Beiträge von Marula

    Bei Mischlingen werden ja meist zumindest bei "Edelmixen" und "Hobbymixzüchtern" von der Größe her ähnliche verpaart. Chi-Rattler Mixe haben aus der Erfahrung eher PL oder offene Fontanellen als Hunde aus vernünftiger Zucht und die ganzen Schäfer-bernersennen-Mixe halt eher PL.

    Das ist ja wie mit der HD bei Mischlingen aus zwei HD-belasteten Rassen: Wenn man zwei Rassen kreuzt, die eh schon jede für sich genommen die Disposition für eine bestimmte Krankheit mitbringen, dann kann man nicht erwarten, dass die Mixe daraus frei davon sind nur weil Mischling draufsteht.
    Wenn man Mops und Frenchie kreuzt, kriegt man auch keine längeren Nasen.


    Zucchini: Naja, das ist ja die gleiche Argumentation wie die der Mopshalter, deren Mops nur wenig Probleme hat und die daher die ganze Rasse für unbedenklich erklären.
    Die Mutation, die die kurzen Beine macht, wirkt sich halt auch auf die Knorpelbeschaffenheit der Bandscheiben aus, also sind diese Hunde (natürlich auch die "absichtlich" so gebauten Rassen) gleich doppelt blöd dran, einmal mit ihrem ungünstigen Körperbau mit dem langen Rücken und dann eben mit schwachen Bandscheiben, die eher zu Vorfällen neigen. Es ist gut, wenn man diese Probleme beim eigenen Hund nicht hatte, aber es gibt viele, die sie haben (Rassehunde ebenso wie Mischlinge, nur weil es ein Rassehund ist, ist der gleiche Körperbau ja nicht plötzlich unbedenklich, siehe Basset Hound oder Corgi).

    Tut mir Leid @geisi2 aber Rassehunde sind nicht per se weniger gesund.
    Mischlinge sind nicht gesuender als die Rassehunde aus denen sie hervorgehen. Dazu gibt es auch einige Studien die Beweise dafuer fanden, dass Mischlinge mit nichten gesuender sind.

    Such mal weiter vor im Thread, ich hab da zu einem älteren beitrag von mir verlinkt, wo ich mal einiges an Studien zur Lebenserwartung und zur Krankheitshäufigkeit (für einige ausgewählt, häufig vorkommende Krankheiten) von Rassehunden und Mixen im Vergleich gesammelt hatte.

    Das Ergebnis war, dass Mixe, wenn man nach Größe/Gewicht bereinigt, im Schnitt geringfügig länger leben und dass sie (bis auf in einer Studie Autounfälle und kraniale Kreuzbandrisse) keine Krankheit häufiger bekommen als Rassehunde und einige seltener.

    Bei Rassehunden kann man es sich halt aussuchen, man bekommt neben berechenbarem Aussehen und Wesen auch eine berechenbar(re) Gesundheit mit, in dem Sinne, dass man weiß, dass Krankheit X und Y wahrscheinlicher beim eigenen Hund auftreten kann als bei einem zufällig ausgewählten Querschnitt anderer Rassen und Mixe und das man Krankheiten A und B sicher ausschließen kann, weil man darauf zuverlässig testen konnte.

    Bei manchen Rasse ist das gesundheitliche Gesamtpaket schlechter, bei manchen besser.
    Bei Mixen ist es schlicht ne Überraschung, aber weder ist ein Rassehund ne Garantie für Gesundheit noch sind Mischlinge kränklicher.


    Zitat

    Und es ist doch auch nur logisch. Neben wir mal an Herr Schulz vom Ende der Strasse hat einen reinrassigen DSH aus VDH Zucht, spekulieren wir mal er gehoert zu den in VDH Zucht doch nicht komplett ueblichen Vetretern, die hat HD haben. Frau Meier am anderen Ende der Strasse hat eine Franzoesische Bulldogge vom Vermehrer mit ausgepragter Brachycephalie hervorstehenden Augen, von-Willebrand-Disease (wovon Fr. Meier nichts weiss) und Patella Luxation.
    Und jetzt nehmen wir mal an Herr Schulz und Frau Meier denken sich ''Mei, das gaeb suesse Welpen'' und schon sitzt der Bulli auf der Schaeferdame und es gibt Welpen.

