Beiträge von Marula

    Das Problem beim "Aber ICH kann meinen Hund einschätzen!!!" ist schlicht und einfach, dass das 3003467 andere Leute auch schon gedacht haben und sich doch geirrt haben. Einmal ist immer das erste Mal, man weiß es nicht bevor es nicht passiert ist und unter Umständen reicht einmal auch und schon ist die Kacke am dampfen.

    Aber ist schon klar: Alle denen das jemals passiert ist konnten ihren Hund nicht gut genug einschätzen (STIMMT, konnten sie wirklich nicht, eben weil sie gedacht haben, er würde das niemals machen bzw sie könnten dann schnell genug reagieren), ICH jedoch kann das, weil ich eine spezielle Schneeflocke bin.
    Bei mir ist alles ganz anders und mein Hund ist der einzige Hund der Welt, der immer berechenbar reagiert.


    Zitat


    Gewiss ist das der Grund :roll:
    Liebe Mitmenschen hat bei euch wirklich alles im Leben einen driftigen Grund? Viele Dinge machen wir doch, schlichtweg weil wir die Möglichkeit dazu haben.
    Muss man mit dem Auto einkaufen gehen? Nö man macht es halt weil man es kann. Muss man sich das teuerste Smartphone kaufen? Nö, aber man macht es halt.
    Andere Menschen deswegen gleich abzustempeln empfinde ich als ziemlich oberflächlich. Ich könnte genauso sagen, ihr seit ängstlich oder gar unfähig in Sachen Hundeerziehung, dass es bei euch nicht funktioniert, mache ich aber nicht, weil es anmaßend ist und ich nicht eure Fähigkeit in Frage stelle nur aufgrund einer anderen Ansicht.
    Schade dass hier keine interessante Diskussion entsteht und dauerhaft die Gegenseite also verantwortungslos dargestellt wird, anstatt dass man seinen Horizont etwas erweitert und neue Argumente einbringt, bzw sich zügelt wenn man so oder so auf seiner Meinung beharrt und keine Lust auf eine Diskussion hat, es zwingt hier niemand jemanden sich zu einem Thema zu äußern.

    Ich war auf deinen letzten Beitrag direkt eingegangen, empfandest du das nicht als vernünftige Diskussion?

    Zitat


    Ganz einfach, weil sie es nicht können.
    Es gibt eben genug Gegenbeispiele, das Hunde die Gefahr nicht einschätzen können, sonst würde ja nicht so viel passieren, auch mit Hunden die schon lange "verkehrssicher" waren, wo es jahrelang gut ging und wo der Besitzer Stein und Bein geschworen hätte, das SEIN Hund doch NIE...

    Sie können vielleicht lernen, an jedem Bordstein anzuhalten oder erst über die Ampel zu laufen wenn die Autos stehen, aber das machen sie ja nicht, weil sie verstehen "Auto = Gefahr", sondern weil es bewusst oder unbewusst so konditioniert wurde.

    Manche Hunde lernen es nachdem sie einmal schlechte Erfahrungen mit Autos gemacht haben, z.B. einmal angefahren worden sind, aber andere auch nicht. Gibt genug Hunde, die schonmal vorm Auto lagen oder wo es haarscharf + Vollbremsung und Hupe war, und die dann trotzdem wieder auf der Straße rumhampeln.

    Es spricht ja keiner nem Hund ab, Beobachtungsgabe oder Lernfähigkeit zu haben, ich glaub dir durchaus, dass dein Hund den Verkehr beobachtet (oder vielleicht auch wahrnimmt, dass du dich mehr konzentrierst und deswegen ebenfalls aufmerksamer ist).
    Aber die mentale Kapazität das er das Risiko einschätzen kann oder die Selbstbeherrschung und Selbstreflexion, die einen bei Menschen (auch bei einem Kind ab einem bestimmten Alter) relativ sicher gehen lässt, dass sie nicht doch ausnahmsweise mal irgendeinem Reiz nachgehen, weil sie die Folgen verstehen, die hat ein Hund trotzdem nicht.

    Es geht auch nicht drum, dass es bei denen die das hier kritisieren nicht funktioniert und dass die, die es nicht können, hier diejenigen verurteilen, die es können.

    Die Beispiele die ich genannt hab waren alles von Hunden, die ich als sehr gut erzogen und nervenstark eingeschätzt hab, wo die Besitzer jeweils meinten, sie könnten ihren Hund sehr gut einschätzen und wo sowas vorher noch nicht passiert war.
    Nicht von irgendwelchen Tagträumern deren Hund offensichtlich eh nicht hört und der eh ständig auf der Straße rumgondelt, sondern eben von diesen Hunde, die an jedem Bordstein anhalten, immer direkt beim Menschen sind, keinen nennenswerten Jagdtrieb haben, nicht einfach zu Artgenossen hinlaufen, nicht wegen ner Fehlzündung in Panik losrennen...

