Beiträge von Marula

    Meine verstehen sich mit charakterlich und körperlich ähnlichen Hundetypen, also anderen Windhunden, in der Regel am besten.
    Muss nicht umbedingt ihre eigene Rasse sein, können auch Podencos sein oder Mixe die stark nach einem Windhundanteil kommen, wir haben auch schon einen Basenji getroffen mit dem sie gut konnten und einen Rhodesian Ridgeback.

    Dagegen z.B. Irish Wolfhounds, die zwar auch irgendwo Windhunde sind, aber sich oft gar nicht so "windhundig" benehmen (eher träge, ziemlich grobmotorisch), mit denen können sie nicht so gut, vor allem wegen deren eben etwas trampeliger Art.


    Mit den britischen Hütehunde kommen sie auch oft gut klar, z.B. Shelties oder Border, ich denk das liegt an der feinen, senbsibelen und weniger körperbetonten Art dieser Hunde.
    Was sie nicht so mögen ist dieser "Blick" vom Border, wenn sie fixierend beschlichen werden, dann sind sie nicht so begeistert. Aber wenn die das nicht machen, klappt das idR gut.

    Zwei von meinen spielen außerdem gern mit lebhaften kleinen Terriern. Die haben oft genug Selbstbewusstsein und Energie, um ausdauernd für einen anderen Hund den Hasen zu machen ohne sich zu fürchten/zum Opfer zu werden, das passt mit den Verfolgungs- und Jagdspielen gut, die meine gern machen.
    Andersrum gehts auch gut, viele Terrier hetzen ja auch selber ganz gern. Mein Greyhound-Senior hat früher z.B., immer gern den Hasen für eine Border Terrier Hündin gemacht, das war ein tolles Spielgespann. Die konnte ihn 10 min am Stück mit Vollgas hakenschlagend und wild lautgebend über die Wiese scheuchen, er fands toll weil sie ihn nie kriegte und sie, weil sie mal so richtig aufdrehen konnte.
    Ob meine mit so einem Hund auch gut zusamme wohnen könnten... ich weiß ja nicht, könnte mir vorstellen, dass solche Energielevel sie auf Dauer eher stressen würden. :D


    Generell mögen sie keine distanzlosen "in your face" Hunde und keine grobmotorischen Ballermänner.
    Schäferhunde geht oft nicht da irgendwie ziemlich direkt und körperbetont, Riesenschnauzer ebenso.
    Retriever mal so, also so, aber scheinbar oft zu "unhöflich".
    Bulldoggen uä sowie große Molosser und andere große, schwerfällige, "bärige" Hunde, weiß nicht, das ist irgendwie auf völlig verschiedenen Wellenlängen, ebenso wie Basset Hounds.


    Ich denke ein Teil ist Sozialisation auf ähnlich aussehende Artgenossen in der Welpenzeit (Mama, Geschwister, andere Hunde vom Züchter).
    Ein Teil ist sicher rassetypisches Temperament, so von wegen "gleich und gleich gesellt sich gern".
    Und ein weiterer Teil wird auch an meinen eigenen Vorlieben liegen und was ich den Hunden damit unterschwellig vermittele, das merken die ja auch.

    Für einen realtischen Preis (auch einen hohen realistischen Preis), würde ich keinen meiner Hunde abgeben. Also, auf ein paar Tausender kann ich zugunsten meiner Köter gut verzichten.

    Aber irgendwas im sechsstelligen Bereich UND es gäbe eine fiktive Möglichkeit wie man sicherstellen könnte, dass es ihnen genauso gut oder besser geht wie bei mir? Ich würd`s machen!

    Ich würd ohne Bedenken nochmal nen Greyhound nehmen. Passender Charakter für mich, recht sportlich, aber nicht zu anstrengend und fordernd, relativ gesund und langlebig.
    Das einzige Minus ist ein bisschen die Größe - mein Idealhund ist so um die 20-25 kg und um die 60-65 cm, Greys sind da oft um die 10 kg und um die 10 cm drüber. Ist jetzt nicht dramatisch, im Alltag aber schon ein gewisser Unterschied. Aber mit diesem kleinen Makel kann ich leben.

