Tut mir Leid @geisi2 aber Rassehunde sind nicht per se weniger gesund.
Mischlinge sind nicht gesuender als die Rassehunde aus denen sie hervorgehen. Dazu gibt es auch einige Studien die Beweise dafuer fanden, dass Mischlinge mit nichten gesuender sind.
Such mal weiter vor im Thread, ich hab da zu einem älteren beitrag von mir verlinkt, wo ich mal einiges an Studien zur Lebenserwartung und zur Krankheitshäufigkeit (für einige ausgewählt, häufig vorkommende Krankheiten) von Rassehunden und Mixen im Vergleich gesammelt hatte.
Das Ergebnis war, dass Mixe, wenn man nach Größe/Gewicht bereinigt, im Schnitt geringfügig länger leben und dass sie (bis auf in einer Studie Autounfälle und kraniale Kreuzbandrisse) keine Krankheit häufiger bekommen als Rassehunde und einige seltener.
Bei Rassehunden kann man es sich halt aussuchen, man bekommt neben berechenbarem Aussehen und Wesen auch eine berechenbar(re) Gesundheit mit, in dem Sinne, dass man weiß, dass Krankheit X und Y wahrscheinlicher beim eigenen Hund auftreten kann als bei einem zufällig ausgewählten Querschnitt anderer Rassen und Mixe und das man Krankheiten A und B sicher ausschließen kann, weil man darauf zuverlässig testen konnte.
Bei manchen Rasse ist das gesundheitliche Gesamtpaket schlechter, bei manchen besser.
Bei Mixen ist es schlicht ne Überraschung, aber weder ist ein Rassehund ne Garantie für Gesundheit noch sind Mischlinge kränklicher.
Zitat
Und es ist doch auch nur logisch. Neben wir mal an Herr Schulz vom Ende der Strasse hat einen reinrassigen DSH aus VDH Zucht, spekulieren wir mal er gehoert zu den in VDH Zucht doch nicht komplett ueblichen Vetretern, die hat HD haben. Frau Meier am anderen Ende der Strasse hat eine Franzoesische Bulldogge vom Vermehrer mit ausgepragter Brachycephalie hervorstehenden Augen, von-Willebrand-Disease (wovon Fr. Meier nichts weiss) und Patella Luxation.
Und jetzt nehmen wir mal an Herr Schulz und Frau Meier denken sich ''Mei, das gaeb suesse Welpen'' und schon sitzt der Bulli auf der Schaeferdame und es gibt Welpen.
Und diese Mischlingswelpen sollen jetzt schlagartig gesuender sein? Im schlimmsten Fall leiden sie unter all den Krankheiten und Schwierigkeiten, die beide Elternteile mitbrachten. Und bei Mehrgeneratonenmischlingen kann man noch nicht einmal wissen welche Erbkrankheiten in dem Hund stecken. Ein Mehrgenerationenmischling, der in der Vergangenheit Labrador, DSH, Bulldogge, Australian Shepherd un Shar-Pei in den Vorfahren hatte kann je nach Weiterverpaarung auch wieder die Ursprungsmerkmale an weiter Generationen weiter geben. Wie soll Mischlingsbesitzer A bei einer Verpaarung mit dem Hund von Mischlingsbesitzer B auch wissen, welche Anlagen die Mischlinge haben?
Andersherum wird bei Mischlingen ja auch nicht auf Erbkrankheiten getestet bevor sie verpaart werden.
Es klingt erstmal logisch, ist aber falsch.
Die meisten Defektgene sind rezessiv, das heißt der Hund muss sie in doppelter Kopie von beiden Eltern mitbekommen. Dominante Defektgene sieht/merkt man ja immer am Phänotyp, die sind daher leicht rauszuselektieren bzw werden automatisch rausselektiert weil die Tiere eben krank sind.
Die Gefahr für die Verdopplung von rezessiven Genen steigt, je höher das Inzuchtniveau in einer Population ist, und das ist in einer geschlossenen Population nunmal per Definition höher als in einer offenen.
In einer kompletten Outcrossverpaarung wie das eine Mischlingsverpaarung ist, sinkt das Risiko, dass die Welpen von beiden Eltern die gleichen rezessiven Defektgene mitbekommen.
Selbst wenn die Nachkommen die Erbkrankheit tragen, können sie sie nicht bekommen, denn dazu bräuchten sie ja zwei rezessive Kopien von dem Defektgen.
Bei zufälliger Verpaarung von Mischling x Mischling ist das ebenso, da hat man schon Ausgangstiere, die mit großer Wahrscheinlichkeit eine höhere genetische Varianz haben als ein reinrassiges und damit bis zu einem gewissen Grad ingezüchtetes Tier, und mischt dann nochmal gut durch.
Natürlich können sich auch bei solche einer zufälligen Verpaarung mal Defektgene treffen, die zufällig beide Elterntiere von irgendeinem Vorfahren mitbekommen haben. Die Wahrscheinlichkeit ist aber rein statistisch gesehen geringer als in einer reinrassigen Population in der dieses Merkmal vorkommt.
Bei Merkmalen, auf die man testen kann, ist man natürlich in einer durchgetesteten Population auf der sicheren Seite.
Auf die große Mehrheit aller genetisch bedingter Erkrankungen (oder solcher, wo eine erbliche Komponente zumindest wahrscheinlich ist) kann man aber bisher nicht testen und bei vielen wird das wohl auch noch lange so bleiben.
Ginge es einem jetzt bei der Hundezucht einzig und allein um die Vermeidung genetisch bedingter Krankheiten (und nicht auch noch um einen Haufen anderer Merkmale), dann wäre man mit völlig zufälliger Verpaarung in ner offenen Population tatsächlich besser dran als mit gezielter Verpaarung in ner geschlossenen.
Es gibt natürlich Defektgene, die quer durch alle Rassen ziemlich verbreitet sind, zum Beispiel die, die wohl an der Entstehung der HD beteiligt sind. Da hat man natürlich bei Mischlingen aus zwei stark HD-belasteten Rassen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Welpe auch HD entwickeln könnte, weil er von beiden Seiten sein Päckchen mitbekommen haben könnte.
Und zu guter Letzt, wenn man einen Hund mit extremem Phänotyp, wie eine Französiche Bulldogge, mit einen moderater gebauten Hund kreuzt, dann werden die Extreme im Phänotyp in der Regel bei den Nachkommen abgemildert. Kaum ein bis gar kein Nachfahre einer Kreuzung aus einem sehr brachycephalen Hund mit einem langschnäuzigen Hund hat die gleiche kurze Nase wie das brachycephale Elternteil, weil eben auch dafür wieder Gene codieren, die man scheinbar, um die extremsten Ausprägungen zu erreichen, auch wieder von beiden Seiten bekommen müsste.
Für die Welpen wäre das also im Vergleich zur einen Rasse eine Verbesserung, im Vergleich zur anderen eine Verschlechterung.
Zitat
Nur durch Selektion kann man komplette Gesundheit erreichen.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist es mit ziemlicher Sicherheit möglich zu sagen, dass perfekte Gesundheit eine unerreichbare Utopie ist.
Also was kann man tun? Anträge beim VDH stellen? Unterschriften sammeln? An die Öffentlichkeit gehen? Züchter ansprechen? Eine schwarze Liste erstellen mit Tieren, die krank sind, damit die nicht wieder in der Zucht eingesetzt werden?
Hunde kaufen, die man für gut gezüchtet hält und, wenn man kann, selber züchten und es hoffentlich besser machen. Und natürlich drüber reden, Wissen ist Macht. 