    Was genau lässt dich (oder jeden anderen der sich angesprochen fühlt) denn glauben, dass dir das nicht ebenso passieren könnte, wenn es anderen fähigen Leuten mit gut erzogenen Hunden passiert?

    Denkst du wirklich, die anderen, denen das trotz guter Erziehung und zig Jahre ohne Zwischenfälle passiert ist, sind alle dümmer als du oder haben weniger Hundeverstand?

    Boah, ich raste aus, hatte grade einen Beitrag fertiggeschrieben und dann fährt mein PC auf einmal aus unerfindlichen Gründen runter bevor ich irgendwas speichern konnte! :motz:

    Zitat


    Habe ich das richtig verstanden, dass insgesamt der Podenco als wesentlich triebiger eingeschätzt wird als die Galgomixe?


    Grundsätzlich ja. Natürlich kann aber von hier keiner einschätzten, ob dein vorheriger Podencomix rassetypisch starken Jagdtrieb hatte oder doch eher eine Schlaftablette war. Und auch bei Galgos gibt es richtige Jagdsäue. Bei nem Mix musst du zusätzlich den Mixanteil mit einplanen, der kann es besser, aber auch wesentlich schlimmer machen.

    Zitat

    Außerdem tendiere ich trotz Zeit, die ich in den Sommerferien (und unter der Woche) habe, eher zum Junghund. Tatsächlich aus pragmatischen Gründen: Man sieht, wo charakterlich die Reise hinführt (für mich ein sehr wichtiger Punkt!) und das Thema Stubenreinheit ist schneller geklärt.


    Stimmt, ein Junghund hat sicher einge Vorteile gegenüber einem Welpen. Worüber man sich da natülich im klaren sein muss, ist, dass der Jagdtrieb bei nem Junghund oft noch nicht voll entwickelt ist. Ein am Menschen orientierter, abrufbarer Junghund kann sich mit 1 - 1,5 Jahren nochmal ganz schön verändern und uU sehr viel selbstständiger werden.
    Aber wenn die Wahl zwischen Welpe und Junghund ist, ist das ja egal, beim Welpen hätte man das gleiche Problem. Das wäre nur relevant, wenn auch ein ausgewachsener Hund in Betracht käme.

    Zitat

    Schwierig stelle ich mir allerdings vor, einen jungen Spanier ohne Traumaerfahrungen zu bekommen.
    [...]
    Sollte mir der Hund dann gefallen, wäre es denkbar, dass der Hund noch einmal vor der Adoption tierärztlich gecheckt wird (inkl. Test auf Mittelmeerkrankheiten)? Das würde ich natürlich zahlen. Oder ist man dann gleich untendurch, weil man diese Sachen vorab abklären lassen will?


    Wenn du auf jeden Fall einen Spanier willst ist das voll ok, aber wenn du auch anderen Herkünften gegenüber aufgeschlossen bist ("Windhundmix" ist ja relativ unspezifisch und wie gesagt, auch aus Spanien kriegt man da sehr verschiedene Hunde), dann hast du uU das Problem mit den MMKs nicht, jenachdem woher der Hund kommt.
    Von den Orgas die ich weiter vor verlinkt hatte, arbeitet nur die Galgohilfe schwerpunktmäßig mit Spaniern.
    Die ersten drei haben haupsächlich Hunde aus Deutschland und den direkt benachbarten Ländern (davon viele Besitzerabgaben, was den Vorteil hat, das man die Vorgeschichte kennt, was sicher ein Vorteil ist wenn man einen möglichst "unversehrten" Hund will), aber auch mal aus Polen oder Rumänien oder Irland oder Spanien. Und die Tieroase Birkenschold hat überwiegend irische Greyhounds, aber auch mal Galgos und Galgo- oder Greymixe sowie Windhunde aus Osteuropa.

    Das mit dem nochmal durchchecken ist so eine Sache. Da kommt es sicher sehr stark drauf an, wie man das rüberbringt und letztlich auch an wen man gerät. Bei manchen hättest du da schon verloren weil omg, wahre Werte sind innen, wie kann man nur so oberflächlich sein, was wenn der Hund wirklich mal krankwird, will sie ihn dann etwas auch nicht mehr... :roll:
    Für andere wäre das ok, grade wenn du es gut begründest (schonmal Erfahrungen mit Ehrlichia gemacht, würdest gern ein bisschen mit dem Hund sportel...).

    Zitat


    Angenommen, ich würde mich für einen Hund interessieren. Kann ich ihn dann anschauen und z.B. auf einen Spaziergang mitnehmen und testen, ob wir zusammenpassen?