    Dennoch weiß ich nicht, ob den jetzigen Greys gleich im Anschluss wieder einer folgen wird oder ob erstmal was anderes kommt.
    Es gibt so viele tolle Rassen die noch auf meiner Wunschliste stehen (aber alles die gleiche "Art" Hund: Diverse Windhunde, Mediterrane und ein paar "Primitivhunde") und man kann nunmal nur eine begrenzte Anzahl Hunde auf einmal haben, das Leben ist kurz!
    Der Grey hat also ne Menge Konkurrenz, aber das hat nix damit zu tun, dass ich die Rasse nicht mehr haben wollte nachdem ich einmal damit gelebt hab. :lol:

    Saluki - defintiv immer wieder, ich möchte nie mehr ohne sein.


    Ich hab`s im Bekanntenkreis öfter erlebt, dass der erste Hund für viele nicht ganz so das ist, was sie sich vorgestellt haben und man dann erst später zum passenden Hund kommt weil man dann endlich genau weiß, was er NICHT haben sollte und was man umbedingt will.

    Also ich find Rennbahn und Coursing ne schöne Sache.
    Zwei von meinen sind halt inzwischen zu alt bzw gesundheitlich nicht mehr fit genug und die Junge hat bisher am Kunstobjekt kein dolles Interesse gehabt - hab aber auch nicht allzu inteniv versucht. Sie war jedenfalls keiner von denen, die sofort Feuer und Flamme waren. Kein Vergleich zu echten Hasis. :D

    Deswegen kann ich mir auch nicht vorstellen, dass ich dadurch bei ihr was schlimmer machen würde, ich müsste sie ja erstmal auf den Geschmack bringen und sie regelrecht dafür trainieren. Was auch gar nicht mal so selten ist, es gibt viele Orientalen (und ich glaub bei Barsois ist das auch häufiger so) die bei Wild zwar abgehen wie Luzie, aber auf der Rennbahn oder beim Coursing erstmal nicht raffen worum es überhaupt geht bzw sich von Gott und der Welt (ihren Mitläufern, dem Publikum...) ablenken lassen.


    Mag sein, dass man sich bei manchen Hunden damit was verdirbt, aber ich denk die meisten unterscheiden schon recht gut von der doch recht genormten, künstlichen Situation auf der Rennbahn/beim Coursing, zum realen Leben.
    Zumindest ist das das, was ich von den Leuten höre, auf deren Meinung ich was gebe.
    So wie bei normal im Schutzhundesport geführten Hunden auch, die gehen vielleicht auf dem Platz den Helfer mit dem Ärmel an, aber das heißt ja nicht, dass sie dann auf der Straße Passanten fressen. Ich denk so intelligent sind Hunde schon.


    Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass ich mit dem Salukikind mal einen richtig eigenständigen Hund krieg den ich mir erarbeiten muss. Aber auch die ist "leider" ;) nur ein Hund, vielleicht einer mit ein paar Ecken und Kanten, aber eigentlich ganz zivil.
    Naja, egal, irgendwann krieg ich meinen Granate schon noch, und vielleicht bin ich danach ja auch weniger optimistisch was die Mitarbeitsbereitschaft angeht. :D

    Zitat

    Naja "was machen" mit nem Windhund... Ich frag mich halt warum? Ich mein, Windhund.


    :???:

    Wenn man ehrgeizig Hundesport (jetzt mal abgesehen von eben Windhundsport) machen will, gibt es sicher Rassen die besser dafür prädestiniert sind, das stimmt wohl.
    Und die meisten Windhunde brauchen auch nicht irgendwelche aufwendige Beschäftigung um ausgeglichen und angenehm drauf zu sein, das ist ja das schöne an ihnen. Ich bin was "Auslastung" angeht auch eher faul, normales Spazierengehen mit so viel Freilauf wie möglich, ein paar Mal die Woche mit der Kleinen radeln und sonst halt ganz normales Familienhunde-Dasein. Das reicht meinen und das finde ich sehr praktisch.

    ABER wenn man sich nicht grad krampfhaft Ausbildungsziel X in Disziplin Y in den Kopf gesetzt hat, sondern einfach mal guckt, womit sich der eigene Hund gut motivieren lässt und was er so anbietet, dann findet sich bestimmt irgendwas, was man gemeinsam auf dem Spaziergang machen kann.

    Klickern und tricksen tun nun wirklich viele mit ihren Windhunden. Meine können nicht viel, aber zumindest Lawrence und Dee können jeweils ne Hand voll Tricks. Es wäre mit Sicherheit mehr drin, das nicht mehr passiert liegt dran, dass ich selber da kein so dolles Interesse hab.
    Das gilt für viele andere Sachen, die wir nur gelegentlich machen, auch. Futtersuchspiele machen ich z.B. nur ab und an, aber da haben sie alle drei ziemlichen Spaß dran. Das könnte man sicher zu einfachen Fährten oder vielleicht auch zur Futterbeutelarbeit ausbauen - wobei von meinen nur DeeDee gelegentlich apportiert, letzteres wäre dann vielleicht nur für sie was.

    Generell denk ich, dass man viele Elemente aus dem Jagdersatztraining gut mit Windhunden machen kann - man sollte sich halt nicht wundern, wenn es nicht klappt damit den Jagdtrieb auf Ersatzobjekte/-beschäftigungen umzulenken, :D aber Spaß an dem Training, z.B. mit Reizangel und Echtfelldummy können die allemal haben. Und nen bisschen Impulskontrolle üben hat noch gar keinem Hund geschadet.


    Ich glaub ganz ehrlich, dass grad bei den Orientalen viele solche Probleme mit Freilauf/Rückruf/Selbstständigkeit haben, weil die eben nix vernünftiges mit ihrem Hund machen. Es wird immer betont, dass die zu Unrecht den Ruf haben dumm zu sein, aber dass man dann die Hunde auch wirklich mal fordert, das passiert doch eher selten.

    Zitat


    Sie kommt ursprünglich aus Sardinien. Hab noch ein paar Fotos:

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    Eine andere Hundehalterin vermutete heute beim Spaziergang Cirneco dell Etna. Würde auch so vom Gewicht passen (13kg) und Aussehen. Podencos sind ja meistens größer und schwerer oder?

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    Podencos und Podengos gibts größentechnisch vom winzigen Podengo Portugues Pequeno (kleiner als ein Jack Russel) bis zum an die 70 cm großen Podenco Ibicenco. Es gibt sehr schlanke, windhundartige Schläge wie die Ibicencos, Canarios oder Cirneci, aber auch kräftiger gebaute, weniger "windige" Typen wie z.B. die Podengo Portugues Grande oder den Xarneco Valenciano.

    Ob Sardinien auch einen eigenen Mediterranen-Schlag hat weiß ich nicht. Aber ganz abwegig ist es nicht, Karnickel gibts da ja auch und ich hab auch erst vor kurzem gelernt, das z.B. Kreta, Rhodos und Zypern auch jeweils eigene mediterran bis windhundig aussehede Rassen/Landschläge haben. Warum also nicht auch Sardinien...


    Kann natürlich auch sein, dass es einfach nur Zufall ist, dass sie als Mix grade so aussieht, vielleicht ist auch ganz was anderes drin.

    Zitat

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    Ich vermute Podenco, aber vielleicht hat ja jmd von euch noch ne Idee was drin sein könnte, außer Schäferhund. Sie geht übers Knie und wiegt nur 13 kg.


    Ich finde auch sie sieht total nach Podenco aus. Den Schäferhund hat sie ja auf dem Foto echt gut versteckt!


    Zitat

    Wenn mich jemand drauf anspricht, darf er das Hundekind gerne streicheln und mal die Oberschenkelmuskeln anfassen, da sind die Leute dann generell erst mal stumm und vor allem von Kindern kommt dann ein überraschtes „BOOAH hat der Muckies!“.


    Immer noch mein Lieblingsspruch, von ein paar türkisch aussehenden Jugendlichen im Vorbeigehen: "Boah Alter, guckma, krasse Muskelhunde!!!" :lol:

    Oder neulich beim Radfahren mit DeeDee, hab eine Gruppe Teenie-Jungs (so 13-15) überholt, die sich gegenseitig mit ihren Sporttaschen verprügelt haben. Der eine ganz andächtig innegehalten und in einem verträumten Tonfall, den Jungs in dem Alter sonst für neue Laptops und tolle Motorräder reservieren: "Whoa, was für ein geiler Hund."

