Beiträge von Marula

    Ich finde die vielfältigen moralischen Überlegungen hier sehr interessant.

    Nichts desto trotz finde ich das im Hinblick auf Hunde gleichzeitig auch etwas zu tiefgründig gedacht. Wir entscheiden eh alles im Leben für unsere Hunde. Wir entscheiden, dass sie geboren bzw aufgezogen werden, wie sie mit uns leben, was sie zu fressen kriegen, wie sie erzogen werden, wie lange sie allein bleiben müssen, wie viel Kontakt mit Artgenossen sie haben, wann sie zum pinklen rausgehen dürfen... alles.
    Insofern ist es einfach eine weitere Entscheidung die man für seinen Hund macht und ich finde ehrlich gesagt, das das ganze was vorher kommt, während der ganzen Zeit wo der Hund fit und mitten im Leben ist, viel relevanter für ihn ist.

    Der Hund weiß ja nicht, dass er sterben wird, der hat nix von Quantität ohne Qualität und "eventuell wirds nochmal für ein paar Monate etwas besser".
    Da finde ich die zahllosen Entscheidungen die man vorher für den Hund fällt als wäre man Gott viel, viel wichtiger und denke, dass man ausgerechnet dieser einen Frage zu viel Wichtigkeit beimisst.


    Wenn meine Hunde mal dauerhaft Futter oder gar Wasser verweigern und auch durch entsprechende Medikamente nicht mehr zur selbstständigen Nahrungsaufnahme zu bewegen sind oder wenn sie nicht mehr aufstehen können oder wollen, dann ist für mich Schluss.

    Solange wie ein Hund noch gern rausgehen mag (und sei es auch nur von Wohnzimmer aus auf die Terrasse um da in der Sonne zu liegen... es müssen ja keine richtigen Spaziergänge mehr sein) und solange er sich noch auf sein Futter freut und von selber genug frisst um nicht völlig vom Fleisch zu fallen, sehe ich auf jeden Fall noch Lebensqualität.
    Auch wenn er dabei Schmerzen hat, sehe ich da keinen Grund zum einschläfern. Man sollte dann versuchen die Schmerzen soweit es geht zu nehmen, aber da trifft der Spruch mit dem "Recht auf Schmerzen" für mich schon ins Schwarze:
    Wenn ein Hund Schmerzen hat, aber trotzdem noch am Leben teilnehmen will, gut frisst und sich bewegen mag, dann sollte man ihn auch noch lassen.


    Inkontinenz finde ich an sich auch kein Grund zum einschläfern, aber es kommt natürlich auch immer drauf an, wie sich sowas managen lässt.
    Mancher Besitzer ist selber körperlich nicht mehr fit oder insgesamt nicht kompetent genug für die Pflege, oder einfach nicht bereit sowas zu leisten, haben vielleicht auch keine Zeit dafür wegen Beruf (irgendwer muss den TA ja bezahlen) oder Familie.
    Grade bei einem größeren und/oder langhaarigem Hund der sich nicht mehr so gut bewegen kann und vielleicht auch mal im Schlaf unter sich macht so sauber zu machen wie man müsste ist dann gar nicht so einfach.
    Und wenn der Hund dann verfilzt, verdreckt oder gar wunde Stellen kriegt macht das auch keinen Sinn, selbst wenn der gleiche Hund vielleich bei anderen Besitzern noch ne Weile gut damit leben könnte.


    Generell, ich finde es auch völlig ok, wenn man nicht nur den Leidensdruck des Hundes, sondern auch der Besitzer mit einbezieht.
    Das soll nun nicht heißen, dass ich es ok finde nen Hund einschläfern zu lassen weil er ab und zu nachts mal nicht mehr durchhält und ne Pfütze auf den Teppich setzt. Das wäre dann kein Leiden für den Besitzer, sonder pure Bequemlichkeit.

    Aber grade bei schweren Krankheiten die auf jeden Fall tödlich enden werden (z.B. viele Tumorerkrankungen oder chronische Nierenisuffiziez bei der Katze) ist die Frage ja nicht ob er stirbt, sondern wie bald und wie.

    Nicht jeder Mensch kann dann mit dem Druck klarkommen sein Tier Tag für Tag zu sehen und nicht zu wissen wann es soweit ist und ob man das Richtige macht oder ob das Tier vielleicht doch leidet und ich finde auch das darf ein Faktor sein bei so einer Entscheidung.

