Hallo Chicox
Social Walks sind Hundespaziergänge der etwas anderen Art, begleitet durch einen Trainer(in). Entweder explizit alle an der Leine, dann sagen sich die Hunde NIE hallo, sie haben immer einen so grossen Abstand zueinander dass sie sich noch im Komfortbereich befinden.
Oder frei laufend, aber permanent unter Beobachtung, der Mensch managt, agiert, greift ein, hilft etc.
Man macht gezielte Übungen, je nach Hund. ZB andere Hunde kreuzten, von vorne, von hinten, in engen Situationen, überraschende Menschenbegegnungen etc. Dabei geht es darum zu sehen, wie der Hund bisher solche Situationen meisterte, was man machen kann um VOR den Situationen zu helfen und wie man bei Überraschungen agieren und reagieren kann.
Für mich die wertvollsten Trainingsstunden überhaupt. Man sieht wie die Hunde kommunizieren, wo sie Mühe haben, man kommt selber ganz schön auf die Welt und lernt unglaublich viel über Körpersprache des Hundes (und des Menschen).
Ich habe dir ein schönes Beispiel:
Mojito (1 Jahr jung) hatte seit kurzem manchmal Schwierigkeiten bei Hundebegegnungen, er wusste einfach nicht was tun wenn es zu eng war. Dann wurde er ganz hibelig, fiepte, stellte den Kragen hoch und beschwichtigte. Bevor daraus ein Problem entsteht, wollte ich das lösen.
Auf dem Walk übten wir, dass ich ihm beibringe, Alternativ-Verhalten zu zeigen.
Alternativ-Verhalten kann sein:
- Am Wegrand schnüffeln
- Den Kopf wegdrehen vom anderen Hund
- Mich anschauen
- Distanz zum Hund vergrössern
- Ohren zu mir drehen
- etc.
Dazu wurde jegliches Beschwichtigen belohnt:
- Augen zusammen kneifen
- Lefzen schlecken
- Kopf wegdrehen
- etc.
Zuerst habe ich es mit dem Klicker belohnt, manchmal im Sekundentakt weil der Hund halt so in Bewegung ist und viel anzeigt.
Dann habe ich angefangen, mit dem Lobwort (und Belohnung) zu arbeiten. Belohung kann in solchen Situationen übrigens gut auch schnüffeln etc. sein.
Heute Morgen auf dem Spaziergang kamen wir an einer Stelle vorbei, da kläffen immer einige kleine Hunde hinter dem Zaun. Mojito ist diese Stelle unwohl, er fiepte immer, Kamm war hochgestellt und er wusste nie was tun.
Heute:
Er bot diverse Alternativen an, ich lobte sie alle und wir kamen ohne Fiepen, ohne aufgestellten Kamm und ohne hibbeln und ohne fiddel around an der Stelle vorbei.
Was hatte sich geändert?
Ich hab gesehen was sein Problem ist, hab gesehen was er anbietet und habe das genommen und belohnt. Und er hat sofort darauf reagiert und lernt nun, solche Situationen zu managen.
Wäre in dem Moment noch ein Hund entgegen gekommen wäre es zu viel gewesen. Dann hätte ich umgedreht, hätte mir eine breitere Stelle gesucht wo ich mit ihm hätte Distanz schaffen können, hätte wieder jegliches Alternativ-Verhalten belohnt und so die Situation gemanagt.
Vielleicht hilft dir das etwas für's Verständnis. :-)