Zitat
Öhhhmmm..... nö. Da geht schon noch was.
Ok, das war etwas überspitzt, du hast anscheinend etwas mehr Ahnung als der durchnittliche DWZRV-Züchter oder Funktionär. 
Zitat
Man kann DLA-Gene bestimmen und damit Rassen mit besonders kleiner/enger Basis ein möglichst breites immungenetisches Spektrum ermöglichen. Das macht glaub ich noch niemand obwohl es echt sinnvoll wäre. Es gibt aber andere, angewandte Tests zur "Partnerwahl".
Doch, die Züchterin meines zukünftigen Rüden macht DLA (ist allerdings nicht in Deutschland). Wobei der Test derzeit erstmal nicht mehr kommerziell/öffentlich verfügbar ist, aber ihre jetzigen Hunde und die letzten Verpaarungen sind noch alle getestet und der aktuelle Wurf ist auch komplett beprobt für die Weiterentwicklung des Tests. 
Zitat
Man kann auch Mikrosateliten-Marker bestimmen und Individuen entsprechend clustern - und dabei bei der menschgemachten Definition von Hunderassen ankommen. Das geht natürlich nicht so recht in den Fällen, in denen der Mensch seine Definition nicht einhält und Rassen vermischt oder aufspaltet (wofür die Greys ja das Paradebeispiel sind) oder mal eben zwei Farbschläge als Rasse definiert.
Ja, und dann erklär das (das das SO nicht funktioniert) mal den Idioten die jetzt nach einer Trennung von Renn- und Showgrey krähen, weil sie die eine respektive die andere Gruppe schon immer doof fanden und jetzt glauben, dass es eine ganz tolle Idee ist, die kleine, eh schon stark ingezüchtete Show-Population von der zwar großen, aber stark vom Popular Sire geplagten Renngreypopulation zu trennen.
Weil es ja auch nicht sein kann, dass man eventuell in ein paar Jahren mal dankbar für den rasseinternen, aber praktisch unverwandten Outcross sein könnte (grade in den USA ist das in den letzte Jahrzehnten auch schon hin und wieder mit gutem Erfolg praktiziert worden). Wie kurzsichtig kann man sein?
Zitat
Aber Du hast natürlich Recht, daß man Elternschaft ziemlich zuverlässig feststellen kann! Warum erklärt man nicht alles, was jetzt Whippet (oder Grey oder oder) ist, als ebendieses und prüft zukünftig die Abstammung? Wird das nicht bei den Belgiern / Xern ähnlich gemacht? Mit Hinterlegung der "DNA" aller Hunde....
In Deutschland wird das gemacht, da gehört der genetische Fingerprint zur Ankörung. Es werden glaube ich nicht alle Welpen routinemäßig auf richtige Vaterschaft getestet, aber wenn Zweifel aufkommen oder es einen einfach interessiert, ist das möglich.
Benutzt man ausländische, auch im Ausland stehende Zuchtrüden, TG-Sperma von lange verstorbenen Rüden etc weicht sich das ganze auf, und vor allem auch, wenn man Zuchttiere aus dem Ausland importiert, egal ob als Welpe oder erwachsen.
Selbst wenn bei denen selber die richtige Abstammung angegeben und per DNA-Fingerprint bestätigt wurde, ist ja trotzdem nicht gesagt, dass der Großvater nicht doch was anderes war. Haben diese Hunde gültiges FCI- (oder KC oder AKC, oder...) Papier, müssen sie hier auch eingetragen werden, und haben sie die Vorraussetzungen zur Körung erfüllt, darf damit nach jetzigem Stand auch gezüchtet werden, selbst wenn wirklich die Urgroßmutter ein Greyhound statt nem Whippet war, solange der Betrug nicht anderweitig zweifelsfall nachgewiesen wurde,
Bei den Whippet/Grey-Mixen (oder vermuteten Mixen) ist halt das Problem, dass die oft aus den Niederlanden oder Ungarn kommen, auch bei einigen US-Rennlinien gibt es diese Vermutungen.
Gäbe es nur unsere westlichen Windhundrassen mit ihren eh geschlossenen Zuchtbüchern und keiner signifikanten Population außerhalb davon, hätte ich gar nicht so viel gegen die Rasse-Gentesterei. Das wäre dann eine nette Spielerei, aber praktische Auswirkungen hätte es keine gar sooooooooo großartigen, außer dass man eben den einen oder anderen Mogler erwischen würde.
Wobei gelegentliches Schummeln was die Reinrassigekeit betrifft gar nicht mal schlimm finde, ich bin mir 100% sicher, dass es solche Einkreuzungen auch früher schon gegeben hat. Jede Rasse hat da ihre kontroversen Linien, wenn man die nicht mag, dann hält man sich fern, und wenn man wieder auf den gewünschten Typ zurückzüchtet, dann kommt man da auch irgendwann wieder an, das ist keine schwarze Magie.
Diese enge Rassedefintion wird aber den Orientalen absolut nicht gerecht. Da hat man nunmal große, unregistrierte Landrasse-Populationen, die sehr inhomogen vom Typ sind und die mehr oder weniger stark ingezüchteten westlichen Populationen z.B. beim Saluki sind nur ein kleiner Ausschnitt davon.
Noch schlimmer beim Afghanen, der ja nun wirklich ein Inzuchtrasse par excellence ist, die auf winziger Basis gegründet wurde und seit 100 Jahren fast ohne Frischblutzufuhr besteht (einige wenige Ausnahmen gab es, aber diese Linien machen nur einen winzigen Bestandteil der zuchtbuchmäßig erfassten Gesamtpolulation aus). Es liegt irgendwo relativ nahe, dass man da auch Hunde haben wird, die nach östlicher Definition durchaus Salukis sind, aber von unserer Zuchtbuch-Population genetisch abweichen. Was ja irgendwo auch Sinn und Zweck ist, wenn man sich schon die Möglichkeit offen halten will, zur Blutauffrischung unregistrierte Hunde einzusetzen.
Bisher konnte und kann man die, entsprechender Phänotyp und sonstige erfüllte Bedingungen vorausgesetzt, registrieren und dann kören lassen und damit züchten. Die Nachkommen kriegen dann drei Generationen Import- bzw Registerpapier und dann sind sie ganz normal im Zuchtbuch.
Das hat der Rasse bzw den Rassen (Sakuki, Sloughi, Azawakh... beim Afghanen wurde diese Möglichkeit bisher leider fast gar nicht genutzt) insgesamt nicht geschadet, auch ohne Gentest.
So wie aber die meisten Leute, von denen ich bisher Meinungen gehört/gelesen hab, sich den "Reinrassigekeits-Gentest" erträumen, befürchte ich eher, dass das bei den Orientalen nur eine weitere Hürde wird, um die Zucht mit Importen zu erschweren, die dann vielleicht auch den einen oder anderen Hund ausschließt, der 20 Jahre vorher noch einen guten Beitrag zur Zucht hätte leisten können, weil er nach Phänotyp usw registriert worden wäre.