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Es geht doch nicht darum, ob ein Hund es verdient hat oder nicht. Ich gehe erst mal davon aus, dass jeder Hund ein schönes Heim verdient hat, aber gerade Welpenimport ist für mich nur Einkauf und hat mit Tierschutz in meinen Augen so viel gemein, wie eine Amazon-Bestellung aus England.
Naja, ich gehe mal davon aus, dass es sich um eine seriöse TS-Orga handelt, der ich vertraue, dass sie den Welpen nicht selber und absichtliche produziert haben und mit seiner Vermittlung unterm Strich kein Geld machen.
Ob und wenn ja welcher Organisation man das zutraut ist ja die andere Frage, ich wüsste jedenfalls für meine Rassen so ein bis drei denen ich soweit traue.
Jedenfalls, in dem Fall ist es für mich sehr wohl TS, egal wo der Hund herkommt. Es wäre doch auch Tierschutz, wenn ich für einen Welpen aus einem deutschen Unfallwurf, der im TH hockt, eine Schutzgebühr bezahle und ihn mitnehme.
Warum ist das dann was anderes, nur weil selbiger Welpe z.B. in Spanien sitzt?
Oder ist nur TS wenn man erwachsene Hunde nimmt? Also erstmal nen Jahr warten und dann wäre es TS den selben Hund zu importieren, aber wenn man mit 8 Wochen den ganzen Wurf holt und auf Pflegestellen verteilt, damit sie nicht im Zwinger aufwachsen und schonmal was von der Welt sehen, dann nicht?
Und re:Nachproduktion ankurbeln hatte ich ja schon was geschrieben... das funktioniert nur unter der Annahme, dass die Leute a) was kriegen für ihre Hunde und/oder b), dass ihnen im anderen Fall keine andere Lösung einfällt, die ihnen genauso recht wäre, z.B. ersäufen oder in die Mülltonne stecken.
Erreicht man den Punkt, wo die Leute, z.B, die spanischen Galgueros, ihre Hunde lieber in ein TH bringen, dass nach Deutschland vermittelt, statt sie einfach gleichgültig auszusetzen oder zu erschießen oder gar an einen Baum zu hängen, dann ist der erste Schritt zum Mentalitätswandel schon gemacht. Nämlich der, dass die Leute anfangen nachzudenken, was mit ihren Hunden später passiert, und sich für die nettere Lösung entscheiden.
Wenn man jetzt pessimistisch ist kann man sagen, dass ist der nette Ausweg für die und es geht dann immer so weiter, weil sie nen kuschelige Möglichkeit gefunden haben ihren Hundeschrott loszuwerden ohne sich die Hände schmutzig zu machen.
Aber irgendwo muss man ja anfangen und die gleichen Leute, die auch Tierheime betreiben, machen eben auch oft Tiervermittlung im Inland, Aufklärung an Schulen, organisieren Petitionen und Demos und so weiter. Die brauchen auch jemanden, der ihnen die Hunde abnimmt, für die es im eigenen Land keine Plätze gibt. So ein Mentalitätswandel dauert halt und bis dahin kann man auch nicht alle Hunde stapeln.
Klar ist aber auch, dass man natürlich nicht alles nach Deutschland verschiffen kann. Es sollte schon immer geschaut werden, wie viele Plätze hier zur Verfügung stehen und ob die Hunde realistisch abgeschätzt auf diesen Plätzen glücklich werden können. Es ist halt ein Mittel, den TS vor Ort etwas Erleichterung zu verschaffen, damit die Arbeit weiterlaufen kann. Wenn das Primärziel ist "Hunde retten, und zwar so viele wie möglich", naja, das finde ich nicht so das gelbe vom Ei.
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Womit ich ehrlich gesagt ein sehr großes Problem habe ist die Deklaration absoluter Spezialisten wie Pointer, Podencos oder HSH als nett und familientauglich. Es gibt viel zu viele Orgas, die massenhaft gerade solche Hunde auf ihren Seiten haben, ohne jeglichen Hinweis dabei dass das einfach keine Rassen für den Ottonormalverbraucher sind. Kaum jemand ist in der Lage diesen Hunden das zu bieten was sie brauchen. Im Verhältnis zu den in der Vermittlung stehenden Hunden gibt es einfach zu wenig geeignete Menschen. Da blutet mir persönlich einfach das Herz, wenn solche Tiere am Ende hin- und hergereicht werden, weil die allermeisten einfach völlig überfordert sind. Auch das fällt für mich eindeutig unter unseriösen "Tierschutz".
Das stimmt. Großes Problem.