    Und diese Mischlingswelpen sollen jetzt schlagartig gesuender sein? Im schlimmsten Fall leiden sie unter all den Krankheiten und Schwierigkeiten, die beide Elternteile mitbrachten. Und bei Mehrgeneratonenmischlingen kann man noch nicht einmal wissen welche Erbkrankheiten in dem Hund stecken. Ein Mehrgenerationenmischling, der in der Vergangenheit Labrador, DSH, Bulldogge, Australian Shepherd un Shar-Pei in den Vorfahren hatte kann je nach Weiterverpaarung auch wieder die Ursprungsmerkmale an weiter Generationen weiter geben. Wie soll Mischlingsbesitzer A bei einer Verpaarung mit dem Hund von Mischlingsbesitzer B auch wissen, welche Anlagen die Mischlinge haben?
    Andersherum wird bei Mischlingen ja auch nicht auf Erbkrankheiten getestet bevor sie verpaart werden.

    Es klingt erstmal logisch, ist aber falsch.

    Die meisten Defektgene sind rezessiv, das heißt der Hund muss sie in doppelter Kopie von beiden Eltern mitbekommen. Dominante Defektgene sieht/merkt man ja immer am Phänotyp, die sind daher leicht rauszuselektieren bzw werden automatisch rausselektiert weil die Tiere eben krank sind.
    Die Gefahr für die Verdopplung von rezessiven Genen steigt, je höher das Inzuchtniveau in einer Population ist, und das ist in einer geschlossenen Population nunmal per Definition höher als in einer offenen.

    In einer kompletten Outcrossverpaarung wie das eine Mischlingsverpaarung ist, sinkt das Risiko, dass die Welpen von beiden Eltern die gleichen rezessiven Defektgene mitbekommen.
    Selbst wenn die Nachkommen die Erbkrankheit tragen, können sie sie nicht bekommen, denn dazu bräuchten sie ja zwei rezessive Kopien von dem Defektgen.

    Bei zufälliger Verpaarung von Mischling x Mischling ist das ebenso, da hat man schon Ausgangstiere, die mit großer Wahrscheinlichkeit eine höhere genetische Varianz haben als ein reinrassiges und damit bis zu einem gewissen Grad ingezüchtetes Tier, und mischt dann nochmal gut durch.

    Natürlich können sich auch bei solche einer zufälligen Verpaarung mal Defektgene treffen, die zufällig beide Elterntiere von irgendeinem Vorfahren mitbekommen haben. Die Wahrscheinlichkeit ist aber rein statistisch gesehen geringer als in einer reinrassigen Population in der dieses Merkmal vorkommt.

    Bei Merkmalen, auf die man testen kann, ist man natürlich in einer durchgetesteten Population auf der sicheren Seite.
    Auf die große Mehrheit aller genetisch bedingter Erkrankungen (oder solcher, wo eine erbliche Komponente zumindest wahrscheinlich ist) kann man aber bisher nicht testen und bei vielen wird das wohl auch noch lange so bleiben.
    Ginge es einem jetzt bei der Hundezucht einzig und allein um die Vermeidung genetisch bedingter Krankheiten (und nicht auch noch um einen Haufen anderer Merkmale), dann wäre man mit völlig zufälliger Verpaarung in ner offenen Population tatsächlich besser dran als mit gezielter Verpaarung in ner geschlossenen.

    Es gibt natürlich Defektgene, die quer durch alle Rassen ziemlich verbreitet sind, zum Beispiel die, die wohl an der Entstehung der HD beteiligt sind. Da hat man natürlich bei Mischlingen aus zwei stark HD-belasteten Rassen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Welpe auch HD entwickeln könnte, weil er von beiden Seiten sein Päckchen mitbekommen haben könnte.

    Und zu guter Letzt, wenn man einen Hund mit extremem Phänotyp, wie eine Französiche Bulldogge, mit einen moderater gebauten Hund kreuzt, dann werden die Extreme im Phänotyp in der Regel bei den Nachkommen abgemildert. Kaum ein bis gar kein Nachfahre einer Kreuzung aus einem sehr brachycephalen Hund mit einem langschnäuzigen Hund hat die gleiche kurze Nase wie das brachycephale Elternteil, weil eben auch dafür wieder Gene codieren, die man scheinbar, um die extremsten Ausprägungen zu erreichen, auch wieder von beiden Seiten bekommen müsste.
    Für die Welpen wäre das also im Vergleich zur einen Rasse eine Verbesserung, im Vergleich zur anderen eine Verschlechterung.

    Zitat


    Nur durch Selektion kann man komplette Gesundheit erreichen.

    Zum jetzigen Zeitpunkt ist es mit ziemlicher Sicherheit möglich zu sagen, dass perfekte Gesundheit eine unerreichbare Utopie ist.

    Also was kann man tun? Anträge beim VDH stellen? Unterschriften sammeln? An die Öffentlichkeit gehen? Züchter ansprechen? Eine schwarze Liste erstellen mit Tieren, die krank sind, damit die nicht wieder in der Zucht eingesetzt werden?

    Hunde kaufen, die man für gut gezüchtet hält und, wenn man kann, selber züchten und es hoffentlich besser machen. Und natürlich drüber reden, Wissen ist Macht. ;)

    Die Natur interessiert sich auch nicht für Genetik.
    Was krank und schwach ist, wird einfach aussortiert und gut ist, das ist der einzige Grund warum eine natürliche Population gesünder ist.

    Nur gefällt dieser Weg den wenigsten Tierfreunden, die eine gesunde Hundepopulation haben wollen.

    Aber um Qualzuchtmerkmale zu vermeiden müsste man nichtmal besonders hart selektieren, da sieht man ja auf den ersten Blick oder mit sehr wenig Untersuchungsaufwand was falsch ist. Muss ja nicht tot sein, aus der Zucht genommen reicht schon.

    Den Punkt hatten wir ja weiter vorne schon: Die ganzen unabsichtlich in eine Rasse gekommenen Krankheiten, die man nur mit viel Aufwadn findet (wenn es denn überhaupt gelingt vor Zuchteinsatz) und bei denen man noch nix über die Vererbung weiß, die kriegt man nicht so leicht raus.


    Um einer Rasse ohne Rute oder mit Krüpplerute wieder ne normale Rute zu geben, müsste man aber einfach bloß wieder Hunde mit Rute in die Zucht nehmen und nach und nach das Merkmal "Krüppelrute" rauszüchten - müsste ja nicht innerhalb einer Generation sein oder so, kann ja zum weiteren Erhalt einer guten Zuchtbasis auch über mehrere Generationen sein.
    Genau das gleiche bei extrem loser Haut und starker Faltenbildung im Gesicht mit Veranlagung zu Ekzemen und Ektropium - einfach wieder mehr Tiere mit strafferem Bindegewebe in die Zucht nehmen und von den Faltenvorhängen wegzüchten, dann klappt das auch.

    Will bloß scheinbar keiner, das ist das Problem, nicht die mangelnde Durchführbarkeit.

    Ich finde es immer wieder lächerlich, wenn Mopshalter betonen, wie friedlich es doch auf den Mopstreffen abliefe... keine Raufereien- warum nur? Die schleppen sich dadurch die Gegend und brauchen nach einem Rennspiel ewig für die Regeneration. Beissen können sie auch nicht, oft nicht mal richtig ihr Futter kauen.

    Naja, das würd ich so nun nicht sagen, Möpse sind auch einfach ziemlich gutartige Hunde mit einer hohen Reizschwelle und wenig Agressionspotenzial.

    Ich denke es hängt sehr wohl zusammen.
    Denn die Frage ob ich mir die 10 000€ Versorgung leisten kann ist hinfällig, wenn ich aus Prinzip sage, dass ich diese Behandlung ablehne.

    Man kommt hier recht schnell in extrem theoretische Bereiche und da ist es schwer eine Grenze zu ziehen.

    Natürlich sollte ich mir im Vorfeld im Klaren sein, dass ich die Basics abdecken können muss und für den Notfall gewappnet sein sollte. Aber ab einem gewissen Betrag reden wir hier immer von massiven Langzeitbehandlungen die nie ohne Folgen bleiben werden und da muss ich ganz einfach sagen, ab einem gewissen Punkt muss ich mir keine Gedanken mehr machen, ob ich es mir leisten kann, da plädiere ich klar für die Einschläferung.

    Nicht wegen dem Geld, sondern weil ab einem gewissen Punkt Risiko und Leiden des Tieres für mich in keinem tragbaren Verhältnis zu den potentiellen Erfolgsaussichten mehr stehen.

