Zum Thema Beispiele für Tierarztkosten:
Bei mir sind die Kosten nicht repräsentativ, da ich ja selber Tiermedizinerin bin und im Studium vieles an der Uniklinik zum "Stundententarif" (idR einfacher Satz ohne große Aufschläge) und in meinen Praktikumspraxen machen lassen konnte. Insofern mal ohne Kostenaufzählung.
Ich würde meine Hunde als bisher ziemlich gesund bezeichnen, wenn ich über die Jahre alles aufliste ist es zwar auch ne ganze Latte, aber auf 9 Jahre und vier Hunde verteilt relativiert sich das wieder.
Mein erster Hund, Lawrence, war ein Greyhound/Saluki/Irgendwas-Mix (optisch nur Windhund, aber wer weiß was da mitgemischt hatte), eine Gebrauchskreuzung für die Hetzjagd aus Irland, kam über den TS nach Deutschland und ursprünglich eventuell von Travelers.
Er war so 4-6 Jahre alt als ich ihn bekam.
In seinem Vorleben in Irland hatte er eine schwere Sarkoptesräude gehabt, was aber wohl hauptsächlich auf Vernachlässigung/schlechte Bedingungen zurückzuführen war (er ist als Streuner aufgegriffen worden), das war bereits problemlos abgeheilt als er nach Deutschland kam.
Außerdem war ihm irgendwann mal eine Zehe fachmännisch amputiert worden, wann und warum weiß ich nicht, wird wohl nach ner Verletzung gewesen sein. Hat ihm aber nie Probleme gemacht.
Bei seiner Vorbesitzerin in De, wo er zwei Jahre lang war, hatte er einmal ne kleine (wirklich sehr kleine) Bissverletzung die nicht genäht wurde, sich etwas entzündet hatte und ne Woche Antibiotika gebraucht hat.
Bei mir dann auch zwei oberflächliche Bissverletzungen, konnten beide in Lokalanästhesie ohne weiteren Aufwand genäht bzw getackert werden, paar Tage Antibiotika, fertig. Einmal hat die Kosten dafür der Halter des verursachenden Hundes übernommen, das andere Mal musste ich selber zahlen.
Dann hatte er zeitlebens einen etwas empfindlichen Magen + anfangs fiese Hotspots, da hätte man sicher viel Geld in Diagnostik versenken können, wenn man eine Ursache hätte finden wollen und wenn er weiter Fertigfutter hätte bekommen sollen.
Zum Glück hab ich es vorher mit selber kochen/frisch versucht und das hat er super vertragen.
Wahrscheinlich hatte er auch eine Flohstichdermatitis, denn die Hot Spots wurden zwar mit der Umstellung der Fütterung besser, erledigten sich aber erst komplett, als ich anfing, regelmäßig Spot On Präperate draufzukippen (wegen dem Kontakt zu den Freigängerkatzen meiner Eltern ließen sich gelegentliche Flohinvasionen ohne regelmäßige Parasitenbehandlungen nicht vermeiden). Ist aber nie ausdiagnostiziert worden.
So mit 9 oder 10 Jahren hat er sich einmal die Achillessehne gezerrt als er auf einer gefrorenen, verschneiten Pfütze ausgerutscht ist und hatte einmal eine leichte Otitis, war beides nach ner Woche schonen und Schmerzmittel, respektive ner Woche Ohren reinigen + Ohrentropfen, wieder gut.
Teuer wurde er erst im Alter:
Mit ca. 12-13 Jahren hatte er eine Aspirationspneumonie (Lungenentzündung wegen eingeatmeten Substanzen oder Fremdkörpern, in dem Fall wahrscheinlich Futter). Das waren 4 Tage Klinikaufenthalt, einige Röntgenbilder und Laboruntersuchungen, Dauertropfinfusion, Sauerstoffzelt und Medikamente.
Dann hatte er noch ein ganz gutes Jahr.
Ok, in der Zeit hatte er einmal einen leichten fiebrigen Infekt unbekannter Ursache, wegen dem er vorsichtshalber mal ein paar Stunden an der Infusion hing (ist halt ein alter Hund, trocknet schnell aus) und ne Woche Medikamente brauchte, und einmal hatte er Probleme mit der Halswirbelsäule, wo wir ein paar Röntgenbilder gemacht und 2 Wochen Schmerzmittel/Entzündunghemmer gegeben haben, aber sonst ging es ihm gut.
Gegen Ende hat er dann das Fressen langsam eingestellt. An Untersuchungen haben wir in dieser letzten Woche ein komplettes großes Labor gemacht, praktisch den ganzen Hund aus allen Perspektiven geröngt und alles geschallt was sich schallen lässt (einschließlich Herz). Ne Ursache haben wir damit nicht gefunden und angesichts seines schlechten Allgemeinzustandes und seines Alters (da war er dann ja so 13-14 Jahre alt) hab ich mich dann entschlossen, ihn einzuschläfern.
Man hätte sicher für den eigenen Seelenfrieden im Laufe seines Lebens noch mehr teure Diagnostik machen können. Das fing bei seiner Hautgeschichte und der empfindlichen Verdauung an - aber da hat sich ja mit einigem rumprobieren auch so recht bald ne gute Lösung gefunden.
Die Aspirationspneumonie wurde wahrscheinlich ausgelöst durch eine progressive Larynxparalyse (fortschreitende Kehlkopflämung, kommt bei großen Rassen im Alter häufiger mal vor), die Symptome passten. Um es wirklich auszudiagnostizieren hätte man ihn endoskopieren müssen und dafür hätte er in Narkose gemusst. Das wollte ich ihm in dem Alter ersparen - die Diagnose hätte mir insofern nix genützt, als dass ich ihn so oder so nicht daran operiert hätte, und die nötigen Vorsichtsmaßnahmen (erhöht füttern, breiiges Futter geben, Geschirr statt Leine, bei Hitze nicht so viel Aktivität) kann man ja auch so einfach durchführen, schadet ja alles nicht.
