch ich alles auch nicht.

    Auch das war mit ein Grund fürs selber machen: Da spar ich mir diesen ganzen aus meiner Sicht überflüssigen Klimbim.

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    Daher dachte ich, es wäre schön, einen gemeinsamen Thread zu haben, in dem Halter von mehreren Hunden vielleicht ein bisschen erzählen oder wo man sich mit akuten Fragen hinwenden kann.


    Eine nette Idee, mit mehreren Hunden ist doch einiges anders als mit nur einem.

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    Nach welchen Kriterien habt ihr euch für den Zweit-/ Dritt- /Vierthund entschieden?


    Zweithund: Rasse stand fest (gleiche wie Ersthund), es sollte ein Rüde werden und ich hatte eine ungefähre Alters- und Farbvostellung.
    Aber der wichtigste Faktor war, dass er sich beim Kennenlernen mit dem Ersthund versteht und dass man denkt, das könnte auch langfristig passen.

    Ich hatte einen speziellen Hund im Auge, bin dann auf die Pflegestelle gefahren, aber er hat sich für mich nicht interessiert und der und mein Ersthund haben sich nicht so gut verstanden.
    Es war aber noch ein anderer Pflegi da, der war etwas älter als ich eigentlich wollte, hatte eine Farbe die ich nicht so schön finde und war irgendwie kein "Eyecatcher"... aber ganz symphatisch. Er war erst am Abend vorher aus dem Ausland angekommen, also gar nicht das was ich eingentlich wollte von wegen "man sollte schon ein bisschen was über den Hund sagen können".
    Aber er hat sich ganz gut mit meinem Ersthund verstanden und nach einiger Diskussion haben wir ihn dann mitgenommen. Es kamen noch einige Problemchen und Probleme die man so am Anfang nicht absehen konnte, aber unter den Hunden hat immer alles bestens funktioniert!

    Dritthund wollte ich dann gerne was junges, gesundes ohne Altlasten, also vom Züchter. Das hat sich dann über 7 Ecken ergeben, dass ich eine Züchterin im Ausland kennengelernt hab, die solche Hunde hatte wie mir gefielen. Da war dann nix mit selber aussuchen oder Hunde vorher kennenlernen lassen. Es waren noch 2 Hündinnen aus dem Wurf da - ich hätte einen Rüden vorgezogen, auch wenn meine Jungs beide kastriert sind. Von den beiden Mädels gefiel mir die eine äußerlich und von der Beschreibung der Züchterin her besser, also wurde es die.
    Hab sie dann mit 7 Monaten (wegen Tollwuttiter, weil sie aus einem nicht-Tollwutfreien Land kam) mit dem Flieger abgeholt. Sie hat sich gleich an mich gehängt wie eine Klette, in der Hinsicht also schonmal Volltreffer.
    Und zuhaus angekommen hab ich sie einfach gleich den beiden alten Herren in der Wohnung vorgestellt (es war eiskalt draußen, Februar, und die Kleene kam aus angenehmen 25 °C angeflogen).

    Es gab ein bisschen gequitsche ihrerseits, weil sie anfangs Schiss hatte vor den beiden Großen. Aber die beiden Jungs sind lieb und tolerant und die Kleene ein normaler, neugieriger Junghund, und am nächsten Tag war das alles schon viel weniger aufregend.
    Sie hat sich sehr gut eingefügt und die beiden erfahrenen, gut erzogenen Althunde waren mir ne große Hilfe bei ihrer Erziehung. Das ging praktisch von selber, sie hat sich einfach alles bei denen abgeguckt.

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    Wie war es, als euer neues Familienmitglied einzog? Wie hat der erste Hund reagiert?


    Meine haben das einfach immer so hingenommen und sich damit ohne Meckern arrangiert. Aber die beiden Neuzugänge waren auch jeweils verträgliche Kandidaten und keine Nervensägen.

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    Gibt es Konflikte und wenn ja, wann mischt ihr euch ein?


    Nee, nix ernstes. Manchmal überfordert die Kleine draußen beim Spaziergang meinen (inzwischen) Senior etwas mit ihren Spielaufforderung, dann sag ich ihr sie soll Ruhe geben.

    Zwei Mal haben sich die beiden älteren Rüden ganz kurz angemault wegen besonderem Futter, einmal endete das mit einer winzigkleinen blutenden Schramme kurz über dem Nasenschwamm vom Zweithund.

    Das wars auch schon.

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    Beachtet ihr die Rangfolge oder ist das inzwischen überholt?


    Rangfolge nicht direkt, aber in der Regel bekommt der Ersthund sein Fressen zuerst, bekommt als erster Leckerlies, kriegt zuerst die Füße abgeputzt usw, dann der Zweithund und dann das Kleinteil.