    Es ist natürlich eure Entscheidung, aber ich hätte da erstmal nix bezahlt und keinerlei Zugeständnisse gemacht. Vorrausgesetzt jetzt natürlich, dass wirklich alles so gelaufen ist wie du es geschildert hast, kann ja hier niemand wissen, war ja keiner dabei. ;)


    Ich würde mir eventuell wirklich die Kosten und Mühe machen nen Anwalt zu nehmen, mich zumindest erstmal beraten zu lassen und eventuell Wiederspruch gegen Forderungen von den anderen Hundebesitzern und dem Amt einzulegen.
    Aber selbst wenn man das nicht macht, auf jeden Fall ist wichtig:
    Alle Vorgänge genauestens festhalten, gleich mit Datum aufschreiben was an welchem Tag in welchem Gespräch mit wem gesagt wurde, solange man es noch genau im Kopf hat, jeden Fetzen Schrifverkehr aufbewahren.

    Der Tierarzt ist euch gegenüber nicht auskunftspflichtig bzw ist er gar nicht befugt, Leuten die nicht Besitzer seines Patienten sind Auskunft über dessen Behandlung und die Kosten abzugeben. Dem Amt gegenüber müsste er aber ein Gutachten abgeben bzw seine Notizen und seine Abrechnung offenlegen, wenn die das anfordern.
    Wenn es Zeugen dafür gibt, dass der Terrier die Tage nach dem angeblichen schweren Beißvorfall schon wieder munter und ohne ein Spur von Verletzungen gesehen wurde, dann würde ich mir das von denen ebenfalls schriftlich geben lassen.
    Bei schlimmen Verletzunge sieht man auf jeden Fall noch Wochen danach die ausrasierten Stellen und/oder Schorf und Narben, und selbst kleine oberflächliche Schrammen wären nach einer Woche noch gut zu sehen gewesen.

    Von eurer Hundeschule würde ich mir einen Schrieb fertig machen lassen, dass euer Hund seit X Jahren dort im Training ist und sich gut erzogen und vom Verhalten her unauffällig zeigt.
    Einen Team-Test oder ne Begleitungeprüfung abzulegen fände ich auch keine schlechte Idee, so als Plan für später. Sowas formales macht tatsächlich immer gut Eindruck beim Amt.


    Den ganzen Aufwand würde ich NICHT einfach aus Prinzip treiben oder weil ich auch der urdeutschen Prozessierwut verfallen wäre. :D

    Die Sache ist halt die, wenn ihr jetzt zahlt um eure Ruhe zu haben und es (mal abgesehen von ein bisschen Protest der wie es scheint ungehört verhallt) einfach so laufen lässt, dann bleibt beim Amt in den Akten stehen, dass euer Hund in diesen Vorfall verwickelt war, es Forderungen wegen Bissverletzungen gab und diese durch euch beglichen wurden.

    Dann habt ihr momentan erstmal eure Ruhe, schön und gut.
    Aber wenn nochmal was sein sollte, dann wird sich das Amt darauf berufen "das da schonmal was war und ihr Hund nicht zu ersten Mal auffällig geworden ist" und ihr steht dann noch doofer da als dieses Mal.


    Selbst WENN ihr am Ende von dem ganzen nervigen Prozedere dann doch zahlen müsst, ist wenigstens der ganze Vorgang korrekt aktenkundig und eure Sicht der Dinge schwarz auf weiß festgehalten.

    Dann hattest du weiter vorn geschrieben, du wolltest deinen Bericht beim Amt vorbeibringen und das hätte den Chef da nicht die Bohne interessiert... ist dieser Bericht denn da jetzt angekommen oder habt ihr den immer noch zuhause?!
    Das wäre ziemlich wichtig, dass ihr den einreicht falls noch nicht geschehen, einfach damit wie schon gesagt eure Sicht der Dinge auch offiziell zur Kenntniss genommen wird.
    Wobei eigentlich auch der Mitarbeiter vom Amt der bei euch zuhause war ein Protokoll gemacht haben muss, wo er eure Aussagen und seine Einschätzung festgehalten hat.


    Naja, jedenfalls weiß ich aus eigener Erfahrung wie einem bei sowas der Puls hochgeht. Die Begegnung mit nem giftelnden oder aufdringlichen Hund ist ja noch das geringste - der Hund ist halt ein Hund.
    Ich finde ehrlich gesagt die Feindseeligkeiten der anderen Hundebesitzer oder Vorverurteilung vom Amt gehen viel mehr unter die Haut. :fear:

    Zitat

    Ich habe auch nur eine Frage (und keine Antworten :D ).. also das ist jetzt alles sehr hypothetisch, aber ich habe bei google keine Antwort gefunden...

