Beiträge von Marula

    Zitat

    Ich wurde heute von ner Frau beim Spaziergang angesprochen....

    "wie kann ich rausfinden, welchen Rang mein Hund in einem Rudel Hunde hätte?" ich hab nur doof geguckt und nachgefragt worauf sie hinaus will...
    "na ich hab Maja Nowak geschaut und die sagte man muss wissen welchen Rang mein Hund in nem Hunderudel hätte, um zu entscheiden wie weit vorne oder wie weit hinten den Hund bei der Leinenführigkeit gehen muss / darf"

    Ich war völlig verdattert....


    Ich komm gar nicht drüber weg, dass dieser esotherische, wissenschaftlich unhaltbare Dummfug, der sich eigentlich schon durch gesunden Menschenverstand selbst disqualifizieren sollte, jetzt so eine breite Plattform in der Öffentlichkeit findet. Ehrlich, da bleibt mir die Spucke weg. Immer wenn man denkt noch tiefer kann das Niveau nicht mehr senken, gehts noch ein bisschen weiter. :ugly:

    Selbst wenn ich sonst nix an der Frau auszusetzen hätte (*haha*), wer so einen Schwachsinn glaubt und verbreitet, der disqualifiziert sich damit völlig bedingungslos.

    Zitat

    Naja, die Zeiten haben sich eben auch da hin geändert, dass fast keiner mehr einen Arbeitshund braucht. Was soll denn Otto Normalbürger mit dem jagdtriebigen Windhund mit Killer-Instinkt anfangen außer ihn lebenslang an die Schleppleine hängen weil derjenige ihn nunmal nicht anders kontrollieren kann. Mal ganz abgesehen davon, dass Windhund ein Deutschland als Arbeitshunde gar nicht oder kaum mehr gebraucht werden, oder irre ich mich da?

    Auch wenn die Ausmaße der Showzucht in den meisten Fällen unmöglich sind glaube ich doch, dass diese Zucht - LEIDER - irgendwann ein Weg sein wird, die Rasse überhaupt zu erhalten, weil wirkliche Arbeitshunde kaum noch Abnehmer finden werden. Ob man da wirklich von Rasseerhalt sprechen kann ist sicher grenzwertig.
    Aber ich finde eben auch, dass die meisten Arbeitshunde als reine Familienhunde psychisch oft vor die Hunde gehen, da kann auch das bisschen Agility oder Dummy-werfen (rein hobbymäßig betrieben) nicht gegenwirken, und solche Leute halten dann meiner Meinung nach doch lieber Hunde aus den Showzuchten.


    Ja, deswegen sag ich ja, es soll jedem überlassen bleiben, was er züchten und kaufen möchte. Drücke ich mich denn SO unverständlich aus?

    Manch einer - es muss ja nicht immer Otto-Normalbürger sein - will halt einen Hund mit rassetypischen Arbeitsanlagen und kann das dann hoffentlich auch führen. Andere wollen sowas nicht. Auch ok!
    Solange sie alle gesunde Hunde züchten und diese gut aufziehen, soll's mir egal sein. Mir brauch nicht alles gefallen, ich muss es ja nicht kaufen. Leben und leben lassen.

    Ja... seh ich im Grunde auch so. Mir blutet das Herz bzw ich kann nur ungläubig den Kopf schütteln, wenn jemand nen Windhund will, aber bitte ohne Interesse an Wild, weil das ist so lästig. Nen Windhund ohne ordentlich Hetztrieb und ne gehörigen Portion "Killerinstinkt" ist kein Windhund mehr, in meinen Augen.
    Mit schwanenhalsigen, stark gewinkelten Showhunde, die stehen können wie ein Reiterstandbild und dahinschweben wie ein majestätisches Raumschiff, aber nem Hasen nur noch doof hinterhegucken, kann ich selber so gar nix anfangen!

    Letztendlich denk ich aber: Solange es Züchter gibt, die Hunde mit bestimmten Arbeits- bzw Wesensanlagen erhaltenswert finden und Käufer, die ihnen diese Hunde abnehmen (und später vielleicht mal selber zu Züchtern werden), so lange wird es auch diese Hunde mit rassetypischem Wesen geben, vorgeschrieben Prüfungen hin oder her. Wenn einem sowas wichtig ist, macht man das freiwillig.
    Und wenn einem sowas so wichtig ist, dann muss man halt genau so einen Hund kaufen, an Prüfungen teilnehmen, damit züchten... es gibt nix gutes, außer man tut es.

    Wenn es aber diese Leute, die genau so einen Hund haben wollen, nicht mehr gibt, dann wird's auch diese Hunde irgendwann nicht mehr geben, da nützen alle Vorschriften nix. Dann hat sich das Zuchtziel halt überholt, so schade ich das vielleicht auch finde. Die Ansprüche an viele Rassen haben sich nunmal geändert, viele ehemalige Arbeitshunde sind heute reine Gesellschaftshunde und die Zeit lässt sich nunmal nicht aufhalten und schon gar nicht zurückdrehen.

    Durch (Prüfungs)Zwang erreich man glaube ich nicht, dass die zukünftigen Käufer und Züchter den gleichen Geschmack bzw die gleichen Ansprüche an einen Hund haben werden wie ich.
    Deswegen bin ich, trotz meiner eigenen Vorlieben, eher für den kleinsten gemeinsamen Nenner: Möglichst gesunde und vom Wesen her in der heutigen Umwelt alltagstaugliche Hunde, populationsgenetisch sinnvolles Zuchtmanagement, überprfüfte, vernünftige Aufzucht.
    Was jeder darüber hinaus macht, soll mMn dem Einzelnen überlassen bleiben.

    Zitat

    Nehmen wir mal an, jemand möchte einen Hund haben und hat um sich herum lauter Leute, die glücklich sind mit ihren Vermehrerhunden. Und das ist eben sehr häufig auch wirklich der Fall. Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich genau 1 unter 20 Hunden, der aus einer VDH-Zucht kommt. Alle offensichtlich gesund, alle problemlos, rassespezifische Dinge mal ausgeschlossen. Wie sollte derjenige denn darauf kommen, nach Erbkrankheiten zu googeln??? Vielmehr fragt der doch den Besitzer des wunderhübschen und lieben Mischlings danach, wo er den denn her hat? Persönliche Erfahrungen sind den meisten Leuten nunmal wichtiger als anonyme Infos aus dem Internet. Und dann holt der sich einen Hund von derselben Stelle, woher soll der jetzt wissen dass er was falsch macht?


    Ich find auch gar nicht mal, dass die was falsch machen. Die Ansprüche sind halt unterschiedlich, das muss man auch akzeptieren. Es gibt jede Menge Leute, die mit ihren Hunden superglücklich sind und die nie im Leben für einen Hund ne höhere dreistellige oder gar ne vierstellige Summe ausgeben würden, selbst wenn man ihnen alle Vorteile aufzählt.

    Ok, es gibt auch immer ein paar, die fallen auf die Schnauze und kaufen nachher nur noch "mit Garantierschein". Aber den meisten Leuten reicht dieser relativ geringe Qualitätsanspruch der auf dem Hundemakrt herrscht halt völlig und es klappt auch einigermaßen mit den Hunden, die sie gekauft haben.

    Meine halbe Verwandschaft väterlicherseits hat Hunde, schon jahre-, teilweise jahrzehntelang. Nicht einer davon war/ist aus dem VDH, und alle waren/sind zufrieden mit ihren Hunden und sehen keinen Grund, so viel Geld auszugeben wie ich es gemacht hab. Weil wir unterschiedliche Vorstellungen und Anforderungen haben.


    Ich glaub eher, wer sich informieren will, der findet wirklich problemlos alle relavanten Informationen und wer sich nicht informieren will, der will halt nicht.

    Zitat

    Über die normalen Info-Wege, die man heutzutage als Laie einschlägt erfährt man halt nicht mehr.


    Ich weiß nicht, für mich ist der erste Inforweg heutzutage das Internet. Und da kommt man in den ersten 10 min suchen (ich zumindest) nach Begriffen wie "Hundekauf" oder "Hund Anschaffung" auf die Seite des VDH und kriegt zig Ergebnisse a la "Keine Wühltischwelpen" und "Papiere oder nicht - warum?"
    Wenn man sich im Dogforum vor der Anschaffung anmeldet, wird man von dem Thema ja eh erschlagen.

    Und bevor ich Internetzugang hatte, als Teenager, hatte ich ne Büchereikarte. Unsere Stadtbibliothek hatte einige gute Hundebücher, sowohl generelle Erziehungs- und Haltungsratgeber als auch Rassebücher/"Welcher Hund passt zu mir?", und in fast allen wurde das Thema "Papiere, keine Papiere, Mischling?" irgendwo im Kapitel "Anschaffung eines Hundes" angesprochen.