    Das hat sich einfach so eingeschlichen, weil ich anfangs immer drauf geachtet hab, dass sich der/die vorhandene(n) Hund(e) nicht durch den Neuankömmling zurückgesetzt fühlt.
    Aber ich kann es auch ohne weiteres andersrum machen, ohne dass irgendwer protestiert.


    Ich hab keine extremen Futterneider oder Spielzeugbewacher oder sonstwie besonders ressourcenorientierte Kandidaten. Daher lasse ich sie das meiste alleine regeln.
    Aber ICH bin keine Ressource, kein Hund entscheidet, ob ein anderer Hund jetzt Zugang zu mir hat oder wer gestreichelt wird. Wer beim streicheln die anderen vertreiben will, der kann selber verschwinden, aber pronto.

    Und bei Futter will ich auch kein Gemoser. Wie gesagt, meine sind zum Glück auch nicht extrem futterneidisch, aber wenn hier einer beim Futterzubereiten meint, die anderen aus der Küche knurren zu müssen (wenn, dann ist das immer die Kleine, die beiden Großen kommen auf solche Gedanken gar nicht...), dann fliegt sie aus der Küche. Bleiben darf nur, wer nett ist.

    Nach dem Fressen tauschen sie normal die Näpfe und lecken bei den anderen einmal durch, da bleibe ich immer bei stehen (ist ja eh in Sekundenschnelle weg) und passe auf, dass keiner bei den anderen rangeht bevor die nicht von selber den Napf räumen.

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    Wobei ich tatsächlich zugeben muss, das irgendetwas nicht stimmt in unserer Gesellschaft, wenn Hundefutter (zum Teil) deutlich teuer ist, als Nahrungsmittel für Menschen, und/oder für den Hund nur Premiumnahrungsmittel verwendet werden. Denn ob nun Black Angus-Filet oder unverwertbare Fleischabschnitte einer deutschen Milchkuh im Futter landen ist letztendlich wirklich völlig egal.
    Aber wie dem auch sei - weil ich mich schlicht weg von der Industrie nicht für blöd verkaufen lasse, kommt bei mir eben hauptsächlich rohes und selbst gekochtes in den Napf. Damit unterstütze ich nämlich weder die Hersteller, die mir den letzten Schrott als "Nahrung" andrehen wollen noch die, die mir einreden wollen, mein (grundsätzlich gesunder) Hund müsse dringend getreidefrei oder mit exotischen Fleischsorten wie Känguru, Rentier oder Antilope ernährt werden, habe im Zweifel Kontrolle darüber, woher die Zutaten kommen und bin zu alledem noch deutlich günstiger, als mit Premium-Fertigfutter.

    Ja, das sehe ich ebenso. :gut:

    Ich sehs halt einfach so, dass ich mit ein bisschen Info und recht wenig Aufwand auch selber Futter zusammenstellen kann, das nicht teurer ist als ein Fertigfutter in der mittleren Preisklasse und ich dafür sicher weiß, dass die Zutaten die die Industrie mir nur verspricht dann auch wirklich drin sind.

    Das brauchen dann keine Amaranthflöckchen an Känguruh mit Zucchini-Erdbeeren-Mus (mitten im Winter...), verfeinert mit einem Schuss Schwarzkümmelöl und überstäubt mit etwas Himalayasalz und Bio-Algenmehl zu sein.
    Das kann gern auch grüner Pansen mit Haferflocken, Rapsöl, ner Priese Jodsalz, nem Rest Möhrchengemüse vom Mittagessen und nem halben TL Futterkalk sein...

    Das ist ebenso wie mit meinem eigenen Essen: Kauf ich Naturjoghurt und Obst und esse das zusammen zum Frühstück, dann weiß ich, dass ich Joghurt und Obst gegessen hab und es war billiger als wenn ich mir nen Becher "Fruchtjoghurtzubereitung" reingepfiffen hätte, in der wahrscheinlich noch zusätzlicher Zucker, Aroma und Farbstoff drin waren.

    Bei nahe verwandten Rassen (oder Varietäten einer Rasse) die sich nur in wenigen Merkmalen unterscheiden ist es unter Umständen sehr sinnvoll, ab und an mal auszukreuzen.
    Das kann man ja durchaus mit Sinn und Verstand und ganz offiziell machen und alle Faktoren mit einbeziehen, die man auch bei normalen Verpaarungen beachten würde.

    Vielleicht hat man dann in den ersten ein, zwei Generationen noch nicht wieder genau den Typ oder die Eigenschaften die man wünscht, aber durch ein paar Generationen Rückkreuzung lässt sich das gut machen.
    Und gewinnen kann man damit, wenn es richtig gemacht wird, zumindest eine größere genetische Viefalt, die auf lange Sicht gesehen der Gesundheit der Rasse zugute kommt.