    Ja, da lässt dir jede seriöse Orga genug Zeit. Wenn sie nach dem ersten Besuch drängel a la "Entscheiden sie sich, wir haben auch noch andere Interessen!" dann würde ich den Rückzug antreten.
    Allerdings sollte man ne Orga bzw Pflegestelle auch nicht endlos hinhalten, als die Kennenlernphase sollte eher Wochen als Monate dauern.

    Zitat


    Ich möchte euch aber noch eine Beobachtung von mir darstellen im Bezug auf Straße und stark befahrene Straße, Bundesstraße oder oder.
    Bei meinem Hund ist es so, dass er je stärker die Straße befahren ist desto näher und aufmerksamer ist er bei mir. Je weniger Verkehr, desto mehr lässt er die Nase schweifen. Das kann ein und die selbe Straße zu unterschiedlich stark befahrenen Zeiten sein, mehr Verkehr, aufmerksamer, weniger Verkehr, unaufmerksamer.
    Interpretieren oder bewerten will ich das nicht, es ist lediglich eine Beobachtung meinerseits.

    Warum soll der Hund die Gefahr Auto nicht einschätzen können?


    Ganz einfach, weil sie es nicht können.
    Es gibt eben genug Gegenbeispiele, das Hunde die Gefahr nicht einschätzen können, sonst würde ja nicht so viel passieren, auch mit Hunden die schon lange "verkehrssicher" waren, wo es jahrelang gut ging und wo der Besitzer Stein und Bein geschworen hätte, das SEIN Hund doch NIE...

    Sie können vielleicht lernen, an jedem Bordstein anzuhalten oder erst über die Ampel zu laufen wenn die Autos stehen, aber das machen sie ja nicht, weil sie verstehen "Auto = Gefahr", sondern weil es bewusst oder unbewusst so konditioniert wurde.

    Manche Hunde lernen es nachdem sie einmal schlechte Erfahrungen mit Autos gemacht haben, z.B. einmal angefahren worden sind, aber andere auch nicht. Gibt genug Hunde, die schonmal vorm Auto lagen oder wo es haarscharf + Vollbremsung und Hupe war, und die dann trotzdem wieder auf der Straße rumhampeln.

    Es spricht ja keiner nem Hund ab, Beobachtungsgabe oder Lernfähigkeit zu haben, ich glaub dir durchaus, dass dein Hund den Verkehr beobachtet (oder vielleicht auch wahrnimmt, dass du dich mehr konzentrierst und deswegen ebenfalls aufmerksamer ist).
    Aber die mentale Kapazität das er das Risiko einschätzen kann oder die Selbstbeherrschung und Selbstreflexion, die einen bei Menschen (auch bei einem Kind ab einem bestimmten Alter) relativ sicher gehen lässt, dass sie nicht doch ausnahmsweise mal irgendeinem Reiz nachgehen, weil sie die Folgen verstehen, die hat ein Hund trotzdem nicht.


    Zitat

    Warum gibt es in diesem Forum eigentlich keinen Danke-Button?


    Gab es mal! Ich vermisse ihn auch manchmal. :smile:

    Zitat

    Manchmal verirrt sich auch so ein Showborder in die Hüteszene. Ich muss schon immer schmunzeln, weil die mit ihrem Stuppelbeinen im Hoppelgalopp auf einem großen Trialfeld schon wegen ihrer kuriosen Gangart auffallen (was die Showleute sich so unter effektivem Laufen vorstellen :lol: )...


    Ohja, diese Diskussionen finde ich auch immer wieder zum schreien.

    Es ist definitiv so, das die Züchter, die hauptsächlich auf Leistung Wert legen, einfach auch nach Leistung selektieren und eben nicht nach Gebäude. Jeder einzelne davon sagt, dass es für jede Regel was angeblich gar nicht geht, nicht funktional ist, den Hund bei der Ausübung seines Jobs behindert, ihn auf lange Sicht angeblich krank machen wird... die Hunde gibt, die genau so ein Gebäude haben und damit über Jahre erfolgreich laufen und dann auch noch die Frechhheit haben gesunde alt zu werden... während viele Hunde aus Schönheitszuchten mit ihrem in der Theorie ach so korrektem, funktionalem Gebäude, "ausbalanciertem sidegait" und "perfekt im Kommen und Gehen" mit 10 nen weichen Senkrücken haben und laufen wie ein ausgeleiertes Schaukelpferd.

    Da kommt dann immer das Argument, die guten Hunden würden ja nicht wegen, sondern trotz ihrem Körperbau so laufen. Mag sein. Vielleicht wären sie ja noch besser wenn sie Ausstellungs-perfekt gebaut wären. ;)
    Fakt ist trotzdem, das man bei Arbeitshunden wo eben die Arbeit der Standard ist und nicht das Papier, eigentlich fast immer ne breite Varianz beim Körperbau hat, das es immer ne Spanne von Merkmalen gibt in der man erfolgreiche Hunde haben kann.

