Beiträge von Marula

    Es muss sich ja auch keiner persönlich auf den Schlips getreten fühlen (es sei denn der Schuh passt halt), mir ist aber diese angebliche Faulheit der Hunde um die eigene Faulheit zu überdecken durchaus schon ein paar Mal in der Realität begegnet.

    Und wie gesagt, meine Salukihündin ist auch kein Fan von Wasser von oben. Ich hab aber nicht den Luxus, dass ich eben immer warten kann bis es aufhört zu regnen, ich hab 2-3 Stunden Mittagspause und nutze die zumindest im Winter für den großen Spaziergang (im Sommer gern abends, im Winter ist es dann halt schon zappenduster). Wenn's dann regnet, dann müssen die halt trotzdem raus, und wenn es dann immer nur Pipirunden gäbe, dann würden die Hunde irgendwan mit Muskelatrophie auf der Couch anwachsen... :D Scheißwetter ist in Deutschland schließlich nicht so selten.

    Und siehe da, oh Wunder, ist man erstmal unterwegs, im Herbst/Winter vielleicht mit nem Mantel, dann macht das Wetter auch gar nicht mehr so viel, dann ist der Hund auch bei Regen gern unterwegs, auch wenn an der Tür erstmal der Rückwärtsgang eingelegt wird. Geht mir vom Gefühl her auch nicht anders, ich muss mich auch erst überwinden, aber dann ist's eigentlich ganz schön. Vielleicht ein Fall von "Wie der Herr, so's G'scherr"?

    Das die am Wochenende auch gern mal länger schlafen oder morgens, wenns kalt und duster ist, auch eigentlich noch gar keine Geschäfte machen müssen, finde ich auch sehr angehem. Wenn ich frei hab nutze ich das auch redlich aus. Wie nervig es sein muss, jeden Tag um Punkt X Uhr vom Hund aus dem Bett geworfen zu werden weil er raus will...

    Naja, 45 km am Rad sind sicher etwas übertrieben.

    Aber das gegenteilige Extrem mag ich auch nicht: "Windhunde sind SPRINTER, die wollen nicht lange spazieren gehen! Wandern ist nix für Windhunde! Joggen ist zu stupide für Windhunde, außerdem sind es ja SPRINTER! Radfahren - bloß nicht, das sind doch SPRINTER!!!"
    Und dann geht man zwei mal am Tag 30 min an der Leine, lässt den Hund sonst in den Garten und fährt Sonntags auf Ausläufe oder auf die Rennbahn. Dabei gehen meine Hunde wie jeder andere Hund gern stundenlang spazieren, haben überhaupt kein Problem mit joggen und radeln und ganztägige Wanderungen sind immer ein Highlight. Und ich kann mir nun nicht vostellen, dass ich solche Ausnahmeexemplare erwischt hab.

    Das sind dann auch oft die Leute, deren Hund bei Regen angeblich total verweigert und gar nicht raus will. Ja, meine Salukihündin ist auch nicht wild auf Regen. Aber wenn es nicht grade aus Eimern schüttet, dann reißt sie sich nach ein paar m zusammen (wie ich auch, wenn ich mich erstmal überwunden hab rauszugehen) und geht dann auch munter im Regen spazieren.
    Klar ist sie nicht so wetterfest wie ein Neufundländer, ist ja auch ein Wüstenhund, aber ich glaub viel ist auch eigene Bequemlichkeit der Besitzer. Ist ja viel schöner wenn man sagen kann, dass der Hund bei schlechtem Wetter gar nicht will (und ja, manchmal ruhe ich mich auch drauf aus, dass die Hunde gleich wieder kehrt machen wenn die Tür aufgeht und es regnet), als wenn man zugeben muss, dass man selber den Arsch nicht hochkriegt.


    Hunde sind als domestizierte Wölfe erstmal alle Langstreckenläufer, weil der Wolf nunmal ein Langstreckler par excellence ist und die grundsätzliche Biologie die gleiche ist. Für Hundeverhältnisse sind dann wieder alle Windhunde Sprintspezialisten, auch die "Langstreckler" wie die Orientalen und die Galgos. Das ist relativ zu sehen.

    Grey und Whippet sind sicher die extremsten Sprinter, die Orientalen stellen das andere Ende des Windhund-Spektrums dar, alle anderen Rassen sind irgendwo dazwischen.
    Das heißt aber nicht, dass ein gesunder Greyhound nicht auch ohne weiteres ne 20 km Ausdauerprüfung am Rad laufen kann ohne dafür speziell trainieren zu müssen!!! Er muss und kann nur keine zwei Stunden am Tag rennen (mit Höchstgeschwindigkeit nichtmal 5 Minuten...) wie Laien immer glauben.


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    Letztens habe ich einen jungen Afghanen getroffen (5 Monate). Dieser scannte bereits in diesem zarten Alter seine Umgebung ab! Derartiges Verhalten kenne ich von meinem Ares (noch) nicht. Er hat zwar ordentlich Jagdtrieb, klar, aber das er bewusst Ausschau hält ist mir noch nie aufgefallen. Habe ich nur Glück, kommt das mit dem Älterwerden, oder...?


    Kann noch kommen wenn er älter wird. Aber oft sind Greyhounds da relativ entspannt. Die haben zwar meistens einen hammermäßigen Hetztrieb (nicht umsonst ist "Would chase through a brick wall!" ein Lob in der englischsprachigen Renn-Greyhoundszene), aber sind sonst recht menschenorientirete Hunde und oft auch reine Sichtjäger, die wenig aktiv nach Wild suchen, sondern die warten, dass es ihnen zugetrieben wird oder es zufällig aufspringt. Ausnahmen bestätigen die Regel. ;)

    Beim Rüden tendiere ich zu "so alt wie möglich". Es gibt bei meiner Rasse nicht so viele und so verbreitete gesundheitliche Probleme, aber ein paar halt schon, und das sind leider alles solche, auf die man nicht testen kann und die sich erst im mittleren bis höheren Alter zeigen. Namentlich vor allem Dilatative Kardiomyopathie, oft so ab 4-6 Jahren aufwärts, und gelegentlich Hämangiosarkome der Milz und des Herzens sowie ebenfalls gelegentlich Autoimmunerkrankungen, da vor allem Autoimmune Hämolytische Anämie. Also alles richtig, richtig böses Zeug, das kein Mensch haben will.

    Bei den Hündinnen setzt einem die Biologie nunmal Grenzen, da muss man irgendwann im ersten Lebensdrittel bzw maximal noch in der ersten Lebenshälfte den ersten Wurf machen und dann halt gucken, ob die Hündin und ihre Gschwister und andere Verwandte gesund alt werden.
    Bei nem Rüden, der mit 9 oder 10 noch topfit ist (ist bei Salukis nicht selten) und im Doppler noch ein super Herz hat, da kommt wahrscheinlich auch nix mehr mit DCM. Und auch die anderen Sachen wären wahrscheinlich schon aufgetaucht, wenn sie in der Linie weit verbreitet wären.


    Schön ist natürlich, wenn ein Rüde schon Nachzucht hat, die man beurteilen kann. Das setzt voraus, das jemand anderes mutig ist und einen jungen Rüden nimmt.
    Bei Rassen, wo es die Regel ist, dass ein Deckrüde mehr als ein oder zwei Wurfe zeugt, ist das sicher ein größeres Thema. Bei Salukis zeugen sehr viele Rüden in ihrem ganzen Leben eh nur ein, zwei Würfe, da fällt das Thema Nachzuchtbeurteilung oft etwas unter den Tisch, zum guten wie zum schlechten.

    Hm, wie gesagt, den nordischen bzw asiatischen Anteil könnt ich mir vorstellen. Ob das nun ein Akita war oder was anderes aus der Richtung, da würde ich mich nicht festlegen wollen.

    Es ist ja auch so, er hat ja eine sehr klassische Hundeform. Hochbeinig, schlank (aber eben nicht wirklich windhundig), kompakt, normal langer Fang, normal lange Rute, mittelgroße Stehohren, mittellanges, stockhaariges Fell, mittelgroß...
    Überall auf der Welt tendieren Hunde zu genau dieser Form, wenn man sie sich ein paar Generationen lang mehr oder weniger ungestört paaren lässt. Siehe eben Dingos (die australischen und die aus Neuguinea), Carolina Dogs, Canaan Hunde, InDogs, Africanis und ähnliche. Google mal Schensi Hunde.

    Damit will ich nicht sagen, dass dein Hund so ein halbwilder/verwilderter Hund war/ist oder direkt von diesen Typen abstammt. Aber wenn man Schäferhundtypen, was spitzartiges, den einen oder anderen Jagdhund usw ein paar Generationen einfach machen lässt, dann kann da gut was rauskommen, was so ausssieht wie deiner. Könnt gut sein, dass er eben ein waschechter Mischling aus Mischlingen ist, ein Produkt freier Liebe sozusagen. :D

    Ich hab schon die wildesten angeblichen Mischlinge relativ exotischer Rasse aus dem Auslandstierschutz und auch aus deutschen Tierheimen gesehen. Und auch genug Hunde, die als Rassehunde vermittelt wurden obwohl sie bestenfalls Mischlinge aus der angegeben Rasse sind.
    Oft ist das Unwissenheit, grade im Auslandstierschutz sind oft auch lokale Rassen den hiesigen Tierschützern nicht so vertraut. Manchmal wird wohl auch ein Hundebuch durchgeblättert und einfach geguckt, was am ähnlichsten aussieht...
    Selten ist es auch mal Absicht, um zum Beispiel Listenhund-Anteile in einem Mix zu verschweigen.

