Beiträge von wildsurf

    umgeschnallt ans Halsband wird bei uns nur in Pausen oder bei Trailunterbrüchen (Bus etc.).
    Ins Halsband greife ich so selten wie irgendwie möglich während der Hund am arbeiten ist. Lieber nehme ich die Arbeitsleine ganz kurz, so dass der Hund aber immer noch Hinweise geben kann.
    Menschenmengen durchqueren wir einfach mit einem "tschuldigung darf ich mal kurz durch - danke schön". :smile:


    Vor kurzem haben wir eine Gruppe Jugendliche "gesprengt". Die dachten wohl wir suchen gezielt nach "bestimmten Stoffen in jugendlichen Taschen". Jedenfalls waren die so schnell weg als wie um die Ecke kamen und hatten so einen Schrecken im Gesicht dass wir einfach lachen mussten. Die Armen ;)

    Letzte Woche hatten wir einen spannenden Trail. Vom Strafvollzug aus ins nächste Dorf. 1.3km gerade aus. Das war dann mal Konzentrationsarbeit für den Hund. Allerdings hatte es unterwegs diverse abzweigende Seitenstrassen, es gab also nicht nur 1 Möglichkeit richtig zu laufen. Dazu kam dass der Start auf fast 700m lag, das Ziel auf 620m an einem See, entlang einer Hauptstrasse im Gegenverkehr. Mit Negativende. Also nicht ertrunken sondern ins Auto eingestiegen ;) War toll.

    hui gestern war ja stürmisches Wetter :ventilator: dazu im Minutentakt Schnee, Sonne, Regen, Hagel... April April :)

    Die Hunde liefen trotz der teils echt heftigen Böen super Spurtreue. Mich erstaunt diese Leistung einfach immer wieder aufs Neue. Unglaublich was die immer wieder schaffen. Manchmal wäre es schon cool, man könnte "sehen" was die Hunde "riechen" :)

    Zitat

    war aber bislang immer der Meinung, das zwingendermaßen nach JEDEM Click eine Belohnung / Leckerchen folgen muß :???:


    Nein, nicht unbedingt. Wenn das Tier (man kann fast alle Tiere klickern) das Prinzip kennt und der Klicker gut und korrekt konditioniert wurde, kannst du eben Klick an Klick reihen. So trainiert jeder Tiertrainer ganze Verahltensketten.

    Ein Beispiel um es zu verdeutlichen:

    Das Kommando "schau" bedeutet bei mir, der Hund soll zu mir gucken. Was im Freilauf den Effekt hat dass er stehen bleibt und sich zu mir orientiert.

    Wenn der Hund auf das Kommando reagiert, klick und zu Beginn sofort Futter. Wenn er es schon kann, kann ich es auf Distanz üben, dann ist das eine Situation wo der Klicker Zeit verschafft (siehe Beitrag von Sadako)mum dem Hund das Futter zu bringen. (Denn "schau" bedeutet nicht "komm").

    Also Arbeit mit Einzelklick und Belohnung.


    Wenn ich aber zB das "hier" übe und der Hund setzt sich in meine Richtung in Bewegung, kann ich in schneller Abfolge klickern. Er macht ja den ganzen Weg zu mit hin alles richtig. Also klickere ich diese ganze Bewegung (nichts anderes machen professionelle Tiertrainer). Ist der Hund bei mir gibt es dann ne Mega Belohnung.

    Also Arbeit mit vielen Klicks bevor es Futter gibt.


    Wenn man mit Klickern anfängt ist es wichtig zu wissen, dass eine Belohnung folgen muss. Wer aber schon lange damit arbeitet, kann die Variationen nutzen. ;)


    Nichts anderes hat Shoppy hier im Forum schon unzählige Male beschrieben. ;)

    @ Sadako, meinst du mich? Ich habe mich nie auf deine (sehr guten) Beiträge bezogen. Nur immer direkt an "Gefühl" geantwortet.


    Ich habe mit meinen Beiträgen nur aufzuzeigen versucht, dass Klickern sehr viel komplexer ist als die Meisten denken. Und dass der Klick eben unterschiedlich genutzt werden kann, je nach dem ob ein einzelnes Kommando oder eine ganze Verhaltenskette trainiert wird ( wie leinenlaufen). Hier geht es nicht darum, wer es besser weiss, zumindest hoffe ich, dass meine Beiträge nicht so angekommen sind, das war nie mein Ziel.


    Shakespeare:
    Wenn sich der Hund eine viel hochwertigere Selbstbelohnung holt, wie willst du da mit schnöden Leckerchen mithalten? ;) Der Mensch tendiert dazu, Leckerchen als ultimativ zu betrachten. Für einen passionierten Sichtjäger zum Beispiel kann es aber viel toller sein, wenn er nach korrektem Verhalten sofort wieder Wild beobachten darf. Da kannst du hinten noch lange mit Salami winken.
    Allerdings findet ja ein Umorientierungsprozess statt. Heisst mit der Zeit wird sich die Motivation weg vom Objekt hin zu dir ändern. Und dann ist auch die Wurst (oder was auch immer :smile: ) wieder willkommen.

    Man kann auch gut beobachten, wie die Motivation zum zusammenarbeiten und lernen mit der richtigen Belohnung wächst.

    Meins ist gleich geschnitten wie das von Uli. Nur dass ich eben eine "Rückenplatte" habe. Dadurch ist der Karabiner nicht mehr freischwingend und kann so dem Hund nicht auf die Wirbelsäule donnern. Und wenn der Hund abrupte Richtungswechsel macht hält (bei Caron) die "weiche Platte" besser. Ich bin froh, dass ich für Caron endlich das optimale Geschirr habe. Hoffe ihr findet auch bald was passendes. "Das" MT Geschirr gibt es eh nicht, wir tragen ja auch alle unterschiedliche Schuhe ;)

    Gefühl

    Du hast da was noch nicht richtig verstanden!

    Der wichtigste Grundsatz beim Klickern:

    Klick for action - feed for position!

    Sprich es ist genau so wichtig WANN das Futter gegeben wird, wie der Klick. Es ist nicht egal, wann man das Futter gibt.
    Daher eben: der Klick verschafft KEINE Zeit, das Futter (wenn es gegeben werden soll) muss bereist in der Hand bereit sein. Sonst gibst du das Futter womöglich in einer völlig falschen Zeit, falschem Zusammenhang. Gerade bei so komplexen Situationen wie leinelaufen im Alltag.


    Durch die Konditionierung mit Futter löst der Klick im Hirn bereits eine Hormonausschüttung aus. Die Belohnung ist bereits in vollem Gange! Das Futter nach dem Klick ist bloss noch weil der Hund es sich gewohnt ist und damit der Klick stark bleibt. -> neurologische Zusammenhänge. Daher muss das Futter genau so "richtig" gegeben werden wie der Klick. Sonst bedeutet die Futtergabe wieder was anderes.

    Und wie ich weiter hinten geschrieben habe: es muss NICHT zwingend nach dem Klick Futter geben, es können auch erst mal noch viele weitere Klicks kommen, solange wie der Hund das korrekte Verhalten zeigt. Man kann so ein erwünschtes Verhalten oder sogar eine Verhaltenskette verstärken, das korrekte Verhalten "verlängern".
    Auch kann es sein, dass der Hund kein Futter WILL, weil gerade was anderes eine viel grössere Belohnung darstellt, viel hochwertiger ist als Futter. Das kommt sogar sehr oft vor, nur wir haben immer das Gefühl man müsse dem Hund fast das Futter aufdrängen.

    Allerdings muss man da auch wieder vorsichtig sein, womit sich der Hund selbst belohnt.

    Klickern ist eine sehr komplexe Sache, die von vielen nur mal so nebenbei gemacht wird. Es lohnt sich, sich mit der Materie etwas stärker auseinander zu setzen. Man ist dann einfach erfolgreicher ;)