Beiträge von wildsurf

    Ich finde du gibst dir mega Mühe. Das finde ich sehr, sehr toll.

    Offensichtlich reflektierst du und siehst, was such du noch alles lernen musst.

    Weiter so 👍🏼

    Du wirst noch ganz viele Infos bekommen. Manche etwas zackiger als andere. Nimm es nicht persönlich, nimm es für die Situation, für die Lernerfahrung.

    Eine Bitte an sich:

    Schütze deinen Hund vor anderen Hunden und aufdringlichen Menschen. Damit er da keine blöden Erfahrungen macht in den ersten Wochen.

    Schau, dass er viel in Ruhe die Umwelt erkunden und angucken kann. Setzt euch auf eine Bank, ganz gemütlich. Oder am Waldrand auf einen Baumstamm, Umwelt erkunden.

    Vielleicht findest du ja einen anderen netten Hundehalter mit einem ruhigen, kleineren Hund. Mit so einem hin und wieder Spaziergänge machen wäre wahrscheinlich eine gute Begleitung für euch. Das sollte aber unbedingt ein Hund sein, der nicht herum bellt und nicht einfach auf deinen los stürmt. Lieber einfach nebeneinander her gehen.

    Lass deinen Kleinen aber bitte auf keinen Fall einfach zu anderen Hunden, oder noch schlimmer auf eine Hundewiese. Da lernt er nichts und kommt unter die Räder.

    Fremde Hunde spielen nicht miteinander (Sehr seltene Ausnahmen), das ist so ein Menschen Ding. Zi denken dass Hunde sich immer toll finden müssen und sich Hallo sagen müssen und spielen müssen.

    Viele Hunde sind froh, wenn sie einfach aneinander vorbeigehen können.

    Neue Sachen immer in kleinen Happen erleben lassen. Nicht zu viel auf einmal und nicht zu oft nacheinander.

    Ich glaube, du wirst ein gutes Herrchen 😉 es liest sich nach viel Wille zum lernen.

    drums030

    Da fehlt ein wenig was.

    Stell dir mal vor, du kannst noch nicht Auto fahren. Du weisst zwar was ein Auto ist, aber selbst noch nie am Steuer gesessen.

    Dein Fahrlehrer sagt in der ersten Fahrstunde:

    "Voilà, da steht ein LKW mit Anhänger. Bitte zuerst auf die Autobahn, dann raus, um den Kreisel und rückwärts in die schmale Gasse parkieren! Und das bitte innerhalb von 5min."


    Das wird nicht klappen. Auf keinen Fall.


    Also: das Zauberwort? Basics.

    Immer diese Basics 😉

    - ein Abbruchkommando muss ganz in Ruhe korrekt auftrainiert werden. Wirklich richtig trainiert. Nicht nur so ein bisschen äh äh mit Keksen und fertig. Das muss sitzen, der Hund auf jeden Fall nach dem Abbruch seine Handlung unterbrechen. Dann passt es und kann situativ angewendet werden.

    - abwenden von Reizen fängt man im Kleinsten an! Im Alltag, Schwache Reize, abwenden, markern. Bis abwenden normal wird.

    Weil abwenden von Wild ist die Königsdisziplin. Das ist rückwärts einparken eines LKWs mit Anhänger!

    - wir üben zB gerade an Singvögeln. Die sind ja jetzt wieder sehr fleissig unterwegs. Mein Hund sieht jeden! Und daher sind das super Objekte, um sich abwenden zu üben und zu markern.

    - Impulskontrolle. Das liest man ja so oft. Und vernachlässigt es doch permanent.

    Für Nevis zB ist der Impuls, einem interessanten Geruch nachzugehen sehr gross. Jedes von sich aus verharren und nicht sofort wegsausen wird da von mir eingefangen und gemarkert.

    - Fokus auf mich. Nein, er muss natürlich nicht wie ein Satellit um mich kurven und mich permanent angucken. Aber bitte immer wieder mal Blick zu mir, mich in seine Welt miteinbinden. Bedeutet aber, dass ich auch mitarbeiten muss und wenn er sich mir schon zuwendet, darauf auch eingehen sollte. Sonst ist das eine unfaire Einbahnstrasse und wird nichts bringen.

    Probieren wir es nochmals, möglichst nüchtern betrachtet:


    Ist viel rennen für den jungen Hund körperlich gesund?

    Wenn der Hund dabei hauptsächlich trabt, ja.

    Wenn der Hund dabei hauptsächlich galopp-stop-galopp-stop Muster zeigt, nein.

    Weil die Ellbogen darunter wirklich stark leiden.


    Ist viel rennen für den jungen Hund mental gesund?

    Kommt drauf an. Auf fen Hund. Auf die Rasse. Auf den Charakter. Auf die Laufmuster. Auf die Art der Bewegung. Und ob der Hund auch ruhig schnuffel kann, an einem Ort auch länger verweilen kann. Und dabei entspannt.

    Mit dem Hintergrund, dass es sich um eine Jagdhunderasse handelt, die durchaus ernsthaft ans Wild geht:

    Ist es vor lauter rennen für den Hund nicht möglich, auch mal einfach nur zu sein, und das ohne hektische Ersatzhandlungen, muss man sich bewusst sein dass das relativ zügig ein Muster werden kann.

    Ein Muster, welches für den Hund sehr stark selbstbelohnend ist.

    Themen dabei sind der Aussenfokus, die Fähigkeit auch mal gemütlicher unterwegs zu sein (Thema Leinenpflicht), Ansprechbarkeit, Radius, Anspringen auf Reize etc.

    Vergleich den einen Hund nie mit anderen Hunden. Auch nicht im eigenen Haushalt.

    Betrachte jeden Hund für sich. Überlege was er braucht, was du willst, und was du nicht willst. Lege dafür im jungen Alter den Grundstock.

    Nevis bietet das Liegen von sich aus an mittlerweile. Gerade wenn ich einfach nur rumstehe, legt er sich relativ zügig hin. Allerdings ist dann das Thema wieder "selbst beschäftigen" :dead:

    Wäre ja zu simpel wenn es mit ihm mal einfach wäre.

    Da einen Ruhemoment zu finden, den man einfangen könnte ist echt harte Arbeit.

    Man hat ja drölfzig Strategien als kreativer Jagdhund. Die muss man dann alle durchlaufen - das kann dann dauern.

    Und kaum ist irgend was -> bämm ist die Entspannung dahin und er sitzt wie ne Orgelpfeife.

    So wird es einem nie langweilig gell 😉 man hat immer was zum üben.

    Das Thema ist ja nicht mal unbedingt die Gewöhnung an Stadt etc.

    Sondern dass sich das Hirn mit unterschiedlichen Reizen auseinandersetzen muss und so lernt, mit Eindrücken umzugehen.

    Dann ist es später ziemlich egal, wohin du den Hund mit nimmst.

    Aber das junge Hirn muss (im richtigen Masse) stimuliert werden, um Reize verarbeiten zu können.

    Daher ist etwas Abwechslung und hin und wieder ein Ausflug für den Kopf sehr wertvoll.


    Ah, sorry hat sich überschnitten mit Corinnas Beitrag