    Zitat


    Das halte ich populationsgenetisch gesehen für einen Irrweg.


    Finde ich grundsätzlich auch nicht gut. Aber selbst wenn man dann ne Leistungslinie außerhalb von VDH/FCI züchtet, können diese Hunde ja durchaus trotzdem vom VDH anerkannt werden. Ist bei den Greyhounds ja auch ähnlich, nur ein winziger Teil der weltweiten Population hat FCI, AKC, KC oder sonstige "Showpapiere", die meisten stehen in den Züchtbüchern der nationalen Rennverbände von Irland, England, USA und Australien. Für die kann man aber jederzeit FCI-Papiere bekommen unter voller Anerkennung des Pedigrees, so dass die Populationen nicht getrennt sind, bzw nicht sein müssten.

    De facto geht der Austausch allerdings nur in eine Richtung, von nicht-FCI zur FCI, weil die reinen Leistungszüchter einfach nix brauchen was die FCI derzeit hat.


    Zitat

    Grundsätzlich hätten die Arbeitsborder Züchter schon von Anfang an auch im VDH bzw. CfBrH steuern können, wie die Zucht des Border Collie im VDH verlaufen soll. Denn ich bezweifle mal, dass es zuerst so viele Show Züchter in D gab. Aber offensichtlich lag den Züchtern nicht genug an ihrer Rasse, um sich aktiv zu engagieren BEVOR die Show Züchter auf den Plan kamen.


    Naja, ich weiß von meinen Rassen, dass das in der Theorie möglich, in der Praxis oft recht schwierig ist, einfach wegen zwischenmenschlichem und Vereinsmeierei.

    Selbst wenn ein paar sehr engagierte Leute sind, wenn die Mehrheit ne andere Meinung hat wird's schwierig und solche Mehrheiten entstehen mit der Zeit manchmal unabhängig davon, ob "Leistungszüchter" sich engagieren oder nicht, z.B. weil ne Rasse grade ne enorme Modewelle mitmacht.
    Ist ja auch irgendwo Demokratie das die Mehrheit dann entscheidet wohin die Reise geht und ich wüsste nicht, was die anderen Leuten falsch machen, wenn sie ihre Koffer packen und halt auf eingene Faust ihr Glück versuchen.

    Zitat


    DasGleiche wird über kurz oder lang mit den Altdeutschen Hütehunden passieren. Anstatt sich aktiv um eine Anerkennung durch die FCI zu bemühen und dabei die Zuchtbedingungen festzuschreiben wie Arbeitsprüfung, Formwertbeurteilung anstelle Ausstellungsergebnisse usw. Und damit den Show Züchtern wenig Spielraum vzu lassen, wird erst mal rumgejammert und sich verweigert.

    Wenn dann mal die jetzt auch so langsam schon auftretenden Familienhundzüchter bsp. Beim Harzer Fuchs oder Schafpudel eine gewisse Zahl erreicht haben und sich um eine FCI Anerkennung bemühen, ist der Zug abgefahren und das Gejammer noch grösser.

    Dann kommt wieder ein "seht ihr, wir haben es doch gleich gewusst". Dass aber die eigene Faulheit und Bequemlichkeit das erst ermöglicht hat, das will man nicht sehen.


    Joa, aber die müssen ja auch nicht in den VDH? Die Leute, die wirklich einen arbeitenden Hund brauchen, denen dürfte das egal sein, so wie es immer egal war, und die werden auch weiterhin wissen wo sie ihn herkriegen, Verein hin oder her. Und der Rest kann doch machen was er will, sollen sie doch Miss Kuhhund spielen wenn's Spaß macht?


    Zitat

    Das Problem haben andere Rassen auch, die offen mit Rassedispositionen umgehen und über Monitoring und Veröffentlichung von Statistiken die so oft beschworene "Verantwortung" wahrnehmen wollen. Will "man", der sich auch-so-aufgeklärt fühlende "Hundekenner", gar nicht so genau wissen, weil das Vorurteils-Weltbild angekratzt würde.


    Ja. Oder im kleinen: Einzelne Züchter bei Rassen, wo bestimmte Sachen (noch) nicht allgemein untersuchungspflichtig sind.

    Da wird dann oft der Zeigefinger ausgepackt "OMG, guck mal, Frau Meier hat zwei Hunde mit DCM gezüchtet, die hat ne kranke Linie!" Das Frau Meier eine der wenigen ist die untersucht, auch ihre Welpenkäufer zur Nachzuchtuntersuchung schickt UND dann so "blöd" ist ihre Ergebnisse auch dann zu veröffentlichen wenn sie nicht so toll sind, statt sie schnell in ner Schublade verschwinden zu lassen und den Hund auf nen "Sofaplatz" zu geben, das nehmen vielen scheinbar nicht wahr...

    Zitat

    aber diese Greys sind doch überwiegend für die Rennbahn gezogen oder?

    Ich mein, dass ist ja wie bei Rennpferden... kann man ja nicht annährend mit unserer Hundehaltung und Zucht vergleichen, da geht es bestimmt teilweise um ganz schöne Summen?


    Nee, das stimmt, das hat nichtmal annähernd was mit unserer heilen kleinen Hundezüchterwelt zu tun. Wollte nur mal aufzeigen, was mit heutiger Technik möglich ist.

    Zitat


    Ich finde ja die künstliche Besamung und Frostsperma bietet einiges an Möglichkeiten, aber das?
    Ich mein die Gesundheitsauswertungen vor 30 Jahren waren ja, sagen wir mal, einfacher und schlichter als heute. Sowas kann ich dann schwer nachvollziehen, weil genetisches Lottospiel, aber das ist vielleicht dann das Besondere, welcher Hundehalter kann das schon behaupten... :roll:

    Ein Risiko hat man immer. Für ein paar Sachen gibts schöne Gentest wo man dann fein raus ist mit glasklaren Ergebnissen in puncto frei/Träger/betroffen.
    Aber für die meisten Krankheiten, grade für die wirklich großen Killer bzw die Sachen, die einen beträchtlichen verlust an Lebensqualität bewirken, hat man bestenfalls ne Ahung oder gute Ideen, aber noch lange nix defintives zur Vererbung. Diverse rassetypische Tumoren, Epilepsie, degenrative Gelenkserkrankungen, Autoimmunkrankheiten, diverse Herzkrankheiten z.B. Da ist es auch heute für die Züchter noch ein ziemliches tasten im Dunkeln.

    Wenn man da seine Hausaufgaben macht und z.B. die Linien studiert, die von dem "alten" Rüden abstammen, dann ist das Risiko mMn vertretbar, besonders, wenn es dafür andere Vorteile für die Rasse hat, z.B. Erhalt einer sonst (sogut wie) ausgestorbenen Linie.

    Gibt natürlich auch doofe Gründe...
    Z.B. bei einer Rasse mit eh schon winziger Population gibts zwei Rüden (Brüder), die heute in sogut wie allen Pedigrees stehen, weil sie Ende der 80er, Anfang der 90er so einige Würfe gezeugt haben. Popular sire at its finest...
    Von einem dieser Rüden lagerte noch TG-Sperma und da machte doch tatsächlich jemand letztes Jahr nen Wurf mit.... obwohl eh schon alle Pedigrees damit durchtränkt sind. :roll:

    Ich mein, die Rüden selber waren gesund und bisher sind es auch ihre Nachkommen in mittlerweile dritter und vierter Generation, und der neue Wurf wird wahrscheinlich genauso hübsch werdern wie das was der Vater sonst so gezeugt hatte und werden auf Ausstellungen gewinnen. Ziel erreicht! :mute:
    Aber ist natürlich ein Lehrbuchbespiel für genetische Verarmung.

    Soweit ich weiß sind pro Rasse durchaus mehrere betreuuende Vereine im VDH zulässig. Allerdings werden wogl keine neuen "Sammelvereine" mehr aufgenommen, die mehrere Rassen betreuuen wie heute der Club für Terrier oder der Deutsche Windhundzucht- und Rennverein.

    Wenn man die entsprechenden Auflagen erfüllt, muss der VDH einen Rasseverein eigentlich annehmen, von wegen Monopolstellung und so. Aber die Bedigungen muss man halt auch erstmal erfüllen (wollen...), vielleicht hatten die Border Collie Leute da keinen Bock drauf?

    http://www.vdh.de/tl_files/media/pdf/dl/Aufnahme-Ordnung.pdf


    Zitat


    Nenn mir doch mal bitte einen! Und dann auch bitte den Beweis, dass der Rüde dazu gezwungen wird.
    Und bitte nichts á la "das liest man doch überall".
    Ich hätte bitte gerne einen konkreten Link zu einem Rüden! Muss ja schließlich ein sehr bekannter sein, wenn er 800-1000 Würfe in seinem Leben zu Stande bringt!


    Der Vater meines Rüden hat momentan um die 7500 direkte Nachkommen. Er wurde 10 Jahre alt und dürfte davon so um die 6 intensiver in der Zucht gestanden haben, nach seiner Sportkarriere.
    Larkhill Jo (Login nötig):
    http://www.greyhound-data.com/d?z=_drG_m&d=L…ear=&birthland=

    Er ist schon einer der häufig eingesetzten Rüden, aber es gibt auch welche mit über 10.000 direkten Nachkommen. Top Honcho (Login nötig):
    http://www.greyhound-data.com/d?i=237082

    Künstliche Besamung macht's möglich.
    Aber... jetzt kommt's... kein VDH, nichtmal FCI :lol:


    Mir fällt jetzt keine einzige FCI-Rasse, ehrlich gesagt nichtmal irgendne andere Hunderasse ein, bei der man auch nur annähernd an diese Dimensionen rankommt.
    Bei den ganzen Windhundrassen im VDH ist es zum Beispiel viel, wenn ein Rüde 10 mal im Leben deckt und richtig, richtig, richtig viel wenn er zwei Dutzend Würfe zeugt (beides ist eigentlich ZU viel). Ganz viele Rüden gehen nur ein einziges Mal in die Zucht.

    Zitat


    Echt? Von so einem Fall habe ich noch nie gehört, obwohl ich in der Stadt wohne und hier viele Hunde ohne Leine laufen.
    Vielleicht ticken Stadthunde einfach anders, ebenso wie Stadthundebesitzer.


    Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und wohne auch jetzt wieder ländlich, war aber zwischendurch zum Studieren in der Stadt und hab da wirklich richtig innenstädisch gewohnt.

    Mein Eindruck ist tatsächlich so, dass Stadthunde im Schnitt besser erzogen und sozialisiert sind, geht einfach nicht anders bei dieser Dichte an Menschen und Hunden und Umweltreizen. Meinen hat da auch ganz gut getan. :D

    Meinen Anteil an doofen Situationen mit freilaufenden Hunden hab ich aber auch da gesehen.
    Und die Sache mit dem Hund, der sich vor einem anderen Hund erschrocken hat und zwischen parkenden Autos auf die Straße gesprungen ist? War auch in der Stadt, der Hund gehörte einer Kommilitonin von mir und war wie gesagt ansonsten eine coole Socke und gut erzogen, eben so ein "Aber MEINER würde sowas NIE tun, ich kann ihn doch genau einschätzen!"-Kandidat.
    Sie hat ihn übrigens danach trotzdem weiter ohne Leine laufen lassen, weil sie meinte, das war ein einmaliger Aussetzter. KA was drauß geworden ist, hab inzwischen keinen Kontakt mehr.

    Zitat

    Das Ganze hört sich so an, als wäre es der Haltung vom Podenco sehr ähnlich.
    Mein Podi ist gern gejoggt. Es geht hier auch wirklich um Strecken zwischen 8-12km im moderaten Tempo. Was auch beim Podi nicht ging, war ableinen und quatschen. Ich konnte ihn aber ableinen und die Gegend im Auge behalten.
    Er war generell gut abrufbar, sei denn, er hatte den Hasen schon aufgeschreckt. Das wäre für mich also keine Umgewöhnung.


    Die meisten Halter die ich kenne, grade die die "Vollblutwindhunde" und Mediterrane haben/hatten, schätzen die Mediterranen ja eher schwieriger ein was Freilauf und Jagdverhalten angeht, weil sie ja wesentlich stärker auch die Nase ein setzen, aktiv stöbern und so weiter.

    Dennoch, ich hatte dir ja den Link geschickt, liest dich einfach mal durchs GE-Forum und erkundige dich da. Meine eigenen Hunde sind halt relativ gut erzogen und können viel freilaufen (aus der Jagd abrufbar wären sie aber auch nicht und zumindest die Salukihündin auch von noch stehendem, aber schon sichtbaren Wild idR nicht). Insofern gehöre ich schon zu der Schule die sagt, dass man auch mit so einem Hund viel erreichen kann.
    ABER es gibt halt auch Leute, die das viel dramatischer sehen als ich und vielleicht hab ich mit meinen dreien bisher auch Glück gehabt. Hol dir da schon noch einige andere Meinungen ein.

    Zitat


    Dass der Hund zu Haus ruhig ist, ist mir wichtig. Ein hyperaktiver Hund daheim, oder ein Kläffer würde mir nicht gefallen. An meinem Podenco habe ich die sensible Art sehr geschätzt. Er war nie rüpelhaft oder grob.

    Ich kann auch keine "groben Klötze" oder Hund mit langer Leitung ab, sensibel sollen sie auf jeden Fall sein, aber eben im Alltag nicht hyper. Da sind glaube ich fast alle Windhundrassen ganz gut geeignet.

    Zitat

    Meinem Podenco konnte ich viele "Tricks" beibringen und er hatte Spaße an Denksport und Suchaufgaben in der Wohnung. Wie ist das beim Galgo oder den größeren Windhundrassen allgemein. Sind die für sowas zu haben?

    Und wie wäre es mit klassischem Hundesport? Könnte das einem Galgo Freude machen? Oder geht echt nur Rennstrecke und Coursing?


    Auch da wirst du wieder unterschiedliche Meinungen finden. Ich denk es kommt vor allem drauf an, wie viel Ehrgeiz man hat. Wenn man Tricks beibringen oder Hundesport eher nur so zum Spaß macht und halt guckt, was der Hund anbietet, in dem Tempo arbeitet und Sachen, die den Hund gar nicht interessieren einfach weglassen kann, dann kann man auch mit nem Windhund viel anfangen.
    Wenn man einen Hund für klassischen Hundesport a la Obedience oder Agility will und da auch gern ein bisschen weiter kommen will, dann gibt es wohl geeignetere Rassen.

    Ich kenne Galgos, die mit dem Klicker begeistert ne ganze Latte Tricks gelernt haben, Windhunde aller möglichen Rassen die die Begleithundeprüfung gemacht haben, Greys die im Tunierhundesport gelaufen sind, nen Saluki mit Fährtenprüfung, Galgos die Mantrailen, Whippets, die recht erfolgreich im Agility unterwegs sind. Oft ist es glaube ich auch so, dass Leute, die sich einen Windhund aussuchen, sich eher weniger für sowas interessiern und ich behaupte auch mal, dass den meisten das nicht fehlt - was aber nicht heißt, dass sie es nicht mitmachen wenn man sie richtig motiviert.

    Zitat

    Die Sache mit den Erkrankungen des Bewegungsapparats macht mich natürlich nachdenklich.
    Einen Junghund würde ich aufnehmen, ein misshandeltes Tier auf keinen Fall, da ich als Pflegestelle sehen musste, was solche Trauma aus Hunden macht.


    Naja, das trifft bei weitem nicht auf jeden zu, aber man sollte es halt wissen, dann kann man sich auch nach nem passenden Hund umsehen.
    Ansonsten gibts Galgos ja auch vom Züchter und Windhunde mit bekannter und nicht traumatischer Vorgeschichte im TS, so ist's ja nicht.


    Noch was interessantes: Die Galgos aus Spanien sind oft/meistens keine "Galgo Espanol", keine reinrassigen Galgos.
    In den meisten ist Grey, in manchen Whippet oder andere Windhundrassen, in vielen ein Schuss Podi und es werden auch jede Menge Mixe mit Nicht-Windhunden als "Galgos" oder gar als "Galgo Espanol" vermittelt.
    Was man da eigentlich in den meisten Fällen kauft ist eine Gebrauchskreuzung mit mehr oder weniger hohem Galgoanteil. Hab auch schon so einige angebliche Galgos gesehen, wo ich schwören würde, es ist nen reiner Greyhound.

    Insofern, falls es ein Windhund aus dem TS sein soll und gern was, was ein bisschen jünger und wenn's geht einigermaßen gesund ist (also wo man zumindest weiß, wie sie aufgewachsen sind und keine Vorschäden bekannt sind), muss man sich nicht auf nen "Galgo" festlegen, da kann man auch gleich sagen, man nimmt Greys, Greymixe, Whippetmixe etc mit in die Suche, sowas kann man sich als windiges spanisches Ü-Ei nämlich unter dem Galgo-Label eh gut angeln...

    Zitat

    und ich finde es lächerlich wenn man seinen gut erzogenen hund frei laufen lässt als profilierend dargestellt wird


    Ich sehe das auch nicht umbedingt als sich profilieren wollen bzw kann es bei den Leuten hier wohl kaum beurteilen, aber finde es leichtsinnig.


    Die Gelegenheit, die ich weiter vorn erwähnt hatte, der Hund der zwischen zwei parkenden Autos her auf die Straße gesprungen ist, wo zum Glück nix passiert ist weil grade kein Auto kam... das war auch kein ängstlicher oder gar panischer Hund, sondern eben ein zuverlässig erzogener und gut sozialisierter. Deswegen wurde er ja immer laufen gelassen, gab ja keinen Grund zu glauben, dass sowas mal passieren könnte.

    Trotzdem, in dem einen Moment ist er halt die 2 m oder so ausgewichen als ein fremder Hund fletschend aus der Hofeinfahrt geschossen kam, vielleicht bisschen erschrocken, aber sicher nicht panisch. War vorher nie passiert, selbige Situation hatten die schon vorher, kommt ja ab und zu mal vor.
    Du kannst jetzt antworten, dass dein Hund das nicht machen würde, er reagiere IMMER mit Stehenbleiben oder Schutzsuchen bei dir oder Gegenangriff oder sonstwas... Fakt ist, garantieren kann man das nicht, ausweichen ist völlig normales Konfliktverhalten und sich erschrecken ist immer unberechenbar, deswegen ist es ja erschrecken.
    Ich hab auch garantiert keine Angst vor meinem Bruder, trotzdem hab ich schonmal nen Satz gemacht als er mich plötzlich von hinten ansprach.


