Beiträge von wildsurf

    @muecke

    Ich bin zu doof zum korrekt zitieren, :D daher so:

    Muecke schrieb:
    "Ich finde das wird allzu oft so dermassen vernachlässigt. Da wird abgewartet, zugesehen und dann irgendwie korrigiert und gemassregelt.
    Obwohl es oft so einfach wäre, Verhalten zu ändern."


    Bin ich absolut deiner Meinung.

    Genau das bringt die Hunde so oft in Situationen, die sie nicht managen können. Dann wählen sie ein alternatives Verhalten, welches aber uns Menschen nicht passt. Und schon wird, im besten Fall, korrigiert, oder aber gestraft. Für etwas, wofür der Hund eigentlich nichts kann, da wir ihn ja hätten unterstützen können bevor er so handeln musste.

    Ja klar, einfach nicht als Ablenkung. Aber als Belohnung auf jeden Fall - wenn er sieht wohin sie fliegen ;) ich wollte auf keinen Fall sagen dass das nicht i.O. ist. Hoffe das kam nicht so rüber.

    Man muss aber etwas abwägen, je nach Hund. Meiner z.B. sucht keine Leckerchen am Boden wenn ihm die Situation zuviel ist. Das würde beim ihm das herum fideln noch verstärken. Sogar der Klick putscht ihn dann hoch. Auf den Tip der Trainerin hin hab ich dann in diesen Situationen auf das Lobwort umgestellt. (ich schweife schon wieder ab, sorry).


    Chicox: fragen darf man immer, kann nur sein dass ich sie nicht beantworten kann, dann musst du warten bis jemand anderes auftaucht :D

    Also du kannst das Auftauchen eines Hundes ja auch getrennt üben. Nimm ne Kollegin. Mach groooosen Abstand (50m z.B.). Hund bei dir. Du läufst los, Kollegin mit Hund kommt auf dein Siganl hin hinter z.B. einem Auto hervor. Beobachte sehr gut deinen Hund. Sobald er den anderen Hund entdeckt, Klick und Futter. Kollegin mit Hund geht wieder weg ausser Sicht.
    So hast du gleich doppelt Lob: nämlich Futter und das Verschwinden des Hundes.

    Mach das ein paar Mal, dann hast du einen Hund der eine andere Erwartungshaltung hat bei Hundesichtungen. Nicht mehr: Ohjeh, ein Hund. Sondern: oh ein Hund, Futter her.
    Nennt sich glaub Gegenkonditionierung.

    Mit der Zeit schleichst du die Fütterung bei Hundebegegnungen wieder aus, lobst nur noch für die Umorientierung zu dir und läufst weiter. (als Endziel, gell)

    Und blöde Situationen gibt es natürlich immer. Nimm dann deinen Hund auf die andere Seite, weg vom anderen Hund und lobe ihn IN der Situation für jedes Verhalten, das weg tendiert vom anderen Hund. Und wenn es nur ist, möglichst schnell weiter zu gehen.
    Es gibt sie ja immer, die Situationen die man halt irgendwie schaukeln muss. Wichtig ist, dass DU dabei keine Sorgen hast. Das würde der Hund spüren.
    Lieber so: Oh ein Hund, oh es wird eng, super - wir üben das jetzt gleich.

    Du merkst, es ist unsere innere Haltung, die schon sehr viel entschärft ;)

    bestimmt melden sich noch andere die noch mehr zu dem Thema wissen.

    Das kannst du oft beobachten, dass in Situationen die dem Hund eigentlich zu viel sind, die Leckerchen nicht mehr genommen werden. Da müsstest du viel früher ansetzen, austesten WANN der Hund noch ansprechbar ist und in dieser Distanz übern.

    Zuerst nur mit einem Hund. Schauen ob in 100m Distanz dein Hund noch ansprechbar ist. Wenn ja und er sich nicht sträubt näher zu gehen, Distanz ETWAS verkleinern. Sofort loben wenn der Hund ruhig ist, wenn er sich umorientiert, wenn er Alternativen anbietet. Dann Distanz wieder vergrössern und weggehen. Übung beendet.

    Am Anfang ist das Ziel, eine Verbesserung auf Distanz hinzubekommen. Es ist NICHT das Ziel, zum anderen Hund hinzugehen!
    Das ist ganz wichtig. Training im Komfortbereich (darin kann der Hund noch denken) und aufhören wenn es gut war.

    Wenn du siehst dass mehrere Hunde kommen, dreh ab und schaff so viel Distanz, damit dein Hund keine Angst haben muss. Sonst kann es sein, dass er irgendwann aus lauter Sorge und fehlenden Alternativen anfängt, andere Hunde anzugehen (in irgend einer Weise).

    Hallo Chicox
    Social Walks sind Hundespaziergänge der etwas anderen Art, begleitet durch einen Trainer(in). Entweder explizit alle an der Leine, dann sagen sich die Hunde NIE hallo, sie haben immer einen so grossen Abstand zueinander dass sie sich noch im Komfortbereich befinden.
    Oder frei laufend, aber permanent unter Beobachtung, der Mensch managt, agiert, greift ein, hilft etc.
    Man macht gezielte Übungen, je nach Hund. ZB andere Hunde kreuzten, von vorne, von hinten, in engen Situationen, überraschende Menschenbegegnungen etc. Dabei geht es darum zu sehen, wie der Hund bisher solche Situationen meisterte, was man machen kann um VOR den Situationen zu helfen und wie man bei Überraschungen agieren und reagieren kann.
    Für mich die wertvollsten Trainingsstunden überhaupt. Man sieht wie die Hunde kommunizieren, wo sie Mühe haben, man kommt selber ganz schön auf die Welt und lernt unglaublich viel über Körpersprache des Hundes (und des Menschen).


    Ich habe dir ein schönes Beispiel:

    Mojito (1 Jahr jung) hatte seit kurzem manchmal Schwierigkeiten bei Hundebegegnungen, er wusste einfach nicht was tun wenn es zu eng war. Dann wurde er ganz hibelig, fiepte, stellte den Kragen hoch und beschwichtigte. Bevor daraus ein Problem entsteht, wollte ich das lösen.

    Auf dem Walk übten wir, dass ich ihm beibringe, Alternativ-Verhalten zu zeigen.

    Alternativ-Verhalten kann sein:

    • Am Wegrand schnüffeln
    • Den Kopf wegdrehen vom anderen Hund
    • Mich anschauen
    • Distanz zum Hund vergrössern
    • Ohren zu mir drehen
    • etc.

    Dazu wurde jegliches Beschwichtigen belohnt:

    • Augen zusammen kneifen
    • Lefzen schlecken
    • Kopf wegdrehen
    • etc.

    Zuerst habe ich es mit dem Klicker belohnt, manchmal im Sekundentakt weil der Hund halt so in Bewegung ist und viel anzeigt.
    Dann habe ich angefangen, mit dem Lobwort (und Belohnung) zu arbeiten. Belohung kann in solchen Situationen übrigens gut auch schnüffeln etc. sein.

    Heute Morgen auf dem Spaziergang kamen wir an einer Stelle vorbei, da kläffen immer einige kleine Hunde hinter dem Zaun. Mojito ist diese Stelle unwohl, er fiepte immer, Kamm war hochgestellt und er wusste nie was tun.
    Heute:
    Er bot diverse Alternativen an, ich lobte sie alle und wir kamen ohne Fiepen, ohne aufgestellten Kamm und ohne hibbeln und ohne fiddel around an der Stelle vorbei.

    Was hatte sich geändert?
    Ich hab gesehen was sein Problem ist, hab gesehen was er anbietet und habe das genommen und belohnt. Und er hat sofort darauf reagiert und lernt nun, solche Situationen zu managen.

    Wäre in dem Moment noch ein Hund entgegen gekommen wäre es zu viel gewesen. Dann hätte ich umgedreht, hätte mir eine breitere Stelle gesucht wo ich mit ihm hätte Distanz schaffen können, hätte wieder jegliches Alternativ-Verhalten belohnt und so die Situation gemanagt.

    Vielleicht hilft dir das etwas für's Verständnis. :-)

    Hunde haben Hundebegegnungen nicht automatisch im Repertoire. Sie müssen zuerst lernen, wie man sich adäquat verhält.
    Lob deinen Hund immer dann, wenn sich seine Ohren vom anderen Hund weg orientieren, wenn er zu dir schaut, wenn er am Wegrand schnüffelt- also lobe IMMER dann, wenn er ein anderes Verhalten anbietet als Hund anstarren. Denn das ist unhöflich und fixieren ist unter anderem eine Sequenz des Jagdverhaltens!
    Bringe deinem Hund bei, dass er bei Bundebegegnungen etwas anderes anbietet. Dafür musst DU ihm aber auch die Möglichkeit geben.
    Einfach wie ein Pflock in der Landschaft zu stehen hilft dem Hund nicht.
    Schaff Distanz. Hilf deinem Hund, geh in die Wiese, in den Acker, ins Unterholz, in den nächsten Hauseingang zurück- was auch immer - aber schaff Distanz damit dein Hund raus kommt aus der für ihn zu engen Situation.
    Und loben, loben, loben. Zu Beginn im Sekundentakt alles was er zeigt was tendenziell weggeht von anderen Hund.
    So lernt dein Hund sehr schnell, was du möchtest. Nämlich dem anderen Hund adäquat ausweichen.

    P.s: das lernt man übrigens bei gut geführten Social Walks.

    Die Ansprüche an einen Hund haben sich stark verändert.
    Die Gesellschaft toleriert praktisch nur noch Hunde, die nicht bellen, im ÖV möglichst keine Haare verlieren, ruhige unsichtbare Begleitet sind und bloss keiner Fliege was zu leide tun.

    Die Hundehalter habe oft weder die Zeit, noch den Willen mit ihren Hunden an sogenannten Baustellen (wohl eher Charaktereigenschaften oder Ungehorsam) zu arbeiten. Man spreche mal mit Hundetrainern über dieses Thema.. Es tönt überall gleich.

    Also muss man sich schon fragen, ob die Zucht am Markt vorbei geht.

    Vor ca. 2 Wochen kam im Schweizer Fernsehen ein sensationeller Bericht über das Pferd in der heutigen Schweiz. Und was sagte der Chef des Nationalgestütes: "wir züchten ganz klar was der Markt will!"

    Wäre vielleicht nicht schlecht, wenn es in der Hundezucht auch in diese Richtung gehen würde.
    Oder: wenn die bereits bestehenden dahingehend Bemühungen nicht dauernd verteufelt werden würden.

    Wenn ich "meine" Rasse, den Golden Retriever anschaue muss icch sagen: ja, die Meisten wollen einen hübschen unkomplizierten Familienhund ohne Jagdtrieb. Denen ist es wumpe ob der Hund apportiert. Also liegen die Showzuchten vielleicht gar nicht so daneben. (Auch wenn die Tierchen etwas leichter sein dürften).

    Klar gehen "alte" Rassemerkmale verloren - aber die Zeiten ändern sich, die Gesellschaft verändert sich - da wäre es vielleicht an der Zeit, dass sich auch das Zuchtgeschehen und die Akzeptanz aus der Hundeszene verändert.
    Ichc eill damit nicht sagen, dass man keine "Alt-Rassetypischen Tiere" mehr züchten soll. Aber man sollte sich vielleicht langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass diese Hunde wohl je länger je mehr für eine kleiner werdende Gruppe gezüchtet wird.

    Kann sein dass ich falsch liege. Aber das sind zu dem Thema so meine Gedanken.

    Unsere Stallbetreiberin hat beschlossen, dass sie unser altes kleines Viereck ersetzt - jetzt haben wir für 6 Pferde ein 20x40m Luxus Reitplatz mit Lava Unterbau und Sand/Textiltrettschicht. Der Stall ist ja eh schon ein Geheimtipp weil die Betreiberin echt eine Perle ist. Aber jetzt.. Boah :D

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Ich freue mich auf die ersten Runden auf dem Platz.