Beiträge von wildsurf

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    Muss es denn unbedingt genau jetzt sofort dieser Hund sein? Es gibt tausende tolle schöne liebe witzige nette Hunde, die immer wieder ein Zuhause suchen.
    Wieso jetzt einer nehmen, wenn eh alles so knapp und irgendwie verschachtelt ist? Wieso lasst ihr euch nicht mehr Zeit?
    Plant besser, wartet auf den nächsten tollen Hund? Denn das ist sicher - genau so toll wie den jetzt auserkorenen gibt es wieder einen irgendwo. (das möchte man selber nur meistens nicht wahrhaben).

    Statt jetzt alles übers Knie zu brechen lasst euch (und dem zukünftigen Vierbeiner) doch einfach mehr Zeit. Es eilt doch nicht! Vor allem nicht für den Hund, der bei euch leben soll.

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    Perfekt sind 10 m nur für diejenigen, die sie gehändelt bekommen

    Schrieb ich ja - Handling üben. Von nichts kommt nichts. Was meinst du wie Claus momentan flucht? Der ist auch kein Anfänger, aber neu mit 10m unterwegs - Knäuel auf jedem Trail. Aber es bessert :D

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    Guten Morgen zusammen,

    sagt mal, wie lang sind denn eure Trailleinen?
    Wir Trailen momentan mit einer 10m Gurtbandleine und die ist mir irgendwie zu lang. :???:
    Da ich mir jetzt eine aus Biothane selbst machen möchte, schwanke ich zwischen 6 und 8m länge. Kann mir da irgendwer weiter helfen? :ops:
    Danke schonmal


    10m ist perfekt. Die brauchst du nur in ganz wenigen Situationen, aber WENN du sie brauchst, dann ist der Hund froh und du auch. Im Durchschnitt benötigst du zwischen 4-6m zum arbeiten. Also lass die Leine so lang und übe das Handling. Das ist nämlich mit langer Leine schwieriger als mit kurzer - allerdings ist das kein Grund die Leine zu kürzen..

    Da zeigt sich die Erfahrung von Hund und Mensch. Ein erfahrenes Team kennt die Kniffs und Techniken, um abzuchecken ob irgendwo genug Geruch vorhanden ist zum arbeiten. Meist bleibt an einer Bordsteinkannte oder so doch genug hängen um dem Hund genügend Infos zu geben. Mit der Zeit weiss man wo sich Geruch sammelt. Sieht man im Herbst schön wenn das trockene Laub liegt. Da wo es hingeweht wird, hat es auch viel Geruch.
    Für das aufbauende Training bei solchen Bedingungen ist aber ein sehr guter Geruchsträger nötig, damit der Hund genügend Infos bekommt und sich ein gutes Bild machen kann. Mit der Zeit kann man dann auch zu schwierigeren Geruchsträgern wechseln. (Kaugummi, Eisstängel, Löffel, etc.)
    Wir trailer oft bei Fön - das ist dann aber nicht ein lauer Südwind, sondern ein satter Durchzug. Die erfahrenen Hunde laufen genau so spurtreu wie ohne Wind. Nur wenn es offene Flächen sind sieht man die Veränderung in der Arbeitsweise.
    Was fast mehr Einfluss hat ist die Thermik. Denn die hebt die Geruchsspur hoch und transportiert sie weg. Gerade in höheren Lagen in den Bergen kann es dann sein dass man parallel versetzt zur eigentlichen Spur läuft. Aber das muss gezielt geübt werden, da kämpfen die "Falchlandpiraten" (also ich z.B. :) ) dann ganz schön am Anfang.
    Auch spannend: einen Trail legen während eines starken Gewitters. Da abrieten dann die Hunde am nächsten Tag richtig hart und man checkt jeden Abgang zur Kanalisation (Regen fliesst ab und spült den Geruch mit weg).

    Mach weniger Gedöns um die Hunde, nimm sie weniger wichtig! Du kommst nach hHause - na und? Du isst, na und? Braucht den Hund nicht zu interessieren. Frag dich etwas weniger, wie sich die Hunde fühlen, verhätschele weniger und hab dafür mehr Selbstvertrauen. Du merkst ja was nicht stimmt - jetzt musst du nur noch deine Hunde weniger bemitleiden und sie aus dem Prinzessinenthron verjagen. Das kommt schon ;)

    Thema Frustrationstoleranz wäre auch noch wichtig!

    Und den Fokus evtl nicht zu sehr auf den Hund richten. Der soll nur im Leben mitlaufen, nicht den Mittelpunkt bilden. Dann löst sich oft schon viel. (muss nicht zwingend bei euch zutreffen, ich erwähne es bloss)

    Forderungen vom Hund an mich werden bei mir meistens ignoriert. Will mir ja keinen dauerpenetranten Forderer erziehen. Das ufert nämlich sonst ins unermessliche aus.

    Ich sag mal so: wenn man selber einen haufen 'Probleme' mit sich rumträgt, ist ein Welpe nicht sehr förderlich für die innere Ausgeglichenheit. Die Kleinen kosten Nerven und können einem ganz schön zusetzen. Da ist die eigene Stabilität doch ein grosser Faktor, wie sehr gestresst man dann ist. Nicht selten wandern dann die Junghunde mit 5-6 Monaten wieder ins Tierheim oder sonst wohin, weil man überfordert ist und alles komett unterschätzt hat.

    Die Mischung finde ich.. suboptimal.

    Deine Einstellung dagegen finde ich super und ich hoffe es klärt sich für dich vieles.

    Vielleicht noch dies:
    "Für uns ist der Hund ein Begleiter für ein paar Jahre, aber für den Hund ist es sein gesamtes Leben" (oder so ähnlich)

    Daher sollte man sich gut überlegen, ob man die Verantwortung auf lange Sicht für ein Tier übernehmen kann und eine solche Entscheidung nie, nie, nie unter Zeitdruck fällen.