Ein paar Daten zur Lebenserwartung findet man z.B. auf diesen Seiten:
http://pedigreedogsexposed.blogspot.de/2011/10/lifesp…hort-of-it.html
http://www.thekennelclub.org.uk/vets-researche…survey-results/
http://users.pullman.com/lostriver/breeddata.htm
Beiträge von Marula
-
-
Zitat
Nun habe ich für mich überlegt und ja, hätte ich einen solchen Hund und keine Möglichkeit zur resozialisierung dann wäre der Tierarzt auch meine Wahl. Was bringt es so einen Hund in ein Tierheim zu bringen wo er dann den rest seines Lebens unvermittelbar in einem Zwinger vor sich hin vegetiert?
Vielleicht wäre das aber nicht die Wahl des Tierarztes... ich jedenfalls würde einen Hund nicht wegen so einer Geschichte wie im Ausgangsposting einschläfern, denn da gehe ich mit z.B. Helferstyna konform:Zitat
Wenn ich die Geschichte so lese - und ich setze jetzt einfach mal voraus, dass du nichts weggelassen hat - kann ich deinen Bekannten keinen Respekt zollen. Denn für mich klingt es nach einem typischen Beispiel menschlichen Versagens, das ein Hund mit dem Leben bezahlen musste.Man holt sich einen Gebrauchshund, packt ihn auf einen Hof und wenn der Hund dann mit drei bis vier Jahren komplett erwachsen ist und beginnt seinen Job zu machen in dem er den Hof bewacht und beschützt und dann gucken die Leute plötzlich dumm aus der Wäsche und sind entsetzt über den "gefährlichen" Hund.
Der Hund wurde in seinen Wachtätigkeiten nicht kontrolliert und hat deshalb in den Situationen alleine entschieden und anstelle dass man dann mal in die Puschen kommt und zusieht, dass man das selber wieder hinbiegt, versucht man den Hund an einen "Profi" abzugeben und wenn der nicht Zeit hat lässt man ihn wegspritzen... selbst dran arbeiten ist zu viel verlangt.
Faulheit der Besitzer ist kein Grund für eine Euthanasie - diese Vorfälle hätten zum Beispiel einfach verhindert werden können, wenn man den Hund in der Zeit, wo man ihn nicht direkt unter Aufsicht hat, im Haus, im vernünftig eingezäunten Garten oder meinetwegen auch in einem ordentlichen Zwinger gehalten hätte.
ZitatMich würde mal interessieren ob das von Tierärztlicher Seite einfach so machbar ist. Ganz ehrlich, würde ich meinem TA solche einen Vorfall schildern und ihn bitten meinen Hund einzuschläfern der würde mir vermutlich eher den Hund wegnehmen als dass er ihn einschläfert. Geht das wirklich so einfach? Wenn ich meinem Hund aus versehen auf den Fuß trete, er erschrickt sich, hat Schmerzen langt rum und erwischt mich und ich möchte ihn dann einschläfern dann macht das ein TA und das ist rechtlich in Ordnung? Sorry, so ein TA hat doch seinen Beruf verfehlt!
Ja, hat er.
Aber gibt immer noch genug, die da nicht lange fackeln, entweder weil es ihnen egal ist und sie die Kohle nehmen, oder weil sie wirklich meinen, das jeder Hund, der aus irgendeinem Grund mal jemanden gebissen hat (besonders Kinder) tot gehört.Eine ganz interessante Blog-Serie dazu (von einem Tierarzt):
http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.p…odul=3&ID=17910
http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.p…odul=3&ID=17911
http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.p…odul=3&ID=17941Interessant in diesem Zusammenhang sind vor allem der zweit und dritte Artikel, der erste ist mehr eine allgemeine Einleitung.
Ich hab erst einmal einen Hund wegen Agression eingeschläfert: Ich kannte ihn schon einige Zeit, die Besitzer waren in der Praxis seit Jahren bekannt, kamen regelmäßig, gaben sich immer sehr viel Mühe und scheuten keine Ausgaben für ihre Tiere.
Diesen Hund hatten sie 7-jährig aus dem TS geholt, er hatte dann 5 Jahre unauffällig bei ihnen gelebt, auch keine Probleme mit den Kindern.
In letzter Zeit war er immer dementer geworden, einhergehend mit erheblichen Wesensveränderungen.
