Beiträge von Marula

    Also Irische Wolfhunde kommen bei uns insbesondere wegen Knochenproblemen, Krebs und Lungenentzündungen. Die hatte ich aber ehrlich gesagt gar nicht in meiner "Windhundekategorie" eingeordnet.


    Die Lungenentzündungen sind auch ein Thema, ja. Warum auch immer, aber irgendwie kann sich bei den Wölfen ein einfacher "Zwingerhusten" oder andere nichtige Infekte praktisch über Nacht zu ner ausgewachsenen Pneumonie auswachsen. Ich hab zwei solche Fälle mitbekommen (einen während der Praktikumszeit an der Uni, einen im Windhunde-Bekanntenkreis). Im zweiten Fall war es auch so, dass die Züchterin auch gleich Bescheid wusste, die hatte von diesem Problem wohl schon öfter gehört, es sind also keine kompletten Einzelfälle.
    Herz hatte ich oben noch vergessen, meistens wohl DCM.

    Und dass die wenigsten Leute die auf Anhieb zu den Windhunden stellen sagt ja schon alles in puncto "Übertypisierung". Der Standard gibt vor:
    Mindestgrösse: Rüden: 79 cm, Hündinnen: 71 cm.
    Mindestgewicht: Rüden: 54,5 kg, Hündinnen: 40,5 kg
    Finde heute mal einen IW, der so klein und schmächtig ;) ist. Unter 80 cm geht gar nix, die meisten sind eher deutlich Richtung 90 cm, teils sogar mehr.


    Diese Einkreuzung ist das beste Beispiel dafür, wie und warum man es NICHT machen sollte.
    [...]
    Ich bin froh, daß Hunde aus dieser "Designerkreuzung" und Abstammung in den VDH-Vereinen Zuchtverbot haben!!!! Hier kämpfen vernünftige Züchter gegen Übertypisierung und "Vermopsung" des Boxers an, in GB findet ein Spinner aus sinnlosestem Grund Freude dran, das andere Ende der Wirbelsäule mutwillig zu verkrüppeln! :rotekarte:


    Ja, stimmt alles, dennoch ändert es nix an der Anschaulichkeit des Beispiels.

    Es wird ja oft sogar bei eng verwandten und eh schon sehr ähnlichen Rassen (die man als Laie teilweise sowieso schon kaum auseinanderhalten kann oder die sich nur durch Farbe, Größe oä unterscheiden und sonst praktisch identisch sind) Ängste geschürt werden von wegen "Typverlust für immer, das kriegen wir NIE WIEDER raus!". Das lässt sich damit ganz schön widerlegen.

    Marula, ahhh - auch sehr interessant! Ich habe jetzt mal kurz nachgedacht und muss sagen, dass wir wirklich auffällig wenige Windhunde mit ernsthaften Erkrankungen als Patienten haben. [...]
    Wie sieht das bei euch aus?


    Dito, aber man muss aben ehrlicherweise auch sagen, dass die meisten Windhundrassen ja extrem selten sind, mit Wurfzahlen im (oft niedrigen) zweistelligen Bereich und fast keiner papierlosen Zucht.
    Und selbst die zahlenmäßig stärksten Windhundrassen sind immer noch selten.

    Auch muss man da ziemlich nach Rassen unterscheiden.
    Von Irish Wolfhounds würde ich mich jedenfalls fernhalten, wenn ich einen gesunden, langlebigen Hund wollte. Riesenrasse halt... Magendrehungen, Osteosarkome und andere Tumoren, idiopathische Epilepsie und einfach generell ziemlich empfindlich. Zwei Jahre zieht man sie auf, zwei bis drei Jahre sind sie fit und dann fangen sie an zu altern. Wenn sie den zweistelligen Bereich erreichen, ist das schon recht gut.

    Deerhounds sind ja noch wesentlich seltener, aber auch da hört man viel von Osteosarkom, Epilepsie und Allergie/Atopie sowie Autoimmungeschehen.

    Barsois hab ich nicht so im Blick, außer dass sie auch häufiger mal Magendreher haben und DM wohl ein Thema ist.

    Der Greyhound kann sich mit dem traurigen Fakt rühmen, die Hunderasse mit der höchsten Inzidenz für Osteosarkome quer durch alle Rassen zu sein. Außerdem gibt es häufiger mal Systemische Lupoide Onychodystrophie und Pannus, die ja beide vermutlich einen autoimmunen Hintergrund haben. Dann können Greyhounds noch maligne Hyperthermie haben (sehr selten, man kann drauf testen, macht aber bisher kaum einer) und in den Showlinien kommt die Greyhound-Neuropathie vor, eine autosomal rezessiv vererbte Neuropathie (duh...) und (in Show- wie in Rennlinien) verschiedene Blutgerinnungsstörungen.
    Und Greyhound-Corns, das sind so fiese "Dornwarzen" in den Pfotenballen, von denen kein Mensch weiß, wo sie eigentlich herkommen, aber die fast nur Greyhounds und gelegentlich andere Windhunde (Galgos, Whippets, IWs...) betreffen.

    Bei Whippets gibts wohl auch idopathische Epilepsie, Herz (was genau weiß man wohl noch nicht, es wird nicht flächendeckend Herz geschallt, aber es gibt wohl immer mal wieder plötzlichen Herztod) und den Myostation-Gendefekt (gleicher Effekt wie bei Blauweißen Belgiern, praktisch Hunde als Dopplelender).

    Sloughis haben PRA, wird bei ihnen autosomal rezessiv vererbt und muss in De verpflichtend getestet werden für die Zucht.

    Bei Afghanen gibt es juvenilen Katarakt und DCM - wie bei Saluki muss vor Zuchteinsatz das Herz geschallt werden.

    Bei Galgos (also die mit Papieren) gibts wohl auch einzelen Fälle von idiopathischer Epilepsie.

    Azawakhs ebenfalls, außerdem hab ich mal von einem Azi mit Radius Curvus Syndrom gehört.

    Aber wo wir gerade bei Windhunden sind: Wie ist das mit italienischen Windspielen? Ich hab mir mal sagen lassen, die bekommt man fast gar nicht aufgezogen ohne mindestens eine Fraktur. Ist das völlig übertrieben? Da gibt es auch eine amerikanische Varietät die weniger zerbrechlich ist, oder?


    Naja, das ist wohl schon etwas übertrieben (also das praktische jedes Spielchen das hat), aber sie neigen tatsächlich sehr zu Frakturen der langen Röhrenknochen.

    Und das (sorry liebe Windspiel-Fans) gehört für mich ganz klar auch in den Bereich Qualzucht.
    Die ganzen Sachen oben, bei den anderen Rassen, sind typische Erbkrankheiten: keiner wollte das so, es hat sich eingeschlichen, bis sie ausbrechen sind sie unsichtbar und zumindest manche Leute versuchen da auch was gegen zu tun, mit mehr oder minder großem Erfolg.
    Das die Spielchen so zu Knochenbrüchen neigen liegt aber wahrscheinlich, wie bei Prager Rattler und Zwergpinscher auch, einfach an der besonderen Zartheit und diese Anatomie, die geringe Größe und der feine Knochenbau, sind ja durchaus gewollt und so gezüchtet.

    Es heißt dann auch immer, Windspiele seien halt besonders temperamentvoll/"größenwahnsinnig", deswegen würde das passieren - mag ja sein, aber sollte man sie dann nicht mit so viel Substanz züchten, dass ihre Knochen ihrem Temperament gewachsen sind?
    Die US-Windspiele, die etwas größer und stabiler sind, haben dieses Problem auch - ob sie es ebenso häufig oder seltener oder häufiger haben weiß ich nicht, aber es ist auch dort ein Thema.
    Whippets dagegen haben diese erhöhte Risiko nicht. Irgendwo dazwischen muss also die unsichtbare Trennlinie liegen, wie viel Substanz so zierlich gebauter Hund noch haben muss, um stabil genug für's normale Leben zu sein - da müsste man meiner Meinung nach hin.
    Denn so ein Knochenbruch tut nunmal schrecklich weh und man hat jedes Mal das Narkoserisiko bei der Versorgung und oft neigen die Spielchen dann auch noch zu Frakturheilungsstörungen (keine ausreichende Kallusbildung z.B.) und sind danach für's Leben mit ner krummen Gliedmaße gehandicaped.

    Sowas braucht doch keiner, am wenigsten der Hund (ich hätte da aber auch herzlich wenig Lust drauf - schlimm genug, dass einem das auch so noch mit jedem Hund passieren kann. Abgesehen davon ist so eine chirurgische Frakturversorgung ja auch arschteuer!).
    Auch wenn einem sowas kleines, zartes gefällt, ist da dann für mich wieder die Grenze, wo die Gesundheit bzw die Lebenstüchtigkeit des Hundes über dem menschlichen Geschmack steht.


    Und wo wir schon dabei sind, schwenken wir von den Plattnasen doch mal zu den Langnasen. Ami-Nasen sind ja noch länger als Briten-Nasen. Mein verstorbener Collie-Mix war ja herzkrank und der hat recht häufig die Lefzen beim Atmen aufgepustet. Ich habe das immer als ein Symptom seiner Herzkrankheit gedeutet. Nun macht Finlay das auch manchmal und ich war anfangs recht panisch und hab den untersuchen lassen. Der ist herzgesund.
    Seine Züchterin meint, das ist normal für Collies. Erinnert mich doch jetzt arg an gewisse Sätze der Plattnasendiskussion :roll: Der langen Rede, kurzer Sinn: ist das ähnlich kritisch zu betrachten, wie eine zu kurze Nase? Was macht das mit den Atemwegen?

    Um sich vor Augen zu führen, was für einen Köpffrom bei den Langnasigen effektiv und funktional ist, braucht man sich bloß auf Arbeitsleistung (und da eher auf Jagd- als auf Rennleistung) gezogene Windhunde angucken.
    Die mögen, wenn man "normale" Hunde gewöhnt ist erstmal extrem aussehen, aber ist eine Form, die es fast unverändert seit Jahrtausenden gibt und die sich auch bzw grade da hält, wo nur Arbeitsleistung und Ergebnisse zählen und wo Hunde, die nicht kerngesund sind, eh nicht alt werden: Bei russischen und zentralasiatischen Jägern, bei spanischen Galgueros, im Maghreb und Sahel und im Nahen Osten bei diversen Bedouinenvölkern...

    Mal bei den Salukis, weil ich mich da am besten auskenne... das sind alles Hunde, die entweder selber erfolgreich gejagt haben, oder Verwandschaft haben, die es tut:
    http://www.thesalukiarchives.com/pics/medium/22…50ad259ba48.jpg
    http://www.moshiresalukis.com/images/kiowa.jpg
    http://www.thesalukiarchives.com/pics/medium/23…685b12347e7.jpg
    http://www.saluqi.com/Star Wars Litter/flirt_VLC.jpg
    http://www.hawksviewhounds.com/yahoo_site_adm…4200026_std.jpg
    http://www.oocities.org/midbars/klelahlie.JPG
    http://www.saluki.co.nz/images/Gingit.jpg

    Aus diesem Zwinger hab ich meinen jüngsten, das sind ausschließlich Blutlinien auf Basis von Direktimporten aus verschiedenen Ländern des Nahen Ostens, deren direkte Vorfahren dort natürlich auch noch gejagt haben:
    http://www.qashani.com/endex.html

    Beim rumklicken auf dieser Seite kann man auch viele funktional gebaute Windhunde sehen, die ihren Job noch erledigen können:
    http://www.jagdwindhund.com/jagdwind/

    Ein Hund, der seine Beute niederrennen soll, der muss körperlich absolut topfit sein, ohne ein optimal funktionierendes Herz-Kreislauf-Sytem, tiptop Atemwege und ein 1A Bewegungsapperat geht es nicht.

    Ein Tier, das auf Geschwindigkeit ausgelegt ist, braucht einen starken "Motor" (Muskeln), der nunmal ein bisschen was wiegt, und sollte ansonsten wenig Ballast mit sich rumschleppen = leichter Knochenbau, wozu eben auch ein verhältnissmäßig kleiner, schmaler Schädel gehört.

    Das darf aber nur bis zu einem gewissen Grad gehen - wird der Knochenbau zu zart und leicht, dann hält er der Belastung während des Laufs nicht mehr stand, und wird der Schädel gar zu schmal und "edel", dann sind die Kiefer nicht mehr stark genug, das Wild auch in vollem Lauf zu packen und der Hinterschädel bietet nicht mehr genug Ansatzfläche für kräftige Kiefermuskeln, um es zu halten und zu töten.

    Man sieht das sehr schön an den verschiedenen Windhundrassen - der Galgo als ausgesprochener Hasenjäger kann sich einen besonders schmalen Kopf leisten, Taigan und ursprüngliche Afgahen liegen am anderen Ende des Spektrums, sie nehmen teils auch kleinere Huftiere und routinemäßig Fuchs und Schakel an (In Ausnahmefällen sogar Wölfe) und haben einen ausgesprochen kräftigen Kopf mit ordentlich Kiefermuskeln, sehr ausgeprägtem, starkem Unterkiefer und großen Zähnen.


    Man muss ganz klar sagen, dass man es mit Sicherheit auch mit der Langköpfigkeit übertreiben kann. Man könnte es sicher auch noch weiter und weiter machen und würde dann irgendwelche Probleme bekommen - bei der wohl extremsten Langnase, dem Barsoi, die heute in den extremsten Ausprägungen zusätzlich auch noch einen sehr schmalen und konvex gebogenen Schädel und Fang haben, hat man es heute schonmal, selten, dass die einen Fangzahnengstand haben, also dass untere und obere Fangzähne sich in die Quere kommen und einander abnutzen, was schmerzhaft und ungesund ist. Das ist ganz klar ein Warnsignal "Bis hier hin und nicht weiter!" bzw eigentlich für "Einen Schritt zurück, bitte".
    Wenn man sich Fotos von alten Barsois und von modernen Barsois aus noch jagdlich genutzten Linien anguckt, hat man da die selbe Leier wie bei vielen Rassen: Die Ausstellungshunde sind größer, haben mehr Fell, einen "edleren", schmaleren Kopf, einen runderen Rücken usw usf.

    Bei den Afghanen genauso, da werden die Kopfe auch immer schmaler und länger, das fell immer üppiger, die Winkelungen immer extremer... eben diese karikaturhafte Übertreibung, die man bei vielen Rassen hat.

