Ich selber bevorzuge Rassehunde (und da dann auch noch ganz spezielle Linen/Abstammungen) weil ich, wie viele andere auch, recht detailierte Vorstellungen und Wünsche habe, sowohl was das Aussehen als auch das Wesen angeht, und das nunmal bei Rassehunden am besten vorhersagbar ist.
Bestimmte Mischungen (z.B. aus Rassen die ich beide mag und die sich meiner Meinung nach gut ergänzen) würde ich aber auch nicht ausschließen wenn sie mir über den Weg liefen - nur gezielt danach zu suchen wäre mir wohl zu aufwendig.
Insgesamt kann ich mich Lucy_Lou anschließen:
Zitat
Für mich spricht da wirklich nichts gegen. Wenn man absolut sicher ist, es steckt kein auf "liebevolle Hausaufzucht" gemachte Dreckloch-Verpaarung dahinter (ich habe auch null Verständnis für Mitleidskäufe, das hat mit Tierliebe gar nichts zu tun, vielleicht, falls man die Mutterhündin statt des süßen Welpen nimmt). Wenn man die Besitzer der Elterntiere möglichst kennt und mit vielem leben kann, was der Hund dann an Eigenschaften so auspackt, ist es für mich ok. Für mich bedeutet ein Züchterhund einfach sehr viel mehr Sicherheit und einen wirklich gut zu meinem Leben passenden Hund zu erhalten. Das ist für mich alles.
Wenn man eben nicht diese detailierten Vorstellungen hat, dann spricht für mich null komma gar nix dagegen, einen vernünftig aufgezogenen Mixwelpen zu nehmen.
Letztlich sind Rassehunde nicht gesünder als Mixe, ebenso wie andersrum. Es gibt keine einzige Krankheit die nachweislich bei Mischlingen häufiger vorkommt, dafür aber einige, die bei bestimmten Rassehunden deutlich häufiger sind als bei Mixen und bei anderen Rassehunde seltener als beim Durchschnitt der Hunde.
Natürlich können alle Mixe die selben Krankheiten kriegen wie das was drinsteckt und bei vielen Krankheiten gibts ja auch einfach mal gar keine Rassedisposition. Und natürlich wird bei zwei mit den selben Erbkrankheiten belasteten Eltern nicht auf magische Weise ein gesunder Welpe rauskommen, nur weil sie zwei verschiedenen Rassen angehören.
Bei Rassehunden ist es halt so, dass man einige Krankheiten bei einigen Rassen bzw Verpaarungen relativ sicher ausschließen kann, bei anderen ungefähr das gleiche Risiko hat wie mit jedem anderen dahergelaufenen Köter auch und bei wieder anderen hat man sogar ein höheres Risiko.
Man kann sich in Sachen Gesundheit beim Rassehund sein Übel sozusagen oft aussuchen, beim Mix kriegt man auch in der Hinsicht ne Wündertüte. Solange man sich darüber klar ist und nicht blind das Märchen vom immer gesunden Mischling glaubt, ist das schon ok, finde ich.
Es ist ja auch nicht jeder Mischling eine absolutes Überraschungsei. Bei nem Mix aus Golden Retriever x Labrador oder Westie x Parson Jack Russel oder Dogge x Irish Wolfhound oder Aussie x Hovawart oder Berner Sennen x Rottweiler oder Yorkie x Malteser oder Border Collie x Aussie oder Podenco x Galgo... kann man ja doch recht gut abschätzen was das vom Aussehen und auch von der Veranlagung her so ungefähr für ein Hund wird.
Bei eher kruden Mischungen ( aus dem weiteren Bekanntenkreis: Dogge x Border Collie, Entlebucher Sennenhund x Pudel, Collie x Airdale Terrier, Deutsch Drahthaar x Tibet Terrier...) oder Mischlingen in zigster Generation wirds natürlich schon schwerer, da muss man dann bereit/fähig sein, den Hund zu nehmen wie er kommt.
Oder halt einen erwachsenen Mix nehmen, wo man schon weiß wie er drauf ist.
@ MIRA13: Naja, sowas wie dein Labrador Mix wird wahrscheinlich nicht dabei rauskommen wenn du mit ihr züchtest. Da sie ja selber schon ein Mix ist, werden die Erbanlagen wohl noch weiter aufspalten und die Nachkommenschaft wahrscheinlich (natürlich auch abhängig vom gewählten Papa) sehr unterschiedlich werden.
Es ist irgendwo schon "ein Stück" von ihr, schließlich hat ja jeder der Welpen 50% ihrer Gene - aber halt uU in ganz anderer Zusammensetzung. Das Endresultat kann also so werden wie du es dir wünscht. Kann aber auch komplett anders werden.
Das ist jetzt kein "lass es" oder nicht. Aber überleg dir halt deine Beweggründe SEHR gut und ließ dir vorher jede Menge Wissen an. Und wenn du denkst du bist fertig, dann fang nochmal von vorne an. Und überleg dir auch, wie groß die Nachfrage nach grade DIESEN Mixen realistisch gesehen ist. Du bist für jedes Hundekind das du in die Welt setzt verantwortlich.