Die Demenz führte dazu, dass er unberechenbar wurde. Machmal, wenn er orientierungslos rumwanderte oder irgendwo die Wand anstarrte, schnappte er, wenn man ihn berührte, und ließ dann auch nicht mehr ab, als würde er einen nicht mehr erkennen.
Er hatte die Erwachsenen der Familie trotz aller Vorsicht schon zwei mal richtig erwischt. Das allein wäre für sie kein Grund gewesen (haben sie selber gesagt), aber wenn man zwei Kinder im Kindergarten- bzw frühen Grundschulalter daheim hat, dann ist ein nicht mehr einschätzbarer 40 kg Hund einfach nicht mehr tragbar.Ich hab mich mit denen darüber ne dreiviertel Stunde unterhalten und der Besitzer hat die ganze Zeit geheult wie ein Schlosshund. In dem Fall fand ich es vertretbar - der Hund und die Problematik war uns schon eine Weile bekannt, es war absehbar, dass es irgendeine organische Ursache (platt gesagt eben "das Alter") war, was den Hund so verändert hat und das wird nunmal bei nem 12-jährigen großen Hund nicht mehr besser...
Einen anderen Hund (wo der Besitzer gedroht hat, wenn wir ihn nicht totmachen würden, würde er halt den Spaten nehmen...) hab ich vermitteln können.
Man könne sich gar nicht erklären, warum er "aus heiterem Himmel" so agressiv geworden wäre - früher hätte er es sich immer gefallen lassen, wenn die Kinder auf ihm geritten wären, ihm ein Zopfband an die Ohren gemacht hätte, mit ihm Schubkarre gefahren wären (Hund an den Hinterläufen hochheben und "schieben"), also, der wäre SO toll sozialisiert worden, und "plötzlich" würde er jetzt die Kinder anknurren.
Der war völlig harmlos, super hohe Reizschwelle, ganz tolles Tier, auch und grade mit Kindern, solange sie auch nur einen Hauch erzogen sind...Eine Freundin von mir hat sich mal frei raus geweigert, den Kleinhund einer langjährigen Kundin wegen "Agression" einzuschläfern. Der war bekanntermaßen etwas griffig, aber nix, was man bei einem 4 kg Hund nicht unter Kontrolle halten könnte.
Zwei Wochen später kam die Frau mit einer Schachtel Merci und nem Strauß Blumen in die Praxis und bedankte sich, dass sie den Hund nicht euthanasiert hätte - sie wäre grade in einer tiefen depressiven Phase gewesen und hätte es alles einfach nicht mehr ausgehalten, einschließlich ihres Giftzwergs von Hund, wäre einfach überfordet gewesen... aber, so sagte sie, wenn sie heute dran denken würde, dass sie vielleicht in der Zeit, wo es ihr so schlecht ging ihren eigentlich geliebten Hund getötet hätte und jetzt mit den Folgen leben müsste... dann wäre sie selber vielleicht auch gar nicht mehr am Leben.Eine andere Kollegin hatte es mal, dass die Tochter ihr den Hund der Mutter (ältere Dame) brachte. Dieser Hund war uralt, zuckerkrank, herzkrank, blind... aber eben sonst soweit noch munter. Die alte Besitzerin, die schon gesagt hatte, dass das ihr letzter Hund wird, hing sehr an dem Hund. Sie hatte grade in der Woche vorher noch mit der TÄ drüber gesprochen, dass sie ja die kommende Woche weg wäre, eine Busreise in den Schwarzwald, und das sie so froh wäre, dass ihre Tochter sich um den Hund kümmern würde.
Und diese dumme Kuh hatte nix besseres im Sinn als am zweiten Tag zum TA zu rennen und zu fordern, dass der Hund ihrer Mutter eingschläfert wird, weil "das doch so kein Leben mehr ist", grade mit dem täglich zweimaligen Spritzen (Insulin).
Dabei hatte der alte Hund durchaus noch Lebensqualität, fraß noch gut, ging noch etwas spazieren und so weiter.
Und die Frau hatte null Schuldbewusstsein als die TÄ nach dem Einverständnis der Besitzerin fragte, die meinte nur, dass sie ihrer Mutter dann halt sagen würde, es sei so schlimm abwärts gegangen mit dem Hund.Der Hund hat nach dieser Sache noch fast ein Jahr bei altersentsprechend guter Lebensqualität gelebt.
-
Zitat
Der Knackpunkt an der Sache ist nur, dass es sich bei der Regelung das wildernde / streunende Hunde geschossen werden dürfen eigentlich nicht um ein Disziplinierungsmittel für die Halter handelt, sondern um ein Mittel Gefahr von andern Tieren und Menschen abzuwenden. ( Das es die Halter leider meist nicht anders kapieren, ist für die Hunde natürlich schade...) Wilderei Ansich ist ja schon ein Straftatbestand, wegen dem einem ja unabhängig davon schon Ärger droht.
Wenn mein Hund mir heute zum ersten mal abhaut, und Wild auf die Landstraße hetzt oder über die Autobahn rennt, ist es für die Menschen die das unter Umständen nicht oder nur schwer verletzt überleben leider Gottes völlig unerheblich, ob das heute eine Ausnahme war oder nicht.
Ich könnte persönlich Nachts nicht mehr ruhig schlafen mit dem Wissen, dass der eventuelle Tod eines Menschen hätte verhindert werden können, wenn mein Hund denn geschossen hätte werden dürfen. Andersrum ists mir ehrlich gesagt auch lieber, ein Hund wird gestoppt bevor er auf die Autobahn rennt, bevor er mir durch die Windschutzscheibe kommt, nur weil irgendjemand die Hoffnung hat, dass es der Hund doch überlebt und man doch nicht seinen Kindersatz erschießen darf .
Leider kommt die Geschichte Hund rennt auf die Fahrbahn oder hetzt Wild rüber deutlich öfter vor, als man das war haben mag.... ist für mich ehrlich gesagt auch erstmal deutlich schlimmer als ein gerissenes Karnickel.
Gefahr im Verzug für Menschen ist eine Sache für die ich Verständnis habe, aber bei der Erlaubnis des Abschusses von Hunden duch Jägern geht es explizit um Jagdschutz, also um's abwenden von Schaden am Wild, nicht um den Schutz von Menschenleben.
Wie oft kommt es denn in der Realität vor, dass ein Jäger grade dann zur Stelle ist und eine sichere Schussmöglichkeit hat, wenn ein Hund in der Nähe einer gefährlichen Straße Wild hetzt? Ich glaub ja ehrlich gesagt nicht so oft...
Und irgendwo in der Wallapampa ist das für mich dann doch kein zugkräftiges Argument. Auch da kann ein Hund auf die Straße geraten und es kann grade ein Auto kommen, aber da kann einem ebensogut ein Reh vor die Motorhaube sprigen weil die grade wegen Treibjagd total kopflos durch die Gegend preschen (ist mir schon passiert... Warnschilder standen, ja, aber leider nur in der Gegenrichtung... zum Glück nix passiert, hab's knapp verfehlt, aber das war reiner Zufall).
Oder, auch nicht grade unwahrscheinlich, der Hund der auf der Straße rumrennt ist ein Jagdhund in Ausübung seine's Jobs... müsste man nach der Logik als Jäger ja eigentlich auch schnellstens unschädlich machen, oder? Ist schließlich auch nicht ungefährlich, auch die nehmen nix mehr wahr außer ihrer Beute.
WENN es tatsächlich mal so sein sollte, dass ein Jäger oder Polizist zufällig in so einer wirklichen Gefahrensituation anwesend ist und in Ausübung seines Hobbys bzw seines Dienstes auch grade seine Waffe zur Hand hat, dann hätte ich da aber Verständnis für.
Ich persönlich denke ja, dass der legale Abschuss von Hunden durch Jägern in spätestens ein paar Jahrzehnten eh Geschichte sein wird. Wenn man sich mal die öffentliche Meinung über Jagd und Jäger grade zum Thema Haustierabschuss reintut und sich die Entwürfe für die neuen Landsjagdgesetze anschaut, dann geht die Tendenz schon jetzt in dieser Richtung.
-
Zitat
Also, was ich hier im Ausgangsthread gelesen hatte, war ein Hund, der trotz mehrfacher Ansprache innerhalb eines ganzen Jahres seitens der Jäger immer wieder streunen durfte - das hat mit "einfach töten" nicht viel zu tun in meinen Augen, hier hat´s der Jäger echt im Guten versucht, und ich finde, ein Jahr lang an die Leute hinreden, noch dazu OHNE Bußgeld, ist seeeehr nett!
Aber auch wirkungslos.
Ob es bei diesen Leuten gefruchtet hätte ist fraglich, manche sind halt völlig schmerzbefreit, aber den einen oder anderen hätte es schon vielleicht abgeschreckt, wenn mal jemand vom Ordnungsamt mit nem saftigen Bußgeldbescheid vor der Tür gestanden hätte.Und was (eine entsprechende gesetzliche Grundlage vorausgesetzt, die wir ja momentan nicht haben) hätte dagegen gesprochen, den Leuten den Hund nach wiederholten Vorfällen wegzunehmen und ihnen die Haltung von Hunden zu untersagen?
Damit wäre das Problem des unkontrollierten Jagens gelöst und für den Hund wäre TH mit Chance auf Neuvermittlung in meinen Augen allemal besser als erschossen.Zitat
Zweitens: Leinenzwang ok, klar - was hilft bitte ein Maulkorbzwang gegen Jagen? Die Tiere werden trotzdem u.U. zu Tode gehetzt, das ist somit am Ziel vorbeigeschossen, so ne Maßnahme.
Der Maulkorbzwang hilft also nur, wenn der Hund eh an der Leine ist, und ein Hetzen damit ausgeschlossen werden kann - gegen die hier irgendwo erwähnten "ich erlege angeleint das Karnickel im Seitenstreifen"-Jäger sozusagen. Das dauerhaft möchte ich keinem Hund zumuten.[...]
Und daß ein Hund, der seiner natürlichen Veranlagung nachgeht (weil der Halter zu blöd ist, selbige zu kontrollieren, wohlgemerkt), gleich als "gefährlich" eingestuft wird, ist schlichtweg lächerlich. Die Gefahrhundeverordnungen wurden nämlich (aus damals aktuellem Anlaß) zum Schutz des Menschen vor wirklich gefährlichen Hunden erstellt, also damit kein Mensch verletzt wird - und damit hat ein jagender Hund in keinster Weise automatisch zu tun! Ansonsten müßte man sämtliche Jagdhunderassen von Grund auf für "gefährlich" erklären und mit Maulkorbzwang belegen (wie apportiert dann bloß der arme Arbeitslinien-Labbi? *gg). An dieser Stelle schweig ich lieber, sonst kommen noch irgendwelche dämlichen Politiker auf dumme Gedanken
(neue sinnlose Vorschriften betreffend, darin sind die ja echt gut - wenn sie schon mal was arbeiten, dann am falschen Ende.....Besser, wenn die weiter in ihren Sitzbänken pennen..... *gg)
Mir ist schon klar, das ein jagender Hund normalerweise kein für Menschen gefährlicher Hund ist (außer er rennt auf ne Straße).
Aber durch die Einstufung als gefährlicher Hund hat man halt Mittel in der Hand, um die Leute zu reglementieren - die Leinenpflicht ist sicher sinnvoller als die Maulkorbpflicht, die vielleicht eher psychologische Wirkung für den Besitzer hat als eine Schutzwirkung für's Wild. Und letztendlich bietet die Einstufung als gefährlicher Hund auch die Möglichkeit, dem Besitzer den Nachweis von Sachkunde und Zuverlässigkeit abzuverlagen und bei wiederholten Verstößen gegen Auflagen den Hund irgendwann auch mal wegzunehmen.ZitatIch bin echt nicht dafür, Hunde jagen zu lassen - aber das kann man effektiver verhindern. Selbige Familie mit dem verlorenen Labbi jedenfalls wird sich gut überlegen, den nächsten Hund wieder streunen zu lassen - so hart die Lehre gewesen sein mag...
Ja, klar, erschossen zur Erziehung der Besitzer ist effektiv. Manchen Besitzer würde ich es auch gönnen. Den Hunden aber nie und den meisten anderen Besitzern auch nicht.Ich finde es auch nicht gut, wenn man seinen Hund unkontrolliert wildern lässt. Würd ich auch nie machen, schon allein weil ich wesentlich mehr Angst vor Straßenverkehr hab als vor Jägern...
Ich finde es bloß unverhältnismäßig, das irgendein Privatmensch in Ausübung seines Hobbys meinen Hund erschießen darf, der mir vielleicht nur einmal im Leben versehentlich abgegangen ist.
Für bekannte Wiederholungstäter finden sich garantiert auch andere Lösungen und für Einzelfälle finde ich das einfach dem Vergehen absolut unangemessen.