    Kann mir so ein Typ bitte mal in erwachsen begegnen? Damit kann man doch schonmal arbeiten, da ist Potenzial vorhanden. =)


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    "Das ist ein Windhund, ich glaub, die sind ganz teuer!" (Kind, ca. 7 Jahre. Schlaues Mädchen, teuer vor allem, wenn's zum Tierarzt geht :hust: )


    Ja, das ist auch immer witzig - irgendwie nehmen die Leute oft an, das so ein "edler" Hund teuer sein müsste. Haben wohl einen etwas versnobten Ruf, die Knochengestelle.


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    Für meinen Geschmack hat sie zur Zeit auch etwas viel auf den Rippen (das Foto ist aber auch unvorteilhaft - ich habe nur keine anderen schönen aktuellen). Aber das trau ich mich in der Öffentlichkeit kaum zu sagen. Nicht wegen übler Beschimpfungen, aber den Kopf schütteln die Leute schon irritiert und ich bin sowieso die, die immer alle Hunde zu dick findet.


    Ja, das kenne ich auch. Alle unterstellen einem immer ne verschobene Wahrnehmung. :D
    Stimmt doch gar nicht, ich will doch bei nem Labrador keine Rippen oder Hüfthöcker sehen! Aber Tallie und sichtbare Muskeln darf der auch haben, jawohl.

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    Wir sollten vielleicht auch mal Kontakt zu einer Pflegestelle aufnehmen, die sich auf Greyhounds spezialisiert haben.


    Ich weiß ja nicht wo ihr sitzt, kann aber die Tieroase Birkenschold empfehlen:
    http://www.tieroase-birkenschold.de/

    Die haben dort inzwischen mehr als 10 Jahre Erfahrung mit der Vermittlung von Greyhounds, arbeiten mit einem seriösen irischen Verein zusammen und sind sowohl nett als auch kompetent. Ansonsten hat vielleicht noch jemand im Ex-Racer Forum einen Tip in eurer Nähe.

    Zitat

    Ich möchte mal ein dickes Danke an Marula aussprechen... Ich finde es toll, dass du dir beim Thema Windhund wirklich Zeit nimmst und immer wieder interessante Themen ansprichst!!!


    Danke! :ops:

    Hallo Eli,

    ich hab einen überwiegend-Greyhound Longdog (wahrscheinlich noch ein Spritzer Saluki mit drin) und einen ehemaligen Renner, beide aus Irland. Und einen Saluki, aber die ist nicht aus dem TS.

    Zitat

    Kann man sie überhaupt frei laufen lassen oder ist der Jagdtrieb durch die jahrelange Konditionierung zu stark geworden, dass sie überhaupt nicht mehr abrufbar sind? Ich weiß, dass auch die Greys vom Züchter starken Jagdtrieb haben, das ist einfach rassetypisch. Aber ich möchte meinen Hund auf jeden Fall frei laufen lassen können und das nicht nur im umzäunten Gebiet. Das ist ja das Schöne am Greyhound, dass man ihn flitzen sehen kann. Und nur an der Leine ist ja nicht artgerecht.

    Meine beiden Jungs (inzwischen mit 10 und ca. 13 Jahren Senioren, bekommen hab ich sie mit ca. 5 und mit 4,5 Jahren) sind und waren was Freilauf angeht relativ problemlos.

    Klar, wenn ein Hase direkt vor ihnen hochgehen würde, dann würden sie hinterhergehen (ok... der Opi wohl nicht mehr). Mit allem, was das bei einem Windhund beeinhalten kann. Gerissenes Wild, Hund auf der Straße, Greyhoundsperre und so weiter und so fort. Das solltest du ja schonmal gehört haben wenn du dich damit schon zwei Jahre beschäftigst und regelmäßig mit nem Greyzüchter unterwegs bist.
    Man muss sich also das Spaziergehgelände dementsprechend aussuchen und immer schön wachsam sein.

    Aber meine suchen nicht von sich aus nach Jagdgelegenheiten, haben keinen besonders großen Radius (eigentlich kleben sie sogar ziemlich an mir) und hören besser als 95% der Labradore, Goldies und Schäfermixe die wir auf unseren täglichen Spaziergängen treffen, was auch einfach eine Sache der Arbeit ist die man da reinsteckt. Zuverlässigkeit an Wild halte ich bei den meisten rassetypischen Windhunden für utopisch, einen guten Grundgehorsam ohne solche Ablenkung dagegen nicht!

    Es gibt natürlich auch Greyhounds, die mehr "scannen" oder die sogar aktiv mit der Nase suchen oder stöbern gehen. Es gibt auch welche, die größere Kreise ziehen und öfter mal selektiv taub sind.
    Aber die Regel, von dem was ICH persönlich bisher kennengelernt hab, ist bei Greys eher das was ich hab. Galgos (auch wenn ich selber keinen hab) hab ich bisher doch als etwas selbstständiger und aktiver erlebt was das Jagdverhalten angeht, Orientalen als wesentlich sturer und weniger auf`s Gefallen bedacht.

    Insgesamt würde ich sagen, dass du mit einem ehemaligen Profirenner ebenso gute Karten hast den freilaufen lassen zu können wie mit einem Welpen vom Züchter, eine entsprechende Eingewöhnungszeit und gründliche Grundausbildung natürlich vorrausgesetzt.


    Allerdings muss man sich bei der Frage ob TS oder Züchter finde ich noch ein paar mehr Dinge überlegen.

    Vorab, ich finde beide Optionen wirklich gut und denke nicht, dass man irgendeine moralische Verpflichtung hat, einen TS-Hund zu nehmen, nur weil das davon grade bei dieser Rasse so viele gibt. Man sollte sich, wenn man eigentlich gern einen Welpen hätte, nicht aus "Schuldgefühl" für einen TS-Hund entscheiden (und sich auch kein solches einreden lassen).
    Wennman aber eh gern einen erwachsenen Hund hätte bzw sich mit diesem Gedanken anfreunden kann, oder wenn man halt von sich aus gern einem berenteten Rennhund ein neues Zuhause geben will, dann los. :gut:


    Greys aus dem TS kommen mit ganz unterschiedlichen Vorgeschichten. Manche als Welpen, manche als ausgediente alte Zuchthunde. Manche direkt vom antrainieren, ohne jemals ein offizielles Rennen gelaufen zu sein, andere nach einen intensiven (nicht immer langen) Rennkarriere.

    Manche sind kerngesund, VIELE haben aber irgendwelche gesundheitlichen Macken. Oft sind sie eben deswegen ausgeschieden.
    Nicht bei allen sind diese Sachen bekannt, es ist also nicht umbedingt böser Willen von Seiten der Tierschützer wenn sich z.B. erst nach einigen Wochen im neuen Zuhause rausstellt, dass der 3-jährige Hund z.B. irgendwo Arthrose hat, bei Belastung zur Sperre neigt, immer wieder Corns kriegt oder was auch immer.

    Das wäre bzw ist für mich ein ganz entscheidendes Manko bei einem Ex-Renner. Ich bin selber recht aktiv und fand es schon sch***, dass mein jetzt 10-jähriger auch in jüngeren Jahren keine Tageswanderungen mitmachen, nie am Rad laufen konnte und nach etwas dollerem Toben oft am humpeln war.... wegen seinen blöden, verschlissenen Karpalgelenken.


    Die meisten sind vom Verhalten her tiptop und wirklich nette, problemlose Hunde die sich in der neuen Situation schnell einfügen, das kann man einfach mal so sagen. Aber auch da spielen die ganz verschiedenen Hintergründe wieder mit rein.
    Es gibt welche, die wachsen mit viel Menschenkontakt auf, fast mit Familienanschluss, lernen richtig viel kennen. Greade erfahrene Renner kennen natürlich so Zeug wie TA-Besuche, Krallen- und sonstige Körperpflege, Autofahren, den Troubel auf der Rennbahn, natürlich können die meisten auch bereits gut an der Leine laufen und so weiter und so fort.
    Stubenreinheit müssen die meisten noch lernen, weil sie halt aus Zwingerhaltung kommen, aber Greys sind ziemlich reinlich und meistens geht das innerhalb von Tagen bis Wochen. Eher schneller als bei einem Welpen.

