Beiträge von wildsurf

    Zitat

    Wie macht ihr das denn mit Fohlen? Holt ihr die nur zum "arbeiten" im Winter? Oder habt ihr eine Fohlenkoppel in der Nähe und arbeitet sozusagen ganzjährig mit ihnen?

    Also der Welsh von dem ich schreibe war wie gesagt von halb jährig bis 3,5 jährig auf der Fohlenweide. Die Betreuer lehren den Tieren das Fohlen ABC und der Schmied kommt regelmässig. Auch werden sie regelmässig geputzt etc. Das kennen die dann alles schon.

    Welshpony Wallach, 4 jährig, Dampf im Hintern aber grundanständig und absolut cool. Gehört meiner Kollegin, die aber oft etwas wenig Zeit hat. Und so wird der Bube eben auch von mir bespasst.

    Er kam vor gut 6 Monaten von der Fohlenweide und ist noch total der Bubykopf. Daher blieb er auch so lange dort damit er in Ruhe wachsen und reifen kann.

    In den letzten Monaten hat er aber echt einen Schub gemacht im Kopf. Nicht mehr ganz so dödelig :D

    Nach der Grunderziehung und kennenlernen von jeglichen Ungeheuern kommt er jetzt regelmässig als Handpferd mit. Da benimmt er sich echt tadellos.

    An der Longe läuft er mittlerweile alle Gangarten, da kommt so langsam das Thema Arbeit dazu. Sprich nicht mehr nur Runden drehen. Hier hatten wir zwischendurch mal das Thema akzeptieren von Positionen und Führung :roll:

    Letzte Woche hatte er das erste Mal einen Sattel auf dem Rücken, hat ihn nicht interessiert. Mit der Zeit soll er den dann auch beim ausreiten tragen damit er sich immer mehr daran gewöhnt.

    Aufsitzen ist erst gegen Ende Jahr ein Thema, der soll noch wachsen und sich festigen. Der ist noch lange nicht fertig. Hoffe sie geben ihm diese Zeit.

    Nach dem lernen soll man ruhn!

    Es gibt unzählige Dissertationen, Forschungsarbeiten etc die sehr deutlich sagen: nach einer intensiven Lerneinheit soll der Kopf ruhen können und sich auf keinen Fall gleich mit was anderem beschäftigen müssen. (Sei dies eine Auseinandersetzung mit anderen Hunden mit Stress etc. Lockeres herumschnüffeln ohne Störungen ist aber was anderes)

    Das hat nicht damit zu tun, ob wir als Hundehalter ein anderes "Bauchgefühl" zu dem Thema haben oder nicht. Die Forschungsergebnisse gelten für alle Säugetiere und sind dermassen eindeutig, dass es auch als Hundehalter gut wäre, diese ernst zu nehmen.

    Die Konsolidierung von gelerntem benötigt Zeit, viel Zeit. So wird auch im Schlaf noch weiter gelernt.
    Kommen gleich nach einer Lerneinheit zu starke andere Reize, kann es so weit gehen dass das Hirn das eben gelernte wieder löscht.

    Nach einem Training mit viel Konzentration macht es also durchaus Sinn, den Hund ins Auto zu verfrachten und in Ruhe das gelernte verarbeiten zu lassen.

    Wenn du regelmässig trailen willst, dann nimmt dem Hund zuliebe ein Geschirr, das er wirklich nur dann trägt! Und du wirst dann auch was anderes als das Trixie benötigen, da die zu sehr am Hund herumrutschen.

    Warum ein Geschirr nur fürs Trailer? Weil jeder für sein Handwerk das passende Werkzeug hat ;) der Hund verknüpft sehr stark das Geschirr mit dem Job.

    Bevor ihr euch hier die Köpf einschlägt, in welcher Reitweise wie viel Grad Abstellung korrekt ist etc., folgendes:

    Der Grad der Abstellung bestimmt das Pferd - und niemand sonst! Kurze Pferde werden anders gearbeitet als lange Pferde. Manche treten am Schwerpunkt vorbei und müssen erst lange Zeit Schulter vor lernen, bevor sie mit minimaler Abstellung gearbeitet werden können.

    Es ist NIE nur eine Wahrheit die alleinig selig machende. Am Ende sitzt jeder auf dem selben Tier - dem Pferd. Also richtet euch nach eurem Pferd, nicht nach einem Namen. Hinter jedem Namen steckt nämlich immer auch eine Geschichte, eine Absicht wieso der das so machte, und es steckt sehr viel Historie mit drin. Je nach dem ob der Typ gerade in höfischer Anstellung war oder nicht, ob er eine militärische Grundausbildung hatte oder nicht.

    Wichtiger als jeder Grad der Abstellung ist das korrekt gebogene Pferd, das taktklar (!) die Lektion arbeitet. Kein Ausfallen über die äussere Schulter, kein verkriechen hinter dem Zügel, kein eng werden wegen zu starrer innerer Hand, kein nachschleifen der äusseren Hinterhand und kein kurztreten der inneren Hinterhand.
    Wenn man das alles hinkriegt, kann man gerne über den Grad der Abstellung "streiten" - so wie es die Reiterwelt seit wie lange schon tut? Ca. 100 Jahre? :D

    Wie heisst es so schön: richtig reiten reicht ;) (wobei richtig immer im Sinne des Pferdes ist)

    achso, also bezogen auf den Rüden liest man ja davon, dass Bindegewebsschwächen auftreten können. Das wiederum hat natürlich einen immensen Einfluss auf die Muskulatur. Rein zellbiologisch ist nicht weniger Muskulatur vorhanden, da immer gleich viele Muskelzellen in einem Körper vorhanden sind. Von Geburt bis Tod. Aber die Zellversorgung im Bindegewebe ändert sich, sonst würde nicht so viel Fett im Bindegewebe eingelagert werden. Das wiederum hat natürlich einen direkten Zusammenhang mit der Muskelzellversorung. Sprich es muss nach der Kastra etwas mehr getan werden, damit alles schön straff bleibt :)