    Auch bei Salukis mag ich die "Bleistiftköpfe" nicht. Meine Hündin (siehe Ava, Direktimport aus Israel, Großeltern väterlicherseits sowie die Mutter haben noch gejagt) ist schon hart an der Grenze für viele was die Breite und Rundheit des Schädels angeht (machen Leuten ist sie zu "klobig"), auch hat sie einen ziemlich kurzen Fang.
    Viele Salukis auch aus hochfunktionalen, jagdlich eingesetzten Linien haben schmalere Köpfe und längere Schnauzen als sie, siehe die verlinkten Fotos oben. Mein Rüde jetzt (Großeltern mütterlicherseits kommen aus Syrien, die Großeltern und Urgroßeltern väterlicherseits aus dem Iran, Geschwister des Vaters sind in den USA erfolgreich im Einsatz) ist auch ein bisschen "edler" von Typ her mit nem feineren Kopf als sie - aber schon noch mit ordentlich Substanz.

    Aber so Köpfe die praktisch nur aus langer Nase bestehen und wo der Oberschädel nur geringfügig breiter ist als der Fang und das Occiput wie ein Dorn hervorsteht, die mag ich nicht - auch wenn ich bisher keinen Saluki kenne, der deswegen gesundheitliche Probleme hat. Nur, das ist ja das Ding, soweit muss man es ja auch nicht treiben.
    Ich versteh auch immer gar nicht, was an diesen Extremausprägungen schöner sein soll als an nem Hund, der einfach "fit for function" ist.


    Wie seht Ihr das denn mit "Qualzucht" bei den Rassen mit winziger (effektiver) Population? Ich bin Immungenetiker und mich gruselt das gehäufte Auftreten von (Auto)immunproblemen deutlich mehr als die Sorge vor möglicher Diversifizierung des "Typs".


    Salukis gehören zu den relativ wenigen Rassen mit einer effektiven Populationsgröße von über 100 Tieren und mit einem (über's Register bzw in anderen Ländern ähnliche vorläufige Zuchtbücher) offenen Zuchtbuch. Zusätzlich sind sie vom Phänotyp her sehr divers - es gibt fast alle Farben, einen kurzhaarigen und einen langhaarigen Schlag, die frei verpaart werden dürfen, und die Größenspanne reicht von etwa 56-71 (mit Abweichungen nach oben und unten die bei stimmigem Gesamttyp erlaubt sind), und das ist nur der Anfang der Typvielfalt.

    Sie haben von allen bisher untersuchten Rassen die höchste Vielfalt an MHC-Haplotypen - 31 wurden gefunden, bei knapp 350 untersuchten Hunden. Da es bei Salukis sehr viele "seltene" Blutlinen gibt, die z.B. als einzige bestimmte Importhunde im Pedigree weitertragen und die nicht Teil dieser Untersuchung waren, könnten es sogar noch mehr sein.
    Allerdings hat man einen sehr häufigen Haplotyp, den fast 40% aller untersuchten Hunden hatte, 12 Haplotypen die mit einer Häufigkeit zwischen 2 und 10% vorkamen und die restlichen Haplotypen kamen alle nur mit unter 2% vor. Das zeig auch, wie schnell man solche genetische Vielfalt verlieren kann - einmal ein Hund mit so einem raren Haplotyp von der Zucht ausgeschlossen und WEG ist er, und wiederkriegen, wenn überhaupt, kann man ihn nur über Einkreuzung von neuem Blut.

    Autoimmunerkrankungen sind trotz vergleichsweise fortschrittlicher Zuchtpolitik ein Thema in der Rasse - keins, was völlig überwältigend und prominent ist, aber sie sind neben Herzerkrankungen (da vor allen DCM) das einzige wirkliche Gesundheitsproblem, dass man in der Rasse hat.
    Vor allem Autoimmune Hämolytische Anämie und Autoimmun Induzierte Hypothyreose.

    Gut, nun muss man auch sagen, das es solche und solche Züchter gibt, es gibt Blutlinen, die bauen stark auf immer wieder erfolgender Auffrischung durch Importe aus den Ursprungsländern und es gibt solche, die praktisch nur auf den ursprünglich, vor +/- 100 jahren importierten Zuchttieren und einigen später erfolgten Importen (so um den 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit rum) aufbauen.


    Im Gegenzug dazu haben zum Beispiel Afghanen eine lächerliche, winzig kleine effektive Populationsgröße - ich weiß nicht wie klein, ich weiß auch gar nicht, ob da schonmal jemand eine abschließende Analyse gemacht hat, aber man hat soweit ich weiß weniger als 50 Gründertiere, fast keine späteren Importe, zwei Flaschenhälse in Form der Weltkriege und diverse Popular Sires. Da bleibt nicht viel über.
    Aber im Hinblick auf Autoimmunkrankheiten sind sie, soweit ich weiß (ist nicht meine Rasse, man kriegt ja aber das eine oder andere mit), auch nicht schlechter dran als Salukis, das bewegt sich auch da auf dem Level "Kommt vor, aber ist kein gigantisches, alles beherrschendes Thema".

    Die Theorie dahinter liest sich schlüssig und sehe ich auch nicht, wo es schaden sollte, eine möglichst große genetische Vielfalt anzustreben, mit allen dafür möglichen Mitteln (Verwendung seltener Blutlinien, da wo es geht Importe aus anderen Ländern bzw in-die-Zucht-nehmen von Landrassehunden wo es solche noch gibt, Einkreuzung verwandter Rassen...).
    Allein selligmachen ist es leider auch nicht.

    Hallo Marula,
    Ich bin nicht sicher, ob wir uns da widersprechen - ich meine nicht. Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt oder nicht genug ausgeführt. Was Du hier schreibst, spiegelt jedenfalls völlig meine eigene Meinung.


    Nee, ich denk nicht, dass wir so weit auseinander sind, wollte nur nochmal genauer drauf eingehen.


    Vielleicht sollte man mal einen Thread aufmachen "Qualzucht - Diskussion über alles außer Plattnasen". Damit das nicht immer die ganze Diskussion einnimmt. ;)

    Weil die Studie schon ein paar mal angesprochen wurde:
    http://www.rvc.ac.uk/News/PressRele…blemsInDogs.cfm
    Es geht um Einschätzung von Atemwegsproblemen durch die Besitzer von brachycephalen Hunden mit nachweislich vorhandenem, behandlungsbedürftigem BOAS.


    Wir haben übrigens heute eine Endoskopie von einem Labrador gemacht, der beim schlafen schnarcht und gelegentlich mal komisch "hustet" und etwas Schleim ausspuckt und sich ab und an beim Fressen verschluckt.
    Diagnose: Zu langes Gaumensegel und/oder zu großer Kehldeckel - da die Veränderungen nur minimal waren, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, was es nun letztendlich ist. Jedenfalls verfängt sich sein Kehldeckel ab und an mal hinter dem Gaumensegel und das führt dann eben zu den oben genannten Symptomen.
    Die sind so erstmal nicht schlimm, der Hund ist weder in seiner Lebensqualität noch, sofern man das sagen kann (ist ja ein ganz normaler Familiehund, kein Schlittenhund der das Iditaro laufen soll...) in seiner Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Aber es zeigt eben, dass z.B. schnarchen im Schlaf und ab und zu Schleim spucken auch nicht "normal" sind, sondern Symptome von Fehlbildungen.
    Diese können wie man sieht auch bei anderen Rassen auftreten, der Unterschied ist eben, dass es da eine sehr Fehlbildung ist (und wohl auch meistens nur minimal in der ausprägung), während das für einen stark brachycephalen Hund ein Normalbefund oder eigentlich sogar ein ziemlich guter Befund wäre.

    Doch, ich ;) Ich habe 2 "Brachy", weil ich die Optik zugegebener Maßen schön finde (aber in erster Linie das kompakte/breite). Aber kürzer dürfen sie meiner Meinung nach auch nicht sein. Gerade beim CC werden immer mehr "Boxernasen" gezüchtet. Würde für mich überhaupt nie in Frage kommen.

    Mir tun alle Bulldoggen im Tierschutz leid und ich hoffe sie finden tolle Besitzer. Aber ich bin ehrlich, ich könnte einen so schnauenden Hund gar nicht übernehmen. Ich würde selbst arutner leiden mir das jeden Tag anzuschauen. Deswegen ist mein Bulli aus dem Tierschutz auch mit Schwanz und Nase. Ich bin kein Freund von züchten und meine wird definitiv für keinen Nachwuchs sorgen. Aber mit Hunden die einen ähnlichen Phänotyp wie meine OEB würde ich in der Zucht sehen wollen.


    Naja, ich meinte jetzt schon extrem brachycephale Hunderassen wie eben die modernen Möpse, Frenchies und Englischen Bulldoggen, so wie mab sie heute auf VDH-Ausstellungen sieht. Hätte ich aber vielleicht genauer spezifizieren müssen.

    Ein Cane Corso ist ja z.B. auch ein brachycephaler Hund (oder ein American Cocker Spaniel oder ein Chihuahua oder ein Rottweiler), aber an sich nicht besonders extrem. Bei den American Bulldoggs z.B. gibts von-bis ja alles - brachycephal sind sie alle, manche aber so, dass man die als Laie gar nicht bei den brachycephalen Rassen einordnen würde und andere schon ziemliche Plattnasen.

    Und das ist's ja eben was ich meine, was du schreibst: Ich kann verstehen, dass einem, so wie dir, ein breiter Bollerkopp mit eher stumpfer Schnauze gefällt, so als Tendenz.
    Aber warum es dann umbedingt bis in den Bereich gehen muss, dass der Nasenrücken als solcher gar nicht mehr vorhanden ist (mit dem Nasenschwamm direkt an der Nasenfalte) bzw bei einem Hund von der Größe einer Englischen Bulldogge nur noch ein, zwei Finger breit und konkav geformt ist, das erschließt sich mir nicht.

    Ich kann allerdings auch nur schwer nachvollziehen, wie man das Wesen über oder neben die Gesundheit stellen mag.


    Jein.
    An nem gesunden Hund mit nem beschissenen Charakter hat man unter Umständen weniger Freude als an nem kranken, der aber stockenbrav ist.
    Nun ist Charakter aber Auslegungssache. Rassetypischer Charakter ist schwer zu erfassen und zu quantifizieren. Ich frag mich z.B. grad bei den stark brachycephalen Hunderassen immer, wie viel vom "Charakter" direkt auf die Anatomie zurückgeht, in dem Sinne, dass die natürlich eine sehr ausergewöhnliche Mimik haben und einen völlig anderen Ausdruck als andere Rassen.
    Und letztlich gibt es keinen Grund, warum es nicht möglich sein sollte, den gleichen netten, sozialkompatiblem Charakter und trotzdem ne normalere/moderatere Anatomie zu haben.


    fremdeinkreuzungsprojekt bei den plattnasen: continentale bulldogge.auch nach 8 und mehr generationen fallen hunde, die im aussehen sehr unterschiedlich sind..sogar innerhalb eines wurfs gibts immernoch welpen mit langer/kurzer schnaue, bollerkopp oder nicht oder stummelruten oder lange.das sowas ewig dauern kann, beweisst das "projekt" für mich. vom wesen dieser hunde red ich gar nicht erst, weils einfach sehr anders ist als das von einer eb.genauso wie diese noch sehr junge rasse ihre probleme mit hd/ed hat, rücken oder auch atmung oder herz.es ist deswegen auch nicht verwunderlich, wieso sie von der fci noch nicht anerkannt wurde. in der schweiz hat man deswegen wieder angefangen, fremde rassen einzukreuzen.hier in d hat der vdh jetzt die rasse anerkannt.

    von der oeb red ich da gar nicht erst, diese seite hat jetzt in 30 jahren nix auf die reihe hingekriegt, bringt nur immer neue "modelle" hervor.die oeb halter die sich in den eb bzw. bulldoggen gruppen tummeln, berichten fast alle von hd/ed probleme, atem, herz etc.eine gute bekannte hat zwei oeb aus einer recht bekannten zucht, beide was die gelenke angeht totale baustellen. auch wenns super schöne hunde sind mit langen nasen.

    Meiner Erfahrung nach ist "Old English Bulldogg" ein Vermehrer-Sammelbecken für getarnte Listenhundmixe. Zumindest ist fast alles, was hier mit nem Impfpass ankommt, der auf OEB ausgestellt ist, optisch irgendein Bull&Terrier-Mix, indem auch Englische oder Amerikanische Bulldogge drin sein könnte. Mag Ausnahmen geben, ist aber so. Vielleicht liegts auch an unserer Gegend...

    Den Phänotyp so schnell wieder "auf einen Nenner" zu bringen, geht natürlich nur, wenn das auch das Haupt-Zuchtziel ist und man intensive Rückkreuzung betreibt.
    Nimmt man immer mal wieder Fremdbluteinkreuzung vor bzw kreuzt statt immer wieder an reinrassige Tiere an andere Kreuzungstiere unterschiedlicher Generationen an, dann spaltet das ganze erheblich mehr auf und man hat teilweise uneinheitliche Ergebnisse.
    Nur gibt es ja in nem ernstzunehmenden Zuchtprogramm noch andere (wichtigere) Ziele als nur das Aussehen und ich persönlich finde es auch überhaupt nicht dramatisch, wenn man beim Aussehen noch ein bisschen Aufspaltung hat.
    Wird man da gezielt drauf hinzüchten (was ich persönlich ziemlich zweitrangig finde), wird sich das geben. Hat ja schließlich bei all den vielen "konstruierten" Rassen die wie heute haben und die zwischen 150 Jahren und nur ein paar Jahrzehnte alt sind auch funktioniert, das ist keine schwarze Magie.

    Niemand der ein bisschen Ahnung von Tierzucht hat, wird behaupten, dass Kreuzungstiere automatisch gesünder sind (vor allem wenn ein Teil der Ausgangspopulation schon beträchtliche Probleme mit einbringt). Aber sie haben erstmal bessere Chancen, man hat überhaupt erstmal wieder die Chance, einen gesünderen Phänotyp mit einzubringen und die genetische Vielfalt zu erhöhen.

    Galileo hat einen schönen, athletischen Körperbau, aber was würde dagegen sprechen, wenn er eine normale Rute hätte (die wird er ja nun auch nicht vererben, da sehe ich also schonmal keine Besserungstendenz) und 3-4 mal so viel Fang, ohne Nasenfalte und mit normalgroßen Nasenöffnungen?
    Egal wie man es dreht und wendet, dieser Hund kann rein physikalisch nicht so viel Luft durch die Nasenlöcher ziehen wie einer mit normalgroßen Öffnungen und muss daher immer verstärkten Druck/Zug beim Atmen aufwenden. Das wird auf Dauer seine Atemwegen stärker beanspruchen. Vielleicht nicht so stark, dass er im Laufe seines Lebens behandlungsbedürftige Probleme damit kriegt, aber spätestens in der Patho oder pathohistologisch könnte man da wahrscheinlich entsprechende Veränderungen feststellen.

    Außerdem hat er bei dieser Kopfform auf jeden Fall enger zusammengerückte Zähne - so ein kurzer Kiefer bietet nicht genug Platz für einen physiologischen Zahnstand.
    Während ich nicht völlig mit der Überschrift in diesem Artikel konform gehe und mit den Konsequenzen für die Zucht, die dieser TA fordert, so ist es inhaltlich doch recht schön erklärt, warum so eine Kieferform niemals und unter keinen Umständen gesund für den Hund sein kann:
    http://www.toothvet.ca/PDFfiles/Stop_Brachy.pdf


    Also, was ist so erstrebenswert an dieser Gesichtsform, dass man sie ohne jegliche Vorteile, aber dafür mit garantierten, wissenschaftlich belegten Nachteilen für den Hund gerne behalten will?
    Warum ist das Ziel, das hier als lobenswert und "es passiert was!" dargestellt wird, eine nicht ganz so schlimme Plattnase zu züchten, statt einfach auf Dauer keine Plattnasen mehr?

    Ich mein, klar ist es erstmal besser, mit Rassevertretern zu züchten, die trotz dieser Anatomie im Alltag nicht eingeschränkt sind, als mit solchen, die operiert werden müssen, damit bei ihnen grundsätzliche Lebensfunktionen uneingeschränkt funktionieren.
    Aber wenn man den nächsten Schritt dann nicht tut und versucht, vom Grundübel wegzukommen, dann macht das in meinen Augen nicht viel Sinn.


    Aber hier im Thread wird ja die Einkreuzung als "das Mittel der Wahl" hingestellt bei den Plattnasen und so einfach isses nunmal nicht.
    Man muss auch den worst case im Kopf haben, man kann nicht mehr oder weniger wahllos einkreuzen.


    Wahllos muss man eh gar nix.

    Aber es gibt nunmal schon existierende Kreuzungsversuche, die relativ anschaulich belegen, dass man selbst bei phänotypisch extrem unterschiedlichen Rassen nach +/- 3 Generationen der Rückkreuzung schon wieder beim gewünschten Aussehen angekommen sein kann. Und Wesen ist beim Hund in hohem Maße erblich und ähnlich gut zu beeinflussen wie das Aussehen.

    Die Horrorvision, dass man beim Einkreuzen von anderen Rassen am Ende alles rassetypische verliert und auch nach Generationen gezielter Zucht immer wieder unerwünschte Ausreißer in großer Zahl dabei sein werden (einen gewissen Anteil Tiere mit unerwünschten Eigenschaften hat man immer, auch bei Reinzucht), ist komplett unbegründet.
    Die Praxis (auch bei anderen Tierarten) sagt was anderes.

    Wenn man versuchen will, auf Basis der vorhandenen Population auf eine gesündere Anatomie zu selektieren, muss man ja eben das tun: Selektieren. Und das beeinhaltet, dass man einen gewissen Teil der Zuchttiere rauswirft. Das ist aber wieder nicht gut für die Rasse, denn diese Hunde können ja trotz gewisser negetiver auch andere, positive Eigenschaften mitbringen (gutes Herz, robuste Verdauung oder was auch immer) und vor allem geht damit immer ein Verlust an genetischer Vielfalt einher und die ist wichtig für die genetische Gesundheit der Population.

    Bei Möpsen zum Beispiel hat man eh schon eine lächerlich kleine effektive Populationsgröße (ich glaube unter 10 Tiere...). Zwar viele Individuen, aber wenig Vielfalt.
    Insofern könnte dieser Rasse eine Einkreuzung nicht nur vom Phänotyp, sondern auch auf genetischer Basis gut tun. Möpse haben z.B. sehr häufig Probleme mit Allergien, Atopie und chronischer Demodikose, alles Indikatoren für ein schrottiges Immunsystem. Und ein schlechtes Immunsystem ist idR eine der gradvierendsten und am schnellsten und häufigsten zu sehenden Folgen von Inzuchtdepression.

    Ich find zum Beispiel, dass für den Mops der Beagle eine ziemlich gute Wahl ist. Größentechnisch nicht so weit auseinander, beide kurzhaarig. Beide menschenfreundlich und ein unkompliziertes Wesen mit anderen Hunden. Bei den Beagels gibts auch verschiedene Ausprägungen was den Jagdtrieb angeht, man müsste natürlich versuchen, Exemplare mit weniger Trieb zu erwischen und das wäre sicher ein Punkt, der in den folgenden Generationen etwas Arbeit bräuchte.

    Zitat


    Aber in den nun 29 Seiten des Threats gehts zumindest gefühlte 99% um die Plattnasen und alles andere "ist nicht so schlimm"
    Das ist einfach Blödsinn, alles ist schlimm.


    Niemand hat gesagt, dass andere Probleme weniger schlimm sind.

    Ich denk es wird sich auch deswegen so an den Brachycephalen festgebissen, weil die eben beliebt sind und das scheinbar auch grade wegen diesem Aussehen.
    Da finden sich dann eben genug Leute, die eben dieses Aussehen mögen und ihre optischen Vorlieben verteidigen, auch wenn es natüüüüüüürlich immer bloß das Wesen ist, das man supertoll findet.

    Zumindest hat ja irgendwie keiner der Brachy-Besitzer direkt auf meine Frage geantwortet, was denn so schlimm dran wäre, wenn man exakt den selben Hund hätte, nur mit nem Fang, der halb so lang ist wie der Kopf breit ist, haben könnte, und im Fall der Französichen und Englischen Bulldogge mit ner normalen Rute.
    Das gleiche Wesen, die gleiche grundsätzliche Form, aber eine gesündere Anatomie, und zwar nicht nur ein bisschen ("hat grade so viel Nase, dass er keine für jeden Laien sofort offensichtlichen Probleme hat"), sondern eben richtig.

    Also, nochmal, wozu und warum meint ihr denn, dass man diesen Phänotyp umbedingt erhalten müsste?
    Es handelt sich um eine relativ neue Entwicklung - brachycephale Hunde gibt's schon lange, EXTREM bachycephale erst seit maximal 100-200 Jahren, und erst in den letzten ca. 50 Jahren ist es dramatisch schlimm geworden. Die Historie kann es also schonmal nicht sein.
    Für die Gesundheit hat es nur Nachteile. Für's Wesen hat es keine Vorteile.
    Wofür muss man das denn dann haben?

    Zitat

    Der Colli oder Collimix der an der falschen Wurmkur draufgeht ist genauso gequält wir der Mops ohne Nase. Und ja, es gibt genug Mixe wo man nicht sieht das die Rasse mitgemischt hat, in der Hundeszene ist mdr1 aber einfach immer noch nicht bei allen angekommen!
    Und meiner Meinung nach wiegt dieser Defekt dermaßen schwer das man eigentlich jeden Mix auf mdr1 testen lassen müsse, es sei denn die Eltern sind 100% bekannt und frei.


    In der Praxis ist das aber kein wirkliches Problem.
    Ich kennen keinen TA, dem schonmal irgendein Senfhund wegen MDR1 tot ungefallen wäre. Kommt sicher alles mal vor, aber die Fallzahlen scheinen sehr klein zu sein.


    wo ist die einsicht von euch, ich nenns mal "plattnasen-gegner" das sich einiges tut, dass sehr viel zu gesundung getan wird (weitaus mehr als z.b bei der dcm geschichte beim dobi)...ne es wird immer auf den gleichen paar fällen rumgeritten die man gesehen hat, die man in der ta praxis hatte oder auf der crufts via bildschirm gesehen hat. es wird immer die gleiche leier wiederholt, es tut sich nix, es wird nix gemacht, der pöse verkäufer, züchter, richter usw


    Ich seh es halt auch nicht, dass wirklich was passiert.
    Das öffentliche Bewusstsein ist größer geworden, ja, aber das man sicht wirklich konsequent von der Wurzel des Problems, nämlich von diesem Phänotyp, verabschiedet, das sehe ich nicht.
    Man versucht jetzt halt, Hunde zu züchten, die immer noch sehr brachycephal sind, aber die möglichst wenig offensichtliche Atemprobleme haben sollen.

    Das ist besser als nix, aber letztlich ist es nur ein bisschen Kosmetik und man schrubbt damit immer grade so an der Grenze von "geht grad noch" zu "geht gar nicht mehr" lang.

    Selbes mit den Stummelruten: Solange man grundsätzlich Stummelruten erlaubt, wird es auch immer eingewachsene Knickruten mit Taschenbildungen und Wirbelmissbildungen im Bereich der oberen Schwanzwirbelsäule geben. Vielleicht kann man es schaffen, den Anteil etwas zu senken, indem man auf etwas längere Stummelruten selektiert, aber die Anatomie bedingt das, diese Art von Mutation macht nunmal neben der Stummeligkeit auch Knicks und fusionierte Wirbel.

    Wäre es denn wirklich so schlimm, wenn man diesen Hunden einen Fang erlauben würde, der ungefähr halb so lang ist wie ihr Schädel breit ist, und eine normale Rute? Und vielleicht einen insgesamt kleineren/schmaleren Kopf bei breiterem Becken?
    Damit wäre man drei große Problemfelder schonmal los und es gibt ja wie bei fast allen Rassen durchaus noch andere, "unsichtbare" Probleme, denen man sich auch widmen müsste, und die schwieriger zu bearbeiten sind.

    Dann wären es halt keine Plattnasen mehr - so what? Wenn es DAS ist, was die Rasse definiert und es absolut essentiell ist, das zu behalten, dann sagt das doch schon alles.
    Und wenn es doch das Wesen und das Gesamtpaket sein sollte, dann kann es doch mit einer gesünderen Anatomie nur besser werden.


    Seltsam nur, dass die meisten Möpse viele Langnasen mit toller Bauchatmung überleben!
    Wie kann das sein ? Atemprobleme erzeugen meist auf lange Sicht auch Herzprobleme! Wieso haben Möpse so eine hohe Lebenserwartung?
    Ich würde sagen, es handelt sich um eine sehr robuste und gesunde Rasse, und der gesamte Organismus scheint sich auf die besondere Anatomie des Mopses eingestellt zu haben!

    Leute, seht die Realität, nicht vordergründig eure Vorurteile!


    Viele Möpse sehen aber auch richtig scheiße aus wenn sie alt werden und altern sehr früh. Wieder nur mein subjektiver Eindruck als TA, aber wenn ein Kleinhund mit 8-10 Jahren schon total grau ist und sich bewegt als wäre er 100 Jahre alt, dann ist das eher traurig.
    Wenn ich einen durchschnittlichen 10-jährigen Jack Russell oder Pudel mit nem durchschnittlichen 10-jährigen Mops vergleiche, dann sieht der Mops im wahrsten Sinne des Wortes alt aus.

    Und wieder was wäre denn dagegen einzuwenden, wenn Möpse schön alt werden würden UND dabei einen Fang hätten, der ungefähr halb so lang ist wie ihr Schädel breit ist?
    Wozu braucht der Mops denn eine "besondere" (so kann man das auch nennen...) Anatomie?



    Und ich glaube das ja auch, dass es Plattnasen mit den entsprechenden gesundheitlichen Problemen gibt, ich kenne nur keinen Hund, der eine OP gebraucht hätte oder Atemprobleme hatte!

    Und da fragt man sich dann eben, wieviel Prozent kranker Hunde dieser Rassen sind es nun wirklich?
    Ist es die Mehrzahl der Hunde oder doch eher ein kleiner Anteil?


    Es gibt nun wirklich genug und übergenug Studien über Brachycephalie beim Hund, ihr Vorkommen, ihre Auswirkungen, ihre Wahrnehmung durch die Besitzer dieser Hunde etc.
    Falls ich heute Abend Zeit hab, suche ich ein paar davon raus (ich weiß nicht, wie ich in diesem neuen Forum alte Threads und da bestimmte Postings wiederfinde, einiges ist hier im Forum auch schon verlinkt worden).


    Vielleicht auch noch ein Wort zum Begriff "Bracycephal": Das bezeichnet ja nun eine ganze Reihe von Rassen, unter anderen sind z.B. auch Neufundländer oder AmStaffs je nach Typ brachycephal.
    Brachycephalie an sich ist schon ok, nur in der Extremform, eben dann, wenn man getrost von "Plattnasen" sprechen kann, ist es nicht mehr funktional. Insofern sind für mich auch z.B. Retromöpse mit dem berühmten "etwas mehr Nase" noch extrem brachycephal.


    Ich denk die Diskussion kommt halt immer wieder auf dieses Thema zurück, weil atmen einfach son essentielles Ding ist und weil es so offensichtlich für jeden Menschen mit gesundem Hausverstand ist, wo die Probleme herkommen und wie sie zu beheben wären (die Wissenschaft sagt zwar das gleiche, aber das ist mal wieder einer der Fälle, wo man die Herren und Damen Drs. eigentlich nicht bräuchte...).

    Andere Auswüchse finde ich ebenso schlimm. Ein besonderes Hassobjekt sind für mich z.B. Hunderassen mit unkontrolliertem Haarwuchs in den Ohren und/oder sehr schweren Ohrbehängen und dadurch a) dicht verschlossenen und b) or sehr schmalen, am oberen Ende wie "abgeknickten" Gehörgängen.
    Mit regelmäßigem auszupfen und Ohren reinigen kann man da zwar was reißen. Aber erstens sprießt die Wollen bei vielen Hunden so tief unten, dass man da mit keiner Klemme reinkommt (und erst recht nicht mit den Fingern) und zweitens kriegen das leider auch die meisten Besitzer nicht auf die Reihe.
    Und wenn dann noch schwere, tief angesetzte, schlecht belüftete Hängeohren dazukommen (wobei die allein ja zum Teil schon reichen), dann gute Nacht...
    Ohrentzündungen sind so schmerzhaft und so doof zu behandeln, Stress und Schmerz für den Hund, Stress und Kosten für den Besitzer, teils ein Hundeleben lang.
    Gesunde Ohren und gesunde Ohr-Anatomie sollte mMn bei betroffenen Rassen ein wichtiges Zuchtkriterium sein.

    Nur weil ein Mops nicht gleich beim Rennen umkippt, heißt das nicht, dass er gesund ist oder unter ganz objektiven Beurteilungskriterien keine Einschränkung bei der Atmung hat.

    Jegliche Schnarchgeräsuche, Röcheln, Grunzen SIND ein Zeichen für irgendwelche Obstruktionen im Atmungsapparat!
    Worauf man auch mal achten kann: wie wieviel Bauchdecke bewegt sich bei der Atmung? Kann man gut im Freilauf zu anderen Hunden vergleichen. Gerade bei den Bullys kann man das sehr schön sehen (es sei denn sie sind extrem fett ...). Häufig gibt es eine deutliche abdominale Betonung - es sieht so aus, als ob sie regelrecht nach Luft ziehen. Diese Hunde müssen erstmal keinen kranken Eindruck machen, trotzdem zeigen sie ein Symptom, dass man bei normalen Hunden als ernstzunehmendes Warnsignal deuten würde.

    Für mich muss der Hund halt nicht erst blau anlaufen oder umkippen bis ich ihn als "eingeschränkt" bezeichnen würde.

    Dito.
    Ich persönlich hab noch keinen extrem brachycephalen Hund abgehört, weder einen Retromops (und auch die sind noch extrem brachy) noch ne Französische oder Englische Bulldogge noch nen Mops noch nen Pekinesen, der oder die ein physiologisches Atemgeräusch hatte. Das beste was man da sagen kann ist "rassetypisch normal". Ein normaler Hund macht beim Atmen keine Geräusche und schnarcht auch beim schlafen nicht, unter Belastung hechelt er und das macht ein kleines, rauhes Geräusch in den oberen Atemwegen, aber das war's auch schon.
    Und viele davon kommen nicht in die Praxis, weil sie ein Problem mit der Atmung haben, sonder wegen irgendwas anderem (Dünnschiss, Impfung, Analdrüsen, Krallen schneiden oder irgendwelche anderen Lappalien) und die Besitzer merken da nix von bzw finden das völlig normal.


    Das auch etwas langnasigere Brachycephale teilweise Probleme mit der Atmung haben heißt NICHT, dass es nicht an der Nasenlänge festgemacht werden kann ob ein Hund Atemprobleme hat, sondern lediglich, das "etwas länger" noch lange nicht lang genug ist.

    Lang genug ist es dann, wenn es keine Probleme mehr gibt, so simpel ist das. Das Krankheitsbild heißt ja nicht umsonst "Brachycephalic Obstructive Airway Syndrome" - Hunde, die nicht brachycephal sind, also mit normal langem oder überdurchschnittlich langem Schädel, haben diese ganzen Probleme, die Bonadea vor ein paar Seiten schon aufgezählt hat, einfach nicht, WEIL SIE NICHT BRACHYCEPHAL SIND.

    Das Problem ist einzig und allein durch die Anatomie bedingt, und die Anatomie ist wiederum nur aus optischen Gründen wie sie ist.

    Es gibt keinen einzigen praktischen Grund, warum die Anatomie so sein sollte, der einzige Grund dafür sind geschmacklichen Vorlieben (wer den Schrott mit "Damit das Blut besser abläuft wenn die Bulldogge sich in die Nase des Bullen verbissen hat" glaubt, dem ist eh nicht mehr zu helfen).


    Ich versteh nicht, warum man da umbedingt meint, das Ei des Kolumbus legen zu müssen, indem man einen Hund mit dem gewünschten plattnasigen Erscheinungsbild, aber ohne die Probleme züchten möchte (was meiner Meinung nach nicht möglich ist, es mag bessere und schlechtere Individuen geben, aber kein Hund mit dieser Anatomie kann problemfrei sein).

    Warum kann man sich nicht einfach von diesem äußerlichen, optischen Schönheitsideal trennen und den gleichen Hund, aber mit ner normaleren Kopfform züchten? Dann wäre man alle diese anatomiebedingten Probleme los, ohne weitere Forschung, ohne Belastungstests, ohne die Notwendigkeit von sorgfältiger Zuchtauswahl betreffend dieses Punktes...

    Das ist, als ob man ein Auto ohne Türen baut und dann wenn es zieht und reinregnet permanent an der besten Pappe zum andecken der Löcher forscht und bastelt, statt einfach endlich Türen einzubauen.

    Kann mir das mal einer sagen, warum das so schrecklich wäre?
    Ich mein, ich liebe das Erscheinungsbild meiner Rassen und hab auch meine optischen Vorlieben, aber wenn es da irgendwelche optischen Ideale gäbe, die die Ursache von Schmerzen/Leiden/Schäden sind, ich würde mich augenblicklich davon verabschieden.

    Mich hat nur dieser Satz sehr irritiert. Es liest sich so, als dürfe man sich überhaupt nie Gedanken darüber machen einen Afghanen eventuell mal abzuleinen.
    Das Freilauf nur nach viel Training auf geeigneten, wildarmen Flächen mit diesen Jagdhunden möglich ist, ist logisch. Auch das es (vielleicht auch vermehrt) Hunde gibt, die man nie guten Gewissens von der Leine lassen kann. Aber so eine extreme Pauschalisierung hat mich doch sehr irritiert, weshalb ich mal nach horchen wollte.


    Dieser Verein ist bekannt dafür, dass das eben seine Vermittlungsbedingungen sind. Gab noch einen weiteren, der Freilauf strikt verboten hat, weiß aber nicht, ob die das noch machen.
    Andere vermitteln nur zu wohlhabenden Rentnern mit eigenem Haus und 2m hoch eingezäuntem Garten und wieder andere werfen jedem Hartz-4-Empfänger im 7 Stock eines Hochhauses nen Galgo oder drei als "Pflegi" hinterher, oder, wie liliaceae schon schrieb, verbieten die Teilnahme an Windhundsport.
    Tierschutz halt... darf man sich nicht so viel bei denken. Da findet irgendwann schon jeder Topf seinen Deckel.

    Und ja, Windhunde sollte man nicht einfach so ableinen - manche kann man freilaufen lassen, aber eher wenige.

    Ich habe mittlerweile einige Leute kennen gelernt die ihre Windi's oft freilaufen lassen, allerdings ist es bei denen auch öfters so, dass der Hund schon Wild gerissen hat. Hier mal ein Kaninchen, da mal ein Hase usw. usf.

    Was für mich einfach ein Zeichen dafür ist, dass manche die Hunde unterschätzen - oder ihnen ist es einfach egal was der Hund macht.

    Einspruch! Meine Hunde laufen fast jeden Tag frei und haben in bisher bald 9 Jahren noch nie was gerissen, nicht mal ne Maus.
    Sie sind mir ein paar Mal abgegangen, aber nie ernstlich, immer nur ein paar 100 m (was einerseits an guter Geländeauswahl und am Gehorsam, aber natürlich auch am Glück lag) bzw eher ein paar Sekunden als ein paar Minuten. Sie waren nie außer Sicht und ich musste nie irgendwo auf sie warten oder nach ihnen suchen.

    Ich rechne schon damit, dass mal was passieren könnte, den meisten langjährigen Windhundhaltern passiert früher oder später mal ein "Wildunfall" oder sie kriegen ne Katze. Da werde ich sicher nicht drum rum kommen, irgendwann bin ich auch mal dran und ich hoffe, es geht gut. Ein ganz bisschen läuft die Angst auch immer mit, Straßenverkehr ist was schlimmes...

    Aber es ist mir alles andere als egal was meine Köter treiben. Ich achte sehr auf einen guten Grundgehorsam. Ein Hund ohne grundsätzlich ordentliche Orientierung an mir und einen wenigstens ohne direkt sichtbares Wild solide funktionierenden Abruf kommt mir nicht von der Leine. Da geht ne Menge.

    Keiner meiner Hunde hat wenig Trieb (Greyhound Robin ist noch am einfachsten, der hat zwar einen Mega-Hetztrieb, aber sucht eigentlich nicht selbstständig nach Wild) und ich hab meine Hunde auch nie nach möglichst beherrschbarem Jagdtrieb ausgesucht.

    Wenn ich mal einen erwischen sollte, der nicht wirklich freilaufen kann (bisher bin ich aber der Meinung, wenigstens mal für ein paar Minuten ableinen zum flitzen sollte nach etwas Training mit 95% aller Hunde möglich sein), dann ist das halt so, dann geht Sicherheit vor und ich muss eben andere Möglichkeiten finden. Aber ich werde schon immer richtig was dran tun, sie freilauftauglich zu kriegen.

    Und ehrlich gesagt hab ich ein richtig schlechtes Gewissen, wenn ich sie mal nen Tag nicht, bzw nur in der Reithalle, laufen lassen kann. Grade jetzt mit dem Salukikind - der würde mir auch die Bude auseinandernehmen, wenn er nur 3x die Woche oder so offline toben könnte. Und grade für so einen wachsenden Junghund finde ich leinenlose Bewegung auch unerlässlich für die Entwicklung, sowohl körperlich als auch geistig. Mit meinem Rentner könnte ich es wohl machen, der nimmt das nicht so übel. Die anderen nehmen es auch hin, aber man merkt, dass sie anders drauf sind.
    Und es ist auch deutlich was anderes, ob ich wenigstens mal ne Viertelstunde oder halbe Stunde leinenlos mit ihnen gehen kann, oder ob ich sie nur mal kurz losmache und nach dem rennen gleich wieder anhänge. Im ersten Fall sind sie deutlich ausgeglichener. Und am schönsten zufrieden sind sie, wenn wir 1-2 Stunden ohne Leine unterwegs waren.

    Insofern, ich glaube wenn ich wirklich, wirklich, wirklich, auch mit auf den Kopf stellen und betteln gehen, nicht die Möglichkeit hätte, die Hunde fast täglich freilaufen zu lassen oder alternativ täglich ein größeres eingezäuntes Gelände zu nutzen - auf Dauer hätte ich keine Windhunde. Oder vielleicht nur noch ältere Hunde aus dem TS.


    Ich verurteile aber niemanden, der es anders macht, es muss da jeder seinen eigenen Weg finden und jeder Hund ist anders.

    Beim Afghanen kommt dann noch hinzu, dass sie aufgrund ihres Fellkleides zusätzlich im Freilauf eingeschränkt sind... Außer man ist danach bereit, 2-3 Std in die Fellpflege zu investieren, da überlegt man dann halt v.a. beim Afghanen wirklich 3x wo man ihn ableint...


    Finde ich recht gut, dass du das öfter mal so ehrlich erwähnst. Gibt ja genug Afghanenleute, die meinen "Neeeeeeein, unsere Hunde dürfen alles, was andere Hunde auch dürfen!"
    Aha... also meinen dürfen z.B. auch alltags einfach so mal in modderige Gräben oder durch hochstehendes Gras und so. Und ich muss sie auch nicht dauerhaft einflechten, damit sie sich nicht einpissen oder sich die Ohrenpracht im Napf ruinieren.

    Schon die Cocker von unseren Nachbarn, die ja von der Fellpracht eines Afghanen weit entfernt sind, bringen massenhaft kleine Grannen und Stöckchen und Kletten in ihrem Ohr- und Beinbehang mit. Weiß noch, wie wir als Jugendliche mal mit dem Nachbarsjungen und deren Cockern unterwegs waren, eben durch ne hochstehende Sommerwiese, über/durch ein paar Gräben und durch ein kleines Wäldchen. Der Vater, der die Hunde ausstellte, war fast am weinen als wir wieder nachhaus kamen und hat wohl um die 3 Stunden gebraucht, um die ganzen Kletten und Grannen auszubürsten ohne den Behang zu kürzen.

    Wobei, ich kannte in Hannover wirklich eine Afghanenbesitzerin, deren Hund täglich im Stadtwald freilief. Der sah teilweise auch "lecker" aus, aber trotzdem durfte er sich jeden Tag einsauen. Er hatte zwar ein gepflegtes, aber kein Ausstellungsfell, und die Dame (nicht berufstätig und ziemlich wohlhabend...) sagte eben auch, dass sie nach jedem großen Freilaufspaziergang mindestens ne Stunde braucht, um den Hund wieder fertig zu machen, manchmal auch mehr.


    Habe ich schon erwähnt, dass evtl. in ein paar Jährchen ein Barsoi bei mir einziehen wird (oder ein grau-weißer (grizzle...?)kurzhaariger Saluki)? Ich bin hin und weg! Wobei ich mehr ein gräuliches Fell bevorzuge.


    Also, Grey und Saluki passt finde ich ganz gut bzw es geht problemlos. ;) Ein kurzhaariger Grizzel steht definitv auch auf meiner Liste, Grizzel ist einfach wunderschön, besonders die ganz hellen silbrigen oder die ganz dunklen, kontrastreichen (die praktisch weiß mit pechschwarzer Decke sind), oder auch die "bunten" Grizzels, die so schöne, sandfarbene oder rötliche Akzente haben.

    Barsois gibts übrigens auch in Grizzel.


    Zitat

    Ares ist ein Schätzchen, aber wg. seiner Besessenheit was Hunde und Menschen angeht würde ich ihm ab und an gerne i-wo festbinden und abhauen. Ableinen geht nur, wenn die nächsten 500 m kein Hund in Sicht ist, ansonsten startet er durch (SPIELEN!). Wir trainieren fleißig, aber derzeit hat er Tage, andenen ist er gaga. Okay, ich bin angesichts seines Alters (acht Monate) gnädig, aber in meinem Wohnort will ich nicht die sein, welche, sobald ein fremder Hund auftaucht, mit ihrem hinter dem nächsten Busch hüpft...
    Bitte sagt, dass es besser wird...BITTE!


    Ich denk das wird besser. ;)
    Die meisten Greys, die ich kenne, werden so an 4-5 Jahre deutlich vernünftiger/ruhiger. Und auch davor sollte sich mit Erziehung schon einiges tun lassen.

    Mach dir halt immer bewusst, dass es besser ist, dein Hund ist überfreundlich, als dass er aggro ist. Greys haben halt meistens ein grundgutes, freundlich-optimistisches Wesen, das KANN dann eben in lästige "Der-will-nur-spielen"-Manieren umschlagen bei nem überschwenglichen Junghund.
    Salukis z.B. (mit Barsois kenn ich mich nicht so aus, weiß nur, dass manche mit anderen Hunden etwas griffig sein sollen) haben oft ein eher distanziertes, misstrauisches Wesen und das kann im ungünstigen Fall einerseits "nur" in Scheu, andererseits in Angstaggression umschlagen. Da hast du dann nicht das Problem, dass der Hund zu anderen hinrennt, sondern eher, dass du aufpassen musst, dass ihn keiner ungefragt anpackt. Leider nicht sooooooo selten bei der Rasse.

    Außerdem haben sie im Gegensatz zum Greyhound nen guten Schlag Territorialverhalten, wachen auch ganz pflichbewusst (Briefträger aufgepasst...) und mögen als erwachsene Hunde gleichgeschlechtliche fremde Artgenossen nicht umbedingt immer so gern.

    Das sind alles auch ohne die berühmte orientalische Unabhängigkeit so Sachen, die sind mMn schon etwas schwieriger machen als Greyhounds.
    Das relativiert es vielleicht auch etwas, wenn man sich entschuldigen muss, dass einem der Hund zum "nur spielen wollen" abgezischt ist, oder? Schlimmer geht immer.