    Dann gibts aber auch immer mal welche, die kennen nur wenig, haben viel allein in irgendeinem Zwinger rumgestanden und haben demensprechend irgendwelche Altlasten. Manche sind ängstlich, manche in anderer Hinsicht sozial inkompetent.
    Ist bei Greys halt auch nicht anders als bei anderen TS-Hunden, schlechte Sozialisierung hängt einem uU ein Leben lang nach.


    Mein jetzt 10-jähriger Rüde z.B. war wirklich gar nicht auf Kleinhunde sozialisiert. Das ist bei einem großen Hund dessen mördermäßiger Hetztrieb auf kleine, plüschige, schnellbewegliche Objekte eh lebenslang gefördert und bestärkt wurde, natürlich saugefährlich.
    Er hat kleine Hunde in bestimmten, adrenalingeladenen Momenten schlicht nicht als Hunde wahrgenommen, sondern als Beute. Ist klein, bewegt sich wuselig und hektisch, macht schrille Geräusche... will fressen.

    Das war nicht lustig und es hat ne Menge Geduld und Arbeit gekostet das rauszukriegen. Bei uns hat das letztenendes super geklappt, ich kann ihn heute bedenkenlos mit Klein- und Kleinsthunden laufen lassen, aber zwischendurch war mir echt elend zumute deswegen und wir haben ein Jahr lang das Haus nicht ohne Maulkorb verlassen und danach noch ein Jahr lang den Maulkorb zumindest in bestimmten Situationen zur Vorsicht noch benutzt.

    Das ist KEIN extrem häufiges Problem, kommt aber immer wieder mal vor (man liest z.B. auf englischsprachigen Vermittlungsseiten immer mal wieder "not small dog safe"... das ist genau das, was damit gemeint ist!).
    Das ist definitiv nicht "rassetypisch", ein gut sozialisierter Grey ist ebenso zuverlässig mit kleinen Hunden wie jeder andere Hund, aber es ist eben typsich für einen schlecht sozialisierten Sichtjäger.


    Solche Sachen, sowohl gesundheitliche als auch Verhaltensbaustellen, kann man jedenfall minimieren, indem man einen Hund nimmt, der schon eine Weile irgendwo auf Pflegestelle ist.
    Sowieso würde ich Anfängern nach meinen eigenen Erfahrungen immer raten, keinen Hund direkt vom Transport zu nehmen, sondern die erste Einschätzung und den "Grobschliff" anderen zu überlassen. Geht zwar oft gut, aber manchmal auch nicht. Bei mir hätte grade diese Sache mit den Kleinhunden auch schiefgehen können.


    Viele Greys haben Papiere und eine mehr oder weniger bekannte Vorgeschichte, sind also definitv reinrassige Greyhounds.
    Einige, wie mein Longdog (der von der Straße bzw aus dem Dogpound und ursprünglich wahrscheinlich von Travelers war), werden aber auch als "Greyhound" vermittelt, obwohl sie keine sind, so wie halt auch die spanischen Galgos meistens keine Galgos Espanoles sind.
    Das ist jetzt kein großes Drama, aber vielleicht wissenswert.


    Dann wäre da noch die Sache, dass man halt mit einem TS-Hund in der Regel nicht an Ausstellungen oder Windhundsport teilnehmen kann. Ist mir persönlich relativ egal, für mache ist es vielleicht ne Überlegung wert.


    Es gibt ja außerdem auch nicht nur die Möglichkeit "Showgrey vom Züchter" oder "aussortierter Renngrey". Man kann auch nen Renngrey hier in Deutschland beim Züchter kaufen und ab und an (wenn auch eher selten) sind auch mal erwachsene Showgreys zu vermitteln.
    Die beiden Schläge sind ja zumindest äußerlich, vom Typ her, und oft auch in der Größe und Masse schon recht unterschiedlich. Wenn einem beides gefällt ist super, wenn man ne optische Präferenz hat darf die aber finde ich auch mit reinspielen.