    Ja, da hast du Recht.
    Die meisten Behandlungen die (beim Hund) mehr oder weniger auf einen Schlag in den höheren vierstelligen oder gar fünfstelligen Bereich gehen, sind durchaus Sachen mit durchwachsener Erfolgsaussicht und einer längeren Zeit mit eingeschränkter Lebensqualität. Da vermischt sich die Frage nach den Kosten und die Frage nach der Lebensqualität schon.

    Schlimm das man sich hier rechtfertigen muss nur weil man bereit ist seinen Pferden oder Hunden die medizinische Versorgung zuteil kommen lassen will die sinnvoll und notwendig ist. Irgendwie traurig!

    Musst du doch gar nicht.

    Es hat doch nie jemand gesagt, dass keiner Betrag X ausgeben sollte, weil das irgendwie moralisch falsch wäre (solange das Tier durch die Behandlung bzw die Lebensverlängerung nicht leidet).

    Es ist eigentlich nur das Gegenteil passiert, man muss sich rechtfertigen, wenn man das NICHT machen würde/könnte, selbst wenn das Tier dadurch noch die Möglichkeit auf eine gute Rest-Lebenszeit hätte.

    Also generell...ich hab die Bilder von dem Pointer jetzt hier reingestellt, weil Marula danach gefragt hatte.
    Da besteht von meiner Seite keinerlei Diskussionsbedarf.

    Nee, wollt jetzt auch nicht urteilen, ich persönlich mag je eh schlanke, trockene Hunde und bin im Zweifel quer durch alle Rassen eher für nen kg zu wenig als eins zu viel. War wie gesagt nur aus Interesse, finde es überraschend, dass er bei diesem Körpertyp und dieser Größe so leicht ist, die Pointer die ich bisher gesehen hab waren zwar fast alle schlank und sportlich, aber vom Knochenbau und Schädel und von der Breite des Brustkorbes her doch was ganz anderes als ein gleichgroßer WIndhund.

    Zitat


    @Marula : Der Hund auf deinen Fotos ist wesentlich massiver, breiter und muskolöser als mein Pointer, wundert mich nicht, dass der mehr wiegt..

    Ja, ein zartes Pflänzchen war er nicht, der Lawrence, auch wenn ich ziemlich oft auf den armen, verhungerten Hund angesprochen worden bin ("Der ist doch bestimmt frisch aus Spanien, oder?").
    Im Gegensatz zu reinen Greyhounds, vor allem aus Coursinglinien, aber immer noch ein Strich in der Landschaft.


    Mein junger Salukirüde (fast 11 Monate, etwas über 70 cm, knapp 25 kg) vor 2 Wochen:

    Externer Inhalt 666kb.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Vor 1 Woche:

    Externer Inhalt 666kb.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    @Marula : Deine Argumentation kann ich nicht nachvollziehen. Pferde die hier landläufig in Ställen als Reitpferd gehalten werden sind ebenso Hobby wie unsere Hunde und gewiss keine Nutztiere im Sinne der Fleischgewinnung. Natürlich gibt es, anders wie bei Hunden auch diese, aber das rechtfertigt wohl kaum dass man sein Freizeitpartner einfach austauscht wenn er teuer oder alt wird.
    Mich schmerzt dieser Gedanke und auch das andere Haustiere für dich offenbar einen anderen Stellenwert einnehmen als die Hunde.
    Man kann seinem Pferd nicht einfach den Status Haustier absprechen und als Nutztier deklarieren wenn es teuer wird.

    Da mir die Doppelmoral aber durchaus bewusst ist, gibt es für mich und meinen Hund nur Fleisch aus Weidehaltung und ohne Transportwege der Schlachttiere.

    Seit wann sind Nutztiere nur Tiere, die zur Lebensmittelgewinnung gehalten werden?

    Für dich ist dein Pferd ein Freizeitpartner, weil für dich der emotionale und soziale Aspekt im Vordergrund steht, für andere ist ihr Pferd ein Nutztier, weil der Nutzen den sie davon haben bei ihnen im Vordergrund steht.

