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Über die normalen Info-Wege, die man heutzutage als Laie einschlägt erfährt man halt nicht mehr.
Ich weiß nicht, für mich ist der erste Inforweg heutzutage das Internet. Und da kommt man in den ersten 10 min suchen (ich zumindest) nach Begriffen wie "Hundekauf" oder "Hund Anschaffung" auf die Seite des VDH und kriegt zig Ergebnisse a la "Keine Wühltischwelpen" und "Papiere oder nicht - warum?"
Wenn man sich im Dogforum vor der Anschaffung anmeldet, wird man von dem Thema ja eh erschlagen.
Und bevor ich Internetzugang hatte, als Teenager, hatte ich ne Büchereikarte. Unsere Stadtbibliothek hatte einige gute Hundebücher, sowohl generelle Erziehungs- und Haltungsratgeber als auch Rassebücher/"Welcher Hund passt zu mir?", und in fast allen wurde das Thema "Papiere, keine Papiere, Mischling?" irgendwo im Kapitel "Anschaffung eines Hundes" angesprochen.
Ok, wenn man halt nur die erste 5 Seiten bei Googel durchguckt und nur ne halbe Stunde ein oder zwei Suchbegriffe ausprobiert... oder wenn man des erste beste Buch kauft das im Laden grade vorrätig ist und nicht weiter guckt was in anderen so steht oder welche überhaupt als gut empfohlen werden... dann kann es einem wahrscheinlich auch heutzutage passieren, dass man Infos zum Thema "Warum Rassehund wenn, dann nur mit VDH-Papier" nicht findet bzw einem das nicht klar wird.
Aber kann ich aus persönlicher Erfahrung eigentlich nicht bestätigen, das das besonders schwer ist.
Was ich aber finde ist, das man in die ganzen "Feinheiten" einer Rasse erst langsam reinkommt und als Anfänger fast immer ein bisschen blind kauft, selbst wenn man sich für Anfängerverhältnisse gut informiert hat. Naja, aber eben dafür hat man ja den VDH mit seinem "Wenigstens Mindestanforderungen".
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Ich fuer meinen Teil bezweifle ganz stark, dass der AKC sooo viel besser ist, zumindest bei allen Rassen. Hunde die wegen zuchtausschliessender Fehler in der FCI nicht in die Zucht duerfen, decken lustig unter dem AKC. Ganz tolle Sache. ICH moechte keinen Hund, dessen Vater z.B. Einhoder ist.
Wer hat denn gesagt, dass der AKC besser ist? Ich kann halt nur für meine Rassen sprechen, aber die sind da weder besser noch schlechter als hier, auch nicht kränker, obwohl halt mehr über Eigenverantwortung läuft als hier.
Gleiches gilt bei meinen Rassen auch in den FCI-Ländern, in denen keine Körpflicht besteht. Die Hunde von seriösen Züchtern sind da im Schnitt nicht besser oder schlechter als hier. Wär ja auch schlimm, so viel internationaler Austausch wie es inzwischen gibt, sowohl durch Deckeinsätze als auch durch Import/Export.
Aber das ist wohl irgendwie deutsch, dass man meint, ohne Auflangen und strenge Kontrolle von oben läuft alles aus dem Ruder. Vielleicht ist es ja auch wirklich so, ich weiß es nicht.
Irgendwie kommt's mir auch so ein bisschen masochistisch vor, Regeln sind SO geil! Man kann sich darüber ja auch klasse definieren: "Guckt mal was WIR alles vorschreiben, was wir alles machen MÜSSEN! Aber wir machen das GERN!"
Tja, andere haben das nicht nötig und wie gesagt, Deutschland ist nun wirklich nicht das einzige Land in dem gute Hunde gezüchtet werden.
In Gesundheitsbereich störten mich diverse Untersuchungspflichten kein bisschen, das sind alles Sachen, die würde ich so oder so von nem Züchter erwarten bei dem ich kaufen und die würde ich auch selber machen - lieber eine Untersuchung zu viel als eine zu wenig.
Aber Vereine bestehen ja leider aus Menschen und manchmal menschelt es gewaltig. Und wenn man dann an den Punkt kommt, dass die eine Fraktion der anderen Fraktion vorschreiben kann, was sie züchten darf und was nicht, indem Ankörungen verweigert oder Wurfgenehmigungen nicht erteilt werden, obwohl beide Partein gesunde Hunde mit auch sonst stimmigen Ergebnissen, aber eben ideologischen Unterschiede haben... schwierig. Und eben sowas wird durch die doch recht autoritäre Struktur in Deutschland erleichtert.
Da kann man dann gegen klagen, kriegt vielleicht vor Gericht auch recht und der Verein muss es dann umsetzten (davon hab ich in den letzten Jahren einige Beispiele mitgekriegt), aber es geht Zeit, Geld, Nerven drauf, eventuell ist die Hündin aus dem Zuchtalter schon wieder raus bis der Prozess durch ist und nicht zuletzt hat auch schon mancher anfangs hochmotivierte Züchter nach dem zigsten Stein der ihm in den Weg gelegt wurde weil er z.B. Hunde kaufte, die der Vereinsspitze nicht in die Tüte kamen, dann entnervt die Zucht an den Nagel gehängt.
Wenn man dagegen einfach sagen könnte: Hunde A und B haben Papiere, Nachkommen der beiden kriegen auf jeden Fall auch volle Papiere und die danach auch, und sonst ist alles optional, ABER wir empfehlen Käufern ganz stark, das Untersuchungen X, Y und Z vorgenommen wurden und die Ergebnisse so und so sind.... weiß nicht, ich glaube es könnte im menschlichen Bereich viel Druck rausgenommen werden.
Wenn man eine etwas größere Bandbreite zulässt, heißt das ja nicht, dass man vom Ideal anrücken muss, man muss es nur vielleicht nicht jedem verpflichtend aufdrücken, denn manchmal weichen die Ideale halt ab.