    Also es gibt ja anscheinend immer mehr freilebende Wolfsrudel in D und es heißt ja, dass sie in harten Wintern auch mal bis in kleine Dörfer kommen, um da ein paar Hühner, etc. abzuchecken.
    Angenommen es ist so ein harter Winter und ich gehe mit meinem kleinen, lieben Hündchen im Wald spazieren und treffe da einen Wolf... wie reagiert der wohl? Kann der auf wölfisch/hündisch mit meinem Hund kommunizieren und die Zwei spielen dann ne Runde oder haut mir meine kleine Tussi ab, um die Prinzessin des Wolfsrudels zu werden oder beginnt da dann ein Fight Wolf gegen Hund oder werden wir Beide mit Haut und Haaren gefressen und ein Jäger muss dann dem Wolf den Bauch aufschneiden, dass wir wieder rausklettern können? :ops:

    Nee, aber mal ernsthaft: WAS würde wohl in so einer Situation passieren? Würde der Wolf/ die Wölfe einen kleinen Hund als Beute betrachten und den angreifen, wenn er sehr ausgehungert ist? Oder hätte er vor mir als Mensch ( ich bin ein Zwerg von grade mal 1,60m. Weiß nicht inwiefern das bei nem Wolf Eindruck macht, wenn da ein wütender Gnom vor ihm kreischend auf und ab hüpft :hust:) Angst??

    Das ist soweit ich weiß ne gar nicht so leicht zu beantwortende Frage!

    Als erstes ist es momentan recht unwahrscheinlich, dass man überhaupt nen Wolf zu Gesicht kriegt so als normaler Spaziergänger auf normalen Wegen zu normalen Zeiten. Denn sooooooo viele Wölfe gibts ja auch immer noch nicht und sie sind auch Menschen gegenüber verdammt scheu.

    Und dann ist es so, dass Wölfe und Hunde scheinbar ein ziemlich komplexes Verhältniss zueinander haben.


    Einerseits scheint es so zu sein, dass Verpaarungen zwischen wildlebenden Wölfen und Hund durchaus öfter mal vorkommen, grade wenn es sich um einzelne, einsame Wölfe handelt.
    Ich meine da war vor einigen Jahre auch hier in Deutschland mal was, wo sich eine Einzelwölfin mit einem streunenden Schäferhund gepaart hatte und ein Wurf Mixwelpen resultierte. Auch aus Italien und Nordamerika sind wohl einige solcher Fälle bekannt.

    Dann ist es aber andererseits auch so, dass Wölfe durchaus freilaufende Hunde töten und oft auch an- oder auffressen. Das kam/kommt zum Beispiel in Schweden regelmäßig vor, besonders betroffen sind oft weit- und einzelnjagende Jagdhunde wie Bracken, die da halt so für sich allein im Wald runstromern, oder Hofhunde die draußen gelassen werden und selbstständig in der Umgebung rumstreunen.

    Dieser Blogger hier:
    http://retrieverman.net/
    ... hat eine Menge über Wölfe und Hunde, Hybriden und Domestikation geschrieben, da finden sich eine Menge interessanter Links und Anekdoten (allerdings nur für die englischsprechenden unter uns).
    Wenn man da oben rechts in das "Suchen" Fenster "wolf" oder "wolves" eingibt, dann bekommt man eine Liste der relevanten Einträge.

    Mal zwei Extrembeispiele:
    1) ACHTUNG, extrem ekeliges Bild der Überreste eines Hundes, der von Wölfen getötet wurde. NICHT anklicken wenn man sowas nicht sehen kann/will!
    http://retrieverman.net/2012/09/08/wha…an-do-to-a-dog/

    2) Wildlebender Wolf in Juneau, Alaska, der freiwillig und freundlich mit diversen Hunden auf ihrem täglichen Spaziergang interagiert:
    http://retrieverman.net/2012/09/08/romeo-and-a-yellow-lab/
    http://www.telegraph.co.uk/earth/wildlife…-with-dogs.html


    Naja, und last but nor least gibt es ja auch noch Hunde, die Wölfe töten (zumindest einzelne Wölfe und wenn sie sie erwischen könnnen). Barsois z.B., Taigan oder viele der zentralasiatischen Herdenschützer.