    Ok, wenn man halt nur die erste 5 Seiten bei Googel durchguckt und nur ne halbe Stunde ein oder zwei Suchbegriffe ausprobiert... oder wenn man des erste beste Buch kauft das im Laden grade vorrätig ist und nicht weiter guckt was in anderen so steht oder welche überhaupt als gut empfohlen werden... dann kann es einem wahrscheinlich auch heutzutage passieren, dass man Infos zum Thema "Warum Rassehund wenn, dann nur mit VDH-Papier" nicht findet bzw einem das nicht klar wird.

    Aber kann ich aus persönlicher Erfahrung eigentlich nicht bestätigen, das das besonders schwer ist.


    Was ich aber finde ist, das man in die ganzen "Feinheiten" einer Rasse erst langsam reinkommt und als Anfänger fast immer ein bisschen blind kauft, selbst wenn man sich für Anfängerverhältnisse gut informiert hat. Naja, aber eben dafür hat man ja den VDH mit seinem "Wenigstens Mindestanforderungen".


    Zitat

    Ich fuer meinen Teil bezweifle ganz stark, dass der AKC sooo viel besser ist, zumindest bei allen Rassen. Hunde die wegen zuchtausschliessender Fehler in der FCI nicht in die Zucht duerfen, decken lustig unter dem AKC. Ganz tolle Sache. ICH moechte keinen Hund, dessen Vater z.B. Einhoder ist.


    Wer hat denn gesagt, dass der AKC besser ist? Ich kann halt nur für meine Rassen sprechen, aber die sind da weder besser noch schlechter als hier, auch nicht kränker, obwohl halt mehr über Eigenverantwortung läuft als hier.
    Gleiches gilt bei meinen Rassen auch in den FCI-Ländern, in denen keine Körpflicht besteht. Die Hunde von seriösen Züchtern sind da im Schnitt nicht besser oder schlechter als hier. Wär ja auch schlimm, so viel internationaler Austausch wie es inzwischen gibt, sowohl durch Deckeinsätze als auch durch Import/Export.

    Aber das ist wohl irgendwie deutsch, dass man meint, ohne Auflangen und strenge Kontrolle von oben läuft alles aus dem Ruder. Vielleicht ist es ja auch wirklich so, ich weiß es nicht.


    Irgendwie kommt's mir auch so ein bisschen masochistisch vor, Regeln sind SO geil! Man kann sich darüber ja auch klasse definieren: "Guckt mal was WIR alles vorschreiben, was wir alles machen MÜSSEN! Aber wir machen das GERN!"
    Tja, andere haben das nicht nötig und wie gesagt, Deutschland ist nun wirklich nicht das einzige Land in dem gute Hunde gezüchtet werden.

    In Gesundheitsbereich störten mich diverse Untersuchungspflichten kein bisschen, das sind alles Sachen, die würde ich so oder so von nem Züchter erwarten bei dem ich kaufen und die würde ich auch selber machen - lieber eine Untersuchung zu viel als eine zu wenig.

    Aber Vereine bestehen ja leider aus Menschen und manchmal menschelt es gewaltig. Und wenn man dann an den Punkt kommt, dass die eine Fraktion der anderen Fraktion vorschreiben kann, was sie züchten darf und was nicht, indem Ankörungen verweigert oder Wurfgenehmigungen nicht erteilt werden, obwohl beide Partein gesunde Hunde mit auch sonst stimmigen Ergebnissen, aber eben ideologischen Unterschiede haben... schwierig. Und eben sowas wird durch die doch recht autoritäre Struktur in Deutschland erleichtert.

    Da kann man dann gegen klagen, kriegt vielleicht vor Gericht auch recht und der Verein muss es dann umsetzten (davon hab ich in den letzten Jahren einige Beispiele mitgekriegt), aber es geht Zeit, Geld, Nerven drauf, eventuell ist die Hündin aus dem Zuchtalter schon wieder raus bis der Prozess durch ist und nicht zuletzt hat auch schon mancher anfangs hochmotivierte Züchter nach dem zigsten Stein der ihm in den Weg gelegt wurde weil er z.B. Hunde kaufte, die der Vereinsspitze nicht in die Tüte kamen, dann entnervt die Zucht an den Nagel gehängt.

    Wenn man dagegen einfach sagen könnte: Hunde A und B haben Papiere, Nachkommen der beiden kriegen auf jeden Fall auch volle Papiere und die danach auch, und sonst ist alles optional, ABER wir empfehlen Käufern ganz stark, das Untersuchungen X, Y und Z vorgenommen wurden und die Ergebnisse so und so sind.... weiß nicht, ich glaube es könnte im menschlichen Bereich viel Druck rausgenommen werden.

    Wenn man eine etwas größere Bandbreite zulässt, heißt das ja nicht, dass man vom Ideal anrücken muss, man muss es nur vielleicht nicht jedem verpflichtend aufdrücken, denn manchmal weichen die Ideale halt ab.

    Zitat

    Wer auch zum Erhalt der Rasse züchten will und mit seiner Zucht ein bestimmtes Ziel erreichen will, tut es im VDH, weil die ganzen anderen Papiere international "wertlos" sind.


    Ja, momentan ist das so (und wird denke ich auch auf lange Zeit so bleiben), und deswegen würde ich bei meinen Rassen, wenn ich in Deutschland kaufen würde, nur einen VDH-Hund nehmen und auch später da züchten wollen.


    Aber es ist schon so, wie Nightstalcer andeutet, dass in Deutschland die Hürden wesentlich höher sind als in anderen FCI-Ländern. Da könnte man jetzt sagen, es ist ja jedem selber überlassen ob er sich dem unterwerfen will oder nicht. Aber wenn man eben vernünftig und mit Persepktive für die Zukunft züchten will, dann bleibt einem nix anderes als halt in den VDH-angeschlossenen Vereinen mitzuspielen.
    In anderen FCI-Ländern gilt das ja ebenso, auch da wird nur ein Dachverband pro Land anerkannt. Aber im Ausland ist es vielerorts leichter, die Bedigungen zu erfüllen, so dass diese Monopolstellung da nicht so ins Gewicht fällt.

    Wenn es nur um Gesundheitskram geht, könnte ich ja noch verstehen, dass strenge Vorgaben gefordert werden und würde mich dem auch gern unterwerfen bzw das eh von selber machen.

    Wenn's dann allerdings an so Kram geht wie das was Nightstalcer mit der für ihre Rasse ungeeigneten, aber trotzdem verpflichtenden Arbeitsprüfung beschreibt (und das bei ner Rasse die eh schon super selten ist und noch andere Hürden zur Zuchtzulassung zu nehmen hat und obwohl nichtmal das Ursprungsland ne Prüfung fordert... aber die Deutschen wissen's wohl besser für ihre Hand voll Würfe im Jahr)... tja, was soll man da sagen.

    Oder auch wenn's um Fälle geht wie sie mir aus dem meine Rassen betreuuenden Verein bekannt sind, wo Hunden, deren Geschwister im FCI-Ausland bereits erfolgreich in der Zucht sind, in Deutschland trotz hervorragender Ausstellungsergebnisse und Gesundheitswerte die Ankörung aus "rasseinternen" bzw rassepolitischen Gründen (das zu erklären würde jetzt zu weit führen) verweigert wird und der Züchter sich den Zuchteinsatz erst erklagen muss und Recht bekommt, aber trotzdem schon wertvolle Zeit für den Zuchteinsatz verloren hat, man hat ja mit Hündinnen nicht ewig Zeit für den Erstwurf.
    Absurderweise könnte man aber einen im Ausland stehenden Bruder der hier nur nach langen Querelen und mit Sondergenehmigung statt normaler Ankörung zugelassenen Hündin als Deckrüden nehmen und hätte keinerlei Probleme mit der Eintragung der Welpen hier, denn der Rüde erfüllt ja alle Bedigungen seines eigenen nationalen Verbandes.

    Da könnte man schon argumentieren, dass die Vorgaben des VDH bzw die der dem VDH angeschlossenen Vereine für deutsche Züchter ein Wettbewerbsnachteil sind.

    Allein schon, dass wie hier die Ankörung haben... sowas haben ja weltweit nur ganz wenige Länder. Züchter aus den USA oder dem UK kriegen regelmäßig große Augen, wenn man ihnen erzählt, dass man sich in Deutschland die Zucht mit einem Hund mit korrekten Papieren erst genehmigen lassen muss und bestimmte Formwerte usw nachweisen muss, statt einfach züchterische Eigenverantwortung walten zu lassen.


