Unserer Nachbar hätte das auch gesagt, dass man seinen Hund halt einschätzen können muss und er sich sicher ist, das das gut geht. Und das ist kein verantwortungsloser, leichtfertiger Mensch, sondern eigentlich ein ganz solider Typ.
Bis sein sonst durchaus gut erzogener, bis dahin 100% berechenbarer Hund eben das eine Mal aus unerfindlichen Gründen auf die Straße ging (ohne Panik, ohne Jagdtrieb, letztlich weiß man nicht warum), beinahe zum Pfannkuchen geworden wäre und dabei noch ne unbeteiligte Person (Autofahrer) in Gefahr gebracht hat.
Das er sich das zu Herzen genommen hat rechne ich ihm hoch an.
Die anderen beiden Storys in der Richtung die ich kenne waren jeweils wegen Erschrecken, einmal mit (zufällig) glücklichem Ausgang und einmal mit zwei toten Hunden. Auch da hätten die Besitzer das jeweils nicht gedacht und fanden, ihre Hunde seinen nervenstark.
In dem ersten Fall hatte sie exakt die Situation, die dieses ein Mal zur Schreckreaktion führte (fremder Hund kommt plötzlich aus Hofeinfahr geschossen) schon vorher gehabt ohne das der Hund sich erschrockt hätte.
Man kann natürlich immer leicht sagen, dass die, die sich irren und wo dann Unfälle passieren, alle bloß keine Ahnung hätten, aber man selber könne den eigenen Hund trotzdem richtig einschätzen. Glaub ich persönlich nicht, die Leute die mir bekannt sind/waren, sind jedenfalls keine planlosen Träumer gewesen.
Ich finde das hat rein gar nix mit in Watte packen und übertriebenem Sicherheitsbedürfnis nix zu tun. Meinetwegen können die Leute ihre Hunde mit gekochten Geflügelknochen füttern, sie bei 2,50 m Hochwasser am Wehr schwimmen schicken oder auf ihrem eigenen Hof mit dem Traktor im Kreis fahren während ihr Hund um die Reifen Slalom läuft... das betrifft alles keine Dritten.
Ich gehe auch bestimmte Risiken ein die keiner gut finden muss, aber das betrifft dann wirklich nur mich + Hund.
Wenn ich mich aber im Straßenverkehr bewege, dann muss ich halt nicht nur die Konsequenzen für mich und für meinen Hund denken, sonder auch für die Leute, die da sonst noch so unterwegs sind.
Ok, wir sind ja hoffentlich alle versichert, aber mal ehrlich, wie viel Trost ist das, wenn jemand wegen meinem Hund mit Tempo 50 in den Gegenverkehr verreißt?
Also, was ich sagen wollte: Würde das Risiko wirklich nur den Halter (und den Hund) betreffe, wäre es mir herzlich egal wer wo freilaufen lässt. Ich bin aber auch noch Autofahrer und da ist es mir nicht mehr egal.