    Ich kannte einen Hund, der zwar nicht vegan, aber vegetarisch ernährt wurde.
    Das war ein undefinierbarer, nicht ganz kniehoher schwarzer Mix, irgendwas terrierlastiges, kam als Junghund aus Spanien oder Portugal (wuchs also nicht vegetarisch auf - keine Ahung was der in der Jugendzeit bekommen hat).

    Er bekam morgens ein vegetarisches Trockenfutter, Marke weiß ich nicht, aber es war wohl laut Besitzerin rein pflanzlich.
    Abends gab es eine Mischung aus gekochten Hülsenfrüchten, Sojaprodukten (Tofu bzw Sojajoghurt), Seitan, Getreideprodukten oder Kartoffel, Milchprodukten, Ei, Öl, Gemüse/Obst und gemahlenen Nüssen/Sämereien. Nicht immer alles auf einmal, sondern tageweise verschieden. Dazu bekam er eine fertige Vitamin- und Mineralmischung, da weiß ich auch nicht welches Produkt das war.
    Sie hatte sich das selber zusammengestellt nach Tipps aus einer Tierrechts-Broschüre und später nach Ratschlägen aus dem Internet, die Ration ist also nie professionell überprüft worden.

    Dieser Hund ist 19 Jahre alt geworden und ist bis zum 17 Lebensjahr mit am Pferd gelaufen. Die Besitzerin hatte 2 Araberpferde und ritt Distanzrennen, der ist also nicht mal so ein bisschen gemütlich im Gelände rumgebummelt, sondern ist kilometerweit hinter den flott trabenden oder langsam galloppierenden Pferden hergedüst, in der Hochsaison teilweise mehrere 100 km die Woche und bis zu 50 km am Stück.
    Ein Wunder übrigens, dass er dabei nie überfahren wurde, gehört hat er nämlich kein bisschen... sowohl der Hund als auch die Besitzerin waren echte Einzelstücke und das nicht umbedingt im positiven Sinn. Auch wenn es im Nachhinein ganz witzig ist mal wieder an die zurück zu denken. :hust:

    Jedenfalls, so schlecht kann die Ernährung alles in allem für diesen Hund nicht gewesen sein. Glaube kaum, dass er mit einem anderen Futter noch älter geworden wäre oder noch mehr Leistung gebracht hätte.
    Groß krank war er auch nie und er sah immer ganz normal bzw gut aus: Gutes Fell und dem Training angemessen sehr gut bemuskelt.
    Gegen Ende sah und hörte er irgendwann immer weniger und wurde erst dement und dann inkontinent, aber der Bewegungsapperat und das Herz waren bis zum Ende gut in Schuss. Eingeschläfert wurde er dann glaube ich wegen einem Tumorleiden, genaueres weiß ich aber nicht, da ich zu dem Zeitpunkt nur noch sporadisch Kontakt mit der Besitzerin hatte.


    Ich denke zumindest vegetarisch, mit Protein aus Milchprodukten, Ei und Soja und mit Zugabe einer fertigen Mineral-/Vitaminmischung (man verzichtet ja dann auch auf Innereien und Knochen) sollte das durchaus gehen. Hunde wurden und werden ja in vielen Gegenden der Welt mehr oder weniger so ernährt, weil Fleisch auch für Menschen ein Luxus war/ist.
    Ich würde es allerdings auf jeden Fall mal professionell überprüfen lassen, denn das Aminosäuremuster von pflanzlichen Nahrungsmitteln ist für Hunde nicht so ideal wie das aus Fleisch und Fisch und ich denk da lohnt sich die Ausgabe für ne Rationsberechnung dann schon.

    Vegan würde ich dann doch schon eher zweifeln ob das so eine gute Idee ist.

    Auch wäre ich mit wachsenden und kranken Hunden nochmal extra-skeptisch.

    Wenn es wirklich direkt im zeitlichen Zusammenhang mit der Kastration passiert ist, dann kommt es wahrscheinlich von der hormonellen Veränderung durch den Wegfall der Geschlechtshormone. Da kann man über Ernährung nix dran ändern.
    Man kann natürlich versuchen, die Ernährung im Hinblick auf Versorgung von Haut und Fell zu optimieren, also z.B. Lachsöl und Präperate mit Biotin und Zink jeweils mal kurweise zufüttern. Aber der Erfolg ist eher zweifelhaft.

    Je nach Rasse/Mix kann man vielleicht noch am ehesten mit angepasster Fellpflege was reißen. Bei Salukis kenne ich es z.B. so, dass die nach der Kastration oft ein wolliges, leicht verfilzendes Babyfell bekommen das länger und flauschiger als das eigentliche Deckhaar ist. Das kann man oft noch einigermaßen gut wegtrimmen.
    Ansonsten vieleicht lieber in ein rückfettendes, hautschonenendes Shampoo und gute Bürsten investieren?

    Muss man finde ich unterscheinden zwischen
    1. Rassen die schon seit Ewigkeiten meist als reine Arbeitshunde mehr oder weniger rein gezüchtet wurden und nur (hier) nie formal anerkannt wurden.
    2. Moderne Gebrachskreuzungen die auch mehr oder weniger rein, aber vor allem auf Leistung gezüchtet werden
    3. "Rassen", die eigentlich nur Farb- oder Haarvarianten von anerkannten Rassen sind, aber laut Standard nicht erlaubt sind.
    4. Völligen Neuzüchtungen die rein als Gesellschaftshund dienen sollen.


    Die ersten beiden Kategorienen finde ich uneingeschränkt ok.
    Bei 1. findet man so Landrassen wie Taigan, Tazi, Hortaya Borzaya, Pashmi & Caravan, Mudhol Hound, die diversen Herdenschützer, verschiedene Podenco- und Podencovarianten, die Altdeutschen Hütehunde, den Boerboel, den Catahoula Leopard Dog... ließe sich sicher noch fortführen.

    Bei 2. hat man solche Rassen/Schläge wie die ganzen modernen Schlittenhundekreuzungen, die X-er, den Westfalen-Terrier, die britischen Lurcher und Longdogs (Windhundkreuzungen, entweder mit anderen Windhundrassen oder mit ganz anderen Hunderassen, meist entweder Terrier, Hütehunde oder Bullbreeds wie z.B. Staffies), die amerikanischen Staghounds, Coyotehounds und Coldblood-Greyhounds (Kreuzungen aus großen Windhundrassen wie Greyhound, Wolfhound, Deerhound, Barsoi mit großen Molosserartigen und anderen großen Jagdhundrassen, zur Jagd auf Raubwild wie Kojoten, Füchse und Waschbären und zum Treiben & Stellen für Windschweine)... auch da gibts garantiert noch mehr.

    Bei 3. bin ich ein bisschen kritscher.
    Solange Farb- und Fellvarianten nicht gesundheitsschädlich sind, finde ich an sich nix gegen sie einzuwenden. Allerdings finde ich, dass man sie dann auch einfach bei der ursprüglichen Rasse belassen könnte.

    Aber wenn das aus "rassepolitischen" Gründen nicht geht und man das ganze vernüftig aufzieht (Zuchtbasis groß genug, vernüftiger Verein samt Zuchtordnung und so weiter), sehe ich auch kein Problem, wenn man da eine seperate Rasse draus macht.
    Das wären dann solche wie die Weißen Schäferhunde, (früher) die langstockhaarigen Schäfer, die Biewer Yorkies...

    Ein Problem hätte ich da nur damit, wenn man da außerhalb von VDH/FCI Farbschläge züchtet die mit Gesundheitsproblemem einhergehen, z.B. die weißen oder blauen oder isabellfarbenen Dobermänner die in manchen Dissidenzvereinen wohl erlaubt sind.


    Bei 4. muss man dann finde ich am genauesten hingucken.

    Ich bin nicht völlig gegen das "designen" neuer Hunderassen, denn einige unserer heute beliebten Hunderassen sind so entstanden, z.B. der Irish Wolfhound.

    Aber da muss man schon schauen, wie gezielt und planmäßig das ganze gemacht wird, wie viel Wert auf Charakter und Gesundheit gelegt wird, welche Ziele (auf dem Papier und in der Realität) verfolgt werde, mit welchen Versprechen diese Rassen beworben werden etc.

    Ansätze bei manchen sehr kranken Rassen mit extremer Anatomie eine Verbesserung zu bewirken finde ich ziemlich vernünftig, da kommt es dann auf das wie an. Ich hab auch gar nix gegen PASSENDE Outcrosses, es muss nicht immer nur durch Selektion innerhalb der geschlossenen Population ablaufen... aber Mops + Jack Russel oder Beagel finde ich jetzt von den Eigenschaften her auch nicht sooooo sinnig...
    Aber die Continental Bulldoggs z.B. machen zumindest von der Anatomie her schonmal keinen schlechten Eindruck.

    Und wenn einer ein klares Ziel vor Augen hat und meint, da ist eine Marktlücke, und es gibt genug Mitstreiter (allein kann man auf Dauer keine "Rasse" vernünftig züchten, höchstens nen Stein ins rollen bringen) ... warum nicht?

    Da drunter fallen für mich z.B. die Silken Windsprites, auch "longhaired Whippet" oder halt "Langhaarwhippet" genannt.
    Die sind nach allem was man weiß vor einigen Jahrzehnten aus einer Kreuzung von Whippet und Sheltie entstanden (auch wenn manche Züchter immer noch behaupten, dass das reinrassige Whippets mit seltenem Langhaargen seine :hust: ) und erfreuen sich seitdem steigender Beliebtheit, erst in den USA und seit einigen Jahren auch in Europa.

    Der Bedarf für einen kleinen Windhund mit etwas längerem Haar scheint da zu sein, sowas gibt es bisher noch nicht. Die befederten oder langhaarigen Rassen sind alle erheblich größer.
    Dazu kommt, dass Whippet und Sheltie beide ein nettes, für Gesellschafts- und Familienhunde geeignetes Temperament mitgebracht haben, für Windhund sind die Silkens ziemlich gut erziehbar. Windhund und Hütehunde sind in Großbritannien auch schon seit ewigen Zeiten eine sehr gut funktionierende Kombi, es ist also im Grunde nix neues - nur, dass sie jetzt halt planmäßig weitergezüchtet werden.

    Da gibt es ein bisschen Verbands-Heckmeck (wie bei den Eurasieren...), aber es kristallisiert sich raus, dass es einige ernstzunehmende Züchter gibt die auf Gesundheit (samt Úntersuchungen), Wesen und teilweise auch Leistung züchten, die versuchen den Rassetyp zu konsolidieren, die ein klares Zuchtziel vor Augen haben und auch genetisch ein bisschen Ahung haben.
    Das sind doch gute Vorraussetzungen. Und das Interesse, also der Markt für diese Hunde, ist definitv da.


    Der Eurasier ist ja im Grunde eine ähnliche Geschichte, der ist ja auch eine junge, am Reißbrett entstandene Rasse. Nur, dass die halt schon anerkannt sind.

    Zitat

    Ich würde an deiner Stelle mal nach "feinsinnigen" Rassen schauen. Es gibt Hunde, die sind vom Wesen und in ihrer Körperlichkeit zarter, katzenähnlicher und auch "sauberer". ZB Whippet (oder andere Windhunde), Basenji fallen mir da spontan ein.


    Nein, das stimmt nicht. Ich hab 3 Windhunden und kenne ne Menge mehr, und das sind alles ganz normale, ekelige Hunde.
    Den katzenhaft sauberen Windhund halte ich für eine Legende.


    OK, die kurzhaarigen Rassen sind recht pflegeleicht und tragen wenig Dreck rein, aber dafür haaren sie wie Sau.

    Ok, sie sind ein bisschen wasserscheu und meiden daher Schlammpfützen.
    Wobei, wenn es für Menschen warm genug ist zum baden, DANN wollen meine Windigen sich auch abkühlen und dafür nutzen sie dann auch gern modderige Waldtümpel voller Entengrütze oder die veralgten Abzugsgräben in der Feldmark.

    Ok, sie sabbern nicht und haben keinen ekeligen Bart der ständig tropft und sämtlichen Schmutz aufsammelt, wobei man das bei den rauhaarigen Windhundrassen schonmal in schwacher Form haben kann.

    OK, sie haben durch das kurze, relativ wenig fettende Fell nur einen sehr dezenten Hundgeruch - aber wenn sie nass sind riechen sie entgegen aller Behauptungen auch nach Hund, wenn auch nicht so penetrant wie manche anderen Rassen.

    Ansonsten:
    Meine lieben Fäkalien jeder Art und tote Tiere in sämtlichen Verwesungsstadien ebenso sehr wie jeder andere Hund. So ein paar Mal im Jahr kommt es schon vor, dass sich sich in irgendwas ekeligem wälzen oder ein totes Tier rumschleppen.
    Natürlich "dürfen" sie das eigentlich nicht, aber ich hab hinten auch keine Augen und machmal sind die Köter einfach schneller.

