Beiträge von wildsurf

    aber gibt es denn beim Pferd eine klare "Hackordnung" und falls ja, wofür

    jein


    In natürlichen Verbänden hat ja (meistens) 1 Hengst eine Gruppe Stuten. Darunter oft eine Lieblinsstute, mit der er sehr oft eine sehr liebevolle Beziehung pflegt. Auch erzieht er und spielt mit den Fohlen. Die Gruppe besteht aus mehreren Stuten mit ihrem Nachwuchs (Jungpferde dürfen oft bis 3 jährig noch bei der Mamma einen Schluck nehmen wenn sie gerade ein Fohlen säugt)


    ( es wird auch beobachtet, dass sich gute Hengstfreunde eine Stutengruppe teilen und gemeinsam unterwegs sind) wer sich dafür interessiert: Marc Lubesky, Tierfilmer, räumt mit diversen Vorurteilen über Pferdegruppen auf

    Unter den Stuten gibt es eine Hierarchie, da ist meistens die Sozialste mit guten Kenntnissen der Umgebung tonangebend. Allerdings wechselt das je nach Situation. Es wird beobachtet, dass je nach Aufgabe eine andere Stute tonangebend ist. Offenbar je nach Fähigkeiten.

    Ab einem gewissen Alter müssen die Junghengste die Gruppe verlassen, wegen der Geschlechtsreife. Dann schliessen sich oft Junghengste zu Gruppen zusammen und lernen und wachsen gemeinsam. Teilweise tatsächlich mit älteren Solo Hengsten zusammen.

    Althengste ohne Stuten leben teilweise als Einzelgänger, teilweise in Männergruppen und auch da ist je nach Situation einer tonangebend.

    Die soziale Struktur von Wildpferden ist faszinierend. Die Kämpfe aber um Stuten oder Territorien kann grauenhaft brutal sein. Dann sieht man, welche Urkraft ein Pferd tatsächlich hat und freisetzen kann.


    Das ist aber nicht zu vergleichen mit Gruppen in Gefangenschaft/ Hauspferden. Die werden zwangsweise vergesellschaftet.
    Pferdegruppen zu managen benötigt viel Kenntnisse und Fingerspitzengefühl.
    Aber auch in diesen Gruppen ist die Rangordnung nie fix. Das ist bei denen allerdings viel stressiger weil weniger Platz, oft Futter im Spiel, zu wenig Bewegung und daher doof im Kopf, zu wenig Schlaf wegen schlechten Ställen oder Platzmangel, Stress im Stall (Pferde sind enorm! stressanfällig) unpassende Sozialpartner etc pp

    Was man aber such bei Hauspferdegruppen beobachtet ist, dass sich oft mehrere Pferde die „Spitzenpositionen“ teilen Auch da ist keiner alleine für alles zuständig

    Ebenfalls ist es so, dass ranghohe Tiere - wenn sie normal sozial und ohne Stress sind - sehr kulante Führungspersönlichkeiten sein können. Sie beschützen such rangniedrige Tiere. Die Untersten dürfen neben den Chefs fressen etc. Das ist bei genug Platz, normaler Sozialisierung und guter Gruppenstruktur schön zu beobachten.

    Fuchshexchen

    um den Bogen wieder zum thema zu schlagen und der Frage, ob Wettkampf für Tiere okay ist (vereinfacht gesagt ;-)) habe ich ein schönes Beispiel einer Kundin. Die hat ein Pferd fürs Springen. Das Pferd liebt diesen Sport, die brennt dafür. Allerdings hat die Stute nicht die besten Nerven. Bisschen sehr sensibel, flatterig, neigt zu Hysterie wenn sie unsicher ist und bedrängt wird.

    Ganz anders auf dem Turnier. Da hat die Nerven wie Drahtseile. Die Springt alles, die ist neben dem Platz total entspannt (also richtig entspannt) die marschiert selbstsicher auf jeden unbekannten Turnierplatz. Die blüht da richtig auf.

    Die Besitzerin hat ein feines Händchen für die Stute. Daher klappt das sehr gut mit den beiden. Verstehen tut sie sie aber such nicht immer 🤣 da mössen wir manchmal schon etwas schmunzeln. Komplexer Charakter 😀

    Fuchshexchen Pferde wurden die letzten 4000 Jahre auf extreme Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft gezüchtet.

    Wer einfach pauschal raushaut, reiten sei unnatürlich und deshalb schädlich fürs Pferd, der vergisst den Faktor "Tierwohl".