    EIn Rind ist ja für die meisten Leute auch ein Nutztier, aber wenn sich jemand zwei Kühe hinters Haus stellt, ihnen täglich ihr Äpfelchen bringt und mit denen zirzensiche Lektionen übt, dann ist das für diese Person wahrscheinlich eher ein Freizeitpartner, wie für andere Leute ihr Pferd.
    Eine Kuh die der Milch wegen gehalten wird, da ist es keine Frage wie die einsortiert wird.
    Eine Herde Rinder, die zur Landschaftspflege gehalten werden? Nutztiere, oder was anderes?

    Die Grenzen sind da fließend. Tier ist Tier, die Designantion als Nutztier oder als Sozialpartner/Familienmitglied erfolgt hauptsächlich durch den Halter.


    Den "Status als Haustier" ordnest du deinem Pferd und Hund zu, aber nicht dem Huhn auf deinem Teller oder dem Rind im Napf von deinem Hund. Auch wenn das Rind aus Weidehaltung kam und es bis zu seinem Tod recht gut hatte, hätte es sicher noch zig Jahre schön auf der Weide leben können... genau wie ein unreitbares, aber sonst ganz fittes Pferd. Warum hat das Pferd ein Anrecht darauf und das Rind nicht?
    Warum darf der Bauer für dich ein gesundes, munteres Rind zum Schlachter bringen, aber ich darf kein ebensolches Pferd (unreitbar, aber sonst noch ganz gut drauf) zum Schlachter bringen?
    Geboren sind sie alle gleich.


    ---------------------------------------------------------------------------------------------

    Naja, und um mal wieder den Brückenschlag zu den Hunden zu kriegen:
    Da muss man sich eben auch klar werden, welchen Stellenwert das Tier für einen hat. Für immer mehr Leute einen sehr hohen (wie ja beim Pferd auch). Aber es gibt eben immer noch reichlich Leute, für die ist ein Hund es einfach nicht wert, dass man tausende von €s in tierärztliche Behandlungen steckt.
    Was bei mir in etwa die gleichen Gefühl auslöst wie bei dir wahrscheinlich das Schlachten lassen von schmerzfreien Pferden mit normaler Lebenserwartung!

    Aber letztlich finde ich vor allem wichtig, das das Tier zeitlebens nicht leiden muss UND das man, wenn man den Anspruch hat, medizinisch sehr viel möglich machen zu wollen für die eigenen Tiere, da auch eine realistische Vorstellung hat was das finanziell heißt.


    Es ist somit auch eine Gewissensfrage ob man sich als nicht so wohlhabender Mensch einen Hund anschaffen oder seinen Hund behalten "darf":
    Kann ich es mit meinem Gewissen vereinbaren, dass der Hund eben nur bis zu einer gewissen fianziellen Grenze behandelt werden wird und danach ist Schluss, auch wenn mehr möglich wäre?
    So ehrlich mit sich sind aber nunmal die meisten Leute nicht bzw beschäftigt man sich mit dieser unangenehmen Frage lieber erst, wenn die Bude schon brennt.
    Doof ists dann nur, wenn das Gewissen sich meldet und dann die Kohle nicht reicht für das, was man eigentlich gern möglich machen würde.

    Gehts eigentlich nur mir so, dass ich diesen Beitrag als ziemlich daneben empfinde?
    Hast du Pferde? Wenn ja empfinde ich es als wirklich grausam sie gegenüber deinen Hunden derart abzuwerten. Sie sind genauso ein Familienmitglied wie der Hund und können auch ebenso eine Bindung aufbauen zu ihrem Menschen. Den Kosten gegen den Nutzen abzuwiegen kann ich verstehen aufgrund des finanziellen Unterschieds zum Hund, aber das rechtfertigt nicht das Pferd "abzuschaffen" (sprich schlachten zu lassen) wenn es krank oder unreitbar wird. Das ist nicht nur verantwortungslos sondern unmenschlich.
    Dieses Risiko ist man mit dem Kauf eingegangen und man entledigt sich von einem kranken Tier nicht wie von einem kaputten Auto. Die Verantwortung gilt lebenslänglich, und wenn einem das zuviel ist, hat man kein Recht sich ein Pferd zu kaufen. Da bleibt einem immer noch die Möglichkeit sich eine Reitbeteiligung oder ein Pflegepferd zu suchen.
    Das du das als ok empfindest finde ich wirklich schlimm und ich schäme mich fremd

    Ich hab keine eigenen Pferde, und reite auch momentan nicht mehr, weil mir neben Hunden und Beruf dazu die Zeit fehlt. Ich bin aber Pferdetierärztin und seh daher genau solche Situationen Tag für Tag.