Die Probleme in der Halswirbelsäule waren wahrscheinliche Bandscheibenvorfälle. Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule sind im Röntgen schwierig darzustellen, er hätte also ins CT gemusst. Auch da wieder, es war eh klar, dass ich ihn mit 13-14 Jahren nicht an den Bandscheiben operieren lasse, also wozu die teure und für den Hund belastende (Vollnarkose) Diagnostik machen? Die Therapie war ohne OP eh die gleiche, egal ob man genau wusste was es ist oder nicht: Schmerzmittel/Entzündungshemmer, Ruhe, kein Halsband.
Meine zweiter Hund, Robin, ist ein Greyhound aus Renn-Leistungszucht aus Irland, der seine sportliche Karriere mit 4 Jahren abgeschlossen hatte. Ich bekam ihn mit 4,5 Jahren.
In den ersten Wochen haben wir einige Röntgenbilder von ihm machen lassen, um eine leichte Lahmheit abzuklären. Er hatte arthrotische Veränderungen in diversen Gelenken, wohl durch Überbelastung im Sport.
Inzwischen ist er 11,5 und hat im Laufes seines bisherigen Lebens 3 mal für je ungefähr 2 Wochen Schmerzmittel gebraucht wegen der Arthrose, ansonsten ließ sich das mit angepasster Bewegung und Hausmitteln a la Körnerkissen und Ingwer füttern gut in den Griff kriegen.
So mit 6 oder 7 Jahren haben wir nochmal ein paar Bilder gemacht um den Verlauf zu kontrollieren.
Mit 8 Jahren hab ich einmal ein EKG und Herzultraschall von ihm machen lassen, weil er mir sehr schlapp und hitzeempfindlich vorkam. War aber nix.
Ebenfalls in dem Alter musste ihm ein Zahn mit einem Wurzelabszess gezogen werden, der in die Nasennebenhöhle gefistelt hatte. Bei der Gelegenheit wurde im Rahmen der OP-Vorbereitung auch ein komplettes Blutbild + Organprofil gemacht und in der OP selber eine gründliche Zahnreinigung vorgenommen.
Er hat seit Jahren ein kleines Lipom(wahrscheinlich...), das kann bleiben wo es ist, und hatte eine andere kleine Umfangsvermehrung der Haut, die ich in Lokalänsthesie weggenommen hab, weil sie störend an der Pfote saß und er sich beim Laufen leicht daran verletzte. Eingeschickt hatte ich es nicht und wiedergekommen ist es nach der Entfernung auch nicht.
Vor einigen Wochen hab ich dann mal ein großes Labor + komplettes Schilddrüsenprofil von ihm machen lassen, einfach zur Abklärung und ohne Auffälligkeiten.
Irgendwann demnächst wollte ich mal mit ihm zu nem Spezialisten für nen Herzultraschall, auch mehr oder weniger nur zur Sicherheit. Er kommt mir etwas leistungsschwach vor, kann sein, dass da was im Busch ist. Wäre ja bei nem Hund in dem Alter nicht überraschend.
Mein dritter Hund, DeeDee, ist ein Saluki vom Züchter (ausländische FCI-Zucht). Bekommen hab ich sie mit 7 Monaten.
Mit 18 Monaten hat sie sich an einer Scherbe fast alle Beugesehnen am Hinterlauf durchtrennt. Aufwendige Sehnennaht, natürlich am Sonntagabend, danach 8 Wochen Castverband. Operiert wurde sie an der Uniklinik, war da noch Studentin, die Nachsorge hab ich großtenteils selber gemacht.
Ganz wieder geworden ist es nicht. Zwei Zehen sind platt geblieben. Jahrelang ist sie damit gut gelaufen, kürzlich (sie wird jetzt 6 Jahre alt) hat sich sie an einer dieser Zehen einen Kapselriss geholt und sich die andere gebrochen. Da es mit konservativer Behandlung nicht so recht heilen will, wird es dann wohl demnächst chirurgisch versorgt, was wir damit genau machen wissen wir aber noch nicht, werde ich wohl bei nem Spezialisten machen lassen. Danach gibt's eventuell eine maßgefertigte Orthese für diesen Fuß
An so einer dämlichen Scherbenverletzung kann man also ein Hundeleben lang Spaß haben.
Ach ja, und dann hat sie sich, fast zeitgleich mit der aktuellen Pfotengeschichte, bei einer klassischen Gesichtsbremsung auf steinigem Untergrund, drei Schneidezähne an- bzw abgebrochen. Da wollte ich erst noch warten, ob sie wegen der Pfote eh in Narkose muss, was jetzt ja auch zugetroffen ist. Die kommen dann gleich in einem Aufwasch mit raus.
Ihre Scheinschwangerschaften sind recht ausgeprägt, so dass ich da zwei Mal mit Medikamenten eingreifen musste.
Sonst hatte sie bisher noch nix.
Der vierte Hund, Janaah, ist ebenfalls ein Saluki vom Züchter (FCI-Zucht, Ausland). Er ist erst 11 Monate alt, insofern lässt sich da noch nicht wirklich was sagen.
Bei der Züchterin hatte er einmal ne leichte Ohrenentzündung, bei mir einmal ne leichte Analdrüsenentzündung. Beides brauchte ca. ne Woche Medis und Pflege und dann war wieder gut.