ZitatUnd wer in Landstrichen mit Überpopulation an Hasen lebt ist froh um jeden, der erlegt wird. Das sind in großen Gruppen echte Schädlinge!
Uns fehlt hier nämlich Luchs und Wolf, welche früher die Schädlinge in Grenzen hielten, dazu wurden sie früher noch deutlich massiver mit Hunden bejagt für den Kochtopf.. (Achja, wer gewöhnt den Wildtieren das Hetzen ab? Ach ne, da ist es sicher okay, weils da die Natur ist.)Auf Hasen schießen, das ist ne Kunst! Oft genug springt der Hase doch noch auf und wird nur verletzt, schleppt sich dann weiter. Da ist die Hatz mit Hunden sicherer und effektiver.
(Informier dich doch mal richtig was manche der geplagten Gemeinden anstellen. Da wird vergiftetes Futter ausgelegt, Höhlen ausgeräuchert und weiteres um der Plage Herr zu werden. Das ist nicht humaner, im Gegenteil! Aber es ist unauffälliger und ruft darum nicht jeden "Gutmenschen-Tierliebhaber" auf den Plan)
Du verwechselst Hase und Kaninchen. ![]()
Die Feldhasenbestände sind in weiten Teilen Deutschlands durch intensive Landwirtschaft leider deutlich zurückgegangen. Die kommen auch nicht in Gruppen vor, graben keine und gehen nicht in Baue und sind von Plage wirklich weeeeeeeeit entfernt.
Kaninchen sind streckenweise schon recht häufig, leben gesellig, graben und bewohnen Baue, gehen nicht so weit von diesen weg und flüchten bei Gefahr sofort in dieselbigen. Hier und da sind die durchaus lästig, weil sie an manchen Orten in großen Massen vorkommen und dann z.B. Blumen, Gemüse und kleinere Gehölze abfressen oder Dämme, Wälle und ähnliches mit ihren Bauten instabil machen.
So heftig wie z.B. in manchen Gegenden im UK oder Australien oder Neuseeland ist es hier aber lange nicht. Als ich in Schottland war, da wimmelte es nur so vor Kaninchen, man trat fast drauf, und die Leute sahen die da wirklich als Ungeziefer und Plage, ähnlich wie wie hier Nacktschnecken, weil die im Garten alles kahl frassen wenn man nicht alles sicherte wie in Alcatraz.
Die traditionelle Beute vieler großer, schneller Windhundrassen waren und sind Hasen, z.B. Galgos, Greys, Magyar Agar...
Kaninchen wurden und werden aus der "Windhundfamilie" hauptsächlich mit Whippets und mit Podencos bejagt, oft zusammen mit einem Frettchen.
ZitatWeil es grausam und unnötig ist. Es macht für mich einen großen Unterschied ob ein Tier, ohne es zu erwarten, aufgrund eines Schusses von einem Moment auf den anderen einfach tot umfällt (nicht, dass ich diese Art der Jagd generell befürworten würde) oder erst noch teilweise minutenlang durch die Gegend gehetzt und dann zerrissen wird. Diese Tiere haben Todesangst, warum muss man das auch noch absichtlich provozieren? Ne, beim besten Willen nicht. Ich käme nie auf die Idee, meinen Hund sowas tun zu lassen und hoffe, dass entsprechende Gesetze zum Verbot solcher Hatzjagden auch noch in den betreffenden Ländern verabschiedet werden.
Nicht jedes geschossene Tier fällt bei der Jagd mit der Schusswaffe sofort um und ist tot. Grade bei kleinem, schnell beweglichem Wild ist nicht jeder Schuss ein Treffer.
Bei der Hetzjagd hat das gejagte Tier bei fairer Ausübung eine gute Chance zu entkommen (und sich später zu reproduzieren), sofern es gesund und fit ist. Von Internetbekannten die in den USA Open Field Coursing betreiben weiß ich zum Beispiel, dass, wenn sie dem Hasen die üblichen ca. 200 m Vorsprung lassen, mindestens 8 von 10 Hasen entkommen.
Ein Jäger bei der Treibjagd kann dagegen in dem Augenblick nicht beurteilen, ob das ein topfitter Hase ist den er grade schießt, oder ein eher schwaches Tier. Vom Hochsitz runter vielleicht noch, aber auch da ist das nicht einfach - je kleiner das Tier und je mehr es ein potenzielles Beutetier ist, desto eher "ticken" sie bis zur letzten Minute, sehen eigentlich noch recht gut aus, und fallen dann irgendwann um.
Die biologische Auslesefunktion nach Fitness ist bei der Jagd mit der Waffe wesentlich weniger gegeben als bei Hetzjagd mit Hunden oder bei der Beizjagd (Hund und Hase könnte man in dem ganzen Geschreibsel auch durch Jagdfalke und Ente ersetzen).
