Zitat
1. Meine Trainerin riet mir dazu, da sie dadurch ggf. etwas forscher werden würde
Kann klappen, kann aber auch nicht. Einen wesentlichen Unterschied zum positiven hab ich bisher nur selten erlebt und vor allem dann, wenn die Hündin während der Läufigkeit zickig war und außerhalb der Läufigkeit nicht. Das legt sich dann meistens nach der Kastra.
Hündinnen, die generell eher zickig sind, werden oft nach der Kastration noch schlimmer und Ängstlichkeit verstärkt sich oft auch.
Zitat2. Ich gerade erst miterlebt habe, wie ein Hund mit Tumoren von der Gebärmutter ausgehend (dann zum Gesäuge, letztendlich Metastasen in der Lunge) zu Grunde ging
Nen wesentlichen Krebsvorteil betreffend Mammatumore hast du nur bei Kastration vor der ersten oder (etwas geringer) zwischen erster und zweiter Läufigkeit. Wenn sie schon Welpen hatte und kein ganz junger Hüpfer mehr ist, dürfte der Zug eh abgefahren sein.
Natürlich kann nix entarten was nicht mehr da ist. Gebärmutterkrebs ist bei Hündinnen aber recht selten. Overialzysten und -tumoren kommen dagegen häufiger vor.
Was man mit der OP auch beseitigt ist natürlich das Risiko für Pyometra.
Wenn dich Englisch nicht abschreckt, die beiden Links im Hinblick auf gesundheitliche Vor- und Nachteile ganz informativ:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/12078612/lon…terindogs-1.pdf
http://www.borzoicentral.com/pdf/neutering-…-connection.pdf
Zitat3. (das möchte ich allerdings mit meinem TA noch abklären) Ihr Gesäuge war als sie kam komplett dick - was für mich bisher ein Zeichen von Scheinträchtigkeit war (?)
Wenn sie wenige Monate davor einen Wurf hatte, kann das angebildete Gesäuge auch davon kommen. Bei manchen Hündinnen geht es schneller wieder zurück, bei anderen langsamer. Und selbst wenn es eine Scheinschwangerschaft war, dann ist das, wie SweetEmma schon richtig bemerkte, einfach ein ganz normaler Teil des Zyklus, der überhaupt nicht weiter schlimm ist solange das nicht völlig ausartet.
Zitat4. Ich keine Trächtigkeit riskieren möchte, da sie schon mit 8 Welpen herkam und es eben auch nicht noch mehr geben muss. Dafür bin ich zwar verantwortlich, aber es kann immer weiß gott wie unverhofft passieren..
Ist natürlich immer vom Hund und von den individuellen Gegebenheiten abhängig. Ich finde es völlig unkompliziert mit einer intakten Hündin.
Meine wird recht pünktlich alle 8 Monate läufig. So zwei Tage bevor die Vulva anschwillt bemerke ich, dass sie vermehrt markiert. Dann wird als erstes eben die Vulva größer, prall und dunkel (durch die Durchblutung) und wieder so 1-2 Tage später geht die Blutung los. Zuerst ziegelrot/braunrot und recht dickflüssig, dann heller werdend. Auf die Stehtage zu wird der Ausfluss immer klarer und immer weniger und die Vulva schwillt auch wieder etwas ab. In der Zeit "flirtet" sie auch mal mit Rüden und beim Streicheln bemerkt man deutliche Duldungsreflexe: Sie reagiert auf kraulen oben auf der Kruppe und am Rutenansatz mit Rute wegklappen und mit dem Hintern rumtänzeln
und auf kraulen mit dem Zeigenfinger zwischen Vulva und Anus mit deutlichem anheben der Vulva.
Vom ersten Ausfluss bis zu den Stehtagen dauert es bei meiner 7-10 Tage, stehen tut sie dann so für 2-3 Tage, wobei das Fenster, wo sie einen Rüden wirklich springen lassen würde, glaube ich enger ist. Aber das haben wir ja nun noch nie ausprobiert.
Danach riecht sie noch für ne Woche oder so gut, aber aufpassen muss man nicht mehr, weil sie die Rüden dann schon wieder selber vermöbelt. ![]()
Sie hört während der Läufigkeit ganz normal und ist mit den Männern eh wählerisch, da darf nicht jeder dran, selbst in den Stehtagen beißt sie die meisten entschieden weg. Insofern darf sie auch die ganze Läufigkeit über ganz normal freilaufen. Wir wohnen ländlich, ich geh dann halt nicht grade auf der Gassi-Autobahn, sondern für die brenzligen Tage etwas ruhiger und wenn andere Hunde kommen wird angeleint und fertig.