    Und mal ganz ehrlich, zumindest bei meinen Rassen würde ich absolut nicht sagen, dass im Ausland schlechtere Hunde gezüchtet werden, weder kränker noch leistungsschwächer noch hässlicher als hier.

    Insofern... joa, ich find den VDH an sich schon ok und kann auch die Idee hinter vielen Regelungen verstehen. Aber ich find tatsächlich vieles überreguliert und denke, dass man so auch den einen oder anderen erst in die Dissidenz treibt.

    Oh Mann, findet dieser Rudelstellungs-Bullshit jetzt etwa auch schon Absatz im Fernsehn? :lachtot:


    Zitat

    Dabei ist es einfach nur interessant mit welchen einfachen Mitteln so eine Person, wie Frau Nowak, zum Erfolg kommt, der sogar für einen Laien sichtbar ist und zuvor x sogenannte (und auch selbsternannte) Hundetrainer kapituliert haben.

    Wenn die Herren und Damen so überhaupt gar keinen Plan von der Materie haben, woher kommt dann der Erfolg? Warum reichen zwei Stunden aus und man hat einen komplett anderen Hund vor sich?


    Weißt du was die Stichworte in deinem Posting ist? Ich hab's für dich markiert.

    Was du und andere Laien da als Erfolg sehen ist in dem meisten Fällen alles andere als das. Und selbst in den Fällen, wo die Lösungsansätze mal langsfristig die gewünschte Reaktion beim Hund erzeugen, sind die Wege dahin recht fragwürdig. Warum wurde hier und anderswo vielfach erklärt. Zum ersten Einlesen ist dieser Artikel nicht schlecht:
    http://www.bhv-net.de/component/cont…on-beruhen.html

    Zitat


    Und wer ist der nächste, der hier auseinander gepflückt wird? Vielleicht ein Mirko Tomasini, der in seinem Leitwolftraining [...]


    Kann schon sein, kenn ich nicht - aber wenn er seinen Ansatz "Leitwolftraining" nennt, ist die Wahrscheinlichkeit tatsächlich nicht klein, dass er eine hocheffektive Heißluftproduktionsmaschie ist.

    Zitat

    Wenn ich einfach zwei nette, und augenfällig gesunde Hunde, miteinander verpaare ohne sonst irgendwas zu wissen, dann habe ich aus 2 Hunden 8 Hunde gemacht, also nichts anderes getan als Hunde zu vermehren. Vom bösen Hinterhofvermehrer unterscheidet er sich nur durch die bessere Aufzucht.


    Ohne das grundsätzlich gut heißen zu wollen, finde ich dieses kleine "nur" eigentlich ein ziemlich großes "nur".
    Meine Ansprüche an einen Welpen würde so eine "liebevollen Hobbyzucht ohne Papiere" wohl auch nicht erfüllen, wenn ich mir schon einen Rassehund kauf, dann hab ich recht spezielle Vorstellungen die dort wahrscheinlich nicht erfüllt sein werden.
    Aber es ist für mich trotzdem nochmal ein himmelweiter Unterschied, ob ich einen sorgfältig aufgezogenen, gut sozialisierten Welpen kaufe, oder einen, der in irgendeinem Kellerloch groß worde.

    Insofern finde ich, dass man die gute Aufzucht und Sozialisation keineswegs bei der Defintion von "seriöser Züchter" vernachlässigen kann, egal ob mit VDH/FCI-Papier oder ohne. Das muss schon Hand in Hand gehen.


    Zitat

    Was die "Rebellen" betrifft, die wegen schlechter Erfahrungen aus dem VDH-angehörigen Zuchtverein ausgetreten sind und etwas besseres aufziehen wollen, lehrt mich meine Erfahrung aber etwas gänzlich anderes. Alle Fälle, in denen ich die Hintergründe kenne, haben dem VDH den Rücken gekehrt, um a) dem Rausschmiß zu entgehen, b) mit Hunden doch vermehren zu können, die wegen eklatanter Abweichungen vom Standard in Gesundheit, Wesen und Formwert keine Chance auf eine Zuchtzulassung haben c) die Aufwendungen für Zucht-Untersuchungen, Arbeitsprüfungen, Kontrolle allgemein umgehen wollen, d) und dann noch die, die Unterschiede gar nicht kennen, da schon ihr Zuchthund ohne große Überlegung außerhalb VDH/FCI gekauft wurde. Anfangs mögen die Absichten noch edle sein, aber Sachzwänge wie mangelnder Zugang zu hochwertiger Genetik, keine kooperierenden Mit-Züchter, keine Datensammlungen, keine Infrastruktur zur Ausbildung, keine finanziellen Spielräume zur Entwicklung eigener Zuchtprogramme lassen meistens sehr schnell faule Kompromisse salonfähig werden.