    Bei den langhaarigen Rassen Afghane und Barsoi hat man es gern mal, dass die Rüden sich an die Vorderläufe und an die Bauchbehaarung pinkeln, das muss man wegschneiden, mit Haarklammern aus dem Weg halten oder verdammt oft waschen, sonst stinkt es wiederlich nach Urinal und kriegt bei weißen Hunden einen unschönen Gelbstich.


    So Sachen wie lautstarkes Putzen machen meine tatsächlich nicht, gegrunzt wird auch nicht, aber sich vor aller Augen völlig schamlos an den Gentalien lecken machen sie ebenso wie andere Hunde auch. Nicht ständig, kommt aber mal vor.
    Die Hündin schleckt gern bei den Rüden am Penis rum, die Rüden "kosten" Hündinnenpipi und klappern mit den Zähnen.

    "Schlitten fahren" auf dem Teppich kann bei allen Hunden mal vorkommen, weil alle Hunde sich mal Würmer holen können oder mal volle Analdrüsen haben.
    Ich hab das hier bei einem von 3 Hunden mal gehabt. Ihren Hintern putzen sie aber alle eigentlich lieber mit der Zunge...

    Dass sie drinnen eine Malheur haben ist wirklich nicht die Regel, aber kommt alle Jubeljahre mal vor, wenn sie z.B. krank sind oder man aus irgendeinem Grund viel später nach Hausen kommt als man eigentlich wollte.

    Mein einer Rüde neigt auch zum nüchtern erbrechen wenn er Trockenfutter kriegt, das hat sich mit veränderter Fütterung gut gegeben. Aber ab und an kommt es noch vor.

    Meiner Hündin ist als sie noch ganz jung war regelmäßig im Auto schlecht geworden (junge Hunde, wie Kinder, können dazu neigen weil die Gleichgewichtsorgane im Innenohr noch nicht vollständig ausgebildet sind).
    Das hat sich mit einem Jahr völlig erledigt, aber bis dahin hatten wir auf fast jeder Fahrt die länger als 10 min war einen spuckenden Hund.
    Da durfte man einige Stunden vorher nix mehr füttern... man macht einmal den Fehler so einem Hund ne Stunde vor der Autofahrt grünen Pansen mit Kartoffel, Gemüsebrei und Öl zu füttern, und dann nie wieder.

    Aber das gute wenn man mehrere Hunde hat: Irgendwer ist immer zur Stelle um die Kotze aufzufressen. :lachtot:


    Eine läufige Hündin blutet wie schon erwähnt. Manche mehr, manche weniger, manche putzen sich sehr gut, andere weniger. Aber irgendwo hat man immer Tropfen und Blutflecken.
    Hündinnen markieren übrigens auch. Besonders wenn sie läufig werden oder sind, aber auch einfach so.

    Meine Rüden markieren im Garten, auch wenn sie 3 mal am Tag rauskommen. Teilweise einfach auch Erziehungssache, aber meiner Meinung nach nicht komplett. Mache Hunde haben da halt Hemmungen, andere nicht so sehr.


    Besucher überfallen und dem Besitzer in der Wohnung ständig hinterherdackeln ist tatsächlich eher Erziehungssache - von meinen 3en würden 2 das gern machen (und diese beiden würden auch draußen gern zu jedem Menschen hinlaufen und "Hallo sagen", nur anspringen wollten sie nie), die dritte macht sowas gar nicht.

    Was meine alle NICHT machen ist fremde Leute ablecken (und sabbern tun sie ja eh nicht). Nur die Hündin will MIR die Hände oder das Gesicht lecken, aber halt exklusiv. ;)


    Naja, alles in allem: Auch Windhunde sind nicht grad Haustiereiere für sehr pingelige Leute.

    Zitat

    Ich finde Barf ist allerdings eine feine Sache denn Richtig umgesetzt ist es vermutlich das einzig wahre für Hund mit Futtermittelallergie und Co.


    Nein. ;)

    Was für einen Hund mit Allergie oder Futtermittelunverträglichkeit das ideale ist, hat mit Barf oder nicht wirklich gar nix zu tun.
    Dabei ist es einfach nur wichtig, dass man die allergieauslösenden Komponenten identifiziert und meidet, und das kann man auf ganz verschiedene Art und Weise: Mit Trockenfutter, mit Nassfutter, mit Barf oder mit selbstgekochtem...
    Je nachdem wo das Problem ist.

    Hat der Hund ne Allergie gegen Futtermilben, sollte man die Finger von Trockenfutter und Trockenkauartikel lassen und statt dessen Dose, Barf oder gekocht füttern.
    Hat er ne Allergie gegen Rind/Huhn/Soja/was auch immer, dann sollte man genau diese Komponenten weglassen und da ist es völlig egal ob man Fertigfutter oder was selber gemachtes füttert, solange man den Allergieauslöser weglässt.
    Reagiert er auf Farbstoffe, Konservierungsmittel oä, dann sollte man nen Produkt wählen was frei davon ist, auch da gibt es in jeder Sparte was.

    Das gilt für alle möglichen anderen ernährungsbedingten Erkrankungen oder Krankheiten die man durch die Fütterung beeinflussen kann ebenso.
    Hat der Hund ne Pankreasinsuffiziens oder nen Nierenschaden, dann kann man sowohl ein dafür entwickeltes Fertigfutter kaufen als auch für ihn kochen als auch barfen, wobei das halt bei Krankheit schon nochmal ein bisschen mehr Wissen erfordert als bei kerngesunden Hunden. Aber möglich ist das.

    Ich hasse einfach diese Behauptung, Barf sei bei empfindlichen/kranken Hunden das non plus ultra.

    Wo es passt, gern! Ich hab da wirklich nix gegen.
    Ist aber weder die einzige Möglichkeit noch "das einzig wahre".

    Hey... also von meiner Seite aus war es wirklich nicht vorwurfsvoll gemeint oder so.

    Ich hab ja selber einen Senior, wenn auch nicht ganz so groß und auch noch nicht ganz so alt und momentan noch soweit ganz fit... aber man denkt ja trotzdem öfter mal an das was-wäre-wenn wenn sie so langsam in die Jahre kommen und was man dann wohl machen würde.

    Insofern, ich wünsche euch, dass entweder Medis + Diätfutter nochmal gut anschlagen und ihr noch eine kleine Weile mit ihr habt, oder aber wenigstens, dass ihr guten Gewissens eine Entscheidung treffen könnt.

    Ich laste meine Hunde nicht im Sinne von Sport oder extra Hundeaktivitäten aus.

    Einmal am Tag gibt es einen großen Spaziergang von 1,5 - 2 Stunden. Morgends und Abends gehts nur 15-20 min an der Leine ins Feld, mehr oder weniger bloß zum lösen.

    Bei dem großen Spaziergang ist immer auch Freilauf dabei und ich versuche das Gelände ein bisschen zu variiren, immer mal mit dem Auto woanders hinzufahren im Rahmen des möglichen: Mal in den Wald, mal ins Moor oder an den Kanal, mal zum Baggersee oder an die Weser...

    Sonst halt unsere normalen "Hausrunden" direkt von zuhause aus.
    Extra Übungen, Tricks etc mach ich da nicht mit den Hunden. Die sind ganz zufrieden sich selbst zu beschäftigen und solange sie keinen Quatsch machen (jagen, andere Leute oder Hunde belästigen), sich nicht unerlaubt entfernen und herkommen wenn ich rufe, hab ich da kein Problem mit.
    Mir macht es mehr Spaß, zu gucken wie meine Hunde was machen als was mit den Hunden zu machen und meine Hunde passen in der Hinsicht gut, die machen nämlich auch lieber in Ruhe ihr eigenes Ding.


    Mit der Kleenen fahr ich im Sommer (bzw allgemein wenn das Wetter nicht mehr so fies kalt ist das einem die Hände am Lenker festfrieren) gerne Rad.
    Das werte ich aber nicht wirklich als Auslastung - erstens ist das ebenso für mich wie für den Hund und zweitens fordert sie es auch nicht. Sie macht es halt mit, scheint auch durchaus Spaß zu haben, aber weder überschlägt sie sich vor Begeisterung wenn ich das Rad raushole noch wird sie hibbelig wenn ich mal ein paar Tage nicht zum radeln komme.


    Mag sich für mache ziemlich trist lesen, ich hab durchaus den Eindruck, dass die Hunde zufrieden und ausgeglichen sind. Zwar sind von meinen 3en 2 inzwischen auch schon etwas älter, aber das Programm sah auch nicht anders aus, als sie noch jünger waren.