Sie wird diesen Sommer 5, hatte die erste Läufigkeit meine ich mit 18 Monaten, wir haben jetzt also schon ein paar Läufigkeiten erlebt. Es war noch nie auch nur das geringste Problem, abgesehen von ein paar Tröpfchen wegen denen sie zuhause halt mal ne Woche Höschen tragen muss. Sonst ist alles 100% wie immer.
Selbst als wir noch mitten in der Stadt gewohnt haben, war es unkompliziert. Da kam sie dann halt vom ersten Läufigkeitstag an an die Leine und ich hab Hundewiesen und ähnliche Treffpunkte gemieden, aber sonst bin ich ganz normal gegangen, auch nicht Nachts oder extra rausgefahren auf's Feld oder so einen Blödsinn. Da durfte sie dann spät am Abend oder früh morgens mal auf ner Wiese ne Runde laufen, aber halt nicht normal ohne Leine spazieren gehen.
Hatte nie Probleme mit aufdringlichen Fremdrüden, was auch daran liegen mag, das ich ja selber zwei (kastrierte, da aus dem TS) Rüden dabei hab. Aber auch ohne die kann ich mir nicht vorstellen da da so viel mehr gekommen wäre, es war nicht so, dass wird ständig von penetranten Verehrern umgeben gewesen wären.
Ist natürlich bei manchen Hündinnen anderes. Manche haben im Zyklusverlauf deutliche Stimmungsschwankungen. Manche bluten weniger und die Vulva schwillt nicht so stark an, so dass man genauer beobachten muss um die Läufigkeit zu bemerken. Manche sind auch echte Flittchen, die sich an jeden Rüden ranschmeißen, und manche sind deutlich weniger gehorsam - das mit der Läufigkeit kommt ja vom weglaufen und umherlaufen auf der Suche nach nem Partner.
Bei meiner ist auch die Scheinschwangerschaft eher undramatisch. Sie neigt einige Wochen lange zum zunehmen und ist sehr ruhig und gemütlich, auch das Gesäuge bildet sich etwas an. Aber minimalen Milcheinschuss ohne Entzündung hatte sie nur in der allerersten Läufigkeit, wo sich der ganze Hormonkram ja noch einpendeln muss. Seitdem nicht wieder.
Da haben andere wesentlich mehr Drama, von nicht fressen wollen über Stofftiere horten und verteidigen bis zu jedesmal dickes Gesäuge mit Milcheinschuss und dann ne schöne Gesäugeentzündung. Auf sowas kann man echt verzichten...
Insofern ist meine Erfahrung nicht 1:1 auf andere übertragbar. Aber ehrlich gesagt, von dem was ich im Bekanntenkreis so erlebe ist das meistens recht undramatisch und diese heftigen Fällen sind eben Ausnahmen.
Schwierig wird es finde ich erst, wenn man beide Geschlechter intakt und zusammen hat und keine vernünftige räumliche Möglichkeit zum trennen bzw wenn man eine intakte Hündin und mehrere intakte Rüden hat und sich dann die Rüden gegenseitig verdreschen wollen wegen dem duftenden Mädel.
Wobei auch das kein Problem sein muss, kenne mehrere gemischte Rudel mit intakten Hündinnen und Rüden (ja, jeweils mehrere) wo das kaum problematischer ist als bei mir mit der einen Hündin und den beiden Kastraten. Da wird nur in den Stehtagen getrennt, aber auch dann zusammen spazieren gegangen, die Hündin halt an der Leine und sonst ist alles business as usual.
Was ich persönlich überlege ist, meine Hündin vielleicht mit 8-10 Jahren zu kastrieren. Nach so gut wie allen Studien die ich bisher durchgelesen hab, hat man die protektive Wirkung der Geschlechtshormone bei so später Kastration ganz gut ausgeschöpft. Und ältere Hündinnen entwickeln ja ganz gern mal Ovarialzysten oder Tumore, die Hormone produzieren, das Immunsystem wird eventuell auch schlechter und dann gibts halt in der Folge ne Pyometra. Und da dann ne richtig alte Hündin mit 12-14 Jahren oder so nochmal unters Messer zu legen ist ja auch nicht schön.
Die Natur hat halt bei Hündinnen in dem Sinne keine Wechseljahre vorgesehen, die Wölfin sollte sich reproduzieren solange es noch irgendwie geht und in dem Alter, wo es zu solchen Problemen käme, wäre ein Wildtier wohl schon längst tot...
Naja, aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit.