Beiträge von Marula

    @dragnonwog, Danke für die Bilder.
    Auf den zuerst eingestellten Bildern finde ich es bei de ersten beiden schwierig die Figur überhaupt richtig zu sehen (auf dem ersten recht weit weg, auf dem zweiten durch die Pose). Auf dem dritten, von oben, wäre er mir zu dünn und auch zu wenig bemuskelt. Auf den später verlinkten sieht er aber gut/normal aus.
    Ich hab von meinen Hunden auch so "Rippenbiest" Fotos (vor allem von meiner Salukihündin, dabei ist die gar nicht der dünnste von meinen Hunden) - bei einem schlanken, trockenen Hund geht das recht gut, dass man den so fotografiert als wär da gar nix mehr dran.


    Zum Vergleich mal mein Rüde, Greyhound/Saluki-Mix, 72 cm. Auf den ersten drei Fotos ist er 5 Jahre alt und war bei 29 kg praktisch nur Haut, Knochen und Muskel, auf den letzten beiden ist er 10 Jahre alt und war bei geringfügig niedrigerem Gewicht (vielleicht nen kg) weniger muskulös und schlaffer vom Bindegewebe her:

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    Ich such auch nochmal welche von meinem jetztigen Kleinteil raus, der hat ja auch dieses Stockmaß.

    Ich find's halt nur interessant, weil immer wieder betont wird "Ja, soll ja kein Windhund sein, ist ja kein Windhund" etc, und ich hätt auch immer gedacht, dass in ein und der selben Größenkategorie der Hund mit der Windhundfigur auch der leichtere sein wird.
    Aber zumindest meine Windhunde sind tatsächlich bei der Größe schwerer (und das ohne dabei möppelig zu sein).

    Naja, Größen/Gewichtsvergleiche sind immer sehr schwierig. Mein Pointer hat derzeit 21 kg bei 72 cm und ist nicht zu dünn...

    Andere Hunde wären bei diesem Verhältnis ein einziges Gerippe..

    Hast du von dem mal ein Bild?

    Einfach aus Interesse, mein Saluki-Jungrüde wiegt momentan knapp 25 kg auf ca. 70-71 cm und ist nicht super definiert (sprich, da werden hoffentlich noch 2-3 kg an Substanz kommen und das meiste davon Muskeln), aber halt rasseentsprechend rippig und auch noch junghundig-schlaksig.
    Mein Greyhound/Salukimix mit 72 cm wog auch zu sehr trockenen Zeiten 29-30 kg.

    Kann mir so wenig bei nem Hund in der Größe der nicht grade ein Azawakh ist schwer vorstellen.

    Zum Thema Rassehund vs Mischling:
    Statistisch gesehen und nach Größe/Gewicht bereinigt, werden Mischlinge wohl etwas älter als reinrassige Hunde der selben Größe.

    Aber es gibt bei den Rassehunden auch enorme Unterschiede. Bei einem Pudel, Jack Russell oder Whippet, da hat man gute Chancen, dass die uralt werden (gehören zu den langlebigsten Rassen, werden auch regelmäßig älter als Mischlingshunde selber Größe), was ja auch eine relativ gute Gesundheit impliziert.
    Salukis haben ihre Probleme (Herz, Autoimmungeschichten), aber im Großen und Ganzen sind das schon Hunde, die oft ohne große TA-Kosten ein gutes zweistlliges Alter erreichen (Verltzungen ausgeschlossen, die kann man ja bei jeder Rasse bzw Mix haben).

    Der oben genannte Berner dagegen oder auch eine Bordeaux Dogge oder ein Irischer Wolfshund, naja, da hat man schon ne hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Hund nicht sonderlich alt wird und viel Zeit beim TA verbringt.

    Ich sage immer, dass man sich beim Rassehund eben aussuchen kann, für welche Probleme man eine erhöhte Wahrscheinlichkeit (Rassedisposition) in Kauf nehmen möchte und welche man relativ sicher ausschließen kann, und beim Mischling bekommt man eben auch in Sachen Gesundheit ein Ü-Ei.
    Aber ich würde nicht sagen, dass Mischlinge kränker wären als Rassehunde, weder aus dem was ich an Daten kenne noch nach meinem persönlichen Eindruck oder Erfahrungen im Bekanntenkreis raus. .


    Was aber regelmäßig viel Ärger macht mit rassetypischen Erkrankungen sind "reinrassige Hunde ohne Papiere" vom Vermehrer.
    Z.B. Boxer mit massiv Herz und Spondylose und HD, Westies mit ihrem Hautelend (wobei das auch bei Westies mit guten Papieren nicht selten ist), Retriever mit schwerer ED, HD, OCD...
    Und die sind halt teilweise auch sonst eher kränklich, wohl durch den schlechten Start ins Leben.

    Zum Thema Beispiele für Tierarztkosten:
    Bei mir sind die Kosten nicht repräsentativ, da ich ja selber Tiermedizinerin bin und im Studium vieles an der Uniklinik zum "Stundententarif" (idR einfacher Satz ohne große Aufschläge) und in meinen Praktikumspraxen machen lassen konnte. Insofern mal ohne Kostenaufzählung.

    Ich würde meine Hunde als bisher ziemlich gesund bezeichnen, wenn ich über die Jahre alles aufliste ist es zwar auch ne ganze Latte, aber auf 9 Jahre und vier Hunde verteilt relativiert sich das wieder.


    Mein erster Hund, Lawrence, war ein Greyhound/Saluki/Irgendwas-Mix (optisch nur Windhund, aber wer weiß was da mitgemischt hatte), eine Gebrauchskreuzung für die Hetzjagd aus Irland, kam über den TS nach Deutschland und ursprünglich eventuell von Travelers.

    Er war so 4-6 Jahre alt als ich ihn bekam.
    In seinem Vorleben in Irland hatte er eine schwere Sarkoptesräude gehabt, was aber wohl hauptsächlich auf Vernachlässigung/schlechte Bedingungen zurückzuführen war (er ist als Streuner aufgegriffen worden), das war bereits problemlos abgeheilt als er nach Deutschland kam.
    Außerdem war ihm irgendwann mal eine Zehe fachmännisch amputiert worden, wann und warum weiß ich nicht, wird wohl nach ner Verletzung gewesen sein. Hat ihm aber nie Probleme gemacht.

    Bei seiner Vorbesitzerin in De, wo er zwei Jahre lang war, hatte er einmal ne kleine (wirklich sehr kleine) Bissverletzung die nicht genäht wurde, sich etwas entzündet hatte und ne Woche Antibiotika gebraucht hat.
    Bei mir dann auch zwei oberflächliche Bissverletzungen, konnten beide in Lokalanästhesie ohne weiteren Aufwand genäht bzw getackert werden, paar Tage Antibiotika, fertig. Einmal hat die Kosten dafür der Halter des verursachenden Hundes übernommen, das andere Mal musste ich selber zahlen.

    Dann hatte er zeitlebens einen etwas empfindlichen Magen + anfangs fiese Hotspots, da hätte man sicher viel Geld in Diagnostik versenken können, wenn man eine Ursache hätte finden wollen und wenn er weiter Fertigfutter hätte bekommen sollen.
    Zum Glück hab ich es vorher mit selber kochen/frisch versucht und das hat er super vertragen.
    Wahrscheinlich hatte er auch eine Flohstichdermatitis, denn die Hot Spots wurden zwar mit der Umstellung der Fütterung besser, erledigten sich aber erst komplett, als ich anfing, regelmäßig Spot On Präperate draufzukippen (wegen dem Kontakt zu den Freigängerkatzen meiner Eltern ließen sich gelegentliche Flohinvasionen ohne regelmäßige Parasitenbehandlungen nicht vermeiden). Ist aber nie ausdiagnostiziert worden.

    So mit 9 oder 10 Jahren hat er sich einmal die Achillessehne gezerrt als er auf einer gefrorenen, verschneiten Pfütze ausgerutscht ist und hatte einmal eine leichte Otitis, war beides nach ner Woche schonen und Schmerzmittel, respektive ner Woche Ohren reinigen + Ohrentropfen, wieder gut.


    Teuer wurde er erst im Alter:
    Mit ca. 12-13 Jahren hatte er eine Aspirationspneumonie (Lungenentzündung wegen eingeatmeten Substanzen oder Fremdkörpern, in dem Fall wahrscheinlich Futter). Das waren 4 Tage Klinikaufenthalt, einige Röntgenbilder und Laboruntersuchungen, Dauertropfinfusion, Sauerstoffzelt und Medikamente.

    Dann hatte er noch ein ganz gutes Jahr.
    Ok, in der Zeit hatte er einmal einen leichten fiebrigen Infekt unbekannter Ursache, wegen dem er vorsichtshalber mal ein paar Stunden an der Infusion hing (ist halt ein alter Hund, trocknet schnell aus) und ne Woche Medikamente brauchte, und einmal hatte er Probleme mit der Halswirbelsäule, wo wir ein paar Röntgenbilder gemacht und 2 Wochen Schmerzmittel/Entzündunghemmer gegeben haben, aber sonst ging es ihm gut.

    Gegen Ende hat er dann das Fressen langsam eingestellt. An Untersuchungen haben wir in dieser letzten Woche ein komplettes großes Labor gemacht, praktisch den ganzen Hund aus allen Perspektiven geröngt und alles geschallt was sich schallen lässt (einschließlich Herz). Ne Ursache haben wir damit nicht gefunden und angesichts seines schlechten Allgemeinzustandes und seines Alters (da war er dann ja so 13-14 Jahre alt) hab ich mich dann entschlossen, ihn einzuschläfern.


    Man hätte sicher für den eigenen Seelenfrieden im Laufe seines Lebens noch mehr teure Diagnostik machen können. Das fing bei seiner Hautgeschichte und der empfindlichen Verdauung an - aber da hat sich ja mit einigem rumprobieren auch so recht bald ne gute Lösung gefunden.

    Die Aspirationspneumonie wurde wahrscheinlich ausgelöst durch eine progressive Larynxparalyse (fortschreitende Kehlkopflämung, kommt bei großen Rassen im Alter häufiger mal vor), die Symptome passten. Um es wirklich auszudiagnostizieren hätte man ihn endoskopieren müssen und dafür hätte er in Narkose gemusst. Das wollte ich ihm in dem Alter ersparen - die Diagnose hätte mir insofern nix genützt, als dass ich ihn so oder so nicht daran operiert hätte, und die nötigen Vorsichtsmaßnahmen (erhöht füttern, breiiges Futter geben, Geschirr statt Leine, bei Hitze nicht so viel Aktivität) kann man ja auch so einfach durchführen, schadet ja alles nicht.

    Die Probleme in der Halswirbelsäule waren wahrscheinliche Bandscheibenvorfälle. Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule sind im Röntgen schwierig darzustellen, er hätte also ins CT gemusst. Auch da wieder, es war eh klar, dass ich ihn mit 13-14 Jahren nicht an den Bandscheiben operieren lasse, also wozu die teure und für den Hund belastende (Vollnarkose) Diagnostik machen? Die Therapie war ohne OP eh die gleiche, egal ob man genau wusste was es ist oder nicht: Schmerzmittel/Entzündungshemmer, Ruhe, kein Halsband.


    Meine zweiter Hund, Robin, ist ein Greyhound aus Renn-Leistungszucht aus Irland, der seine sportliche Karriere mit 4 Jahren abgeschlossen hatte. Ich bekam ihn mit 4,5 Jahren.
    In den ersten Wochen haben wir einige Röntgenbilder von ihm machen lassen, um eine leichte Lahmheit abzuklären. Er hatte arthrotische Veränderungen in diversen Gelenken, wohl durch Überbelastung im Sport.

    Inzwischen ist er 11,5 und hat im Laufes seines bisherigen Lebens 3 mal für je ungefähr 2 Wochen Schmerzmittel gebraucht wegen der Arthrose, ansonsten ließ sich das mit angepasster Bewegung und Hausmitteln a la Körnerkissen und Ingwer füttern gut in den Griff kriegen.
    So mit 6 oder 7 Jahren haben wir nochmal ein paar Bilder gemacht um den Verlauf zu kontrollieren.

    Mit 8 Jahren hab ich einmal ein EKG und Herzultraschall von ihm machen lassen, weil er mir sehr schlapp und hitzeempfindlich vorkam. War aber nix.


    Ebenfalls in dem Alter musste ihm ein Zahn mit einem Wurzelabszess gezogen werden, der in die Nasennebenhöhle gefistelt hatte. Bei der Gelegenheit wurde im Rahmen der OP-Vorbereitung auch ein komplettes Blutbild + Organprofil gemacht und in der OP selber eine gründliche Zahnreinigung vorgenommen.


    Er hat seit Jahren ein kleines Lipom(wahrscheinlich...), das kann bleiben wo es ist, und hatte eine andere kleine Umfangsvermehrung der Haut, die ich in Lokalänsthesie weggenommen hab, weil sie störend an der Pfote saß und er sich beim Laufen leicht daran verletzte. Eingeschickt hatte ich es nicht und wiedergekommen ist es nach der Entfernung auch nicht.

    Vor einigen Wochen hab ich dann mal ein großes Labor + komplettes Schilddrüsenprofil von ihm machen lassen, einfach zur Abklärung und ohne Auffälligkeiten.
    Irgendwann demnächst wollte ich mal mit ihm zu nem Spezialisten für nen Herzultraschall, auch mehr oder weniger nur zur Sicherheit. Er kommt mir etwas leistungsschwach vor, kann sein, dass da was im Busch ist. Wäre ja bei nem Hund in dem Alter nicht überraschend.


    Mein dritter Hund, DeeDee, ist ein Saluki vom Züchter (ausländische FCI-Zucht). Bekommen hab ich sie mit 7 Monaten.

    Mit 18 Monaten hat sie sich an einer Scherbe fast alle Beugesehnen am Hinterlauf durchtrennt. Aufwendige Sehnennaht, natürlich am Sonntagabend, danach 8 Wochen Castverband. Operiert wurde sie an der Uniklinik, war da noch Studentin, die Nachsorge hab ich großtenteils selber gemacht.
    Ganz wieder geworden ist es nicht. Zwei Zehen sind platt geblieben. Jahrelang ist sie damit gut gelaufen, kürzlich (sie wird jetzt 6 Jahre alt) hat sich sie an einer dieser Zehen einen Kapselriss geholt und sich die andere gebrochen. Da es mit konservativer Behandlung nicht so recht heilen will, wird es dann wohl demnächst chirurgisch versorgt, was wir damit genau machen wissen wir aber noch nicht, werde ich wohl bei nem Spezialisten machen lassen. Danach gibt's eventuell eine maßgefertigte Orthese für diesen Fuß

    An so einer dämlichen Scherbenverletzung kann man also ein Hundeleben lang Spaß haben.

    Ach ja, und dann hat sie sich, fast zeitgleich mit der aktuellen Pfotengeschichte, bei einer klassischen Gesichtsbremsung auf steinigem Untergrund, drei Schneidezähne an- bzw abgebrochen. Da wollte ich erst noch warten, ob sie wegen der Pfote eh in Narkose muss, was jetzt ja auch zugetroffen ist. Die kommen dann gleich in einem Aufwasch mit raus.

    Ihre Scheinschwangerschaften sind recht ausgeprägt, so dass ich da zwei Mal mit Medikamenten eingreifen musste.

    Sonst hatte sie bisher noch nix.


    Der vierte Hund, Janaah, ist ebenfalls ein Saluki vom Züchter (FCI-Zucht, Ausland). Er ist erst 11 Monate alt, insofern lässt sich da noch nicht wirklich was sagen.
    Bei der Züchterin hatte er einmal ne leichte Ohrenentzündung, bei mir einmal ne leichte Analdrüsenentzündung. Beides brauchte ca. ne Woche Medis und Pflege und dann war wieder gut.

    Für viele Leute die ich kenne ist halt einfach klar, dass solche teuren Sachen wie Hüft- und Ellenbogenersatz beim Hund nicht in Frage kommen, teilweise aus Prinzip (zumindest nenne ich es so, wenn man sich nen Jahrswagen leisten kann und im Eigenheim wohnt, aber bei mehreren 1000€ für OPs für die Hund das Ächtzen und Stöhnen anfängt), teilweise weil sie es wirklich nicht haben und auch nicht einfach auf irgendwas verzichten können, weil sie das auch im normalen Alltag schon machen.

    Wenn da mit nem guten Jahr beim Röntgen wegen Lahmheit rauskommt, dass der Hund bescheidene Hüften und leichte ED hat, dann sagen die von Anfang an, dass der halt solange damit leben muss, wie das (notfalls die letzte Zeit mit Schmerzmitteln) geht und dann ist Ende.

    Mein Weg wär's nicht, ich würd für meine Hunde auch einiges möglich machen, aber letztlich leidet der Hund ja nicht - so lange wie er lebt, geht es ihm recht gut, und wenn es ihm nicht mehr gut geht, dann wird er eingeschläfert.
    Vor 20 Jahren wäre es eh noch eine Utopie gewesen, einem Hund künstliche Gelenke einzusetzen. Heute hat man die Möglichkeit, aber ist man ein schlechterer Mensch weil man nicht alles möglich macht (machen kann?)?


    Mir geht es so wie es manchen der "Was? So viel Geld für einen Hund?! Das kommt mir nicht in die Tüte!!!"-Leuten gehen muss, wenn ich lese, dass jemand (sorry, weiß nicht mehr wer das war) mehrere 1000 € TA-Kosten für Ratten und Mäuse hatte. Ich finde das nicht verwerflich, ist ja eine individuelle Entscheidung und da hat halt jeder andere Priotitäten.
    Aber ich würde es defintiv nicht selber machen, da wäre mein Weg genau der obige den manche Leute halt auch mit ihrem Hund wählen: Sollen sie solange gut und schön und artgerecht leben, wie sie gesund sind (oder mal Kleinigkeiten haben, die man einfach und billig beheben kann) und wenn was größeres Ansteht, wo das Tier sonst erheblich drunter leiden würde, dann würde ich es einschläfern.

    Doppelmoral halt. Aber ich kann ja auch damit leben, dass für mein Hundefutter andere Tiere sterben müssen, und die waren sogar gesund und wollen auch leben.

    Es ist ne Illusion zu glauben, man wüsste mit Sicherheit, was in seinen liniengezüchteten Hunde gesundheitlich schlummert. Das geht schlicht und einfach nicht. Dieses Mantra "Know your lines!" ist ja schön und gut, aber es ist viel zu vereinfacht gedacht.
    Man sieht beim Erbgut ja immer nur die Spitze des Eisberges, alles das was "unter der Oberfläche" für unsichtbare Prozesse codiert, das fällt nie auf, bis es dann mal nicht mehr funktioniert. Und je mehr/enger man Linienzucht betreibt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann mal was rezessives hochkommt.
    Ein Züchter, der behauptet, er könnte das Risiko bei dauerhafter enger Linienzucht ausschlißene oder verschwindend klein halten, weil er seine Linien so gut kennt, der lügt (sich selbst an) oder hat keine Ahnung von Genetik.


    Andererseits sind die Vorteile natürlich, dass man relativ schnell relativ berechenbare Ergebnisse bekommt und das ist ja der Sinn und Zweck von Rassehundezucht.
    Deswegen würde ich es auch nicht völlig verdammen, es ist halt ein Zuchtwerkzeug. Aber ein verdammt scharfes, zweischneidiges.

    Man sollte zumindest auch immer die Gesamtpopulation im Auge behalten und nicht nur die eigene Linie (" Züchten ist denken in Generationen" und so, und außerdm muss man ja irgendwann auch mal was anderes mit reinnnehmen und wenn die alle die gleichen tollen Ideen wie ich hatten, war das natürlich nicht so toll was wir da gemacht haben):

    Wie viele Gründertiere hatte die Rasse? Viele Rassen sind eh nur auf der Basis von wenigen dutzend Tieren gegründet worden, von denen einige noch grob überrepräsentiert sind in den Pedigrees.
    Gab es früher schonmal genetische Flaschenhälse (viele europäische Rassen sind um die 2. WK rum mal fast ausgestorben und wurden nachher auf dem Rücken von einer Hand voll Tiere wieder aufgebaut).
    Aus diesen beiden Fragen ergibt sich die nächste: Wie hoch sind COI und Ahnenverlust in der einzelnen Verpaarung und in der Rasse allgemein? Je weiter zurück man da in der Berechnung gehen kann, desto besser, es darf gern auch mehr sein als die üblichen 5-10 Generationen wenn man das hinkriegt.
    Wie hoch ist die effektive Populationgröße der Rasse? In der Erhaltungszucht bedrohter Arten gilt alles unter 100 als praktisch nicht mehr langfristig lebensfähige Population, jetzt nennt mir ale Hunderassen, die eine effektive Populationsgröße von über 100 Tieren haben...

    Auf welche Tiere wird Linienzucht betrieben - auf die großen popular sires, die jeder Hans und Franz genutzt hat, oder auf eher seltene Linien?
    Ist das Zuhctbuch komplett geschlossen oder ist es offen, und wenn es offen ist, wie oft wird die Möglichkeit genutzt, einen wirklichen Outcross durchzuführen?

    Wenn man eine Rasse mit komplett geschlossenem ZB hat, die von wenigen Tiere abstammt, in ihrer Geschichte ein oder mehrmals durch Flaschenhälse gewandert ist, von Popular Sires beeinflusst wurde... dann würde ich mich immer nach einer Verpaarung umgucken, die eher unter dem Rassedurchschnitt liegt was COI und Ahnenverlust angeht. Also idR kein liniengezüchtetes Tier.


    Man muss halt immer sehen, dass Inzestzucht und Inzucht/Linienzucht da, wo sie ihre größtem Erfolge feiert, nämlich in der Zucht von Nutztieren, in der Regel abgewechselt wird mit Outcrossverpaarungen, allerspätestens dann, wenn erst Probleme auftauchen.
    Und es wird viel härter selektiert, was erstens bei unseren Haushunden gar nicht möglich ist, weil ja ein großer Teil nie arbeiten muss und nie auf irgendwas getestet wird, und es zweitens heutzutage auch nicht vertretbar ist, halt erstmal ein paar Generationen lang einen gewissen Anteil an Krüppel und Verreckern zu produzieren um mit den gesunden dann weiter zu züchten.


    TLDR:
    Unter bestimmten Vorraussetzungen würde ich einen liniengezüchteten Hund kaufen, meistens halte ich es für ahnungslose Spielerei mit dem Feuer.

    Naja, er fand den ganzen Troubel (es war gut was los) schon beeindruckend, vor allem die ganzen anderen Hunde. Aber das "Hasi, Hasi, Hasi!!!" hat das alles überspielt. War aber trotzdem ein anstrengender Tag für ihn, alles in allem mehrere Stunden Action. Der hat gestern Nacht gut geschlafen.

    Zum Coursimgtraining würde ich wohl auch mal fahren. Weiß aber nicht so recht wo. Ostercappeln wäre das nächste soweit ich weiß, aber die ziehen wohl nur sehr sporadisch mal Trainings, wurde mir gesagt.

    Was auch immer ganz interessant ist, ist, rauszufinden wie alt die Rasse im Schnitt so wird (lieber Rassekenner/Besitzer fragen als irgendwelchen Angaben auf der Clubseite vertrauen, wenn es keine zuverlässige Statstik gibt) und dann rauszufinden, wie alt die Vorfahren deines vielleicht zukünftigen Hundes so geworden sind und woran sie gestorben sind.

    Denn auch wenn Krebs eine häufige Todesursache ist, ist es ja ein Unterschied, ob ein Hund mit 14 Jahren an Krebs stirbt oder mit 6 Jahren! Der eine oder andere Sonderfall in Sachen "früher Tod" kann natürlich immer mal vorkommen, aber nicht bei den direkten Vorfahren und auch nicht gehäuft in der Verwandschaft. Ausgenommen natürlich so Zeug wie Autounfälle usw.

    Ist keine Garantie, aber aus langlebigen Linien würde ich eher einen liniengezüchteten Hund kaufen als aus welchen mit unterdurchschnittlicher Lebenserwartung.

    So, wir waren jetzt heute zum ersten Mal beim Renntraining.
    Janaah ist schon bei der ersten "Hasensichtung" total steilgegangen, der kann defintiv mit den besten Whippets jaulen und rumspringen.
    Er durfte dann am Ende der ersten "Halbzeit", direkt vor der Pause, einmal ne Startgrade laufen und das hat er auch gemacht als hätte er nie was anderes gemacht.

    Nach der Pause, wieder am Ende, nach allen anderen Durchläufen, sollte er eigentlich nur nochmal ne Startgrade laufen. Der Hasenzieher hat das aber irgendwie verpeilt und versehentlich 480 m gezogen. Ich war ETWAS überrascht, aber auch das hat er super gemacht (und wollte gleich wieder hinterher als der Hase nochmal angezogen wurde).

    Da ich ja allein war, hatte eine Dame, die ich auch schon auf dem Ringtraining vor 2 Wochen kennengelernt hatte, angeboten, ihn einzufangen. Auch das war kein Problem. Es ist schon praktisch, einen unkomplizierten, menschenfreundlichen Hund zu haben, der sich von jedem locken und anpacken lässt.
    Bei zweiten Mal hätte ich es aber beinahe noch selber zum Ziel geschafft um ihn wieder in Empfang zu nehmen.

    Ja. Ich bin jedenfalls total happy, das ihm das Spaß macht. Dieses Jahr schaffen wir wohl keine Lizenz mehr - er wird erst Mitte/Ende September 15 Monate alt und da geht die Saison ja bei den meisten Vereinen schon zuende.
    Naja, aber vielleicht nächstes Jahr um diese Zeit!

    Nächste Woche wollen wir mal ausprobieren, was er zum Startkasten sagt (und dann aber wirklich beide Mal nur ne Grade...).

    In Hannover an der Uniklinik wurde es teilweise so gemacht, dass, wenn die Leute vorher schon gesagt haben, dass es am Geld scheitert, das Tier an die TiHo überschrieben wurde, der Besitzer also sein Tier abtritt. Dann wurde behandelt und das Tier anschließend in neue Hände vermittelt.

    Schwieriger ist natülich, wenn es erst nachher zur Zahlungsunfähigkeit oder - unwilligkeit kommt. Da wurden auch Tiere einbehalten, wobei das soweit ich weiß rechtlich nicht unumstritten ist.
    Nur lassen es ja nur wenige Leute dann auf nen Rechtsstreit ankommen, man will ja sein Tier wiederhaben und kratzt meistens zumindest ne Anzahlung zusammen.


    100 Euro sind gar nichts . Bin damals mit meinem Pferd innerhalb von einer Woche bei 5000 Euro gewesen . Und das ist da normal wenn das Pferdchen mal was hat . Beim Hund ist es das gleiche . Da passiert ganz schnell was und dann muss man eben etwas beiseite haben . Ansonsten ist es keine gute Idee sich ein Tier anzuschaffen !

    Naja, da sind wir dann aber am eigentlichen Thema dieses Threads - muss man so viel Geld wirklich haben, um Tiere halten zu "dürfen"?

    Ich mein, Pferde sind teure Tiere, da muss man schon bei der normalen Haltung eher in Tausendern als in Hundertern denken. Allein was die Ausrüstung kostet, gutes Lederzeug, nen Hänger und Zugfahrzeug... dann die Stallmiete oder Unterhaltskosten für den eigenen Stall.
    Klar geht's auch billiger, wenn man zum Beispiel nen landwirtschaftlichen Betrieb hat, dann laufen ein, zwei Pferde oft so mit und das bisschen Heu und Hafer und die Ecke in der Scheune fallen auch nicht ins Gewicht, nen zugkräftiges Fahrzeug hat man eh, Sattelzeug gibts auch gebraucht...
    Aber Fakt ist: Reiten und Pferde halten ist eh ein teurer Spaß und insofern muss man sowieso mehr einplanen als für Hund oder Katz'.

    Aber irgendwo sind Pferde ja für viele auch Nutztiere. Und da wägt man Kosten und Nutzen gegeneinander ab. Viele Pferde haben ja keine 5000 € in der Anschaffung gekostet oder waren vielleicht vor Jahren mal so teuer, sind es aber inzwischen nicht mehr Wert.

    Für sehr viele Leute ist schon das erste Pferd purer Luxus, den sie sich zusammensparen müssen. Wenn dieses Pferd dann nach so einer teuren tierärztlichen Behandlung gar nicht mehr oder nur eingeschränkt nutzbar ist (und sein wir ehrlich, bei Sachen, die in den Bereich von mehreren 1000 € gehen bleibt oft was zurück), dann können sie sich kein zweites Pferd leisten. Das war's dann erstmal mit reiten, eventuell für die nächsten 15 oder 20 Jahren, je nachdem wie lange ihr Gnandenbrotpferd dann noch lebt.

    Ist es da nicht auch ok zu sagen: "Nee, kann/will ich nicht zahlen. Dieses Pferd geht zum Schlachter/wird eingeschläfert und ich kauf mir von dem gasparten Geld für die Behandlung statt dessen ein neues Pferd"?


    Ich kenne sehr, sehr, SEHR viele Reitersleut', die für kein Pferd und keine Behandlung mehrere 1000 € locker machen wollten, selbst wenn sie es könnten.
    Den Pferden geht's gut, die werden pfleglich behandelt und durchaus auch geliebt (wobei ich denke, dass das Pferden, im Gegensatz zu Hunden, relativ egal ist - denen ist die soziale Bindung zu ihresgleichen im Gegensatz zum Hund wichtiger als die zum Menschen).
    Solange sie nix großes haben, wird alles gemacht. Und wenn sie was großes haben, dann war's das halt.


    Ich hab da eine gewisse Doppelmoral, ich geb's gern zu. Meine Hunde sind für mich Sozialpartner und Familienmitglieder, deswegen habe ich da einen hohen Anspruch was die medizinische Versorgung angeht, relativ unabhängig von ihrer "Nutzbarkeit" - ihr einziger Nutzen ist ja eh, mir Spaß zu machen.
    Und ich weiß, dass das manche Pferdeleute auch ebenso sehen (wobei das weniger sind als man denken könnte, wenn's an eingemachte, also ans Geld, geht, dann zeigt es sich eben doch, dass es mit der selbstlosen Liebe nicht mehr ganz so weit geht).

    Von einem Pferd erwarte ich persönlich neben dem Spaßfaktor auch einen gewissen Nutzen. Einfach nur auf der Weide stehen haben zum angucken, dafür wäre mir das ganze zu teuer und aufwendig. Das würde ich bei nem Rentnerpferd machen, dass mir ein Leben lang Freude gemacht hat, aber nicht bei nem relativ jungen Pferd, das noch zig Jahre da steht und frisst und kostet.

    Andere Leute haben einen ähnlichen Anspruch an die Hundehaltung. Der Hund soll Freude machen und möglichst wenig Aufwand. Solange es ihm gut geht, ist es gut versorgt, aber extravagante Summen kann man und will man nicht stemmen und wenn's so kommt, dann ist halt Schluss.

    Erstmal sträubt sich da bei mir schon alles gegen, weil ich es selber, bei meinen Hunden, nie so machen würde. Aber letztlich... irgendwo ist es auch ok, finde ich.

    Schade finde ich es halt nur immer, wenn es Sachen sind, die leicht zu beheben gewesen wären und wo wirklich Aussicht auf völlige Genesung besteht, z.B. Knochenbrüche.