    Pferde müssen mit Verstand, Geduld und viel Wissen korrekt ausgebildet werden. Ja. Dann sind sie aber bis ins höchste Alter gesund und leistungsfähig. Das Wohl betrifft nicht nur den Körper. Sondern auch den Kopf! Mental wollen Pferde arbeiten. Die tun das gerne und sie tun es wenn sie dürfen intensiv. Freiwillig. Ich empfehle jedem, mal Anfang der Holzrücke Saison mit in den Wald zu gehen. Und sich mal live anzuschauen, wie heiss die Kaltis auf die Arbeit sind wenn sie endlich wieder ins Holz dürfen.

    Die Leistungsfähigkeit eines Pferdes liegt aber oft jenseits jeglicher Vorstellungskraft sehr vieler Pferdehalter. Was wirklich Arbeit ist für ein Pferd, ist mehr, als die meisten Pferdehalter liefern können.

    1h um den Wald spazieren, dazu noch etwas Bodenarbeit und paar Tricks - das ist nichts, was den Körper eines Pferdes intensiv fordert. Allerdings ist gerade die immer wieder intensive Bewegung genau das, was den Pferdekörper gesund erhält. Die Evolution hat den Pferdekörper zu einer Hochleistungsmaschine gemacht. Die meisten Pferde heutzutage stehen sich kaputt und langweilen sich zu Tode.

    Sehr viele Pferde, mit denen man korrekt und anständig umgeht, lieben es geritten zu werden. Da geht es auch mal schneller vorwärts, da ist man auch mal paar Stunden unterwegs. Draussen. An der frischen Luft. Pferde sind im Kopf mittlerweile enorm leistungsbereit. Die WOLLEN was tun. Das ist das Ergebnis harter Selektion, unter anderem durch härteste Wettkämpfe (siehe Distanzbereich), durch harte natürliche Selektion (Island, Mongolei) durch Kriege (siehe Trakehner, Lipizzaner, Berber, Araber, alle Russen etc.) und durch lange, lange züchterische Selektion.

    Man kann Pferde auf der Weide stehen lassen und sich das schönreden als "so natürlich". Dann aber muss man auch der Tatsache ins Auge sehen, dass man ein hoch intelligentes Tier in einem künstlichen Umfeld stehen lässt. Pferde sind teilweise Steppenbewohner, teilweise Waldbewohner. (siehe Wildpferde in Alberta oder Neuseeland) Die laufen kilometerweise, durch unwegsames Gelände, die sind den ganzen Tag beschäftigt. Die schaufeln sich nicht den ganzen Tag Turbogras in den Bauch. Der grösste Teil von unseren Weiden sind langweilig flach, viel zu nahrhaft, bieten keine Stimuli etc. So dermassen mega rosa Happy World ist reine Weidehaltung für Pferde nicht immer. Man muss einiges tun, damit Weidepferdleben für das Tier gut ist, nicht nur für das Gewissen des Menschen.

    Unsere Top Leckerchen:

    - gebratene Putenbrust Würfelchen, leicht gewürzt. Muss ich mich immer beherrschen, nach der Gabe im Training nicht die Finger abzuschlecken :D

    - getrocknete Entenfleisch Chips

    - getrocknetes Pouletfleisch

    - getrocknete Rinderlunge

    - Käse, egal welcher ... Bergkäse, Rahmkäse, Viertelfett, Rohmilch...

    - Fleischkäse (nennt ihr glaub Leberkäse oder)

    - LeParfait

    - Mini Bones von Premiere

    - Poulet Trainings Wurst (die Besteht zu 100% aus Pouletbrust, pasteurisiert)

    angelsfire

    verstehe einer manche TAs.....

    unser super duper Chirurg (zu dem man alles schickt wo man nicht mehr weiter weiss, weil er so gut ist..) meinte bloss zu Mojitos Pfoten-Problem: tja das haben viele Hunde, die älter werden. Ist halt so.

    Äh ja, und? das hat nen Grund und man könnte ja vielleicht darüber reden wie man den Hund unterstützen könnte? nö, hat ihn nicht interessiert.

    Musste nun alles selber suchen, lernen, zusammenstellen etc. das nervt.

    Bei den Retrievern wurde in der Schweiz mittlerweile sogar die genauere Punktebewertung bei der Körung abgeschafft.

    Kein Ranking mehr.

    Entweder entspricht der Hund den Vorgaben für die Zucht, oder eben nicht.
    Es gibt bestanden, nicht bestanden und bestanden mit Vorbehalt (wenn ein Hund anatomisch sehr leicht ist, und daher über die Arbeit die Zulassung erreichen kann)