    Zitat

    Ich denke das es auch damit zusammenhängt, wie man selbst mit Gefahrensituationen umgeht bzw was man überhaupt als gefährlich ansieht. Ich finde es persönlich nicht gefährlich im Dunkeln durch den Wald zu gehen, aber viele meiner Freundinnen würden das niemals machen, weil sie es gefährlich finden.
    Manche Menschen springen an einem Seil von Brücken runter, würd auch nicht jeder machen.
    Ob ich mit jedem Hund offline an der Straße gehen würde weiß ich nicht, da ich bisher nur einen Hund hatte, und mit dem geht es, also mach ich es.
    Ebenso kommt es auch stark auf das Vorgehen des Menschen in Gefahrensituationen (allgemien nicht nur offline an der Straße, sondern auch wenn der Hund zB von einem anderen angegriffen wird) an, schnelles sicheres und zielstrebiges handeln wird der Hund einem Danken und stärkt die Beziehung, panisches schreien oder zu spätes reagieren kann schnell auch tödlich enden. Gefahren lauern überall, aber ich habe Vertrauen zu meinem Hund und auch in mich, sonst könnte ich das nicht so machen, wie ich es momentan mache.


    Solange wie eine potenzielle Gefahr nur dich und deinen Hund betrifft, ist das komplett deine Sache, ebenso wie z.B. Risikosportarten.

    Mit deinem Hund bewegst du dich aber im öffentlichen Raum und wenn etwas passiert, dann betrifft das unter Umständen nicht nur dich und deinen Hund, sondern eventuell auch Leute, die mit euch null komma gar nix zu tun haben und die deine Risikoeinschätzung dann mittragen müssen.
    Siehst du da wirklich keinen Unterschied?


    Es ist ja auch nicht immer, dass der Hund in kopfloser Panik mitten auf die Straße rennt. Nen halber m oder m drauf reicht ja. Ich weiß nun nicht, bzw werd nicht extra raussuchen, wie viel Bremsweg ein Autofahrer bei welche Geschwindigkeit hat oder wie weit man während der Schrecksekunde bei welcher Geschwindigkeit noch fährt, bevor man überhaupt reagieren kann.
    Ich hab aber erlebt, wie lächerlich die Vorstellung ist, man könne immer noch irgendwie reagieren:
    Mir ist einmal eine Katze vor's Auto gelaufen, sprang ca. 10 m vor mir aus dem Gebüsch, über den Gehsteig und rannte nahtlos weiter auf die Fahrbahn. Ich fuhr nicht ganz 50 km/h (innerorts, Feierabendverkehr) und das erste Wahrnehmen und das überrollen war praktisch zeitgleich.
    Als Hundehalter hat man im Fall der Fälle auch keine längere oder bessere Reaktionszeit als als Autofahrer. Man muss schon Spidermann oder sowas sein um zu glauben, dass man da schnell genug reagieren kann. Alle Konsequenz und Zielstrebigkeit nützt nix, wenn es schon passiert ist bevor man "pieps" gesagt hat.

    Ja, das Foto geht derzeit auf facebook und so rum...

    Das ist entweder eine Chimäre (so wurde der Hund auf fb betitelt) oder ein Mosaik. Chimäre ist, wenn während der frühen Embryonalentwicklung zwei Embryos zu einem verschmelzen, man kann dann im erwachsenen Tier aber immernoch genetisch verschiedene Zellen von zwei Individuuen feststellen, hier halt zwei Arten von Pigmentzellen.
    Nen Mosaik kommt zustande durch eine Mutation außerhalb der Keimbahn, als keine, die schon in Eizelle oder Spermium auftritt, sondern auch wieder erst etwas später in der Embryonalentwicklung in nicht-Keimzellen. Da mutiert dann eine einzelne Zelle, die teilt sich weiter (so entstehen mehr mutierte Zellen, die dann an unterschiedlichen Stellen des Körpers landen können) und die anderen, "normalen" Zellen teilen sich auch weiter. Das Endprodukt "Hund" hat dann an manchen Stellen die mutierten und an manchen Stellen nicht-mutierten Zellen.
    In beiden Fällen vererbt sich die Farbe nicht weiter.

    Hier, diese Salukihündin ist auch eins von beiden gewesen:
    http://al-sarab.webs.com/Mamnouna/Mamno…Cheschmesch.jpg
    http://www.mamnounas-salukis.de/Cheschmesch1.jpg
    http://www.mamnounas-salukis.de/images/pedigrees/g-2.jpg
    http://www.thesalukiarchives.com/pics/medium/22…1ae63e9720e.jpg
    http://www.mamnounas-salukis.de/images/besonderes/besonders4.jpg