-
Zitat
Habe heute nochmal gefragt wegen der Hasenjagd, Arnie und Leandro stammen beide von einem Jäger und sind also wirklich ausgebildet, ich hatte das halt nur vermutet, aber es war also wirklich so :)
Das ist keine "Ausbildung". Die Hunde werden körperlich auftrainiert, das ja, aber ansonsten ist das alles Instinkt, da muss nix geübt werden. Die müssen dazu weder irgendwelche Kommandos lernen noch muss man ihnen zeigen, wie ihre Beute aussieht. Wenn man einen fitten Windhund mit den richtigen Anlagen hinter einem Hasen losmacht, dann wird der so oder so machen, was in seinen Genen liegt, egal ob er beim spanischen Jäger geboren und aufgewachsen ist oder in Rheda-Wiedenbrück bei Familie Meier.
Das einzige was mit den Jahren steigt ist die Erfahrung (ab und an lässt man auch junge Hunde mit älteren laufen, damit sie sich ein paar Kniffe abgucken), aber Erfahrung macht einen Hund nicht mehr oder weniger triebig. -
Zitat
Um das Thema zu aus meiner Sicht abzuschliessen, hier eine rechtliche Würdigung und Einschätzung der Sachlage Wildernder Hund und Reh aus Sicht der Jagd:
Die haben das schon ganz richtig erkannt: Abschuss wollen erstens viele Jäger auch nicht gern machen und zweitens kann es ne Menge Ärger einbringen, selbst wenn es rechtens war.Die da jeweils angeordneten Maßnahmen finde ich völlig ok - würden mir zwar nicht schmecken wenn ich betroffen wäre (das ginge wohl jedem so...) aber eine gewisse Abschreckungswirkung soll das ganze ja nach wie vor haben, insofern erfüllt das ja seinen Sinn.

-
Zitat
Zu #196:
Was sprichtdagegen, sich ans Gesetz zu halten? Oder fändest Du es ok, dass, so Dein Hund doch mal ein Reh hetzt, dass er vom Jäger geschossen würde?
Nein, das fände ich absolut nicht ok. Denn wenn das "doch mal" passiert, dann kannst du dich drauf verlassen, dass das eine absolute Ausnahme war. Meine Hunde wildern nicht unkontrolliert durch die Gegend, auch wenn sie nicht bedingungslos abrufbar sind und ich sie trotzdem an bestimmten Stellen ableine.Wenn es einmal in zig Jahren zu so einer Ausnahme kommt (die z.B. auch passieren kann, weil der Karabiner gebrochen ist oder mir die Leine aus der Hand rutscht), dann erwarte ich, dass man in einem modernen Land wie Deutschland eine andere Möglichkeit findet, als meinen Sozialpartner/mein vollwertiges Familienmitglied zu erschießen.
Das wird dem Stellenwert, den Hunde hier und heute für ihre Menschen haben, absolut nicht gerecht.Ich würde jedem Jäger, der sowas mit meinem Hund macht, die Hölle heiß machen, und zwar sowohl auf jursitischem wie auch auf öffentlich-medialem Weg.
Es mag zwar erstmal so aussehen, als wäre der Jäger in der Situation zur Tötung des Hundes berechtigt, aber da hat schon so mancher ein böses Erwachen erlebt was die vermeintlich sichere Rechtslage angeht. Und auch die öffentliche Meinung und den Imageschaden für die eigene Person als auch für die Jägerschaft sollte man nicht unterschätzen.ZitatUnd ich finde immer komisch, wie schnell Menschen mit Begründungen kommen wie: ja, aber dieses und jenes ist doch viel schlimmer als in diesem Fall z.B. der hetzende Hund. Find ich immer komisch. Man kann ja immer was finden, was schlimmer ist.
Es geht mir persönlich nicht um schlimmer oder weniger schlimm wenn ich Wildschaden durch Verkehr oder Landwirtschaft heranziehe, sondern darum, die Schäden durch wildernde Hunde in Relation zu setzen.Der Tod auf der Straße oder durch landwirtschaftliche Maschienen ist mit Sicherheit ebenso qualvoll wie der durch einen Hund, ich denk im Schnitt gibt sich das nicht viel. Den Aspekt kann man also bei dem "Was ist schlimmer" durchaus vernachlässigen.
Nur die Zahlen sind ganz andere. Wer mag, kann ja mal googeln, es sind jedenfalls deutlich mehr Tiere (aller möglichen Arten, auch solcher die Hunde nie bis fast nie erlegen, wie diverse bedrohte Vögel und Amphibien) die durch diese beiden Ursachen zu Tode kommen, als durch Hunde. Das macht diese Probleme für mich wesentlich relevanter.