    Gilt die große Liebe und ewige Verantwortung denn nur für Geselleschaftstiere oder hast du Nutztiere ebenso lieb?
    Ist dein Hund Vegetarier (bist du es)?
    Meinst du nicht, auch Kühe und Schweine würden ihr Leben, das ähnlich lang sein kann wie das eines Pferdes, gerne in voller Länge draußen auf der Weide mit Artgenossen verbringen?

    Oder gilt die lebenslange Verantwortung nur für deine eigene Tiere, aber wenn andere Nutztiere halten (für dich und für deine Hundehaltung... es sei denn natürlich du bist Veganer und fütterst deinen Hund vegan oder nur mit Wild) die du nicht kennenlernst und sie dabei auch Kosten/Nutzen-Abwägungen treffen und die dann irgendwann schlachten, dann ist das ok?

    Wenn es ok ist, ein Rind des Nutzens wegen zu halten und es dementsprechend lange vor dem Ablauf seiner natürlichen Lebenszeit zu schlachten (entweder weil es eh dazu gezüchtet wurde oder weil die andere Nutzung, Milch, nicht mehr möglich oder nicht mehr rentabel ist), warum ist es dann bei einem Pferd nicht ok?
    Ich kann dir versichern, ne Kuh ist ebenso ein nettes Tier wie ein Pferd.


    Was ich sagen will: Ich denke eine gewisse Doppelmoral trägt da fast jeder mit sich rum. Für mich ist die Trennlinie zwischen Pferd und Hund, ein Pferd ist für mich kein Gesellschaftstier und kein Familienmitglied, ein Hund schon. (Ich mag Pferde aber, auch wenn mir das jetzt keiner mehr glaubt ;) ).

    Für andere hat das Pferd selbstverständlich den gleichen Stellenwert wie der Hund und die Trennlinie zum Nutztier, bei dem ökonomiosche Abwägungen dazugehören, läuft dann ein Stück weiter weg, zwischen Pferden und anderen Tieren.

    Ich find ne Schlachtung, wenn sie von der Eintragung des Pferdes her möglich ist, ist durchaus ne sinnvolle Verwendung. Irgendwo muss das Allergikerfutter für Hunde ja herkommen.
    Füttert ihr nicht? Aber mit Rentier oder Ziege oder Kaninchen wär's besser, oder was?


    Was jeder einzelne schön und erstrebenswert findet, bleibt ihm ja überlassen und wenn sich jemand 20 Jahre lang ein Pferd nur zum angucken hinstellen will, hab ich kein Problem mit (habe ich wirklich nicht, ich find's auch nicht albern oder so, ich erkenne einfach an, dass da jeder andere Lebenswahrheiten gefunden hat).

    Fakt ist aber, irgendne Möglichkeit sich des Tieres zu entledigen findet sich immer, auch wenn es kein Schlachtpferd ist (und nein, nicht mit mir... wenn man ein Pferd kauft, dass als Nicht-Schlachtpferd eingetragen ist oder das man selber so eintragen lässt, DANN hat man die Verantwortung auch... der TA ist nicht die Adresse um sich seiner lästigen Verantwortung zu entledigen).
    Dann geht's halt ins Ausland, wo die zwar eigentlich auch auf die Passeintragung gucken müsste, es aber oft doch nicht so gründlich praktizieren. Oder, häufiger, es wird als "Beistellpferd in liebevolle Hände" abgegeben oder als "Freizeitpferd für nur noch ein bisschen Schritt reiten im Gelände". Dazu hatte Nathy ja schon nen wahres Wort geschrieben, das ist der größte Selbstbetrug überhaupt.

    Entweder man macht es selber oder man lässt es bleiben. Unreitbare Pferde gibts wie Sand am Meer, ich könnt gleich heute 5 geschenkt bekommen.
    Keiner (na gut, *fast* keiner) will die und bevor sie irgendwo verkommen finde ICH PERSÖNLICH es besser, sie wandern, so das legal möglich ist, in die Hundenäpfe. Solange man das Tier vorher gut behandelt, find ich das auch nicht beschämend.