    Im Auslandstierschutz würde ich immer dann anfangen zu zweifeln, wenn relativ seltene und nicht wirklich landestypische Rassen drin sein sollen. Ich mein, möglich ist alles, aber ist es auch wahrscheinlich?
    Macht deinen Hund absolut nicht schlechter, aber so würde ich erstmal sagen, dass das einfach ein undefinierbarer schlanker roter Mischling mit spitzen Ohren ist. Nen nordischen Anteil würde ich da eher sehen als nen mediterranen.

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    Die schaut ja irre zierlich aus, wie ein Windspiel.


    Eine Freundin hatte auch mal einen Whippet in diesem Typ und meinte, das wäre eine typische Vertreterin von "klassisch englischen" Linien. Ob's stimmt weiß ich nicht, dazu kenn ich mich mit Whippetblutlinien zu wenig aus. Mir gefallen sie so jedenfalls gut, eher zierlich, sehr kurvig und schön trocken.
    Ooooooder halt als übergroße Renner im Typ eines Mini-Renngreys - ist mir zwar klar, dass das nicht rassetypisch ist, aber ich mag's halt. ;)
    Nur die schwammigen, langlinigen, überwinkelten Showies mag ich nicht.

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    Da er im Tierheim geboren wurde in Rumänien kann man wohl mit recht großer Sicherheit sagen dass zum großen Teil Podenco und Akita drin stecken.


    Wo hatten sie denn im rumänischen Tierheim den Podenco her und wer hat den als solchen identifiziert?

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    Ares stammt aus einer reinen Showlinie, nur i-wie fühle ich mich auf Ausstellungen Fehl am Platz, bin nicht der Typ dafür.


    Mit nem Showie kann man auch ganz gut zum Coursing gehen, da haben die oft Spaß dran und sind auch gnaz gut, da es da nicht so auf Geschwindigkeit ankommt bzw sie nicht das einzige Kriterium ist. Und wenn man gern Pokale gewinnt, kann man sich mit nem Greyhound beim Coursing mal so richtig austoben, da hat man wenig Konkurrenz (weil kaum Greys zum Coursing gehen...). :D
    Rennbahn würde wohl auch gehen, aber dann eher auf'm Training und rein zum Spaß für den Hund, weil ein Showgrey nunmal von den Zeiten her nicht mit den Rennern mitkommt. Was dem Hund ja aber egal ist.


    Aber muss ja auch alles nicht, meine Jungs (verstorbener Longdog mit überwiegend Greyhound und berenteter Renngrey) fühlten und fühlen sich mit "nur" Spazierengehen einschließlich ausgiebigem Freilauf in Wald und Wiese auch sehr wohl.

    Tengri:
    Wahnsinn wie wollig die Kleenen sind, war Altai auch so? Erinnere ich mich gar nicht mehr dran von den Fotos, und ich glaub als ich sie das erste Mal gesehen hab war sie auch noch kein Jahr alt (11 Monate glaub ich?) und sah schon ganz "normal" befedert aus. Aber süß, der ganze Babyflaum.
    Sind denn jetzt immer noch drei da? Ich dacht der eine zieht demnächst um?

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    Marula jetzt hast du mich neugierig gemachtm, was für spezielle Rassen hast du denn bzw wirst du aus Finnland bekommen =)


    Ich hab Salukis. Israel, wo mein erster Luki herkommt, ist halt ein Ursprungsland der Rasse, insofern bietet sich das ja an.
    Die Züchterin in Finnland von der ich einen Hund möchte, züchtet auf Basis von Importhunden aus dem Nahen Osten (verschiedene Linien, der aktuelle Wurf ist z.B. syrisch/iranisch, die Großeltern mütterlicherseits hat sie selber vor einigen Jahren aus Syrien importiert, der Vater ist in den USA gezogen aus Iran-Importen).
    Es gibt in Deutschland auch ganz tolle Salukis, keine Frage (auch welche mit direkter Import-Verwandschaft, die Vaterlinie von meinem hoffentlich zukünftigen Hund ist zum Teil z.B. auch in Deutschland vertreten), aber eben nicht genau solche und dieser Kombi. Und zudem gefällt mir halt auch was sie an Untersuchungen mit ihren Zuchthunden macht und wie sie mit Krankheiten von ihre gezüchteter Hunde umgeht. Und die ganze "Linie" dieser Zucht, die Vision sozusagen.

