Beiträge von Marula

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    Zum "Renn-Ritual": Dazu muss ich leider sagen, dass die meisten Whippets die ich auf den Rennen und Coursings bisher gesehen habe schon beim Klang der Hasenzumaschine komplett ausrasten. Da war die kleine Geräuschkulisse im TV noch harmlos gegen.
    Einige Besitzer die ich persönlich kenne, können mit ihrem Hund nicht mal in die Nähe der Bahn/des Coursingfelds um zB. normal zuzugucken. Diese Hunde drehen durch sobald sie merken wo sie sind, auch wenn sie nicht teilnehmen.
    Gibt natürlich auch andere (!) , aber sowas wie "bleib... - und jetzt lauf!" gibts da meistens eher nicht. :hust:


    Ja, so kenn ich das auch, Whippets und Afghanen sind die Rassen, die am häufigsten total freidrehen auf der Rennbahn und am meisten Konzert machen. :D
    Greys sind dagegen meistens tiefenentspannt oder zumindest trotz Aufregung still.

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    Naja, mit welchen "Kellerargumenten" sollte man denn auch Leuten kommen, die ihre Hunde anleinen? Denen kann man nun ja weder Gefährdung von anderen, noch Verletzung der Anleinpflicht, noch Gefährdung des eigenen Hundes, noch Rücksichtslosigkeit gegenüber Menschen mit Hundeangst vorwerfen, oder?

    Logisch ist das einseitig.


    Das dacht' ich dazu auch.

    Das einzig "kellerige" was man vielleicht sagen könnte wäre, dass die Hunde von Leuten die nicht im Stadtgewühl die Leine losmachen, eben einfach nicht gut genug erzogen sind. Aber das tangiert mich persönlich nicht besonders - ich kenn genug Hunde, mit denen das problemlos gehen würde, wo die Leute es aber aus Sicherheitsgründen nicht machen, und im Gegenzug aus meinen Großstadtjahren dann auch genug Hunde, die man nie an der Leine getroffen hat, die aber auch ständig auf der Straße am rumgondeln waren, also nix mit top Erziehung.


    Mir ist der Aspekt der Rücksichtnahme auf Leute mit Hundeangst/Phobike gar nicht mal sooooooo wichtig. Ich denk wenn man wirklich ne ausgewachsene Phobie hat, dann ist auch ein Hund an der Leine noch genug um Panik auszulösen.
    Und ich stimme durchaus denen zu, die sagen, Rücksichtnahme muss sein, unsichtbar machen nicht!

    Wenn ein Hund wirklich so gut hört, dass er andere Menschen zuverlässig ignoriert und auf Befehl im Fuß bleibt, dann soll er meinetwegen auch in ner vollen Fußgängerzone so laufen. Wär mir persönlich jetzt nix, aber finde ich auch nicht schlimm. Wenn's da nen Ausrutscher gibt und der Hund läuft doch mal zu jemandem hin, springt jemand an, frisst nem Kind die Eiswaffel aus der Hand oder sonstwas, dann ist das zwar vielleicht nicht sooooooo toll, aber es hat ja im Grunde keine dramatischen Folgen.


    Ich seh halt nur im bzw in direkter Nähe von Straßenverkehr wirklich ungern freilaufende Hunde. Denn da hat es halt unter Umständen sehr schwerwiegende Folgen, wenn der Hund doch mal unerwartet reagiert. Es muss ja nicht das Horroszenario mit der Mutter mit drei kleinen Kindern im Auto sein, die wegen dem Hund auf der Autobahn gegen nen Brückenpfeiler klatscht...
    Reicht doch schon auf ner ganz normalen Durchgangsstraße innerorts mit Tempo 50. Wenn man da verreißt und in den Gegenverkehr fährt, weil man nem Hund ausweichen will, der an der Ampel doch schonmal 2 m vorgelaufen ist weil er dachte Frauchen will schon losgehen/hat schon die Freigabe gegeben, das reicht doch auch schon.


    Was sagen denn die immer/fast immer-leinenlosen konkret zu der Geschichte von terriers4me weiter vorn in diesem Thread?

    Wie hoch schätzt ihr das Risiko ein, dass euer Hund doch mal anders reagiert als ihr gewohnt seid oder das er ausnahmsweise doch mal nicht hört?

    Glaubt ihr, euer Hund kann Straßenverkehr selbstständig realistisch einschätzen (Geschwindigkeit von herankommenden Fahrzeugen, Gefährlichkeit derselben)?

    Wisst ihr, ob eure Haftpflichtversicherung den Schaden übernehmen würde, wenn euer Hund an einer Straße mit fließendem Verkehr ohne Leine unterwegs war und einen Unfall verursacht?


    Eine Kundin von mir hatte einen Rüden, der sein ganzes Leben lang ohne Leine unterwegs war. Es gab eine Stelle auf ihrer täglichen Route, wo eine Mauer an der Straße war. Frauchen konnte drüber gucken, Hund nicht. Er wartete auf die Freigabe von ihr und lief dann schonmal vor über die Straße, sagte sie "Halt", dann wartete er.
    Mit 12 Jahren hat er dann mal nicht auf ihr Kommando gewartet und ist einfach weitergelaufen - und überfahren worden.
    Im Nachhinein sagte sie, dass sie in letzter Zeit den Eindruck gehabt hätte, dass er ein bisschen dement und/oder taub geworden wäre. Aber sie hätte es einfach nicht so schlimm eingeschätzt.

    Denkt ihr, dass ihr da auf jeden Fall den richtigen Zeitpunkt erwischen werdet wenn euer Hund mal tüddelig wird? Würde euch so eine Fehleinschätzung nicht passieren, war die Besitzerin einfach unfähig einen Hund im Dauerfreilauf zu führen?


    Klar, man kann immer sagen, dass Unfälle immer und überall passieren können. Aber es ist halt so, je näher der Hund räumlich an der Straße ist, desto leichter kann er drauf kommen. Und nen Strick dran hilft idR schon, ihn davon abzuhalten, auch wenn es manchmal nicht funktioniert.

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    Um einen Hund im Straßenverkehr richtig zu sichern, müsste man einen Kurzführer benutzen ( bei großen Hunden) und bei den Kleinen, eine 1m Leine. Ich sehe es häufig, dass die Leinenhunde fluffig an einer 3m Leine hinter oder vor den Besitzern her scharwenzeln. Ich musste selber erleben, dass sich mein damaliger Rüde (70cm, 45kg) trotz Fußlaufen und Leine nach Sichtung einer Katze in einer Hofeinfahrt, mir den Finger gebrochen hat, sich losgerissen und auf sie Straße gesprungen ist. Zum Glück kam kein Auto, aber die Leine hat ihn nicht wirklich von seinem Vorhaben abgehalten.
    Und ebenfalls kenne ich einen kleinen Hund, der angeleint an der Straße lief, sich erschrocken hat und sich aus Panik aus dem Halsband zerren wollte und dabei auf die Straße gezogen hat.
    Der Kleine ist tot, da er dabei überfahren wurde.
    Risiko besteht immer. Jedoch finde ich, stehen oft die off-Leiner wesentlich besser im Gehorsam, als die Leinengeführten.

    Das ist wie mit den Sicherheitsschuhen beim Umgang mit Pferden. Ich hab beruflich mit Gäulen zu tun, ich kenne eine Menge Leute bei denen das ebenfalls so ist und ich kenne eine Menge Leute, deren Füße darunter erheblich gelitten haben. Manche davon hatten sogar Sicherheitsschuhe an.
    Wenn das Pferd doof auf den Mittelfuß springt statt auf die geschützte Zehe, hat man Pech. Passieren kann das natürlich, ebenso wie auch mit nem angeleinten Hund trotzdem noch doofe Unfälle passieren können.

    Trotzdem schüttelt's mich, wenn ich Leute sehe, die im täglichen Umgang mit dem Pferd oder gar in Ausnahmesituationen (Verladen eines kolikenden oder verletzten Pferdes z.B.) leichte Sneaker, Sandalen oder Flip-Flops tragen. Klar passiert oft nix, bei manchen rein aus Glück, bei anderen weil es tatsächlich recht zuverlässige, nette Pferde sind.
    Aber wenn, dann ist die Kacke am dampfen und es wäre leicht gewesen, zumindest einen Teil dieser Unfälle zu vermeiden und bei einem weiteren Teil die Folgen klein zu halten.

    Es KANN immer noch was passieren, 100% Sicherheit gibt es nie.
    Aber die Kosten/Nutzen-Rechnung ist da für mich ziemlich eindeutig: Sowohl Sicherheitsschuhe zu tragen als auch den Hund an vielbefahrenen Straßen an die Leine zu nehmen ist nur ein sehr kleiner Aufwand, aber im Zweifelsfall mit sehr großem Nutzen.

    Der Unterschied ist aber eben noch, dass beim Umgang mit dem Pferd in den genannten Beispielen im Zweifel meine eigenen Füße kaputt sind - das muss tatsächlich jeder selber wissen.
    Rennt der Hund auf die Straße, gefährdet man damit unbeteiligte Dritte.


    Gut erzogene Hunde kenne ich einige, das macht sich für mich nicht am Freilauf in allen Situationen fest. Das sagt mir mehr über den Besitzer als über den Hund.


    Ich sehe einfach, dass bei Leuten, die im täglichen Umgang mit Tieren verschiedenster Art die jeweiligen normalen Sicherheitsvorkehrungen beachten, solides Zubehör benutzen, grade bei Großtieren auch die Umgebung in Schuss und ordentlich halten und die einfach wissen, dass sie es mit Tieren zu tun haben, die immer ein Stück weit unberechenbar bleiben... wie auch immer, ich erlebe da weniger Unfälle als bei den anderen.

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    Ja, ist eben einfach alles irgendwo eine Frage der eigenen Erfahrung und Sozialisation. Ich zum Beispiel erinnere mich wie gesagt gerne an meine Berliner Zeit. Dagegen hat mich bei allen Ausflügen auf`s Land eben häufig genervt, dass aus jeder zweiten Hundebegegnung ein Riesendrama mit "Ist das ein Rüde oder eine Hündin" gemacht wurde, ganz abgesehen von den kläffenden, ziehenden Leinenmonstern, an denen ich dann vorbei marschieren durfte.


    Kann ich nicht bestätigen. Ja, die meisten Hunden die in der Stadt freiliefen (also so in den städtischen Auslaufgebieten) waren ziemlich verträglich, einfach weil es anders nicht geht - wenn man einen Hund hat, der andere auseinander nimmt, dann würde das da auf Dauer teuer werden.

    Es gab aber auch da genug Hunde die mit Vorsicht zu genießen waren und doch schon öfter mal nen Löchlein gemacht haben. Einige davon gingen halt zu untypischen Zeiten und dann an der Leine spazieren, aber bei so einer hohen Hundedichte und so vielen Freigängern passiert doch immer wieder was, selbst bei größert Vorsicht kann man sich nicht immer ausweichen. Da ist auch oft niemand komplett schuld, das ist einfach der Enge geschuldet.

    Hab jedenfalls auch in meinen Praktika im städischen Bereich während des Studiums genug Bissverletzungen nach Raufereien gesehen, wo nun auf die Zahl der Hunde gesehen mehr oder weniger Bissverletzungen auftreten, Stadt oder Land, kann ich nicht sagen.

    Grade der notorischste Dauer-Freiläufer von allen in meiner Nachbarschaft in der Stadt, eine Riesenschnauzerhündin, war gar nicht so ganz ohne, die konnte mit anderen intakten Hündinnen ganz schön Stress macht.
    Die JRT-Hündin meiner Nachbarn (ich wohnte direkt an einer zweispurigen Straße und einer Bahnlinie... billige Studentengegend halt...), die wir wirklich ständig zwischen den Füßen hatten, war auch nie an der Leine und zwar kein Bisschen böse, aber einfach extrem nervig, weil es jedesmal Chaos reinbringt wenn man mit mehreren Hunden an der Leine unterwegs ist und einem dann einer zwischen die eigenen Hunde läuft und nur mal Hallo sagen will, während man z.B. grade dabei ist, nen Hundehaufen aufzusammeln.

    Beide Hunde sprangen auch regelmäßig auf der Straße rum.

    Und grade das waren beides Besitzer, die das Hohelied auf ihre super-lässigen, total routinierten Stadthunde sangen. Da war die Fremdwahrnehmung ne ganz andere als die Eigenwahrnehmung.


    Jetzt auf dem Land ist es tatsächlich so, dass viele Hunde nicht ohne weiteres mit anderen Hunden verträglich sind, einfach weil sie sehr selten Fremdhundekontakte haben, maximal noch zu einer Hand voll Hunde aus dem Dorf, die man seit Jahren immer wieder trifft, aber nicht jeden Tag zu dutzenden anderen Hunden. Auch bei meinen Hunden ist die Verträglichkeit deutlich schlechter geworden seit ihre Gassiroute praktisch ihnen alleine "gehört" und wir nicht mehr täglich in belebten Hundeauslaufgebieten unterwegs sind.

    Ich empfinde es als sehr angehem, dass hier eigentlich jeder bei Hundesichtung sofort unaufgefordert anleint. Drama mit geifernden Leinenpöblern erlebe ich selten, man hat ja auch in der Regel genug Platz, entweder einer lässt absitzen oder man geht halt flott aneinander vorbei.
    Diese Frage von wegen "Rüde oder Hündin?" ist mir in den Stadtjahren fast täglich im Stadtwald begegnet, hier spielt das keine Rolle, weil man ohne explizite Absprache die Hunde eh nicht zusammen lässt.

    Das einzige was mich nervt sind böse Hofhunde, die in wirklich nicht friedlicher Absicht aus ihren Einfahrten geschossen kommen wenn ich mit meiner mit dem Rad vorbeifahre.
    ABER: Den einzigesten Unfall wegen sowas hatte ich in der Stadt. Da hatte ich die Handgelenke offen (und Glück, dass nicht mehr passiert ist), das Rad war im Arsch und das meine Hündin nach der Attacke nicht vor ein Auto gelaufen ist war pures Glück.
    Der Hund? Ein ach so verträglicher "Das hat er ja noch NIE gemacht!!!"

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    So hat jeder seine eigene Sicht auf die Dinge. Solange mir keiner dumm kommt und mir mein Leben vorschreiben will, lasse ich andere gerne auch ihr Leben leben, ist ja jeder seines Glückes Schmidt und ich mag`s in erster Linie entspannt und harmonisch ;) .


    Naja, ich bin nun niemand der irgendwen wegen sowas anschwärzen würde solange der Hund sich wirklich ordentlich benimmt ("Der größet Lump im ganzen Land...").

    Aber in den meisten Städten und Gemeinden sind Hunde innerhalb geschlossener Ortschaften und an der Straße tatsächlich an der Leine zu führen, insofern ist das in der Hinsicht schon meistens vorgeschrieben wie man mit dem Hund zu leben hat. In vielerlei Hinsicht geht mir die Überregulierung der Hundehaltung auch auf den Keks, in dieser nicht.


    Außerdem betrifft ein freilaufender Hund an der Straße eben nicht nur einen selber. Ob jemand seinem Hund 1 kg Kotelettknochen füttert oder ihn gegen gar nix impft ist Privatsache, mit nem unangeleinten Hund an der Straße ist man immer auch ein Risiko für andere Verkehrsteilnehmer und das ist keine Privatsache.

    Im Zweifelsfall ist nicht nur der Hund platt (schade, aber mir noch relativ egal) und der Besitzer hat den Kummer (auch schade, aber mir ebenfalls egal), sondern jemand anderes hat den Schaden am Auto und das hässliche Bild im Kopf.

    Im schlimmsten Fall, wenn jemand wegen einem Hund auf der Straße bremst oder ausweicht und dabei was passiert, muss man als Hundehalter auch damit leben, sowohl mit dem Gewissen als auch mit eventuellen Kosten. Und Haftpflichtversicherungen zahlen in der Regel nicht, wenn man sich grob fahrlässig verhalten hat, was auf freilaufenden Hund an der Straße defintiv zutrifft.

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    Ich finde schlicht beides unnötig und unverantwortlich.
    Hier wird das ja so geschrieben, als fände man "offene" Flexi-Leine an der Hauptstraße automatisch toll, wenn man freilaufende Hunde dort ablehnt.


    Dito. Ich find auch beides fahrlässig.


    Ich war Großstädterin mit Hunden und ich fand und find das nicht lustig. Ich hab einige sehr haarige Situationen mit angeblich sooooooooo gut hörenden Hunde erlebt, die das allesamt "noch nie gemacht" hatten.

    Als Tierärztin hab ich dann auch die entsprechenden Ergebnisse auf dem Tisch. Die Besitzer haben oft das Bedürfnis, sich zu erklären und zu rechtfertigen, wie ihnen das passieren konnte, obwohl mir in dem Moment eigentlich latte ist wie das passiert ist.
    Aber was glaubt ihr, wie oft da kommt "Sonst hat er IMMER [...]!" oder "Sonst hat er NIE [...]!!!" oder "Ich weiß gar nicht warum er heute AUF EINMAL [...]!"


    Ich kenn übrigens auch ein paar Berliner Hundebesitzer, die die ständig und überall freilaufenden Hunde alles andere als lustig finden, weil die Fiffis dann teilweise doch nicht so verträglich sind wie behauptet und weil sie schon die eine oder andere haarige Situation im Straßenverkehr mit ansehen mussten.

    Einige meiner Kommilitonen und Kommilitoninnen hatten auch das Bedürfnis, besonders cool zu sein mit ihren lässigen Großstadthunden, auch die haben rauf und runter geschworen, dass da nie was passiert, weil der Hund das von klein auf kennt und/oder tiptop erzogen und/oder total intelligent ist und das alles gut einschätzen kann. Da gab es bessere und schlechtere Teams, aber nicht nur einen von diesen Wunderhunden hab ich auf dem täglichen Weg zur Uni doch mal über die Straße flitzen sehen.

    Der Hund braucht nur einmal zu erschrecken, weil ein angepisster Hund aus einer Hofeinfahrt geschossen kommt und ihn angehen will, er brauch nur einmal nem Eichhörnchen oder ner Katzen nachsetzen oder auf seinen Erzfeind oder ne läufige Hündin oder einen lieben Menschenfreund auf der anderen Straßenseite reagieren, und er brauch auch gar nicht richtig auf die Straße rennen, es reicht ja, wenn er 1 - 1,5 m drauf läuft/springt.

    Aber den Hunden der User hier würde das niemals passieren, ebensowenig wie den ganzen Hunden die ich gesehen hab und noch sehe, die das ebenfalls "praktisch nie" oder "eigentlich nicht" oder "heute zum ersten Mal" machen.
    Schon klar.


    Ich find in direkter Nähe zu fließendem Verkehr gehört jeder Hund an die Leine, ohne Ausnahmen. Man kann in ruhigen Spielstraßen diskutieren, wo nur alle 10 min mal ein Auto im Schrittempo durchfährt, oder über wirklich einsame, eigentlich nur für landwirtschaftlichen Verkehr freigegebene Straßen irgendwo in der Tucht, aber nicht über richtige Straßen. Auch damit kann man nicht jeden Unfall verhindern, aber man kann die Wahrscheinlichkeit klein halten.

    Also, um die 60-80 € für ne Katze finde ich nicht zu viel. Klar kriegt man die an jeder Ecke umsonst, aber mindestens impfen, entwurmen, entflohen muss man die dann auch noch, zumindest wenn man kein ekeliges parasitenverseuchtes, verrotztes Kruppzeuch sein eigen nennen will, und allein das kostet schon so viel.

    Ist die Katze aus dem TH dann noch kastriert und eventuell sogar gechipt, dann hat man mit dem Preis ein echtes Schnäppchen gemacht, denn für all das zusammen zahlt man auf dem freien Markt gut und gern das doppelte. Wem einen TS-Katze das nicht wert ist, der kann schlicht und einfach nicht rechnen.

    Kastration ist bei Katzen auf dem jetzigen Stand der Tiermedizin nicht optional, sondern defintiv Pflicht. Unkastrierte Freigänger gehen logischerweise mal gar nicht.
    Und unkastrierte Wohnungskatzen sind das Grauen - die Kater markieren und die Katzen werden alle paar Wochen rollig und nerven dann schrecklich. Außerdem, ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen, sind Katzen von der Reproduktionsbiologie her doch ein bisschen anders als Hunde und es ist gar nicht so gesund für eine weibliche Katze, wenn sie ständiog rollig, aber nie gedeckt wird. Nicht ohne Grund kastrieren auch die meisten ernsthaften und wirklich fachkundigen Katzenzüchter ihre Zuchttiere nach dem Zuchteinsatz.
    Vielleicht gibts ja in einigen Jahren mal eine Alternative zur chirurgischen Kastration der Katzen, momentan leider nicht.


    Bei Hunden ist's genau umgekehrt, da ist für mich die Kastration nur im Einzelfall angebracht und die Pauschalkastrationen im Tierschutz sind für mich ein Grund, keinen Hund von einer Orga zu nehmen, die das nach dem Gießkannenprinzip praktiziert. Das schränkt die Auswahl an TS-Orgas und Tierheimen natürlich gewaltig ein.


    Ich selber hatte keine Schwierigkeiten, einen Hund aus dem TS zu kriegen (Auslandstierschutz in meinem Fall). War damals auch Anfang/Mitte 20, Studentin, eher wenig Geld... eine Erlaubnis vom Vermieter oä musste ich auch nicht vorlegen. Die Orga würde ich als so mittel-kompetent und mittel-seriös einstufen.

    Kenne auch ein paar Horrorgeschichten von extrem wählerischen TS-Vereinen und Tierheimen, aber im Gegenzug auch Horrorgeschichten von ganz schön schrägen Interessenten. Ich glaub das hält sich so ziemlich die Waage.

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    Es sind ja 2 Saluki's die wohl gestohlen wurden.

    Ob die Story mit gestohlen oder nicht stimmt, kann ich natürlich nicht bezeugen.

    Sie hat es nicht überlebt und der Rüde soll wohl noch in der Klinik sein. Man kann also nur hoffen, dass es wenigstens er schafft :(


    Es ist wohl so, dass die schwarze Hündin vom selben Züchter war, dem auch zwei junge Hündinnen gestohlen wurden, aber sie selber war normal verkauft worden, nicht geklaut.
    Der Rüde, der bei der verhungerten Hündin war, war scheinbar von einem anderen Züchter/Züchterin, ich selber weiß nicht woher, aber es gibt wohl auch schon zumindest starke Verdachtsmomente von wen der ist.


    Bei der Zuchtstätte aus der die schwarze Hündin kam, wundert mich so ein Griff ins Klo bei der Käuferauswahl wirklich nicht. :roll:

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    Habt ihr das gehört mit den Saluki Junghunden die verhungert sind ? :sad2:


    Ja, das mit der jungen Hündin hab ich gehört. Das es wohl noch einen Jungrüden dazu gibt/gab auch, aber was mit dem ist weiß ich nicht, also wo der grade ist und wie es ihm geht.

    Die Gerüchteküche brodelt momentan lebhaft vor sich hin, aber da relativ wenige Leute diese Farbe (rein schwarz) züchten, gibt es nicht so viele Möglichkeiten, wo das kleine Mädel hergekommen sein kann.
    Im DWZRV kommt soweit ich das überblicken kann momentan nur ein Wurf in diesem Alterssegment in Frage und bei der Zuchtstätte würde es mich nicht wundern, wenn da ein Hund in so einer Situation landet/gelandet ist. :mute:

    Sie könnte natürlich auch aus papierloser Zucht oder aus dem Ausland sein (wobei auch im europäischen Ausland sehr wenige Züchter diese Farbe haben). Früher oder später wird man es wahrscheinlich rausfinden wo sie her ist, so groß ist die Salukiszene ja nicht.

    Das ist so schrecklich - ich mein, man weiß ja, das sowas tausendfach passiert, auch im schönen Deutschland. Aber wenn es dann ein Hund der eigenen Rasse ist, dann geht mir das nochmal näher.

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    Oh was für Schätze, aber habe ich schon öfters gesehen. Vor allen Whippets die wieder abgegeben werden :/


    Whippets (oft auch ohne Papiere) kriegt man doch zur Zeit hinterhergeschmissen wie Brot vom Vortag. Die machen echt grade so eine kleine Modewelle durch. Keine super-populären Hunde a la Mops oder Labrador, aber von den selteneren Rasse wohl eine, die grade so ein bisschen am boomen ist. Wenn man da keinen Welpen will und ein paar Wochen oder auch Monate Zeit hat zum suchen, dann kann man da eigentlich immer einen aus zweiter Hand finden.

    Bei den Salukis wüsste ich auch aus dem Stehgreif ein paar die grad vom Welpen zum Junghund oder vom Junghund zum Erwachsenen werden und immer noch beim Züchter hocken und es sind auch immer wieder Erwachsene abzugeben.

    Der Markt ist scheinbar ziemlich gesättigt und weder ist so viel Interesse da noch gibt es überhaupt so viele tolle Plätze. Und trotzdem gibt es sowohl in Deutschland wie auch im erreichbaren Ausland Züchter, die munter einen Wurf nach dem nächsten machen und wo immer was zu kriegen ist.

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    Sorry aber ich finde die sehen aus wie Gespenster :fear:


    Mich erinnern sie an Laborratten. Also schön ist was anders, in meinen Augen.

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    ist die Farbe denn gesundheitlich bedenklich?


    Ja. Die neigen sehr zu Allergien, sind unheimlich sonnenempfindlich und außerdem sind sie oft taub und sehen schlecht.

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    Hallo,
    hier mal unsere Lady in Charocoal
    und nein nicht nach Farbe gekauft :p

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    Ohne euch zu nahe treten zu wollen, ich wär jetzt nicht drauf gekommen, dass das ein Labradorwelpe sein soll. Oder soll es gar keiner sein? Aber "Charcoal" als Bezeichnung für verdünntes schwarz kenne ich jetzt nur beim Labrador...

    bordy: Ich denk wir sind gar nicht so weit auseinander. Ich seh die Nachteile bei reiner Farbzucht um die Nachfrage zu bedienen ja ebenso, genauso wie ich auch das Risiko sehe, das man bei Hunden aus erst kurz zurückliegenden Kreuzungen hat, dass das Wesen untypisch ist und sich die Welpenkäufer damit auf die Fresse packen.
    Ich hab nur ein bisschen mehr Vertrauen in die Menschheit :D , dass der eine oder andere es auch ordentlich macht, und dann hab ich eben mit den Farben an sich kein Problem mehr.