Beiträge von Marula

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    Ist Basima zufällig ein Straight Ahead Grey???


    Ich glaube ja? Passt jedenfalls vom Alter und von der Farbe her.
    Das ist schöner und interessanter Wurf, auch wenn der Vater nicht so mein Ding ist (nicht hässlich oder so, nur nicht mein Typ), aber die Mutter ist sehr, sehr schön.


    @Lene24488: Wie bist du denn auf deine Kleine gekommen? Ich meine, wenn sich heutzutage jemand einen Grey von Züchter aus Deutschland kauft, dann hat das ja schon echten Seltenheitswert, so wenige Würfe wie in den letzten Jahren gefallen sind. Da ist man ja ein regelrechter Exot. :D
    Wolltest du gezielt einen Grey vom guten Züchter, hast du auf diesen Wurf schon gewartet? Oder war es mehr Zufall?
    Viele Greyhoundinteressenten entscheiden sich dann ja letztlich doch für einen Grey oder Galgo aus dem TS und gegen einen Züchterwelpen, deswegen bin ich da immer neugierig.

    Ist es dein erster Grey?


    Ich bin recht sicher, dass mein nächter Grey wohl auch mal einer vom Züchter wird, aber das hat noch etwas Zeit, ich denk meine Opis halten sich noch ein bisschen.
    Einerseits möchte ich auch gern mal einen Greywelpen selber aufziehen und von Anfang an alles richtig machen und andererseits stehe ich manchen Sachen im TS nicht (mehr) so positiv gegenüber.

    Ich denke fast, wenn ich nochmal einen second hand Greyhound nehme (was ich mir an sich gut vorstellen kann, aber halt nicht gleich als nächsten oder übernächten Hund, sondern irgendwann in der Zunkunft mal), dann werde ich wohl erstmal nach Rückläufern bei Züchtern gucken und mich privat umhören statt bei einem der diversen Verein vorstellig zu werden.
    Oder vielleicht selber einen Hund aus England oder Irland holen, aber dann halt direkt vom Besitzer. Das gibts ja auch, hab ich jetzt auch schon einige Male mitbekommen.

    Hört sich irgendwie immer so an, als wäre "Wurst" die Steigerung von "Lob". :D
    Als ob beides im Prinzip auf der gleichen Skala angeordnet wäre, nur wäre die Wurst die hochwertige Belohnung und das Lob die minderwertige.
    Aber das sind doch zwei ganz verschiedene Motivationsformen (neben vielen anderen, z.B. Beute).

    Und ein Hund, der viel will to please hat, das ist für mich eben einer, der schon von sich aus extrem gut auf die Motivationsform "Belohung durch Sozialkontakt/Interaktion" anspricht, für positive Aufmerksamkeit von der Bezugsperson einfach das absolute Highlight ist, der sich praktisch überschlägt um eben das zu bekommen.
    Eben einer, der es einem Recht machen will.

    Deswegen sind`s ja noch keine selbsterziehenden Wunderhunde die nie dummes Zeug machen.

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    Das Lob ist ein Maß das ich durch Erziehung selber setzen kann. Die Wertigkeit setze ich, nicht der Hund. Egal ob mit Leberwurst oder einem leise gesprochenem "fein"... ein "unverdorbener" Hund wird sich viel eher mit einem guten Wort zufrieden geben, als einer der permanent gestreichelt wird und viel Kontakt zu seinem Menschen hat, bzw gar mit Leberwurst und Wienerle dressiert wurde.

    Sicher kann man sich jede Belohung verderben indem man mit immer größerer Intensität kommt (statt es eigentlich mit zunehmender Festigung eines Kommandos oä langsam abzubauen) und dann immer tollere Attraktionen auspacken muss.

    Aber ich bezog mich gar nicht auf die Intensität des Belohnungsreizes, sondern auf die Art (in dem Beispiel Lob/Solzialkontakt, Beutespiel, Futter).

    Für manche Hunde ist "Belohung durch Sozialkontakt" extrem attraktiv, während andere darauf von Anfang an nicht besonders ansprechen.

    Und eben diese Veranlagung dazu Lob an sich schon geil zu finden und dafür zu arbeiten, ohne weitere Motivation als eben gelobt zu werden... das war es, was ich immer unter "will to please" verstanden hatte, auch wenn das ja anscheinend bei Hunden, wie ich hier im Thread gelernt hab, nicht der richtige Ausdruck ist.

    Ich hab keinen Shiba, finde die Rasse aber sehr nett. Auch wenn ich nicht glaube, dass ich mal einen ahben werde, dazu gibts zu viele andere Rassen die noch interessanter sind. :D
    Aber wozu ich mich eigentlich äußern wollte ist die Sache mit den Kleintieren.

    Ich hab auch Rassen mit stark ausgeprägtem Jagdtrieb (Greyhound und Saluki) und die habe einige Jahre lang mit "Käfigtieren" friedlich zusammengelebt. Anfangs mit den Meerschweichen meiner damaligen Mitbewohnerin, später mit den Frettchen von meinem (inzwischen) Exfreund. Heute leben sie mit zwei Katzen zusammen.

    Das Interesse an den Kleintieren varierte von Hund zu Hund und reichte von völliger Ignoranz von Anfang an bis zu "Ich will dir fressen".
    Im Falle von einem meiner Rüden hat es viel Geduld und Spucke gebraucht, bis er die Meerschweinchen und die Frettchen in ihren Käfigen ignorieren konnte und hätte er irgendwie dran gekonnt oder wäre er unbeaufsichtigt, dann hätte ich auch für nix garantiert.
    Mit den Katzen war es Anfangs ähnlich, er hat ewig und drei Tage einen Maulkorb getragen, WENN ich ihn überhaupt in einem Raum mit den Katzen gehabt hab. Das auch nur, wenn ich wirklich Zeit und Muße hatte, mich auf die Viecher zu konzentrieren. Drinnen ist er mittlerweile gut mit den Miezen, nach JAHREN. Draußen würde er sie jagen und wahrscheinlich auch töten wenn er sie kriegt.
    Da geht der Insinkt einfach durch: Wenn es die richtige Größe hat, wie Beute aussieht und sich wie Beute verhält, dann ist es für den Hund auch Beute.

    Die meisten Hunde, auch solche mit sehr ausgeprägtem Jagdtrieb, können aber lernen, dass drinnen mit familieneigenen Kleintieren "Burgfrieden" herrscht.
    Ich hab meine alle erwachsen bzw als Junghund mit mehr als einem halben Jahr bekommen, sie sind alle drei vom Schlag Serienmörder und die haben es alle gelernt.
    Deswegen denke ich, dass das mit einem Welpen bei entprechender Erziehung von Anfang an UND vernüftiger Sicherung und Management der Kleintiere gehen sollte.

    Kleintiere die überwiegend im Käfig sind finde ich nochmal wesentlich einfacher als z.B. Katzen oder freifliegende Vögel. Einen Käfig kann man ja vernünftig sichern:
    Am besten hochstellen, so dass der Hund nicht ohne weiteres reinschauen kann. Das spart den Kleintieren den Stress, ständig von einem Raubtier angestarrt zu werden und für den Hund ist die Versuchung ein bisschen kleiner wenn er sie nicht direkt sieht.
    Stabile Bauweise wählen und rundum geschlossen (Meerschweinchenkäfige sind ja gern oben offen, weil die ja nicht so toll springen und klettern). Am besten so befestigen, dass der Hund ihn nicht umwerfen kann.

    Gut ist auch, wenn man einen Raum hat, wo der Hund halt ganz einfach nicht rein darf. Das hatten wir mit den Frettchen so geregelt: Frettchenzimmer war für die Hunde Tabu.
    Auf jeden Fall sollte der Hund in Abwesenheit der Familie nie in einem Raum mit Kleintieren bleiben, auch wenn der Käfig noch so solide und "eigentlich" für den Hund unerreichbar ist.

    Das man die Kleintiere in Anwesenheit der Hundes nicht im Zimmer freilaufen lässt oder so versteht sich von selber.
    Auch mit aus dem Käfig nehmen und auf dem Arm rumtragen während der Hund dabei ist sollte man vorsichtig sein, zumindest bis man seinen Hund gut einschätzen kann. Das geht nämlich erstaunlich schnell, dass ein Hund einem so einen kleinen Happen aus dem Arm schnappt.


    Joa. Also in Kurzfassung: Gehen tut das, man muss aber einiges beachten und unter Umständen viel Management betreiben.


    Hund vom Züchter oder Hund aus dem Tierschutz: Beides ist super wenn es ein guter Züchter oder ein guter TS-Verein ist, es kommt aber drauf an was man möchte.
    Eine relativ seltene Rasse wie den Shiba Inu wird man selten im Tierschutz finden. Da muss man schon fast zum Züchter und da ist auch absolut nix verkehrt dran.


    Wäre es denn dein Hund, oder der Familienhund? Also, wollen deine Eltern auch wieder einen Hund? Wenn ja (du schreibst ja, dass sich deine Mutter auch für die Rasse interessiert), dann fahrt doch einfach mal Züchter besuchen oder schaut euch die Hunde auf einer Ausstellung an. Soweit ich das verstanden hab hast du ja auch noch keinen Shiba in echt getroffen. Manchmal ist die Realität dann doch unterschiedlich zu dem was man sich zusammengereimt hat.


    Dazu, dass man eventuell enttäuscht sein kann wenn man von einem recht einfach zu erziehenden Hund auf einen sturen "Freidenker" umsteigt, kann ich nix sagen.
    Ich hatte keine typischen "Hunde-Hunde", sonder bisher nur solche "Katzen-Hunde" (eigentlich finde ich den Vergleich Quatsch, aber sowohl den Windhunden als auch den asiatischen Spitzen wird ja oft ein "katzenhafter Eigenwillen" und andere Gemeinsamkeiten angedichtet).

    Aber was ich sagen kann, auch aus dem Bekanntenkreis: Entweder man mag so einen Typ Hund oder man mag ihn halt nicht. Das hat auch nicht umbedingt was mit anspruchsvoll/weniger anspruchsvoll, schwer erziehbar/einfach erziehbar oder Anfängerhund/Fortgeschrittenenhund zu tun. Das ist mehr ne Frage der Chemie.

    Ich muss sagen, diese Einstellung über die sich hier beschwert wird begegnet mir momentan im echten Leben selten bis nie.
    Ich wohne jetzt allerdings auch recht ländlich. Da ist die Einstellung zur Hundehaltung eher andersrum, manchem hier könnte ein bisschen mehr Heiteitei nicht schaden. Gibt zwar auch viele Hunde hier die es sehr gut haben, aber auch viele, die ewig und 3 Tage im Zwinger hocken oder nie aus dem handtuchgroßen Einfamilienhausgarten rauskommen.


    Als ich nocht mitten in der "Großstadt" Hannover gewohnt hab, ja doch, da hatte man da wohl öfter was von gemerkt.
    Da waren einige Eisläufermamis unterwegs, deren Hunde (auffällig oft Australien Shepherds oder Labradore) das volle Programm mitmachten: Erst sah man sie mit der Welpengruppe beim Sozialisierungsspaziergang, dann später mit der Hundeschulgruppe.

    Frauchen (das sind meines Eindrucks nach meist "Frauchen", selten "Hundeführer" :D ) hatte immer nen Leckerliebeutel an der Hüfte, um den Hals die Hundepfeife und den Klicker in der Tasche. Dummy, Futterbeutel oder Futtertube optional.

    Irgendwann und irgendwie liefen die Wunderkinder dann auch immer eine Weile an der Schleppleine, manche auch "etwas" länger. Im Sommer gehört für diesen Typ Hundemami so eine Wasserflasche mit Ausklappnapf zur Pflichtausrüstung. Manche brauchen zum Gassigehen gar ne extra Hundetasche um das ganze Zeug mitzuschleppen.


    Solche Hunde werden oft gebarft, aber zumindest mit einem getreidefreien High End Futter ernährt, das man in keinem normalen Laden bekommt, sondern nur direkt beim Hersteller im Internet beziehen kann. Trotzdem haben sie auffällig oft Allergien.

    Hat der Hund ein Problem, oder hat man mit dem Hund ein Problem, dann wird in die Hundeschule gegangen, es werden Seminare besucht und Kurse gebucht. Der Besuch beim Hundepsychologen ist optional, das Selbststudium zu Themen der Verhaltensforschung und Lerntheorie ist Pflicht, sonst sieht man nämlich beim Fachgespräch zu Themen wie "Handfütterung ist toll für die Bindung!" auf der Hundewiese alt aus.

    Auslastung ist auch ganz wichtig, ein Hobby braucht der Hund! Dogdancing, Agility, Obedience, Disc Dogging, Flyball... ganz egal, Hauptsache englisch! :lol:


    Waren diese Hunde gut sozialisiert und gut erzogen? Doch, ja, ich denk auf lange Sicht waren die meisten schon ganz angenehme Tiere.
    Hatten die es schlecht? Nein, glaub ich eigentlich nicht. Frauchens Augapfel zu sein und auf Händen getragen zu werden gefällt denen sicher ganz gut.


    Trotzdem ist das irgendwie was, was ich mir so aus der Entfernung angucken kann, aber was mich verrückt machen würde wenn ich es selber durchziehen "müsste".
    Ich mein, für mich sind meine Hunde auch mein liebstes Hobby, ich beschäftige mich auch in der Theorie viel damit, sonst würde ich wohl kaum in nem Hundeforum rumhängen.

    Aber... ich möchte meine Hunde einfach um mich haben wenn es passt, sie sollen auch artgerecht leben, also genug gutes Futter, möglichst viel Auslauf & Freilauf, regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen (Qualität vor Quantität) und so weiter.

    Ich will aber auch, dass sie noch ihr eigenes Leben führen und nicht für jeden Schritt an die Hand genommen, kontrolliert und korrigiert werden müssen.
    Schlimm genug, dass sie für alle elementaren Dinge (Futter, Freigang, sich lösen können,...) von mir abhängig sind, da will ich nicht auch noch die ganze Zeit wie Big Brother über ihnen hängen und vorsichtig jeden Schritt lenken, auf dass auch bloß Musterknaben drauß werden.
    Reicht, wenn wir niemanden stören oder gefährden und ansonsten können sie machen was sie wollen und wie sie es wollen. Eigentlich würde ich am liebsten Hunde wie Freilaufkatzen halten (jemand mal "Merles Door" gelesen?)


    Und ich hab auch wirklich keinen Nerv dazu, immer auf jede kleine Befindlichkeit Rücksicht zu nehmen. Da gab es mal eine Forendiskussion darüber, wie man dem Hund während der Autofahrt am besten Wasser zur Verfügung stellt, von wegen auslaufsichere Näpfe und so.
    Warum muss der Hund denn während der Fahrt jederzeit Wasser haben?
    Ok, dann kann er trinken wenn er Durst hat. Schön für ihn.

    Aber ganz ehrlich, wenn ich mal ne Viertelstunde Anfahrt zum Gassigebiet hab, dann da ne Stunde laufe und dann wieder ne Viertelstunde heimfahre, dann kann der Hund vorher trinken, er kann nachher trinken und er kann auch mal zwischendurch aus ner Pfütze oder nem Bach trinken. Und wenn er Durst hat und nicht direkt Wasser bekommt, dann wird ihm das kein bisschen schaden. Dafür muss ich nicht extra ne Flasche Wasser auf ne popelige 5 km Runde mitschleppen.

    Wenn ich länger autofahre, mache ich eh alle 1-2 Stunden mal ne kurze Pipipause und biete dann auch was zu trinken an. Ich hab ja auch nicht während der Fahrt pausenlos so einen Wasserbeutel mit Trinkschlauch auf dem Rücken damit ich nicht dehydriere. :roll:

    Ausnahmen für junge, alte, kranke... Hunde oder für Ausnahmesituationen wie umbedingt notwendige Fahrten bei extrem heißem Wetter sind selbstverständlich drin, keine Frage!
    Und schaden tut es sicher keinem Hund, im Auto immer nen gefüllten Napf vorzufinden und während einem einstündigen Spaziergang bei 15 °C und leichter Bewegung 3x Wasser angeboten zu bekommen. Aber nötig... na, ich weiß ja nicht.


    Sehr präzise ausgedrückt ist das jetzt alle nicht. Ich kann nur sagen, ich mach mir schon viel Gedanken um die Hunde, aber ich glaub ich mach letztlich nicht so viel Aufwand wie manche anderen. Trotzdem funktioniert es ganz gut.
    Aber das macht andere Methoden ja nicht schlechter.

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    Das kann ich verstehen wenn es um die Jagd, die Arbeit am Vieh oder auch um die Arbeit bei den Behörden geht. Nicht verstehen kann ich es bei Dingen wie 'Begleithund', 'Blindenhund' usw. Nicht weil ich diese Aufgaben weniger wichtig finde o.ä. Sondern weil es mAn einfach schon Rassen gibt, die darin glänzen ohne irgendwelchen größeren Probleme zu haben.


    Es gibt doch auch schon jede Menge Rassen die bei der Hütearbeit, auf der Jagd oder bei der Arbeit bei Behörden glänzen ohne großartig Probleme zu haben.
    Wieso können da deiner Ansicht nach gezielt gezüchtete Mixe trotzdem Sinn machen, aber bei Blindenhunden oder Begleithunden nicht?


    Wenn jemand die Rasse Golden Retriever an sich völlig piepegal ist, weil alles wofür er sich interessiert der bestmögliche Blindehund ist (nicht der bestmögliche Blinden-Golden Retriever), warum sollte der sich dann selber die Beschränkung auferlegen nur mit reinrassigen Tieren zu verpaaren wenn er auch einen Labrador hat, der genau die Anlagen mitbringt die der Züchter sich wünscht?
    Wo ist da der Unterschied zu einem Züchter der Diensthunde für die Polizei züchten will und dafür einen Deutschen oder Holländischen Schäferhund mit einem Belgischen verpaart?


    Ich bin absolut FÜR Rassehundezucht und ich würde nie einfach so pauschal sagen: "Mischlinge sind besser" oder so einen Quatsch. Aber das ganze ist für mich keine heilige Kuh.
    Wenn jemand nen klaren Plan hat und ein Zuchtziel vor Augen, dann soll der doch genau die Tiere zur Zucht nehmen, wo er denkt dass sie ihn da näher dranbringen und sich keine künstlichen Beschränkungen auferlegen.

    Hätten die Leute vor 100-150 Jahren (oder auch noch weniger) das nicht so gemacht, dann hätten wir heute keinen Dobermann, keinen Golden Retriever, keinen Dalmatiner, keinen Irischen Wolfshund, keinen Leonberger, kein Deutsch Kurzhaar, keinen Eurasier, keinen Pudelpointer, keinen Whippet, keinen Schwarzen Russischen Terrier und und und...
    Damals war`s ok und hatte alles seinen Sinn, aber heute kann das nicht mehr sein, obwohl unsere Lebensumwelt, die Anforderungen an Hunde und die Jobs die sie machen sich so verändert haben?


    Naja... aber ist wohl eigentlich schon eher off topic, weil solche Hunde mit Sinn und Zweck eben gar nix zu tun haben mit den ganzen nicht haarenden, selbsterziehenden, kinderfreundlich geborenen, nie krank werdenden, hypoallergenen Wunderdoodels. :D

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    dieses denken super a und super b verpaaren kommen super ab hunde bei raus...ist einfach nur :mute:


    So verkehrt ist es auch wieder nicht. Nach dem Prinzip "breed best to best to get the best" werden viele Arbeitshunde gezüchtet, grade bei den Gebrauchskreuzungen wo es auf Leistung und sonst nix ankommt.

    Beispiele dafür wären Lurcher/Longdogs/Staghounds/Cojotehounds (alles Windhundkreuzungen, mit unterschiedlichen Zusammensetzungen und Schwerpunkten), die diversen "Hounds" und die Alaskan Huskys bei den Schlittenhunden oder halt auch die "Xer" bei den Gebrauchshunden.


    Was da aber halt der Unterschied zu den Designerdogs wie Puggle & Co ist, ist, dass Leute die solche Hunde halten und züchten in der Regel sehr viel Ahnung von Hunden und Hundezucht im allgemeinen und von ihrem Sport oder ihrem Arbeitsfeld im Speziellen haben.
    Die wollen was ganz bestimmtes mit dem Hund machen, die testen die Eltern sehr gründlich für eben diesen Zweck und die verpaaren dann ganz gezielt jeweils die Eltern mit den besten Arbeitsanlagen.
    Meistens kennen die auch nicht nur ihren "Superhund", sondern auch dessen Vorfahren für zumindest einige Generationen, die, ob reinrassig oder nicht, ebenfalls "Superhunde" in ihrem Einsatzgebiet waren, weil sie sonst nämlich zum Abdecker gegangen wären statt in die Zucht.


    Das ist ja nen gewaltiger Unterschied zu "Aaaaach, ich hoffe mal die Nase von den Welpen wird länger als beim Mops und der Jagdtrieb wird weniger als beim Beagel!", wo dann irgendeinen Mops und irgendein Beagel einfach mal so auf gut Glück zusammengelassen werden um dann nachher teure Pugglewelpen verschachern zu können.


    Blindenhundezucht ist ja schon ein sehr spezieller Bereich, für den der Hund von sich aus schon viele Anlagen einfach mitbringen muss, damit es sich überhaupt lohnt die Ausbildung anzufangen.
    Wenn man da ein paar Hunde hat, die eben ganz genau diesen Job super machen und dazu noch gesund sind, dann wüsste ich nicht, was dagegen spricht auch genau diese Hunde zu verpaaren.
    Warum soll man sich da auf eine Rasse beschränken, wenn man selber mehr am Zweck als am Mittel interessiert ist?


    Ganz interessant zum Beispiel, die Seite von "The Guide Dogs for the Blind Association" im UK:
    http://www.guidedogs.org.uk/

    Von der Seite "Our Breeds"
    http://www.guidedogs.org.uk/aboutus/nation…s/#.UYLVv8payig

    Zitat

    We use several different breeds on the Breeding programme so that we can produce a wide and diverse range of guided dogs to suit all the needs of our clients.

    Labradors, Golden Retrievers and German Shepherds have been and remain our most common pure breeds on the programme. Historically the Golden Retriever crossed with the Labrador has produced the most successful guide dog of all, combining many of the great traits of both breeds.

    However we have recognised that other breeds and indeed other crosses, may lend additional benefits to Guide Dog users and as such, we now have Flat Coated Retrievers, Curly Coated Retrievers, a Border Collie and a Standard Poodle on the Breeding programme. It is when these breeds are crossed with our own established breeds that we hope they will produce, first and foremost, successful guides, but may also provide a secondary benefit e.g. shed less hair which may be advantageous to clients with allergies to dog hair!

    Fact:
    It costs around £50,000 to breed, train and support a guide dog throughout its working life.


    Die Hervorhebungen sind von mir.

    Bei den Kosten die für die Aufzucht und Ausbildung eines einsatzfähigen Blindenhundes anfallen glaube ich nicht, dass die gezielt Mixe züchten würden, wenn das keinen Sinn machen würde.

    Sowas sind zwar auch Mischlinge, aber die sind von Designerdogs im Sinne von Puggle und Cockerpoo so weit weg wie der Mond von der Erde.

    Ich zitier` mich mal aus diesem Thread hier:
    https://www.dogforum.de/vegan-vegetari…en-t163081.html


    Was man bei dem Argument: "Viele Hunde bekommen in ihren Ursprungsländern auch wenig Fleisch!" bedenken sollte ist, dass diese Hunde in der Regel Arbeitshunden sind und selten ein hohes Alter erreichen. Ein Herdenschützer im Arbeitseinsatz ist mit 7 oder 8 Jahren deutlich über dem Verfallsdatum, ein arbeitender Saluki oder Sloughi auch.
    Azawakhs im Sahel zum Beispiel bekommen zwar schon seit ewigen Zeiten vor allem Hirse und Milchprodukte, aber ein 4 oder 5 jähriger Hund ist da ALT, einfach weil die Lebens- und Arbeitsbedingungen viel härter sind.

    Dagegen gibt es dann auch wieder Hunde, die mit einem sehr hohen Fleischanteil ernährt wurden, namentlich die Hunde von nordischen Jäger-, Sammler- und Hirtenvölkern, die selber wenig Kohlenhydrate und Gemüse/Obst zur Verfügung hatten, weil sie keinen Garten- und Ackerbau betrieben und ein Großteil des Jahres Schnee lag. Da aßen dann Menschen wie Hunde viel Fleisch und Fisch.
    Auch diese Hunde (und Menschen...) wurden nicht alt.

    Ich würd deswegen keins der beiden Ernährungskonzepte als ideal anpreisen. Es zeigt lediglich, dass Hunde (ebenso wie Menschen) sehr anpassungsfähig sind.

    Zitat


    Nein, genau das kann man nicht. Auf die Charaktereigenschaften, die ein "Nur-Liebhabehund" wie etwa ein Mops braucht, muß genauso sorgfältig gezüchtet werden wie auf alles andere. Auch die sind eine Gebrauchseigenschaft wie Rattenfangen oder Hofbewachen.


    Stimmt, auf solche Eigenschaften muss sorgfältig gezüchtet werden, weil "nur" Familien- und Begleithund sein heutzutage auch ein gar nicht mal anspruchsloser Vollzeitjob ist!

    Aber wenn man denn wollte, dann könnte man auch einen Hund mit der Optik eines Russels (Huskys, Weimaraners, Wolfes...), aber mit einem ganz anderen, "einfacheren" Wesen züchten.
    Theoretisch ist es schon so, dass man jede Rasse nur zum beschäftigungslosen Nettsein züchten könnte, wenn man das gezielt angehen würde.

    Praktisch macht sich ja aber (leider oder Gott sei Dank?) niemand die Mühe dieses Zuchtziel konsequent zu verfolgen. Das dauert Generationen und kostet Geld, Zeit, Engagement.

    Da ist man dann schneller im Geschäft, wenn man den Leuten genau das erzählt, was sie hören wollen: Dass man Rasse XY auch "einfach so" halten kann oder dass ein Mischling aus Rasse XY und Rasse ABC dann von beiden auf myteriöse Weise nur die positiven Eigenschaften hätte.

    Bei manchen "Showlinien" von Arbeitsrassen geht es ein bisschen in diese Richtung (Selektion auf Familienhund-Eignung), aber da ist ein gutes Wesen und gute Gesundheit auch meistens nicht das Hauptselektionkriterium, sondern das Aussehen spielt noch einem mindest ebensogroße Rolle.

    Z.B. wird ja bei Show-Border Collies oft bemängelt, dass sie schon noch hüten wollten, oft beträchtlichen Arbeitswillen hätten, aber aus verschiedenen Grunden nicht wirklich zum arbeiten zu gebrauchen zu sind.
    Wenn man da statt auf perfekte Kippohren und tolles Puschelfell vielleicht schon die letzten 20 Generationen hauptsächlich und intensiv auf ein für Otto-Normalfamilien einfach zu handhabendes Wesen selektiert hätte, dann sähe das vielleicht anders aus.
    Ob das erstrebenswert ist, ist ja wieder ne andere Sache.

    Ich glaub auch die wenigsten (Käufer wie auch Züchter) sind ehrlich genug zuzugeben, dass sie eigentlich gern einen Hund mit dem Äußeren eines Huskys und dem Wesen eines Mopses hätten.
    Bei Käufern von Rassehunden ist der Hund oft auch bewusst oder unbewusst ein Stück Imagepflege, eine Art Lifestyle-Acessoire.
    Anwesende natürlich ausgeschlossen. ;) :D

    Edit: Sind einige Beiträge dazugekommen, man verzeihe als Dopplungen. ich wollte nicht alles nochmal umschreiben.
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    Der Vorteil von Heterosiseffekt in F1-Nachkommen von (immer mehr oder weniger ingezüchteten) Rassehunden wurde ja schon erwähnt, und auch, dass man das nicht einfach so weiter erhalten kann, indem man danach immer wieder weitermixt.

    Zudem bei der Zucht von Mischlingen aus Mischlingen aus Mischlingen... halt auch irgendwann die Eigenschaften sehr schlecht vorhersagbar werden.
    Sowas wie Jagdtrieb, Wach- und Schutzverhalten etc ist ja in der Regel schon wichtig zu wissen. Manch einer kann sich da auf alles einstellen, aber viele eben nicht und nehmen deswegen einen Welpen mit vorhersagbaren Eigenschaften (oder halt einen erwachsenen Hund).


    Will man mit Tieren aus Mischlingsverpaarungen weiterzüchten, dann geht das durchaus, aber das muss halt mit Plan und Verstand passieren. Das es geht, beweisen z.B. solche "künstlich" erschaffenen Rassen wie der Eurasier oder, auch wenns schon ein bisschen länger her ist, der Dobermann. Beim Eurasier ist gut belegt was wo drin ist, beim Dobermann sind die Details im Nebel der Geschichte versackt, aber bekannt war, dass der Rasseschöpfer Hundefänger war und verschiedenste Hunde, teils wohl auch auch unbekannter Herkunft, verpaart hat die seinen Vorstellungen etsprachen.

    Auch in der sonstigen Tierzucht ist das durchaus ublich. Siehe zum Beispiel bei den Pferden den Aegidienberger (ähnlich wie bei den Eurasiern gut dokumentiert) oder den Lewitzer.
    Bei Nutztieren gibt es auch zahlreiche Beispiele sowohl für F1-Leistungshybriden, als auch für Veredelungskreuzungen und Verdrängungskreuzungen als auch für die gezielte Schaffung neuer Rassen.


    Dafür muss man aber halt einen mehrjährigen Plan und ein klares Zuchtziel im Kopf haben, genug Mitstreiter mit dem selben Zuchtziel haben (allein kann man auf Dauer keine genugen große Population erhalten), einen "Plan" von Tierzucht und Genetik haben, es muss auf rassetypische Erkrankungen der Ausgangsrassen getestet werden wo möglich... und so weiter und so fort.

    Da fehlt es dann vielen Möchtergern-Rasseschöpfern dran. Die meisten wollen einfach nur vermarkten und dann werden den Hunden halt diese ganzen Super-Eigenschaften zugesprochen... die manche vielleicht auch haben, andere vielleicht nicht so sehr.
    Insofern - ich verstehe die Skepsis gegenüber solche Kreuzungen und neuen Rassen, bzw eher gegenüber deren Schöpfern und ihren Versprechen.

    Ich verstehe aber ehrlich gesagt nicht die fast religiöse Abneigung, die viele seriöse Hundeleute generell auch für Gebrauchskreuzungen, gut organisierte Zuchtprogramme zur Etablierung einer neuen Rasse, wissenschaftlich begleiteten Outcrossprogrammen zur Vergrößerung des Genpools einer in Sachen Erbkrankheiten sehr geplagten Rasse.... und so weiter, haben.


    Ne Mischung die ich (wenn mir die jeweiligen Eltern gefallen würden) irgendwann vielleicht mal kaufen würde ist Greyhound x Whippet.
    Ich mag keine reinen Whippets, die sind mir meistens zu spillerig und zu rundrückig. Der Charakter ist aber wirklich nett, im wesentlichen sehr greyhoundähnlich, aber etwas lebhafter und mit mehr Pfeffer im Hintern.
    Reine Greyhounds mag ich an sich sehr, aber viele sind mir zu groß. Man kann zwar grade bei den Renntypen auch mal sehr kleine Hunde erwischen, aber das ist ein Glücksspiel - auch aus einer sehr kleinen Mutter können ganz normalgroße Welpen fallen, zumal der Vater ja selten ebenso "winzig" gewählt wird wie die Mutter. Da müsste man dann nach einem erwachsenen kleinen Exemplar suchen.
    Kann man natürlich machen, aber vielleicht will man ja auch gern mal nen Welpen...

    Von Körperbau, Verwendungszweck und Charakter sind beide Rassen sich relativ ähnlich, der Whippet ist ja auch unter starker Verwendung von Greyhoundblut entstanden.

    F1-Kreuzungen Whippet x Grey haben ne schöne Zwischengröße, sehen eigentlich meistens einfach nur aus wie zu heiß gewaschene Greyhounds und benehmen sich meistens auch so, manchmal noch nen Spritzer lebhafter eben wegen dem weit zurückliegenden Terriereinschlag vom Whippet.


    Zitat


    Es ist auch ein Riesenunterschied, ob man über einen Designer-Mix aus zwei Rassehunden oder einen echten Promenadenmix redet. Ersterer schöpft ja auch nur aus dem beschränkten Genpool zweier Rassehunde, während der echte Promenadenmix - Strassenköter in jeder Genereration wieder "neue" Gene mitbekommen hat (um es jetzt mal laienhaft auszudrücken). Und je größer die genetische Bandbreite desto robuster das Tier (auf die Gesamtpopulation betrachtet, natürlich gibt es Einzelfälle).
    Da es aber bei uns immer mehr Mixe aus Rassehunden gibt und immer weniger Strassen-Zufalls-Mixe, sind die Mixe inzwischen ähnlich stark betroffen wie die Rassehunde vom engen Genpool, mit der zusätzlichen Problematik, dass genetisch belastete Tiere weitervererben können.

    Von daher glaube ich dass die alte Weisheit "Mischlinge sind robuster" vor 30 Jahren noch viel eher gestimmt hat als heute.


    Das denk ich auch.