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    das habe ich für Spanien auch schon gehört, dass die Standards bezügl der Aufzucht anders sein sollen, aber wenn sonst alles passt?? ein bisschen sozialisation wär mir halt auch wichtig.


    Dun findest in Spanien je nach Rasse durchaus Hunde, die genauso aufgezogen sind wie hier üblich. Aber eben auch andere, grade bei Jagd- und Gebrauchshunden ist reine Außen- bzw Zwingerhaltung noch wesentlich verbreiteter als hier. Was auch nicht schlechter sein muss, solange sonst was mit den Welpen passiert und sie nicht nur irgendwo die Wand angucken.

    Ich hab meinen Hund im Juni einzeln einäschern lassen. Wir waren nicht dabei, ich hab dem Krematorium (Rosengarten) einfach mal vertraut, dass sie auch wirklich nur meinen Hund einäschern wenn ich dafür extra zahle. Wirkte jedenfalls alles recht seriös.

    Jedenfalls haben wir ihn ca. 10 Tage später wieder abgeholt und die Asche dann an einem schönen Ort im Wald verstreut, wo wir immer gern waren.
    Eine Urne im Wohnzimmer will ich nicht, finde ich etwas morbide und ich hab schon genug Staubfänger.
    So haben wir einen Platz, den wir immer wieder besuchen können und wenn ich mal umziehe, dann hab ich nicht das Problem, dass die neuen Hausbesitzer den Garten umgraben und meinen da begrabenen Hund wieder ausbuddeln bzw auf den Platz wo ich ihn versteut hab nen Koiteich setzen oder so.

    Im Garten meiner Eltern liegen diverse Kleintiere (Meerschweine, Vögel...) begraben, was mir nicht so wichtig ist, und meine geliebte Katze. Das finde ich wiederum nicht so lustig, wenn ich mir vorstelle, dass das Haus mal verkauft wird und jemand gräbt ihr Grab um.
    Und auch so finde ich begraben einfach nicht so schön, möchte auch selber nicht beerdigt, sondern kremiert und verstreut werden (am liebsten am selben Ort wie meine Hunde).

    Bei nem größeren Hund ist begraben auch einfach eine ganz schöne Arbeit, selbst wenn man nen Platz hat - für meinen 70 cm/30kg Hund hätten wir ein ganz schön großes Loch gebraucht, das will erstmal gebuddelt sein. Und da, wo ich ihn (wenn überhaupt...) gern begraben hätte, ist der Boden steinig und voller Wurzeln, da hätte man ein paar Spitzhacken, ne Säge, zwei starke Männer und mindestens nen halben Tag Zeit gebraucht.

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    Ich will jetzt selber zwar keinen Barsoi aber ich find das spannend, wenn man eine "neue" Rasse möchte und Informationen braucht, die Züchter vielleicht nicht ganz so gerne rausgeben.... gibt es da beim Windhund-Verband ganz offene Beratung? Oder wie würde man da ran gehen? Hört man da "Getuschel" auf diversen Veranstaltungen? Da hat man es als Neuling ja wieder richtig schwer, gutgemeinte Insidertipps von fiesen Rivalitäten zu unterscheiden...

    Man kann sich zwar beim DWZRV als Welpeninteresent mit Fragen an das jeweilige Zuchtkommissionsmitglied der Rasse wenden, aber wie gut da nun die Infos sind variiert sicher, sind ja auch nur Privatleute die das ehrenamtlich machen und die Meinungen und Erfahrungen sind halt unterschiedlich.

    Letztlich bleibt tatsächlich nur selber fragen und forschen. Bei den Salukis ist es jetzt, nach 5 Jahren und nachdem ich den ersten Luki schon etwas hab so, dass ich so langsam nen gewissen Überblick kriege wer mit wem und woran was wahres ist und was nur Gerücht ist.
    Und man braucht ja auch seine Zeit, um sich ne eigene Meinung zu bilden - was für den einen ein rassetypisch veranlagter, zurückhaltender Orientale ist, ist für den nächsten ne scheue Charakterkrücke, was einer für umgänglich und leicht erziehbar hält, das ist für nen anderen uU hochschwierig und kaum in den Griff zu bekommen.