Beiträge von wildsurf

    Ich habe sehr grosse Achtung vor all denen, die sich "solcher" Hunde annehmen und sie wieder so "hinbekommen", dass alle Beteiligten ein stressfreies Leben führen können.

    Aber ich verstehe auch die Themenstarterin, wenn sie sagt, dass ist mir eine Nummer zu gross. Natürlich sind es Lernprozesse und vieles kann mit der Zeit erlernt werden. Nur haben nicht alle die Möglichkeiten, die Unterstützung, die Zeit, die Nerven oder ganz einfach die Lust, sich damit auseinanderzusetzen.

    Gibt ja auch Leute, die einfach einen unkomplizierten Hund haben wollen. (Nicht negativ gemeint)

    Ich würde zusammen mit deinem Mann offen und ehrlich die Situation besprechen. Was macht euch Angst, was wäre möglich für euch an Managmentaufwand, Zeit, Raum etc. und habt ihr Lust, Max auf seinem weiteren Weg zu begleiten.

    Sollte einer von euch nicht 100% dahinter stehen, rate ich dem Hund einen neuen Platz zu suchen. Bringt weder euch noch dem Hund etwas, wenn zu Hause dauernd dicke Luft herrscht aufgrund der Situation.

    Ich vermute mal, der Zweithund sollte vom Wesen her zum Ersthund passen?
    Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger zu schauen, on das Wesen der Rasse zu deinem Alltag passt, als wegen der Grösse etwas auszuschliessen. Natürlich im Rahmen deiner Möglichkeiten.

    Wenn du einen zweiten Hund möchtest, der ähnlich menschennah ist wie der Labrador würde ich zB aufpassen bei Koojker und Tibetterrier. Die sind jetzt nicht gerade für ihre Offenheit Fremden gegenüber bekannt.

    Dasselbe beim Toller. (Bitte jetzt nicht gleich aufschreien: aber meiner ist anders)
    Der Toller ist ein wunderbarer Hund, aber sehr viel zurückhaltender als der Labrador. Was nichts Negatives ist. Bloss etwas das man berücksichtigen sollte.

    Wenn du einen "gemütlichen" Hund suchst - also keinen fulltimejob - würde ich mal schön die Finger von working Cocker Spaniels lassen.
    Bei einem Cocker aus Standardzucht hast du eher einen netten ruhigeren Hund. Wie gross die Bereitschaft noch da ist, sich an dir zu orientierrn müsstest du dich informieren.

    Meine 2 Golden Retriever laufen 1x pro Woche im Mantrailing. Caron jetzt seit 7 Jahren, Mojito noch nicht lange (1.3 Jahre jung)

    Apportieren tun sie beide freudig und mit viel Ausdauer. Mit Caron mache ich das zwischenduch als Abwechslung auf dem Spaziergang, mit Mojito beginnt jetzt das Junghund-Dummytraining in der Gruppe alle 14 Tage.

    Nur spazieren ohne Ansprache geht auch sehr gut, allerdings sind sie deutlich glücklicher wenn zwischendurch mal eine Actioneinlage passiert. Dabei reicht es wenn sie am See ein paar Mal was aus dem Wasser apportieren können. Oder kleine Suchspiele mit Käse etc. machen dürfen, nichts Grossen, nicht ewig lang. Aber sie sind beide happy wenn die Nase ordentlich gebrauchtwerden kann.

    Wenn es so heiss ist wie es jetzt war, dann verbringen wir die freie Zeit in der kühlen Wohnung oder im Garten mit Wasser. Dann gibt es ansonsten keine Action.

    mein Hund musste aufgrund einer med. Diagnose kastriert werden. Fand ich zwar nicht so prikelnd, ABER es war das kleinste Übel!

    Und das finde ich das Wichtigste. Wenn alle anderen Faktoren "schlimmer" sind als eine Kastration, dann tut man dem Hunde mit der OP definitiv einen Gefallen.

    So wie du schreibst hast du schon alles durchprobiert, euer Alltag besteht aus Stress hoch drei und Entspannung draussen ist ein Fremdwort. Diverse Personen haben sich den Hund angeschaut, kommen unabhängig voneinander zur gleichen Schlussflolgerung.

    Das einzige Problem ist sozusagen dein Kopf, der denkt, dass fehlende Hoden nicht ok wären. (Nicht negativ gemeint gell)

    Dein Hund wir auch ohne Bömmel glücklich durch die Landschaft stromern. Und vor allem wird er endlich empfänglich für seine Umgebung.
    Du nimmst ihm ja nichts, was er dringendst benötigen würde. Decken darf er nicht, krank wird er ohne Hodennund dazugehörende Hormone auch nicht - also: für IHN bricht keine Welt zusammen. So wie es sich liest könnte er aber sehr profitieren - und du auch!

    Ohne das als Vorwurf oder böse zu meinen:
    Wenn man das alles durchliest, finde ich das sehr bedenklich. Der Hund hat ein gröberes Problem, es werden viele Termine abgemacht, viel hin und her, viele Verschiebungen.
    Pack deinen Hund und fahr mit ihm ein eine ordentliche Klinik damit du endlich mal eine ordentliche Diagnose bekommst.
    Diese halgaren Aussagen von diversen Beteiligten helfen ja auch dir nicht weiter - dem Hund erst recht nicht.

    Lass den Hund auf den Kopf stellen, und bleib hartnäckig. Notier dir alle hier geäusserten Hinweise und sprich mit der Klinik darüber. Lass dich nicht abspeisen, sie sollen dir begründen wieso eine bestimmte Erkrankung ausgeschlossen werden kann.

    Alles Gute für euch beide!

    Kein Problem. Hunde sind intelligente Wesen und wissen genau, eann sie was tun sollen.
    Nicht nur das Geschirr zeigt ihnen dass es zum trailen geht, da sind noch einige andere Dinge die ihnen zeigen: jetzt aber! :D

    Meine tragen im Alltag ganz normale Führgeschirre, wenn für bestimmte Situationen Geschirre nötig sind. Beim trailen haben sie Hetzgeschirre von Grossenbacher.

    Durch viel Erfahrung!

    Ich muss abschätzen können, welche Leistung der Hund bringen kann. Was er kennt, was noch nicht, welche Situationen er noch nie durchlaufen hat etc. Ich muss die Witterung, die Umgebung, die Gemütslage des Hundehalters, das momentane Verhalten des Hundes, der Boden, den Wind etc. etc. alles in Zusammenhang bringen. Denn daraus entsteht am Ende die Schwierigkeit eines Trails.

    Ich muss wissen, wie das Training des Paares aussieht. Was haben sie die letzten Wochen gearbeitet. Braucht es wieder mal eine Pause, ein paar Wochen nur Motivations-Trails von 100m, oder haben sie jetzt länger nur einfache Sachen gemacht und brauchen wieder mal eine Herausforderung? Haben sie seit Wochen nur in der Stadt trainiert und sollten dringend wieder mal auf weichen Boden? Hatten sie in letzter Zeit einige Knacknüsse zu lösen und brauchen dringen einfache Aufgaben?

    Ich muss wissen, was Hunden im Allgemeinen Mühe bereitet auf einem Trail. Ich muss wissen, welche kleinen Dinge ich verändern kann, um einen bubieinfachen Trail in einen extrem anspruchsvollen zu verändern. Ich muss wissen was er für ein Typ Hund ist, wie viele Trails er schon gelaufen ist, was für ihn die momentanen Schwierigkeiten sind. Ich muss wissen was dem Hundehalter Mühe bereitet (denn das gibt er an den Hund weiter).

    Und sowieso das Schwierigste und Wichtigste: starten. Das kann man nicht zu oft üben, darauf kann man nicht zu viel Wert legen. OHNE START KEIN TRAIL - so einfach ist das. Aber eben auch so schwierig.

    Grunsätzlich kann ich nach 8 Jahren intensivstem trailen und seit einem Jahr jede Woche 20 Hunde auf dem Trail coachen und beobachten sagen: die meisten Hunde werden überfordert, ohne dass sich das jemand bewusst ist. Das ist in keinster Weise böse gemeint, sondern eine Beobachtung. Einfach aus der Tatsache heraus, dass viele Hundehalter sich nicht bewusst sind, welche immensen Anforderungen an einen Hund gestellt werden, wenn er auf dem Trail läuft.

    "Das sind ja nur ein paar Minuten schnüffeln" - wie oft liest und hört man das....


    Was ich mit meinen Schützlingen sehr gerne mache:

    Wir stellen uns an einen Punkt, irgendwo. Das kann im Wald sein, an einer Strassenkreuzung im Dorf, an einem Feldweg mit Bach daneben, was auch immer. Und dann sollen alle aufzählen was sie sehen und hören und evtl. riechen. Den Meisten geht dann plötzlich ein Licht auf, wie viele Inputs jede Sekunde auf einen Hund einstürmen, welche Wahnsinnsleistung ein Hund erbringt wenn er eine Spur verfolgt. Was er alles filtern und aussortieren muss.
    Aber das realisiert man erst mit der Zeit, je länger man trailt, je mehr Hunde man laufen sieht.

    Dann lernt man auch abschätzen, was für einen Hund schwierig ist, und was einfach. Ob er überfordert ist, oder ob es zu oft zu einfach ist. Wobei das mit dem zu einfach relativ ist, denn oft denkt man der Trail sei einfach und Hund und Mensch haben dann richtig was zu beissen - ich habe gestern einen 50m kurzen Trail gelegt - gespickt mit 3 sehr schwierigen Aufgaben für Hund und Mensch. Kann man drüber lächeln - 50m - ist ja nichts. Die 50m hatten es aber gehörig in sich.
    Viele denken ja, die Länge macht es. Aber die Länge ist Übungssache, das kommt mit der Zeit, die Konzentration und die Kondition kommen mit der Zeit.

    Aber die Schlüsselstellen - um die geht es. Und die können 20m nach dem Start schon auftauchen - oder sogar direkt beim Start (das wäre dann das Schwierigste was es gibt).