    Ja, das kann ich nur bestätigen. Manchmal ist der Anfang noch gut, aber auf Dauer, wenn man nicht nur ein paar nette Würfe machen will, sonder das auch in die Zukunft weitergetragen werden soll und man sich eventuell international orientieren will, ist es in Deutschland bei meinen Rassen außerhalb von VDH/FCI sogut wie unmöglich was konstruktives auf die Beine zu stellen. Daher würde ich persönlich, wenn ich einen Welpen meiner Rassen aus deutscher Zucht nehme, eben auch nur einen aus VDH-Zucht kaufen.
    Selbst wenn ich da auch nicht in bedingungslose Schwärmerei verfalle, passt da immer noch am meisten (mal ganz abgesehen davon, dass es für meine Rassen keinen Dissidenzverein gibt, werder gut noch schlecht, und somit eh nur papierlose Würfe überbleiben würden).


    Allerdings sind z.B. die bei weitem zahlenmäßig stärksten Greyhoundzuchtbücher, die den Löwenanteil der weltweiten Greyhoundpopulation verwalten, immernoch die der Länder, in denen gewerblicher Rennsport betrieben wird. Diese Vereine sind alles keine FCI-Mitglieder.
    Diese Zuchtbücher werden (ähnlich wie die des KC und AKC) allerdings von der FCI anerkannt.

    Und bei meiner anderen Rasse (Salukis) ist es so, dass da immer wieder Hund komplett ohne Papier aus den nicht zuchtbuchführenden Ursprungsländern des Nahen Ostens eingetragen werden und auch in die FCI-Zucht gehen.
    Insofern sehe ich das realtiv entspannt, auch ein Hund mit etwas irregulärem oder sogar ganz ohne Papier kann gut sein, ich würde mir das, wie einige hier auch schon sagten, immer von Rasse zu Rasse angucken.


    Zitat

    Wie gesagt als wir uns für die Rasse Bolonka entschieden haben, stand der VDH garnicht zur Debatte,
    weil die Rasse eben zu dem Zeitpunkt nicht VDH anerkannt war.
    Aber auch jetzt noch würde ich nicht im VDH nach einem Bolonka suchen, einfach weil der VDH nur die Bolonka anerkennt die auch im VDH gezüchtet wurden.
    Entsprechend klein ist natürlich der Zuchthundebestand. Und wer garantiert mir bei einem kleinen Bestand das es nicht zu Inzuchtverpaarungen kommt?


    Ja, das eine Rasse (noch) nicht VDH anerkannt ist, ist natürlich ein guter Grund einen Hund ohne VDH-Papier zu kaufen. Ist z.B. beim Silken Windsprite/Longhaired Whippet auch so. Da gibt es dann in den USA einen Mutterverband der schon einige Jahrzehnte besteht und hierzulande ebenfalls Vereine, die durchaus auf VDH-Niveau züchten, bisschen so ähnlich wie es bis vor relativ kurzer Zeit noch mit den Aussies war.

    Aber ist es wirklich so, dass der VDH bei einer so neuen Rasse wie dem Bolonka Zwetna keinerlei Hunde mehr von außerhalb über's Register einträgt? Diese Möglichkeit besteht zumindest auf dem Papier und bei anderen Rassen wird sie auch genutzt.

    Zitat

    Und war der Hund im Gehege oder ist er wieder im anderen Gehege gewesen ?


    Zumindest am nächsten Tag war die Hündin wohl im Nachbargehege. Wo beide Hunde zur "Tatzeit" waren weiß keiner, logischerweise müssen sie ja irgendwo und irgendwie zusammengekommen sein - über die Umstände kann man nur spekulieren und das sollte hier ja besser unterlassen werden.

    Zitat

    Aber ganz ehrlich - wie soll denn der durchschnittliche Schafhalter seine Tiere in Deutschland sichern?


    Ich weiß es auch nicht, aber letztlich ist das das Problem der Schafhalter. Es gibt einige wenige große Betriebe die auch wirklich davon leben. Diese sollen gerne entschädigt werden (ebenso wie Mutterkuhbetriebe in denen Kälber gerissen werden).
    Ich denke bei größeren Tierzahlen sind Sicherungsmaßnahmen wie bestimmte Zäune und eventuell Herdenschutzhunde eher machbar und sinnvoll als bei 20 Privatschäfchen. Auch von Seiten des Tierhalters dürfte da die Kompetenz eher vorhanden sein.

    Insgesamt hat aber Schafhaltung in Deutschland so gut wie keine wirtschaftliche Bedeutung und die überwältigende Mehrheit aller Schafhalter sind reine Hobbyhalter.
    Ich kann schon verstehen, dass es für die richtig blöd ist wenn der Wolf an ihre Tiere geht. Aber als Hobbyhalter von Geflügel oder Kaninchen muss man seine Tiere auch auf eigene Kosten und eigenes Risiko gegen Wildtiere sichern, da zeigt man mir auch den Vogel wenn ich ne staatliche Beihilfe haben will um meine Taubenvoliere vor Habichten zu sichern oder mein im Auslauf vom Fuchs geholtes Kaninchen ersetzt haben möchte. Letztlich ist das mit den meisten Schafhaltern nicht anders, man ist es nur nicht gewöhnt das man Schafe sichern muss.


    Zitat


    Mal abseiten vom Journalismus, aber die zuletzt im Artikel wiedergegebene Meinung des Tierarztes ist ja mal wirklich krass. Er hat überhaupt die Mär vom Wolf in die Welt gesetzt und damit sehr kostenintensive Untersuchungen in Gang gesetzt (wer bezahlt eigentlich die DNA-Analysen und die Obduktion ?) und dann unterstellt er renommierten Institutionen, dass sie Gefälligkeitsgutachten abgeben :???: . Ich würde mir wünschen, dass das Leibniz Institut und das Senckenberg Institut juristisch dagegen vorgehen.


    Allerdings!

    ________________________________________________________________

    Ich weiß nicht, warum viele so überrascht sind, dass bei einem Kampf zwischen zwei Hunden einer nur nen Schmiss am Ohr davonträgt und der andere tödliche Verletzungen. Das passiert so im Alltag in Deutschland durchaus, hab schon einige solcher Fälle gesehen.
    Ok, oft ist auch ein gewisser Größenunterschied im Spiel - der 25 kg Salukirüde von Freunden von mir würde z.B. von einem Schäferhund (was wiegen die Rüden? 35-40kg?) innerhalb von Sekunden fast ins Jenseits befördert, ohne dass der Schäfer auch nur einen Kratzer gehabt hätte. Das ging Laut den Besitzern wahnsinnig schnell, ihr Hund hatte schon riesige Wunden im Nacken/Hals/Schulterbereich bevor sie ODER ihr Hund überhaupt reagieren konnten.
    Ein Ridgeback/Cane Corso-Mix ist wahrscheinlich kein ganz so zartes Püppchen, dürfte auch größer und schwerer sein als ein Malinois. Grade wenn ein Hund es ernst meint und gleich richtig draufgeht, der andere aber überrumpelt wird (und auch noch etwas älter ist), kann ich mir das sehr gut vorstellen.

    Wie sowas passieren kann ohne das jemand was merkt und ohne das irgendwie der Verdacht auf den "Täterhund" fällt, ist natürlich ein Rätsel. Da wäre ich gern Fliege an der Wand gewesen... oder auch nicht. :verzweifelt:

    Aber wie es auch war, man wird's wohl nicht mehr rausfinden und immerhin ist es gut, dass der Wolf aus dem Spiel ist.

    Zitat


    Dann reden wir wohl deshalb aneinander vorbei. M. E. soll auf der Website ein Designer Dog mit dem Argument des gesuenderen Genpools beworben werden.
    Ich bezog mich in meinem ersten Beitrag ausschließlich hierauf.


    Ja, sieht so aus. :lol: Ich hatte mich eher am Threadtitel orientiert, Stichwort "Einkreuzung" (was ja dann Rückkreuzung auf die Ursprungsrassen und Weiterzucht mit den Ergebnissen beinhaltet, ne einmalige F1 Kreuzung ist ja keine Einkreuzung, weil man nirgendwo reinkreuzt) und die Swissydogs nur als Beispiel zur Diskussionseinleitung verstanden. :smile: