Ich muss sagen, diese Einstellung über die sich hier beschwert wird begegnet mir momentan im echten Leben selten bis nie.
Ich wohne jetzt allerdings auch recht ländlich. Da ist die Einstellung zur Hundehaltung eher andersrum, manchem hier könnte ein bisschen mehr Heiteitei nicht schaden. Gibt zwar auch viele Hunde hier die es sehr gut haben, aber auch viele, die ewig und 3 Tage im Zwinger hocken oder nie aus dem handtuchgroßen Einfamilienhausgarten rauskommen.
Als ich nocht mitten in der "Großstadt" Hannover gewohnt hab, ja doch, da hatte man da wohl öfter was von gemerkt.
Da waren einige Eisläufermamis unterwegs, deren Hunde (auffällig oft Australien Shepherds oder Labradore) das volle Programm mitmachten: Erst sah man sie mit der Welpengruppe beim Sozialisierungsspaziergang, dann später mit der Hundeschulgruppe.
Frauchen (das sind meines Eindrucks nach meist "Frauchen", selten "Hundeführer"
) hatte immer nen Leckerliebeutel an der Hüfte, um den Hals die Hundepfeife und den Klicker in der Tasche. Dummy, Futterbeutel oder Futtertube optional.
Irgendwann und irgendwie liefen die Wunderkinder dann auch immer eine Weile an der Schleppleine, manche auch "etwas" länger. Im Sommer gehört für diesen Typ Hundemami so eine Wasserflasche mit Ausklappnapf zur Pflichtausrüstung. Manche brauchen zum Gassigehen gar ne extra Hundetasche um das ganze Zeug mitzuschleppen.
Solche Hunde werden oft gebarft, aber zumindest mit einem getreidefreien High End Futter ernährt, das man in keinem normalen Laden bekommt, sondern nur direkt beim Hersteller im Internet beziehen kann. Trotzdem haben sie auffällig oft Allergien.
Hat der Hund ein Problem, oder hat man mit dem Hund ein Problem, dann wird in die Hundeschule gegangen, es werden Seminare besucht und Kurse gebucht. Der Besuch beim Hundepsychologen ist optional, das Selbststudium zu Themen der Verhaltensforschung und Lerntheorie ist Pflicht, sonst sieht man nämlich beim Fachgespräch zu Themen wie "Handfütterung ist toll für die Bindung!" auf der Hundewiese alt aus.
Auslastung ist auch ganz wichtig, ein Hobby braucht der Hund! Dogdancing, Agility, Obedience, Disc Dogging, Flyball... ganz egal, Hauptsache englisch! 
Waren diese Hunde gut sozialisiert und gut erzogen? Doch, ja, ich denk auf lange Sicht waren die meisten schon ganz angenehme Tiere.
Hatten die es schlecht? Nein, glaub ich eigentlich nicht. Frauchens Augapfel zu sein und auf Händen getragen zu werden gefällt denen sicher ganz gut.
Trotzdem ist das irgendwie was, was ich mir so aus der Entfernung angucken kann, aber was mich verrückt machen würde wenn ich es selber durchziehen "müsste".
Ich mein, für mich sind meine Hunde auch mein liebstes Hobby, ich beschäftige mich auch in der Theorie viel damit, sonst würde ich wohl kaum in nem Hundeforum rumhängen.
Aber... ich möchte meine Hunde einfach um mich haben wenn es passt, sie sollen auch artgerecht leben, also genug gutes Futter, möglichst viel Auslauf & Freilauf, regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen (Qualität vor Quantität) und so weiter.
Ich will aber auch, dass sie noch ihr eigenes Leben führen und nicht für jeden Schritt an die Hand genommen, kontrolliert und korrigiert werden müssen.
Schlimm genug, dass sie für alle elementaren Dinge (Futter, Freigang, sich lösen können,...) von mir abhängig sind, da will ich nicht auch noch die ganze Zeit wie Big Brother über ihnen hängen und vorsichtig jeden Schritt lenken, auf dass auch bloß Musterknaben drauß werden.
Reicht, wenn wir niemanden stören oder gefährden und ansonsten können sie machen was sie wollen und wie sie es wollen. Eigentlich würde ich am liebsten Hunde wie Freilaufkatzen halten (jemand mal "Merles Door" gelesen?)
Und ich hab auch wirklich keinen Nerv dazu, immer auf jede kleine Befindlichkeit Rücksicht zu nehmen. Da gab es mal eine Forendiskussion darüber, wie man dem Hund während der Autofahrt am besten Wasser zur Verfügung stellt, von wegen auslaufsichere Näpfe und so.
Warum muss der Hund denn während der Fahrt jederzeit Wasser haben?
Ok, dann kann er trinken wenn er Durst hat. Schön für ihn.
Aber ganz ehrlich, wenn ich mal ne Viertelstunde Anfahrt zum Gassigebiet hab, dann da ne Stunde laufe und dann wieder ne Viertelstunde heimfahre, dann kann der Hund vorher trinken, er kann nachher trinken und er kann auch mal zwischendurch aus ner Pfütze oder nem Bach trinken. Und wenn er Durst hat und nicht direkt Wasser bekommt, dann wird ihm das kein bisschen schaden. Dafür muss ich nicht extra ne Flasche Wasser auf ne popelige 5 km Runde mitschleppen.
Wenn ich länger autofahre, mache ich eh alle 1-2 Stunden mal ne kurze Pipipause und biete dann auch was zu trinken an. Ich hab ja auch nicht während der Fahrt pausenlos so einen Wasserbeutel mit Trinkschlauch auf dem Rücken damit ich nicht dehydriere. 
Ausnahmen für junge, alte, kranke... Hunde oder für Ausnahmesituationen wie umbedingt notwendige Fahrten bei extrem heißem Wetter sind selbstverständlich drin, keine Frage!
Und schaden tut es sicher keinem Hund, im Auto immer nen gefüllten Napf vorzufinden und während einem einstündigen Spaziergang bei 15 °C und leichter Bewegung 3x Wasser angeboten zu bekommen. Aber nötig... na, ich weiß ja nicht.
Sehr präzise ausgedrückt ist das jetzt alle nicht. Ich kann nur sagen, ich mach mir schon viel Gedanken um die Hunde, aber ich glaub ich mach letztlich nicht so viel Aufwand wie manche anderen. Trotzdem funktioniert es ganz gut.
Aber das macht andere Methoden ja nicht schlechter.