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Jetzt noch mal von vorne: wer von Euch war schon mal bei einer Schlachtung dabei? Da wird die Sau, Kuh, was auch immer erst mal aufgehängt, ausgenommen, versäubert und dann in handlichen Stücke zerteilt. Das landet alles zusammen erst mal in einer Wanne. Vor allem bei großen Schlachtereien wird da nicht alles säuberlich mit dem Messer abgetrennt, da gibt es einen kräftigen Ruck an der Gurgel und alles fällt raus - und der Inhalt von so manchem verteilt sich überall. Ist so.
Hab ich nicht so erlebt.
Es wird betäubt (beim Rind meist Bolzenschuss), aufgehängt, ein Kehlschitt gemacht. Ausgeblutet. Abgehäutet, Schwanz und Beinenden mit Hufen entfernt.
Dann Bauchdeckenschitt, die Darmenden werden verschlossen damit kein Darminhalt mit Fleisch in Berührung kommt, der Anus umschnitten, das Darmpaket wird rausgezogen - Mägen und Darm pladdern in eine Wanne mit Rutsche, weg vom restlichen Körper. Das Geschlinge (Kehlkopf, Luftröhre, Lunge... da ist im Zweifel die Schilddrüse mit dran) und die Leber werden einzeln aufgehängt und am Band begutachtet, ebenso die zu diesem Zeitpunkt abgetrennten Köpfe mit der Zunge.
Die genusstauglichen Lebern und Zungen gehen in jeweils eine Kiste, die anderen auf die andere Seite in eine andere. Das Geschlinge (mitsamt eventuellen Schilddrüsenteilen) geht am Band automatisch in eine andere Richtung und kommt in gesonderte Behälter, die dann eben meist ins Tierfutter gehen. Da wird nicht extra Schilddrüse entfernt, die bleibt dran - ein Teil halt an der Luftröhre, ein Teil kann auch im Stichfleisch sein. Das ist ein ziemlich schlibbriges, schlecht abgegrenztes Ding und auch nicht sehr groß, um die extra zu entfernen müsste man ziemlich suchen und pulen.
Die Köpfe gehen wieder in eine andere Richtung und werden manuell abgefleischt (Kopffleisch).
Der ausgenommene, kopflose Tierkörper ist in der Zeit längs zerteilt worden, man hat dann zwei Rinderhälften. Das ist dann ja nur noch schieres Muskelfleisch und Knochen. Das kommt, sobald die Organe wie oben beschrieben raus sind, was idR ziemlich sauber und präzise passiert, NICHT mehr damit in Berührung, sondern schwebt seperat durch die Gegend, wird begutachtet, kommt dann in die Kühlkammer und wird erst nach dem abhängen (auskühlen + Fleischreifung) weiter zerteilt, weil das Fleisch sonst zu viel Wasser verliert.
Es wird strikt von "dreckig" (nicht gehäutete Tiere mit Hufen und allem) zu "sauber" (enthäuteter, ausgeweideter Tierkörper) gearbeitet. Die Arbeiter dürfen in der Regel die Stationen nicht tauschen.
Alles zusammen in eine Wanne ist höchstens bei Hausschlachtungen der Fall, grade auf großen Schlachthöfen (EU-zugelassen) geht es so oder ähnlich zu wie ich beschrieben hab.
Insofern halte ich es für unwahrscheinlich, dass in rohem Muskelfleisch, welches kein Stichfleisch oder eventuell noch Kopffleisch ist, Schilddrüsengewebe drin ist, da das damit nicht in Kontakt kommt.
Geht schon von der Schwerkraft her nicht, das geschlachtete Tier hängt mit dem Kopf nach unten, selbst wenn die Schilddrüse irgendwo hin pladdern würde (was sie nicht tut, das ist Drüsengewebe, aber nicht flüssig oder so...), dann höchstens noch auf den Kopf, also auf's Kopffleisch.
Der ganze Rest vom Tier hängt oberhalb davon und kommt damit nicht in Berührung.
Eigentlich ist das Problem ja einfach zu vermeiden: Luftröhre/Stross und Kehlköpfe nur gelegentlich als Leckerchen verfüttern, Stichfleisch und Kopffleisch meiden, Geflügelhälse meiden. Dann ist man so oder so auf der sicheren Seite. Und sonst halt Fleisch am Stück kaufen bzw an der Kühltheke im Supermarkt, da ist man dann relativ sicher, dass man wirklich die Stücke kauft die draufstehen.
Ansonsten, irgendwelche bindegewebsreichen superbilligen Rindermixe mit nem großen Anteil an Kehlkopf und Stross, da muss es einen dann auch nicht wundern wenn da Schilddrüsengewebe drin ist.