Trotzdem wird um keins davon so ein öffentlichkeitswirksamer Aufriss gemacht wie um wildernde Hunde. Das ist alles traurig, aber wir wollen ja schließlich alle Auto fahren und Landwirtschaft muss auch sein, also tut man das eben so ab. Ist halt so, kann man nix machen.
Das alles heißt wie nicht, dass ich finde, dass irgendwelche Hunde (auch nicht meine eigenen) munter durch die Natur hetzen dürfen. Das muss man als vernünftiger Hundehalter verhindern und das gehört auch unter Strafe gestellt, dafür sollte es Konsequenzen geben.
Wie gesagt, ich wäre beim ersten Mal für Geldbußen und eventuell Verhängung von Leinen- und/oder Maulkorbzwang (wie es ja diverse Bundesländer mit der Einstufung als gefährlicher Hund bereits machen), bei wiederholten Vorkommnissen für Wegnahme des Hundes und je nach Schwere der Vorkommnisse auch für ein Hundehaltungsverbot für die betreffende Person.Nur erstens gehört der Hund nicht für seine Instinkte mit dem Tod bestraft, der ist genauso unschuldig wie das Reh.
Und zweitens gehört ein Hundehalter, dem sowas trotz aller Vorsicht eben "doch mal" passiert ebenfalls nicht mit dem Tod seines Hundes bestraft.Ich find's auch unmöglich, dass der Jäger in Ausübung seines Hobbys (denn die Berufsjäger kann man ja nunmal mit der Lupe suchen) solche Entscheidungen über anderer Leute Tiere treffen dürfen.
Ich bin Tierarzt, ich kann in Teufels Küche kommen, wenn ich einen Hund ohne vernünftige medizinische oder unter Umständen noch verhaltenskundliche (wobei ich zur Stellung einer solchen als Allgemeinpraktikerin eigentlich nicht qualifiziert bin) Indikation einschläfere.
Ein Amtsvet muss unter Umständen durch tausend brennende Ringe springen, bis er ein leidendes Tier erlösen lassen darf oder bis er ein aggressives Tier euthanasieren lassen darf, selbst wenn es schon erhebliche Vorfälle mit Schädigung von Menschen gegeben hat.Ein Hund kann einen Menschen satt krankenhausreif gebissen haben, es gibt immer noch Möglichkeiten für den Besitzer, gegen amtliche und sogar gegen gerichtliche Beschlüsse vorzugehen, er kann sich Sachkunde aneignen, Auflagen erfüllen und so weiter und kann dann den Hund in der Regel behalten, oder der Hund kann auf einem anderen Platz weiterleben (ob das immer so toll ist, ist ne andere Frage, aber keine für diesen Thread).
Aber der Jäger darf in seiner Freizeit, ohne einen weiteren Nachweis von Sachkunde außer dem Jagdschein, ohne Zeugen, ohne Einspruchmöglichkeiten von Seiten des Besitzers oder anderer Parteien, so eine Entscheidung treffen?
Ist sozusagen Kläger, Richter und Vollstrecker in einer Person und zu selben Zeitpunkt? Und as wegen eines im Vergleich relativ nichtigen Vergehens wie der seinem Instinkt folgenden Tötung oder drohenden Tötung eines Tier's einer meistens nicht in ihrem Bestand bedrohten Art?Das ist meiner Meinung nach ein absoluter Anarchronismus.
_________________________________________________________________________
Zum Glück ist es bei uns in der Gegend auch so, dass eigentlich immer erstmal mehrfach gewarnt und auch mit Anzeige beim OA und Bußgeld gearbeitet wird. Ich weiß nur von einem Vorfall, wo ein Jäger in den letzten 10 Jahren bei uns im Kreis einen Hund geschossen hat - der Mann ist seinen Schein danach los gewesen, weil er eben doch nicht so eindeutig im Recht war wie er dachte...
Die Jäger die ich kenne, und das sind sowohl privat als auch beruflich bedingt nicht so wenige, sind da auch nicht so krass. Die meisten mögen Hunde, den meisten ist ihr eigener Köter auch schonmal oder auch schonmal öfter ausgekommen und hat Mist gebaut.
Und die meisten sind auch vernünftig und wissen, was für einen Ärger sowas geben kann und welchen Schaden man dem ohnehin schon schlechten Image der Jäger mit dem Abschuss von Hunden zufügt.
Daher würden die meisten (grade jüngeren) Jäger die ich im echten Leben kenne, nie einen Hund erschießen. Aber ein paar Betonköpfe gibts halt immer und im Internet zu polarisieren ist ja auch lustig. -
Eine Freundin von mir näht wunderschöne und sehr funktionelle Sachen. Will hier keine Werbung machen, aber vielleicht wäre es ok, den Link per PN weiterzugeben? Wenn nicht, dann das Posting einfach löschen...
-
Zitat

(ergänzend) ... und aus Respekt vor den Hundebesitzern, die sich für die Spaziergänge extra Naturschutzgebiete wegen der Leinenpflicht ausgesucht haben, weil ihr Hund schlechte Erfahrungen (tierarztreif) mit freilaufenden Hunden gemacht hat und nun keine fremden Hunde mehr an seinem Genick oder an seinem Popo haben will.
... und aus Respekt vor Spaziergängern, die möglicherweise Angst vor Hunden haben bzw. keine schnüffelnden Hunde an ihrem Bein haben möchten.
Übrigens hat in meiner Gegend auch schon die Polizei im Naturschutzgebiet patrouilliert.
Ich weiß, dass in Naturschutzgebieten generell Leinenpflicht herrscht, halte mich aber auch nicht immer dran.
Meine Hunde haben jagdliches Interesse vor allem an "echtem" Wild, vorwiegend an Rehen und Hasen, zu nem Fuchs sagen sie auch nicht nein.
Vögel und Kleintiere interessieren sie nicht besonders.Sie bleiben auf den Wegen und auf dem Grünstreifen, in Wiesen dürfen sie nicht stöbern. Das große Naturschutzgebiet bei uns vor der Haustür ist eins, weil es dort beträchtliche Bestände an Bodenbrütern und Amphibien gibt (Feuchtwiesen).
Ob ich da nun mit angeleintem Hund auf dem Weg langlaufe oder mit unangeleintem, das juckt Kibitz, Feldlerche und Grasfrosch nicht.
Dafür weiß ich, dass dort tagsüber zumindest auf unserer Lieblingsstrecke normalerweise keine Rehe offensichtlich rumstehen und keine Hasen sichtbar rumhoppeln. Daher ist das für meine Hunde sehr gutes Freilaufgebiet und wir stören die da lebenden Wildtiere (besonders die, wegen denen das Gebiet unter Naturschutz gestellt wurde) leinenlos auch nicht mehr als wenn wir da angeleint laufen würden.Das einzige, was man noch besser machen könnte wäre, dass man dort gar nicht läuft. Das seh ich aber irgendwo nicht ein, denn hundelose Spaziergänger, Jogger, Reiter, der Landwirt mit dem Trecker und der Jäger mit dem Geländewagen sind da auch unterwegs. Da macht unsere Anwesenheit, wie gesagt immer schön auf den Wegen, den Kohl auch nicht mehr fett.
Wäre dort allerdings total gesperrt und niemand dürfte rein (wie es in einem Teilstück wegen Brachvogelbrut ist), würde ich mich auch nicht drüber wegsetzen.Dagegen gibt es Stecken bei uns im Wald (in NRW herrscht auf Waldwegen keine generelle Anleinpflicht), wo ich von der Gesetzeslage her laufen lassen dürfte, es aber nicht mache und auch niemandem dazu raten würde, weil dort erfahrungsgemäß auf jedem Gang mindestens einmal Rehe über den Weg wechseln.
Zum Glück sehen das unsere lokalen Jäger und Bauern ähnlich - wenn die Hunde nicht in den Wiesen rumgondeln und man auch sonst nicht negativ auffällt, dürfen die Hunde auch mal wo abgeleint sein, wo es offiziell nicht erlaubt wäre. Machen die selber ja auch nicht anders.
Also bitte nicht alles in einen Pott werfen... das geschriebene Gesetz ist auch nicht alles. Grade mit nem wirklich jagdtriebigen Hund ist es eh so, dass man überall und rund um's Jahr auf Zack sein muss, nicht nur in Naturschutzgebieten und in der Brut- und Setzzeit (an die ich mich übrigens auch nicht halte bzw in der ich auch nicht mehr oder weniger aufpasse, als ich es eh rund um's Jahr muss).
Wenn man nen eigentlich ganz lieben, eher mäßig jagdlich interessierten Hund hat, der aber unausgelastet und schlecht erzogen ist, dann hilt es dem Wild auch nicht, wenn man sich sklavisch an Anleinpflichten und BuSZ hält, der wird auch außerhalb von Naturschutzgebieten und der BuSZ was zu jagen finden.
Wenn man mehr als drei Hirnzellen hat, dann kann man auch nen relativ triebigen Hund so erziehen und führen, dass man schwarz auf weiß gedruckten Regeln eigentlich nicht bräuchte und der Hund trotzdem seinen Freilauf kriegt.
-
Zitat
Die Jäger, die ich früher kannte, machten da irgendwie auch keinen so konstruierten Bohei drum, wenn ein Hund mal Mist baute. Nicht, dass man da toleranter gewesen wäre, aber es wurden keine seltsamen Argumentation angeführt, sondern schlicht gesagt, dass das unerwünscht ist, basta.
Also nix von wegen: Wenn der Bruno von nebenan das Reh ummacht, ist das viel schlimmer für das Reh als wenn der Herr Müller dagegenfährt oder der Hasso vom Jäger mal wieder stiften geht oder Bauer Schmidt mitm Drescher drüberbrummt.
Sondern es war klar: Der Bruno darf das nicht, der Herr Müller hat triftige Gründe weiter zu fahren, der Hasso ist halt sonst ganz gut zu gebrauchen und der Bauer Schmidt stellt die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln sicher, da wird ihm dann verziehen, dass er nicht voher mal Aktion macht, dass die Ricke das Kitz umsetzt vorm Mähen.
Auch damals gab's die, die geschossen haben, und die, die nicht geschossen haben.Ist heute auch nicht anders, zumindest bei "normalen" Leuten statt bei hysterischen Debatten im Internet.
Die meiner Meinung nach ehrlichen Jäger geben zu, dass andere Todesursachen für Wildtiere ebenso schlimm sind wie vom Hund gerissen zu werden und das diese anderen Ursachen wesentlich häufiger eintreten als der wildernde Hund.
Allen voran der Straßenverkehr und die Landwirtschaft.Für mich ist es daher scheinheilig, was für ein Bohei um die Gefährdung, die für's Wild von wildernden Hunden ausgeht, gemacht wird und vor allem, dass diese immer noch abgeschossen werden dürfen. Sowohl aus Arten- als auch aus Tierschutzsicht gibt es da wirklich größere Probleme für Wildtiere und es gäbe auch andere Lösungen als Abschuss, um das Problem wildernder Hund zu regeln.
Es muss trotzdem nicht sein, dass ein Hund ständig Wild reißt (wobei ich ehrlich glaube, das niemand davor gefeit ist, dass das MAL passiert, ebenso wie ich nicht glaube, dass es Hunde gibt, die an der Straße ohne Leine laufen sollten, weil sie immer hören...), ich bin abslout nicht dafür, dass jeder Bello und Fiffi nun ungestraft durch die Gegend wildern darf.
Deftige Geldstrafen und bei wiederholten Vergehen die Möglichkeit des Entzug des Hundes und Verbot der Hundehaltung würden mir da einfallen. Das entspricht dem Status, den der Hund heute in unserer Gesellschaft hat, einfach mehr.
Katzen sind nochmal ein anderes Thema (auch eins mit Graustufen), aber darum soll es hier ja nicht gehen...
Mir geht's jedenfalls immer auf die Nerven, dass Leute mit eigentlich harmlosen Fiffis, die mit ein bisschen Erziehung durchaus kontrollierbar wären, oder einfach strunzdumme und verantwortungslose Hundehalter, die nicht wissen und nicht wissen wollen, was sie da für einen Maschiene an der Leine haben, es für alle anderen Hundehalter verderben.
Meine eigenen Hunden sind keine Kinder von Traurigkeit wenn's um's jagen geht. Sie sind garantiert nicht mehr abrufbar, wenn ein Reh vor ihnen durchstartet.
Trotzdem können und dürfen sie streckenweise bzw an ausgewählten Orten freilaufen, weil sie eben sonst einen guten Grundgehorsam haben, ich mir die Strecken und Tageszeiten gut aussuche, die Strecken auch kenne und weiß, wo idR Wild steht und so weiter.Ich behaupte mal, ein fast 100%-iger Abruf schützt auch nicht vor schlechten Tagen, wo der Hund dann doch mal nicht so hört wie sonst immer ("Das hat er ja noch NIE gemacht!!!") und wenn alle Hundehalter mal ein Minimum an Hirn aufwenden würden, bevor sie die Leine losmachen, dann wäre auch ohne perfekt erzogene Hunde schon einiges zu machen...