Grausam... naja, man muss schon sehen, dass z.B. Hasen ausgesprochene Fluchttiere sind. Sie sind von ihrer ganzen Physiologie und ihrem Verhalten her darauf ausgelegt, gehetzt zu werden. Soll nicht heißen, dass die das toll finden, aber der tägliche Überlebenskampf findet für alle Beutetiere so oder so jeden Tag statt, der gehört zum Leben eines Wildtieres. Wenn jeder Hase, der gejagt wird, danach an Herzversagen sterben würde, das wäre eine ganz schöne Fehlkonstruktion... grade die, die entkommen, müssen sich ja fortpflanzen.
Im Altersheim werden die jedenfalls so oder so nicht sterben und ein Tod in der freien Natur ist auch nicht immer schnell und schmerzlos.
Ein geübter Windhund tötet Wild in der Größe eines Hasen sehr schnell, im Gegensatz zu z.B. Krähen und Elstern oder auch nem Marder. Ob die noch viel Schmerz spüren, so vollgepumt wie ein Tier in dem Moment mit Adrenalin ist?
Letztlich ist sterben selten schön und oft nicht schmerzfrei. Da kann man noch so viel von waidgerechter Jagd und tiergerechter Schlachtung faseln, letztlich tötet man, auch wenn man sich mit dem Anschein von Schmerz- und Leidfreiheit schön hygienisch und moralisch überlegen davon distanziert. Ist halt die Frage, ob man grundsätzlich damit leben kann. Wenn nicht, muss man halt konsequenterweise gleich Vegetarier werden und sollte sich auch besser keinen Hund halten, denn der frisst ja auch tote Tiere.
Und dann ist da ja auch noch die Sache, dass Hetzjagd ein uraltes Kulturerbe ist, eine der ältesten Jagdformen mit Hunden die es gibt. Ich finde das schon erhaltenswert.
[quot]Ich finde es im Übrigen auch nicht gut (Wind)hunde weiterhin auf ausgeprägten Jagdtrieb zu selektieren. Es passt nicht mehr in unsere Zeit, erschwert diesen Hunden viel eher das Leben in unserer modernen, meist großstädterischen Welt und ist daher für alle Beteiligten eher von Nachteil. Für die Menschen, die ihren Hund nicht von der Leine lassen können und für die Hunde, die ihren Trieb nicht oder als kleines Trostpflaster allenfalls auf der Rennbahn ausleben dürfen, oft genug auch unter die Räder kommen usw.[/quote]
Es passt nicht zu jedem Menschen und auch nicht an jeden Wohnort. Weswegen es eben auch trotz aller Sanftheit, Schmusigkeit und Schönheit eher Nieschenprodukte auf dem Hundemarkt sind und auch bleiben sollten.
Nicht mehr in unsere Zeit - naja, Westeuropa und Nordamerika sind nicht die ganze Welt... in Russland, vielen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas wird durchaus noch mit Windhunden gejagt, und sogar in der westlichen Welt, im UK (wenigstens noch zur pest control auf Kaninchen), in Irland, in Spanien und Portugal und in einigen Bundesstaaten der USA. Es ist ein bisschen vermessen zu sagen, weil das hier keine Tradition hat und bei uns tatsächlich durch dichte Besiedelung und Verkehr schwierig wäre, hat es nirgendwo mehr seinen Platz und wäre überholt.
Jedenfalls, ohne den Jagdtrieb ist der Windhund für mich kein Windhund mehr, nur noch ein hübsches Abziehbildchen. Grade dieser Gegensatz aus in sich ruhender, sanfter Grazie und autonom agierendem, fokussiertem Vollblutjäger macht die Faszination an denen aus.
Aber diese Diskussion wird man wohl bei allen spezialisierten Arbeitsrassen haben, seien es nun die Gebrauchshunderassen (wo sich auch so macher fragt, wozu man so einen Dampfhammer außerhalb von Polizei, Zoll und Militär braucht), den Herdenschutzhunden, Hütehunden...
Und ja, ich finde es tatsächlich nicht schön, dass ich meine Hunde nie wirklich rassegerecht auslasten kann. Aber sie haben trotzdem viel Freilauf und Beschäftigung und ich arbeite nicht gegen ihren Trieb, sondern vermeide einfach Gelegenheiten. Sie wirken glücklich und ausgeglichen auf mich, das ist alles was ich dazu sagen kann.
Glücklicher wären sie denke ich mit Jagdgelegenheit, aber ich kann nunmal nicht der Hunde wegen auswandern. ![]()